Die heutige Human- und Tiermedizin geht häufig von dem Motto
"Viel hilft viel" aus. Wenn es um die Regulation und Regeneration des lebenden
Organismus geht, ist jedoch gerade das Gegenteil der Fall: "Ganz wenig hilft
besonders viel".
Dieses Phänomen ist sehr faszinierend.
Ein Beispiel: ein Bekannter fährt sehr gerne auf seiner
Kutsche, die von seinen Kaltblutpferden gezogen wird. Vor einigen Monaten hatte
er an einem schönen Sommertag
seinen temperamentvollen, aber sehr zuverlässigen Wallach angespannt und fuhr
mit ihm los.
Anfänglich ging alles bestens; doch dann fuhr mein Bekannter einen
kleinen Weg entlang, der plötzlich eine scharfe Kurve beschrieb. Als das Gespann
in die Kurve ging, sah der Wallach plötzlich neben sich die Kutsche, geriet in
Panik und preschte los.
Dabei streifte die Kutsche einen Pfahl in der Kurve und
stürzte während der Fahrt um. Die Blattfedern der Kutsche lösten sich und wurden
in den Boden gerammt; hierdurch kam der Wallach ruckartig zum Stehen.
Mein Bekannter war bei dem Sturz unter die Kutsche geraten, deren Gewicht ihm
die Beckenknochen auf der rechten Seite brach.
Nach Klinikaufenthalt und Reha kam er langsam wieder auf die Beine und konnte
allmählich wieder halbwegs gut laufen und auch wieder Kutsche fahren.
Durch die Verletzungen des Beckens wurden natürlich auch die Nerven in diesem
Bereich und auch des rechten Beines in Mitleidenschaft gezogen. Besonders der
Sensibilitätsverlust unter dem rechten Fuß bereitete ihm große Probleme, weil er
z.B. auf einer Leiter keinerlei Trittsicherheit mehr hatte.
In dieser Phase traf ich meinen Bekannten und fragte ihn, ob er sich schon
einmal mit dem Phänomen kleinster Reize und ihrer Bedeutung für die Regeneration
beschäftigt habe. Er verneinte dies.
Nach kurzer Erklärung nahm er sich eine Gartenharke und
legte sie flach mit den Zinken nach oben auf die Erde. Dann stellte er einen
Stuhl neben die Harke, setzte sich auf ihn und zog den rechten Stiefel aus. Anschließend "tupfte" er ganz
vorsichtig und eben sichtbar mehrmals den Fuß an seinen empfindungslosen Stellen
auf die Harkenspitzen. Nach wenigen Minuten begann der Fuß zu kribbeln, und die
vorher tauben Stellen bekamen allmählich wieder Gefühl. Das Kribbeln verstärkte sich und zog nun das rechte
Bein hinauf bis zum Becken. In der Folge besserte sich auch das Gangbild meines Bekannten.
Eine Erklärung:
Die moderne Forschung fand, dass der Mensch ein zusammengesetztes Wesen
darstellt, das aus einem irdischen und einem nicht-irdischen Anteil besteht.
Menschen existieren gleichzeitig auf fünf Ebenen, die eng miteinander
verflochten sind (geistige, mentale, emotionale, vitalenergetische und
materielle Existenzebene).
Der menschliche Körper ist gleichsam eine „Antenne“ für die einzelnen
Daseinsebenen, d. h. bestimmte Regionen des Körpers sind schwerpunktmäßig
bestimmten Daseinsebenen zugeordnet: das obere Drittel des Kopfes der geistigen
Ebene (Inspiration), die unteren zwei Drittel der mentalen Ebene (Gedanken), vom
Hals bis zum Bauchnabel der emotionalen Ebene (Gefühle), das Becken überwiegend
der vitalenergetischen Ebene (Niere, Blase, Geschlechtsorgane) und der unterste
Beckenabschnitt (Dickdarm, Rektum) und die Beine der materiellen Ebene.
Der „irdische“ Anteil des Körpers umfasst die materielle und vitalenergetische
Ebene, der nicht-irdische, „geistige“ Anteil schließt die mentale und die
geistige Ebene ein. Die Gefühlsebene verbindet diese beiden Anteile und besitzt
folglich Teile von beiden Abschnitten. Das Herz als Zentrum der menschlichen
Existenz auf der Erde stellt die Verbindung der geistigen Ebenen mit den
irdischen her.
Beide Anteile werden schwerpunktmäßig von zwei eigenen
Gehirnen gesteuert, die
eine sehr ähnliche Histologie und Biochemie, aber eine unterschiedliche Funktion
besitzen.
So koordiniert das
Bauchhirn, das in die Darmwand eingebettet ist, vor allem die
Energien des irdischen Anteils z. B. durch Steuerung des Nerven-, Immun- und
Sexualsystems, während das Kopfhirn vor allem die nicht-irdischen Energien
koordiniert. Die emotionale Existenzebene wird von beiden Gehirnen gesteuert.
In Bezug auf die Regulation verhalten sich die beiden Gehirne hierarchisch,
wobei das Kopfhirn dem Bauchhirn übergeordnet ist. Das Bauchhirn kann ohne das
Kopfhirn überleben, aber nicht das Kopf- ohne das Bauchhirn.
Wie neuere naturwissenschaftliche Untersuchungen über den
Plazeboeffekt gezeigt
haben, ist vor allem das Kopfhirn in der Lage, eine Selbstheilung zu initiieren
und voranzutreiben.
Das Bauchhirn ist weitgehend autonom und kann willentlich nicht direkt
beeinflusst werden; es lässt sich allerdings vom Kopfhirn programmieren.
Ein schönes Beispiel hierfür wurde in dem Artikel „Gedanken lassen Muskeln
wachsen“ in der britischen Zeitschrift New Scientist Nr. 11, 2001, beschrieben
(nach Spiegel-Online; Originalartikel:
Ranganathan
et al., 2004). Danach haben
Forscher der Cleveland Clinic Foundation in Ohio, U.S.A., gezeigt, dass durch
Mentaltraining Armmuskeln wachsen können. Hierbei wurden zehn
Untersuchungspersonen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren veranlasst, sich im
Geiste fünfmal pro Woche die Anspannung eines Bizepsmuskels mit möglichst großer
Konzentration vorzustellen. Die Forscher überwachten, dass die Probanden ihre
Armmuskeln nicht versehentlich tatsächlich anspannten. Bereits nach 14 Tagen war
der Muskel in der Versuchsgruppe um 13,5 % gewachsen; die Kontrollgruppe, die
nicht an dem Mentaltraining teilnahm, zeigte diesen Effekt nicht. Der Gewinn an
Muskelstärke blieb noch bis zu drei Monate nach dem Mentaltraining bestehen.
Auch das
Autofahren ist ein Beispiel der Programmierung des Bauchhirns durch das
Kopfhirn.
Besonders interessant ist die Verarbeitung von liminalen Reizen, also Reizen an
der Wahrnehmungsschwelle, durch das Gehirn.
Solche Untersuchungen wurden von dem Arzt und Psychologen Dominik Bach an
Gesunden und Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (RDS) durchgeführt (Bach,
2005). Das RDS ist eine funktionale Darmerkrankung mit einer Prävalenz von ca.
15.000 / 100.000. Bisher konnte keine einzelne physiologische oder
psychologische Ursache isoliert werden. Ein sensitiver und spezifischer Marker
sind herabgesetzte rektale Schmerzschwellen. Die Verarbeitung von Reizen
unterhalb der Wahrnehmungsschwelle scheint sich von der Verarbeitung bewusster
Reize zu unterscheiden. Es wurden daher die sub- und supraliminale rektale
Wahrnehmung von acht RDS-Patienten und acht parallelisierten gesunden
Kontrollprobanden untersucht. In einer funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT)-Studie
wurden Reize unter, über und in der Nähe der Wahrnehmungsschwelle präsentiert.
Bei supraliminaler Stimulation gesunder Probanden konnten der bekannte
spinothalamische und vagale Pfad repliziert werden. Bei subliminaler Stimulation
zeigte sich in einer Einzelauswertung eine ähnliche Verarbeitung, damit konnten
die aus anderen Untersuchungen bekannten Vorergebnisse ebenfalls bestätigt
werden. In der Gruppenauswertung fand sich Aktivierung nur in Hirnarealen, die
bei supraliminaler Stimulation nicht aktiv waren. RDS-Patienten zeigten weniger
Aktivität bei subliminaler und mehr bei liminaler Stimulation. Bei
supraliminaler Stimulation zeigten sich unterschiedliche aktivierte Hirnareale.
Insbesondere war der Amygdala-Hippocampus-Komplex bei Patienten stärker
aktiviert.
Die Ergebnisse bei supraliminaler
und liminaler Stimulation können als verstärkte Aufmerksamkeit auf eben
wahrnehmbare Reize und als verstärkte emotionale Verarbeitung interpretiert
werden.
Ein Ergebnis: Bezogen auf eine liminale Stimulation bedeuten diese Versuchsergebnisse Folgendes:
Zu einer
ohnehin gesteigerten Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen kommt bei
Patienten noch eine zusätzliche verstärkte Verarbeitung liminaler Reize hinzu,
die zudem verstärkt emotional erfolgt.
Diese emotionale
Komponente kann noch einmal dadurch
verstärkt werden, dass die Patienten während einer Therapiesitzung die
Reizintensität bis zu ihrer individuellen Wahrnehmungsschwelle selbst reduzieren müssen.
Beispiele der sog. "liminalen
Therapien" sind die
Homöopathie und die "Liminale Frequenztherapie nach Dr.Dr.
Peter Schneider".
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