Die tuberkulinische Konstitution als gemeinsame Ursache 
chronischer Erkrankungen 
und ihre naturheilkundliche Regulationstherapie

von

Peter Schneider
(Dr.rer.nat. Dr.med.vet.)

 

  das Buch zur Internetseite: "Gedanken altern nicht" (3. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8334-5446-2)
  Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie (2. Auflage 2008, ISBN: 978-3-8334-9271-6)

Copyright © 2000 by Peter Schneider

 


It's much easier to ride the horse in the direction he's going --- Werner Erhard


Inhaltsverzeichnis

Historie der Erkenntnisse zur tuberkulinischen Konstitution

Die Homotoxinlehre Reckeweg's

Charakterisierung des tuberkulinischen Milieus

Naturheilkundliche Regulationstherapie der tuberkulinischen Konstitution

Zusammenfassung

Literatur


Historie der Erkenntnisse zur tuberkulinischen Konstitution

Vor fast 200 Jahren hat Samuel Hahnemann (Hahnemann, 1810; 1828) vor allem in der späteren Phase seines Lebens den Versuch unternommen, die chronischen Erkrankungen bestimmten "Miasmen" (Krankheitskräften) zuzuordnen, wobei er die Grundbelastungen der "Psora" (griechisch "Jucken"), der Syphilis und der Sykose ("Feigwarzen-Krankheit") zuschrieb.

Bereits in den Urkulturen wurde erkannt, daß alle chronischen Erkrankungen des Menschen eine Einheit darstellen. Hahnemann hat in seinem 80. Lebensjahr auf seiner Flucht vor seinen Widersachern nach Paris diese Erkenntnis in der 6. Auflage seines "Organon der rationellen Heilkunst" zu retten versucht, indem er noch kurz vor seinem Tod 1843 eine Reihe von Notizen in die 5. Auflage eintrug. Wegen des erbitterten Widerstandes einiger Ärzte gegen die "Psora-Theorie" kam die 6. Auflage erst 1921 heraus. Auf diese Weise ist die fanatisch bekämpfte Sichtweise der "Psora", jenes "tausendköpfige Ungeheuer von Krankheit", wie Hahnemann sie selbst nannte und die ihm als senile Phantasie ausgelegt wurde, in Urfassung überliefert worden.

Von den zahlreichen Nachfolgern Hahnemanns sei John H. Allen genannt, der sich am intensivsten mit der Lehre der Miasmen beschäftigt hat (Allen, 1996). Bereits zu damaliger Zeit beobachteten Hahnemann und seine Schüler, daß eine Behandlung von Krankheitssymptomen durch unterdrückende Maßnahmen die miasmatischen Krankheitskräfte wesentlich erweitern und verstärken konnte. Weiterhin wurde erkannt, daß Psora und Syphilis durch erbliche Übertragung vollkommen miteinander verschmelzen können. Die tuberkulinische Konstitution ist als gemischtes Miasma das Ergebnis dieser Verbindung, und sie ist nach Allen die "stärkste von allen Krankheitszuständen oder -bedingungen überhaupt". Sie kann ererbt oder erworben sein und wird auch als "Pseudo-Psora" bezeichnet.

Da die tuberkulinische Konstitution jedoch nicht einen klinischen Tuberkulosefall bedeutet, wurden später auch andere Begriffe, wie "Paratuberkulose", "Tuberkulinie" oder "tuberkulares Miasma" eingeführt. Der Begriff "Paratuberkulose" wird heute jedoch international anderweitig verwendet, da er eine Erkrankung durch Mycobacterium paratuberculosis (Johne' sche Krankheit bei Rindern) bezeichnet.

Weitere Hintergründe der tuberkulinischen Konstitution sind in dem Buch "Gedanken altern nicht" (ISBN: 3-8334-5446-6) beschrieben.

Die Zeit vor ca. 50 bis 100 Jahren war durch eine starke Verbreitung der klinischen Tuberkulose und durch intensive Forschungstätigkeit zu ihrer Bekämpfung gekennzeichnet. In Deutschland trat Robert Koch in Berlin als Vorreiter der Diagnostik und Therapie (Tuberculinum Koch) dieser Erkrankung hervor, und sein Mitarbeiter Carl Spengler hat aufbauend auf den Forschungen Koch's neue Wege zur Diagnostik und Therapie chronischer Erkrankungen beschritten (Spengler, 1911). Spengler's Arbeiten beziehen sich vor allem auf die unterschiedliche Morphologie von Mykobakterienstämmen ("Dualismus") und auf die enge Beziehung zwischen Tuberkelbakterien und Syphiliserregern, deren bakterielle Form bei Tuberkulosekranken oft in Mischkultur vorkommt. Der Erreger der Syphilis kann, wie Spengler gezeigt hat, in einer ultrakleinen Primitivform in den Zellen des Organismus nachgewiesen werden, auch dann, wenn eine Ansteckung mit dem Erreger während des Lebens nicht stattgefunden hat. Es wurde angenommen, daß die allgemeine Verbreitung der "Erblues" ein Überbleibsel aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist, wo die aus Amerika eingeschleppte Syphilis die Gesamtbevölkerung als akute Infektionskrankheit pandemisch durchseucht hat. Wer dieser Infektionskrankheit damals nicht erlag, behielt eine "Resttoxikose" zurück, die über die Generationen weitergegeben wurde und nach Spengler später noch als "Erbvirus" vorhanden ist.

Spengler entwickelte die nach ihm benannten "Spengler-Kolloide" (Antigene aus unterschiedlichen Bakterien und "Antitoxine" aus dem Blut hochimmunisierter Kaninchen), mit denen die Diagnostik unterschiedlicher chronischer Erkrankungen einschließlich der "Erbtoxine" von Tuberkulose und Syphilis möglich ist.

Eine extrachromosomal vererbte Disposition für eine Tumorentstehung konnte in einer transplazentaren Kanzerogenesestudie bei Mäusen beobachtet werden (Schneider, 1981). In der F2-Generation zeigten nur diejenigen Tiere vermehrt Geschwülste, deren transplazentar mit dem chemischen Kanzerogen (DMBA) exponierter Elternteil gleichen Geschlechtes mit einem unbehandelten Tier gekreuzt worden war. Diese gleichsinnige Geschlechtsabhängigkeit von Geschwulstentstehung und transplazentarer Exposition läßt auf extrachromosomale Einflüsse schließen.

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts hatte der französische Chemiker und Pharmazeut Antoine Béchamp behauptet (Béchamp, 1912), daß bestimmte Mikroorganismen unter genau festgelegten Bedingungen in unterschiedlichen Formen und Entwicklungsstadien auftreten können, von kleinsten Stufen bis zu den großen, hochentwickelten Stadien der Bakterien und Pilze. Er fand, daß alle tierischen und pflanzlichen Zellen kleinste Eiweißkörnchen ("Microzymas") enthielten, die nach dem Absterben des Organismus selbst nicht zugrunde gehen, die Ursache für die Gärung seien und aus denen auch andere Mikroorganismen entstehen könnten. Diese Microzymas befänden sich in jedem Lebewesen, in Menschen, Tieren und Pflanzen, sie seien ewig und unzerstörbar und bildeten den Übergang zwischen nicht-lebender und lebender Materie. Unter bestimmter oder pathogener Einwirkung könnten diese Microzymas sich in Bakterien mit fäulniserregenden und gärenden Eigenschaften entwickeln. So hätten Krankheiten ihren Ursprung vorwiegend im Inneren des Körpers.

Im Jahr 1997 erhielt Stanley Prusiner den Nobelpreis für seine Entdeckung der "Prionen als ein neues biologisches Prinzip der Infektion". Diese Prionen stellen jedoch wahrscheinlich nichts anderes dar als die von Béchamp vor über 100 Jahren entdeckten Mikrozymas.

Claude Bernard, französischer Physiologe und Zeitgenosse von Béchamp, bestätigte dessen Forschungsergebnisse und fand darüber hinaus, daß nicht die Mikroorganismen allein schädlich seien, sondern vor allem das Milieu, unter dem sie sich vermehren.

Ein weiterer Zeitgenosse am Ende des letzten Jahrhunderts war Louis Pasteur. Er behauptete, daß die Darstellungen von Béchamp und Bernard blanker Unsinn seien. Er bekämpfte diese Auffassungen im Einklang mit dem 1870 von dem Botaniker Cohn (Breslau) und von R. Koch fundierten Monomorphismus ("jeder Bakterienart ist nur eine einzige Wuchs- und Erscheinungsform gestattet") und konnte sich dabei in damaligen (und zum großen Teil auch in heutigen) Fachkreisen durchsetzen. Gleichwohl hat Pasteur auf seinem Sterbebett gesagt: "Bernard hat recht; das Terrain ist alles, die Mikrobe ist nichts". Die Aufzeichnungen über die privaten Forschungen Pasteurs wurden nach seinem Tod der wissenschaftlichen Öffentlichkeit auf seinen eigenen Wunsch hin über lange Zeit vorenthalten. Erst im Jahr 1975 wurden 10.000 Seiten seiner Laborprotokolle an den Historiker G. L. Geison, Princeton University, übergeben, der sie über fast 20 Jahre auswertete. Im Jahr 1993 übergab Geison die Ergebnisse seiner Auswertung an die American Association for the Advancement of Science in Boston, im Jahr 1997 erschienen sie in Buchform (Geison, 1997). Dieses Buch macht die großen Verdienste Pasteurs deutlich, verschweigt jedoch auch nicht, daß er mitunter Versuchsergebnisse gefälscht und gegen die Regeln von Medizin, Wissenschaft und Ethik verstoßen hatte.

Im Jahr 1910 erbrachte Fontes (Fontes, 1910), der seine Forschungen auf den Ergebnissen Spenglers aufbaute, einen wichtigen Beweis für den Pleomorphismus der Bakterien. Er wies als Erster die Infektiosität bakterienfreier Filtrate von TBC-Bakterienkulturen nach. Fontes vermutete als Ergebnis seiner Untersuchungen, daß sowohl die Disposition zur Tuberkulose als auch das "Virus" in seiner filtrierbaren, granulären Form ererbt wird; letzteres kann latent bleiben ("latente Tuberkulose") oder sich langsam zur klassischen Bakterienform entwickeln.

G. Enderlein (Zoologe und Mikrobiologe, Kustos am Zoologischen Museum der Universität Berlin, während des ersten Weltkriegs Mikrobiologe im Dienste der Deutschen Reichswehr in Stettin) berichtete im Jahr 1916 vor der Gesellschaft naturforschender Freunde, Berlin, über seine Forschungsergebnisse, die er während seiner Zeit als Heeresbakteriologe über die Entwicklung von Bakterien erlangt hatte. Wegen der kriegsbedingten Verhältnisse konnte seine diesbezügliche Monographie erst 1925 herausgegeben werden (Enderlein, 1925). Da er für die Mikrobiologie bisher unbekannte morphologische Gegebenheiten beschrieb, entwickelte er eine neue Terminologie, die jedoch das Verständnis der Abläufe stark erschwerte.

Mikroben durchlaufen nach Enderlein einen artspezifischen Zyklus, wobei er mit dem Begriff "Cyclogenie" die Wandlung und Wanderung pathogener und apathogener Mikroorganismen durch alle Phasen ("Valenzen"), beginnend unter der Grenze der mikroskopischen Sichtbarkeit, den Virusbereich, über die höhervalenten Phasen der Kokken und Stäbchen bis hin zu den "kulminanten" Phasen der Pilze bezeichnete. Dabei besitzt der Bakterienkern ("Mych") eine besondere Bedeutung; dieser war zwar bereits vor Enderlein bekannt, er wurde jedoch in seiner Funktion nicht richtig gedeutet. Nach dem von Enderlein formulierten "anatartischen Grundgesetz" hängt die Valenzsteigerung der Mikroorganismen von dem in Blut und Gewebe vorhandenen Milieu ab, das hauptsächlich durch den pH-Wert charakterisiert ist. Bakterien können sich entweder auf ungeschlechtlichem Wege durch Teilung oder Sprossung ("Auxanogenie") oder aber auch auf geschlechtlichen Wege nach vorausgegangener Kernverschmelzung ("Probaenogenie") vermehren. Die geschlechtliche Vermehrung ist nach Enderlein stets die Voraussetzung für eine Auf- oder Abwärtsentwicklung der Phasen. 40 Jahre nach Enderleins Entdeckung erhielt Lederberg 1958 den Nobelpreis für die Entdeckung der Polymorphie und der geschlechtlichen Vermehrung der Bakterien durch Kernverschmelzung (Lederberg, 1958).

Neben der Bezeichnung der unterschiedlichen Entwicklungsphasen von Mikroorganismen gelang Enderlein der Nachweis des wichtigsten Symbionten ("Endobiont") der Warmblüter, nämlich Mucor racemosus Fresenius 1870, in all seinen Entwicklungsstadien vom Virus bis zum Pilz. In seinen niedervalenten Stadien lebt der Endobiont als physiologischer Regulator, in seinen höhervalenten Formen nimmt er in Abhängigkeit vom umgebenden Milieu einen pathogenen Charakter an. Eine solche Milieuveränderung mit nachfolgender Endobiose findet sich bei allen chronischen Erkrankungen. Die Endobiose durch höhervalente Formen des Mucor racemosus ist besonders durch Stauungserscheinungen gekennzeichnet (z.B. blutbezogene und venöse Erkrankungen, Wunden, Hörsturz, Neurodermitis).

Enderlein fand auch, daß sich die höhervalenten, pathogenen Phasen des Endobionten unter gleichzeitiger Milieutherapie durch Zuführung niedervalenter Formen kopulativ in ihre apathogenen Phasen zurückführen lassen ("isopathische Therapie"). Diese Vorgänge lassen sich mit Hilfe der Dunkelfeldmikroskopie des vitalen Blutes verfolgen (Schwerdtle u. Arnoul, 1993; Bleker, 1997).

Nach Enderlein sind Viren zellenlose Primitivformen ("Filum") des Endobionten, aus denen sich Bakterienkulturen züchten lassen (Beispiel: Tabakmosaikvirus, aus dem nach einigen Monaten die Zucht von Bakterien gelang); Bakteriophagen stellen hingegen "Spermite" der Mikroben dar (Enderlein, 1954).

Als Urheber der zweiten fakultativ pathogenen, jedoch im Gegensatz zur Mucorsymbiose nicht physiologischen Endobiose erkannte Enderlein den Schimmelpilz Aspergillus niger van Tieghem, der in seiner gesamten Polymorphie und phasenbedingten Pathologie als Verursacher des Krebses (Dechow, 1933) und als Erreger der Tuberkulose gilt. Bereits früher hatten Vaudremer (1921) und Tissot (1925) den Tuberkelbazillus in genetische Beziehungen zu Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus gebracht (nach Enderlein, 1949). Die Cyclode des Aspergillus niger ist nach Enderlein eine Abspaltung aus der Cyclode des Mucor racemosus (Abb. 1).

Abb. 1: Hypothetische Abspaltung der Cyclode des Aspergillus niger aus derjenigen des
Mucor racemosus (Arnoul, 1998; Rau, 1998)

Die niedrigvalenten Phasen von Mucor racemosus und Aspergillus niger werden nach Enderlein transplazentar übertragen.

Die höher- und hochvalenten Phasen des Aspergillus haben eine enge Beziehung zum Kalziumstoffwechsel und zur Zellatmung (Citratcyclus), und sie erzeugen beim Warmblüter chronische tuberkulinische Krankheitsbilder "rechts des biologischen Schnittes" (Reckeweg), wie z.B. chronisch-rezidivierende Infektanfälligkeit, Tuberkulose, Paratuberkulose, Asthma, Arthrose, M. Bechterew, Cysten, Krankheiten von Ovar und Prostata, sowie Krebserkrankungen. Bei den tuberkulinischen Krankheitsbildern finden sich auch degenerative Erkrankungen, wie z.B. Autoimmunerkrankungen.

Die besondere Bedeutung der hochvalenten Formen von Pilzen für die Entstehung von Krebserkrankungen wurde von Hofrat Prof. Dr. F. Gerlach, Direktor der Bundesanstalt für Tierseuchenbekämpfung in Mödling bei Wien, in sehr ausführlichen Untersuchungen bestätigt. Gerlach konnte in unterschiedlichem Tumormaterial, das von Menschen und Tieren stammte (hierbei auch chemisch induzierte Tumoren von Versuchstieren), regelmäßig aus allen Proben einen Pilz züchten (Gerlach, 1948). Er fand später auch, daß Mykoplasmen bei der Krebsentstehung von Bedeutung sind. Daher ist anzunehmen, daß Mykoplasmen, die nach Mattman von CWD-Formen (s.u.) morphologisch kaum zu unterscheiden sind, bestimmte höhervalente Formen der Aspergillus-Cyclode darstellen.

Tuberkulinische Erkrankungen erhielten von Zeitgenossen Enderleins vielerlei Namen, ohne daß die Zugehörigkeit zum Bakterienzyklus erkannt wurde: Skrofulose, Lymphatismus, getarnte Tuberkulose (Patromikolas), maskierte Tuberkulose (Willy Bircher), bestimmte Rheumaformen (Poncet), Latentia, Tuberkulotoxikose, Paratuberkulose. Auch die Much'schen Granula zählten dazu, sowie die Spengler'schen Splitter.

Die "Basit"-, "Linit"- und "Ascit"-Stadien des Aspergillus sind die Kurz- und Langstäbchen des Sclerothrix tuberculosis Koch 1882, säurefest und nicht-säurefest, deren Züchtung Enderlein in allen Phasen beschrieb (Enderlein, 1959).

Nach Enderlein beschrieb Harmsen ebenfalls Formen von Mycobacterium tuberculosis, die von der schlanken Stäbchenform abwichen: Verzweigungsformen, Granula, säurefeste und nicht-säurefeste Formen, Mycelbildung, Kernäquivalente und Vakuolenbildung (Harmsen, 1952).

Ebenso wie die niedrigvalenten Phasen des Mucor racemosus für die Behandlung der Endobiose besonders geeignet sind, lassen sich tuberkulinische Erkrankungen isopathisch besonders effektiv mit niedrigvalenten Phasen des Aspergillus niger behandeln. Da die Aspergillus-Cyclode nach Enderlein eine Abspaltung aus der Mucor-Cyclode ist, werden Arzneimittel aus beiden Cycloden auch kombiniert verabreicht.

Einen umfassenden Überblick über die sehr zahlreichen Forschungen über polymorphe Symbionten vor allem im deutschsprachigen Raum gibt Windstosser (Windstosser, 1995).

Auch in englischsprachigen Ländern wurden vor allem in den letzten 40 Jahren intensive Forschungen zur Pathogenität polymorpher Mikrobenformen durchgeführt, wobei jedoch die Ergebnisse früherer Untersuchungen vermutlich wegen der Sprachbarriere nahezu unbeachtet blieben. Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen seitens kanadischer Forschergruppen dieses Wissen zusammenzuführen (First International Symposium on Pleomorphic Microbes in Health and Disease, 18. / 19. Juni 1999, Montreal, Canada).

Die bisherigen Untersuchungen zu den Eigenschaften und zur Pathogenität der sog. "Cell Wall Deficient Forms" (CWD, zellwandfreie Formen) wurden kürzlich von Lida H. Mattman, em. Professorin für Mikrobiologie an der Wayne State University, Detroit, Michigan, zusammengefaßt (Mattman, 2001).

Unter dem Begriff "CWD" werden heute die in der Literatur als "L-Formen, "L-Phasen" oder "Spheroplasten" bezeichneten Synonyme subsumiert. Ebenso umfaßt CWD den bisherigen Begriff "Protoplast". Abb. 2 zeigt zellwandfreie Bakterienformen im Blut in einem dunkelfeldmikroskopischen Bild. Die Elemente mit dem dicken, weißen Rand stellen Erythrocyten dar.

 

Abb. 2: CWD ("Mychite") im dunkelfeldmikroskopischen Bild
(aus Bleker, 1997)

CWD haben besondere Charakteristika, die den klassischen Mikroorganismen fehlen:

CWD lassen sich nur unter besonderen Bedingungen kultivieren, wobei das Kulturmedium stabilisiert werden muß mit Herzmuskelextrakt, 15% inaktiviertem Pferdeserum und 3,5% NaCl.

Folgende Beispiele des intraerythrozytalen Wachstums von CWD seien genannt:

normal und physiologisch

Staphylokokken, Bacillus licheniformis
(in ca. 30% gesunder Menschen)

Sarkoidose

Mykobakterien

Kaposi-Sarkom

Pilze

Nephropathien

lysierte Erythrozyten von 489 Patienten:

dieselbe Spezies wie in Harnwegsinfektionen

Idiopathische Hämaturie

Streptokokken-ähnliche Bakterien; im Gegensatz dazu wuchsen bei Kindern mit nephrotischem Syndrom vermehrt Staphylokokken

Systemischer Lupus erythematodes

Bakterien mit Bezug zu Nierenerkrankungen

Morbus Crohn

Pseudomonas, Mykobakterien

Autoimmunerkrankungen

CWD agieren als Haptene und stimulieren die Bildung von hämolysierenden Antikörpern (Beispiel: paroxysmale Kältehämoglobinurie bei Syphilitikern)

Die Bildung von pathogenen CWD aus Bakterien kann durch unterdrückende Maßnahmen induziert werden. So ist die Entstehung durch Antibiotika in-vitro möglich, z.B.:

Penicilline

Hemmung der Mureinsynthese: Brucella, Clostridia, E. coli, Haemophilus influenzae, Listeria monocytogenes, Proteus mirabilis, Salmonella gallinarum, S. typhi, Vibrio cholerae, Vitreoscilla

Streptomycin

Mycobakterien (z.B. Mycobacterium tuberculosis und Mycobacterium paratuberculosis)

Sulfonamide

Staph. aureus

Kanamycin,
Tobramycin,Chloramphenicol

Hemmung der Proteinsynthese, hierdurch Veränderung der Bakterienoberfläche: E. coli, Klebsiella pneumoniae, Bacillus megaterium, B. polymyxa, Serratia marcescens, Sarcina lutea, Staphylococcus aureus, Salmonellen, Shigellen, Proteus

Aztoreonam

(Monobactam) Oberflächenveränderungen von E. coli

Erythromycin

Staphylococcus aureus (und mind. 40 andere Makrolidantibiotika, wie Leukomycin, Oleandomycin, Spiramycin, Tylosin)

Tetracycline

Staph. aureus, E. coli, K. pneumoniae, B. megaterium, B. polymyxa, Serratia marcescens, Serratia lutea, Salmonellen, Shigellen, Proteus

Als Beispiel einer in-vivo-Induktion von CWD durch Antibiotika gibt Mattman die antibiotische Behandlung von Euterentzündungen durch Staphylococcus aureus bei Kühen an:

Heute ist die Induktion von pathogenen CWD in-vivo durch Einsatz von Antibiotika von großer Bedeutung, weil antibiotikaresistente Mikroorganismen mittlerweile weit verbreitet sind und durch Antibiotika nicht mehr unbedingt abgetötet werden (Beyer, 1999). Andererseits entziehen sich CWD auf Grund ihrer fehlenden Zellwand dem Immunsystem weitgehend und agieren nurmehr als Haptene. Zur Unterstützung des Organismus bei seiner Eliminierung der zellwandfreien mikrobiellen Formen ist daher die SANUM-Therapie unter Einsatz der SANUKEHL-Präparate (Schneider, 1999a; Werthmann, 1999) die Behandlungsmethode der Wahl.

Auf Grund der bisherigen Forschungsarbeiten ist festzuhalten, daß

Die Homotoxinlehre Reckeweg's

Nach Reckeweg (Reckeweg, 1975, 1980) umfaßt das System der "Großen Abwehr" fünf unterschiedliche Mechanismen (Retikuloendothel, Hypophysenvorderlappen-NNR-Mechanismus, Nervenreflexe, Leberentgiftung, bindegewebliche Entgiftungsfunktion), mit denen sich der Körper gegen Gifte ("Homotoxine"), die Krankheiten auslösen können, wehrt. Entweder siegt der Körper in diesem Kampf, wird mehr oder weniger stark durch die Homotoxine geschädigt, oder er erliegt sogar der Giftwirkung.

Diese Sichtweise Reckeweg's ist eine Erweiterung der Forschungen Selye's zum Adaptationssyndrom (Selye, 1953).

Die Schädigung durch die Homotoxine äußert sich u.a. in einer Beeinträchtigung oder Blockade der intrazellulären Enzymsysteme. Die unterschiedlichen Grade der Giftwirkung entsprechen in Reckeweg's Lehre sechs unterschiedlichen Phasen, wobei in den ersten drei Phasen (Exkretion, Reaktion, Deposition) die Gift-Ausleitung gelingt, während in den drei zellulären Phasen jenseits des "biologischen Schnittes" (Imprägnation, Degeneration, Neoplasma) die Zellen zunehmend geschädigt werden und mehr oder weniger funktionsuntüchtig sind. Die drei zellulären Phasen entstehen häufig durch Unterdrückung von akuten Krankheiten. Zahlreiche chemisch definierte Substanzen, wie Antibiotika, Antirheumatika, Antidolorosa, Bakteriostatika u.a. wirken nach Reckeweg oft irreversibel blockierend auf die intrazellulären Fermentsysteme und rufen die zellulären Phasen vier bis sechs hervor ("progressive Vikariation"). Diese Phasen entsprechen den Begriffen "Psora" und "Sykosis" von Hahnemann bzw. der "tuberkulinischen Konstitution". Nach dem 6-Phasen-Schema Reckeweg's (Tab. 1) ist eine klinische Tuberkulose nur in der degenerativen Phase möglich.

Zur Verdeutlichung der progressiven Vikariation sei im folgenden ein authentisches Praxisbeispiel eines jungen Mannes angeführt, dessen Krankheitsgeschichte sich von einer Dysbiose mit akuter, entzündlicher Ausleitungsreaktion im Säuglingsalter über 16 Jahre bis zu einer degenerativen Entmarkung im Bereich des Zentralnervensystems entwickelte:

Lebensalter

Erkrankung

Therapie

2 Monate

Prätoxikose bei Coli-Dyspepsie, diffuse Peribronchitis, hohes
Fieber

Antibiotika i.v. und i.m., Milch"heil"nahrung, Fluor

4 Monate

Superinfizierte Varizellen, Analfissuren, Streptokokkensepsis,
hohes Fieber

Antibiotika, Antipyretika,
Vit. D3

5 Monate

Coli-Dyspepsie, Windpocken, Durchfälle, Erbrechen

Antibiotika, Immunglobuline,
Pektine, Vollmilchbrei, Fluor, dermal Corticosteroide

1 Jahr

Superinfiziertes intertriginöses Ekzem, Kopfhautekzem, leichter Lungeninfekt, schwere eitrige
Otitis ext., hohes Fieber

Antibiotika, Antimykotika,
dermal Salicylvaseline und Öl, keine Besserung der Symptome

14 Monate

Histiocytose X, Obstipation

Chemotherapie, Prednisolon

2 Jahre

Histiocytose X, Speicherherd
temporal re.

Chemotherapie, Corticoide

6 Jahre

Unfall

Tetanusimpfung

7 Jahre

Zahnausfall nach Chemotherapie

 

14 Jahre

Cerebelläre Ataxie, Hydrocephalus int., Analfistel, Kyphoskoliose, Minderwuchs, Anus praeter, geistige und motorische Retardierung

Ventilimplantation wegen
Hydrocephalus

16 Jahre

zunehmende Muskeldystrophie, Nystagmus, Astigmatismus, zunehmende Entmarkungsherde in Pons und Mesenzephalon, Strabismus, durch stereotaktische
Biopsien gehunfähig geworden, Patient sitzt im Rollstuhl

nochmals Versuch mit Corticoiden, der wegen des Auftretens eines
M. Cushing und Akneverstärkung abgebrochen wurde

 

Eine biologische Therapie hat nach Reckeweg das Ziel, die Große Abwehr zur Entgiftung und zur Ausscheidung von Giften anzuregen. Dabei kommt der Reaktivierung der geschädigten oder blockierten Enzymsysteme durch Verabreichung adäquater Kofaktoren, wie Vitaminen, Spurenelementen, intermediären Katalysatoren des Citratcyclus und Chinonen besondere Bedeutung zu. Das Ziel einer biologischen Therapie ist vor allem auch die Rückführung gefährlicher Phasen rechts des biologischen Schnittes in harmlosere ("regressive Vikariation"), wie z.B. die Induktion von Entzündungsreaktionen bei Neoplasmaphasen.

Alle Naturheilungen entsprechen nach Reckeweg dem Prinzip der regressiven Vikariation. Dabei werden einzelne Phasen der Krankheitsentstehung stark verkürzt in rückwärtiger Reihenfolge nochmals durchlebt. Dies bedeutet, daß während des Gesundungsprozesses manchmal scheinbar neue Erkrankungen auftreten können, deren Symptome jedoch keineswegs unterdrückt werden dürfen. Eine Erleichterung ist in diesen Fällen durch eine verstärkte Anwendung von Ausleitungsverfahren oder durch Gabe des der entsprechenden Krankheitsphase angemessenen klassisch-homöopathischen Arzneimittels zu erreichen.

 

Die Homotoxikosen (6-Phasen-Tabelle nach Reckeweg)
             
Gewebe Humorale Phasen-Krankheiten der Disposition B
i
o
l
o
g
i
s
c
h
e
r

S
c
h
n
i
t
t
Zelluläre Phasen-Krankheiten der Konstitution
Exkretion Reaktion Deposition Imprägnation Degeneration Neoplasma
Ektoderm Speichel Dermatitis Warzen, Polypen Migräne, Leukoplakie chron. Dermatitis Basaliom
  Schnupfen Rhinitis Atherom Multiple Skl., Epilepsie Lupus, Psoriasis Adenom
  Schweiß Furunkel Cataracta senilis Asthma, Heuschnupfen M. Cushing Melanom
  Tränen Stomatitis, Soor beginnendes Asthma Rhinitis atrophicans MS, M. Parkinson Sarkom
    Herpes zost., Neuralgie   Ulcus ventric./duod. M. Menière  
Entoderm Magen-Darm-Säfte Colitis-Syndrom Obstipation Asthma Tuberkulose Carcinom von
  Galle Enteritis Megacolon Ulcus ventric./duod. Diabetes mellitus Pankreas,
  Pankreassaft Parotitis Struma Infektanfälligkeit Leberzirrhose Gallenblase,
    Hepatitis Silikose chron. Tonsillitis   Magen-Darm
    Cholangitis Cholelithiasis     Myelom
            Sarkom
Mesenchym Antikörperbildung Ödem Adipositas Lymphatismus Tuberkulose Sarkom und Carcinom
  vikariierende Blutungen Abszeß, Ulcus Gicht Elephantiasis Sklerodermie der Nieren
  Menstruation Angina Lymphdrüsen- beg. Agranulozytose Fibrom S. u. C. seröse Häute
    Typhus schwellungen   Otosklerose C. des Uterus
    Appendizitis Lipome   Paradontose (Endst.) Myosarkom
    Polyarthritis Exostosen   Leukämie, Lymphom  
Mesoderm Milchsäurebildung Cystitis Myogelosen Hydronephrose Erschöpfung n. Selye Carcinom der Haut
  Absonderung der Pyelitis Myalgien Vorstadien von Tuberkulose und der Genitalien
  serösen Häute Nephritis Rheuma Tumoren Schrumpfniere  
    Prostatitis Zysten   Muskeldystrophie  
    Salpingitis        
    Muskelrheumatismus        
Exkretionsprinzip, Prognose günstig Kondensationsprinzip, Prognose zweifelhaft

 

Charakterisierung des tuberkulinischen Milieus

Unter dem Milieu der Gewebe wird das Zelle-Milieu-System verstanden, wie es von Pischinger in seinen Eigenschaften beschrieben wurde (Pischinger, 1990).

Milieuveränderungen lassen sich auf verschiedenen Ebenen charakterisieren, wie z.B. mikroskopisch mit Hilfe der Dunkelfeldmikroskopie oder auf elektromagnetischer Ebene mit Hilfe der Bioelektronik nach Vincent (BEV).

Im dunkelfeldmikroskopischen Bild des nativen Blutes zeigen sich u.a. Formveränderungen der Erythrozyten bis hin zu stechapfelähnlichen Formen und in Abhängigkeit von der Phase rechts des biologischen Schnittes veränderte morphologische Strukturen innerhalb und außerhalb der Erythrozyten (s. Abb. 3; Schwerdtle u. Arnoul, 1993; Bleker, 1997). Diese Strukturen wurden von Enderlein beschrieben, dokumentiert und benannt, und sie lassen sich gut reproduzieren. Die dunkelfeldmikroskopische Untersuchung erfordert ein Spezialmikroskop.

 

Abb. 3: mäßig (links) und stark (rechts) endobiontisch belastetes Nativblut (aus Bleker, 1997)

Eine weitere Möglichkeit zur Milieucharakterisierung bietet die Bioelektronik nach Vincent (BEV).

Wie bereits vor über 100 Jahren bekannt, ist der wichtigste Milieuparameter das pH (Worlitschek, 1996). Das pH stellt das Ionenpotential für Azidität und Alkalinität dar, und es ist der "magnetische Faktor" nach Vincent. Das pH beträgt im arteriellen Blut 7,40 - 7,45, im kapillären Blut 7,35 - 7,40 und im venösen Blut 7,30 - 7,35. Ein durchschnittliches Blut-pH von 7,20 wird als normal angesehen, es wird heutzutage jedoch kaum noch erreicht. Auf Grund regulatorischer Wechselwirkungen verhält sich das pH des Blutes gegenläufig zum pH der Gewebe, so daß ein Blut pH von 7,5 einem Gewebe-pH von ca. 5,5 entspricht. Nach Enderlein entwickelt sich der Endobiont im Blut bei einem pH zwischen 7,20 - 7,50.

Ein weiterer wichtiger Milieuparameter ist das Redoxpotential. Die Bedeutung dieses Parameters wurde von dem amerikanischen Arzt W.F. Koch entdeckt (Koch, 1981). Koch war Physiologe und Pathologe, und er war zwischen 1919 und 1949 Direktor der Koch-Krebs-Klinik in den U.S.A. Er führte in die Krebsbehandlung die Therapie mit homöopathisch aufbereiteten (D6 oder D9) Carbonylgruppen-haltigen Substanzen (z.B. Glyoxale, Chinone) ein, und er mußte sich wegen seiner neuartigen Behandlungsmethoden oftmals vor amerikanischen Gerichten verteidigen. Da seine Behandlungsergebnisse jedoch hervorragend waren, bereiteten ihm diese Anfechtungen kaum Probleme.

Koch nahm an, daß Viren und Antibiotika als Pathogene im Stoffwechsel verankert würden, indem sie mit Aminogruppen von z.B. Kreatinin reagierten und Polymere bildeten, die vor allem die Funktion der Atmungskette beeinträchtigten. Er vermutete, daß die so erzeugte Hypoxie der Grund für die Entstehung von Krebs und anderen Erkrankungen sei. Daher entwickelte Koch homöopathische Präparate mit einem hohen Redoxpotential, um diese Hypoxie zu überwinden und die Verankerung der Pathogene zu beseitigen.

Der von Koch postulierte Wirkungsmechanismus seiner Präparate ließ sich bis heute nicht verifizieren, jedoch konnten Mäkinen u. Mäkinen (Mäkinen u. Mäkinen, 1982) in einem biologischen System zeigen, daß die Substanz Methylglyoxal - neben Glyoxal das wichtigste von Koch angewandte Arzneimittel - photoverstärkende Eigenschaften besitzt, und zwar bei einer Wellenlänge von 300 nm.

Seit langem ist bekannt, daß wesentliche Stoffwechselvorgänge unter Emission von Lichtquanten stattfinden. Früher nahm man an, daß dies lediglich eine Begleiterscheinung chemischer Vorgänge sei, jedoch wurde von dem deutschen Physiker Popp mit großem technischen Aufwand nachgewiesen, daß Photonen bei der Kommunikation zwischen Zellen von großer Bedeutung sind (Popp et al., 1992). Das von lebenden Zellen in Form von Biophotonen emittierte Licht ist sehr schwach (ultraschwache Lumineszenz). Es zeigt jedoch im gesunden Organismus eine sehr hohe Kohärenz ähnlich einem Laser und besitzt daher eine hohe Resonatorgüte.

Die Kommunikation durch Licht zwischen zwei Zwiebelwurzeln beobachtete Gurwitsch bereits in den zwanziger Jahren. Reiter u. Gabór aus dem Forschungslabor des Siemens-Konzerns in Berlin wiesen daraufhin 1928 nach, daß die Wellenlänge dieser Kommunikationsstrahlung im Ultravioletten exakt bei 338 nm liegt. Von besonderer Bedeutung war, daß sich diese Strahlung mit einer Bestrahlung mit schwachem Licht einer Wellenlänge von 300 nm antagonisieren ließ, genau dieselbe, bei der auch Mäkinen und Mäkinen biologische Eigenschaften gefunden hatten.

Popp wies nach, daß bei Krebserkrankungen die Intensität der Photoenemission und auch deren Ordnungszustand (Kohärenz) vermindert ist. Zellen von induzierten Tumoren von Versuchstieren hatten ihren Lichtkontakt gegenüber normalen Zellen sogar weitgehend verloren. Auf Grund der Erfahrung mit Arzneimitteln, die die Photonenemission offenbar beeinflussen können, scheinen ihre Eigenschaften auch bei anderen chronischen Erkrankungen verändert zu sein.

Unter Berücksichtigung der Photonenforschung ist anzunehmen, daß die Verabreichung Koch's homöopathischer Arzneimittel die Zellen zu einer verstärkten Lichtabgabe veranlaßt und somit entscheidend zur Wiederherstellung der Regulationsfähigkeit des Organismus beiträgt. Bei der Therapie chronischer Erkrankungen hat sich eine Kombination von UBICHINON COMP. (Heel) mit CITROKEHL als Mischinjektion besonders bewährt. Durch diese Kombination wird zusätzlich zur Photonenemission die zelluläre Atmung stimuliert.

Neben einer Abwandlung des Redoxpotentials zu einem "elektrischen Faktor rH2" (rH2 =2 x pH + 30 x E [Elektronenpotential in mV]) führte schließlich der französische Hydrologe Vincent als dritten wesentlichen Milieuparameter die Leitfähigkeit, bzw. ihren Kehrwert, den spezifischen elektrischen Widerstand r [W ], ein (Elmau, 1985). Wie pH und rH2 diente r ursprünglich der Beurteilung der Güte von Wasser; es zeigte sich jedoch bald, daß sich diese drei Meßgrößen auch gut zur Beurteilung biologischer Substrate eignen. Vincent erweiterte die Milieubeurteilung auf die gleichzeitige Messung der Parameter in Blut, Speichel und Urin. Mit Hilfe dieser drei Parameter lassen sich für das Blut vier Quadranten des biologischen Milieus angeben (Abb. 4):

 

Abb. 4: Bioelektronik nach Vincent - die vier Zonen des biologischen Terrains im Blut
(aus Elmau, 1985)

Das kleine Kästchen zwischen den Quadranten zeigt den Bereich der Gesundheit an.

Der Quadrant 1: sauer - reduziert begünstigt das gesunde Leben höherer Organismen; er ist das Terrain z.B. für grüne Algen, banale Mikroben und Symbionten.

Der Quadrant 2: sauer - oxidiert disponiert zu bakteriellen Infektionen und zu Pilzbefall; er ist das Terrain z.B. für Flechten und Pilze, damit auch für Mykosen, Tuberkel- und Leprabakterien, sowie antibiotische Pilzformen.

Der Quadrant 3: alkalisch - oxidiert - hypertonisch ist der Bereich der tuberkulinischen Konstitution ist exakt der Bereich der chronischen Erkrankungen, in dem sich nach Mattman pathogene zellwandfreie Bakterienformen (CWD) bevorzugt vermehren (s.a. Inoue u. Suga, 2008).
Er ist durch erhöhte Freisetzung von freien Radikalen gekennzeichnet und disponiert nach Vincent zu chronischen Viruserkrankungen und degenerativen Prozessen. Die nach unten gebogene, gestrichelte Linie innerhalb dieses Quadranten markiert den Bereich maligner Erkrankungen; die Diagonale innerhalb dieses Quadranten ist die "Thromboselinie".
Wie neue Untersuchungen gezeigt haben, beginnt ein Morbus Alzeimer, eine klassische degenerative Erkrankung des Zentralnervensystems, stets mit einer blockierten Zellatmung (Brandt, 2009).

Der Quadrant 4: alkalisch - reduziert schließlich ist das Terrain für pathogene Keime, wie Pneumokokken, Typhus, Cholera, Pest, sowie auch für Braunalgen (Kelp).

Innerhalb des Quadranten 1 ist ein normales, gesundes Leben möglich. Die Zeit vor ca. 100 Jahren war medizinisch durch ein gehäuftes Auftreten klinischer Tuberkulose gekennzeichnet; die Milieuverhältnisse des Blutes entsprachen zu jener Zeit häufig dem Quadranten 2. Im Zuge der Veränderung der Lebensumstände während der letzten 50 Jahre ist jedoch eine weitere Veränderung des Milieus des Blutes in Richtung des Quadranten 3 eingetreten. Wir beobachten daher heute die klassischen bakteriellen Infektionskrankheiten vergleichsweise immer seltener, statt dessen treten vermehrt chronische Viruserkrankungen, degenerative und maligne Prozesse auf. Die heute häufig zu beobachtenden Mykosen zeigen den Übergang zwischen den Quadranten 2 und 3 an.

Betrachtet man die Milieuveränderung des Blutes in Richtung des Quadranten 3, des Quadranten der chronischen Erkrankungen, nach energetischen Gesichtspunkten (Tab. 2), so wird deutlich, daß im Gegensatz zu physiologischen Verhältnissen ein starker Energieanstieg im Blut zu verzeichnen ist, wobei diese Energie durch die Gewebe auf Grund von Blockaden des Zellstoffwechsels nicht verwertet werden kann. Aus diesem Grund ist die Energie im Speichel vermindert, und über den Urin wird vergleichsweise nur noch ein Bruchteil an Energie ausgeschieden.

Durch diese Veränderung des Milieus in Blut und Geweben kommt es auch zu gravierenden Veränderungen im Grundsystem nach Pischinger. Auf Grund der energetischen Veränderungen des Blutes bei chronischen Erkrankungen ist zu vermuten, daß genügend Energie vorhanden ist, um das Überleben von Bakterien ohne Zellwand und Zytoplasma zu sichern. Ähnlich Viren benötigen sie bei einem Parasitismus innerhalb von Erythrozyten und Leukozyten keinen eigenen Energiestoffwechsel mehr sondern lediglich ihr Zellkernäquivalent.

Tab. 2: BEV-Werte und die daraus errechnete energetische Leistung in Blut, Speichel und Urin unter physiologischen und pathologischen Verhältnissen.

Setzen sich die krankhaften Milieuveränderungen des Blutes und der Körpergewebe unserer Bevölkerung weiterhin so ungehindert fort wie bisher, ist mit einem zunehmenden Übergang des Blutmilieus in den Quadranten 4 zu rechnen, in dem ein Leben, so wie wir es heute kennen, wahrscheinlich nicht mehr möglich sein wird. Ähnliche Verhältnisse wie bei Menschen finden wir übrigens auch bei unseren Haus- und Nutztieren, und auch bei der Entstehung von Pflanzenkrankheiten besitzen vergleichbare Milieuveränderungen innerhalb und außerhalb der Pflanze eine große Bedeutung (Hoffman et al., 1994). Dies zeigt sehr deutlich, daß Menschen, Tiere und Pflanzen Teile eines gemeinsamen Ökosystems sind.

Wichtigster Einflußfaktor für Milieuveränderungen beim Menschen ist die Ernährung (Mielke, 1998), wobei besonders der hohe Verzehr tierischen Eiweißes von Bedeutung ist. Weiterhin besitzen pflanzliche Nahrungsmittel durch den Anbau auf ausgelaugten Böden heute vielfach eine Nährstoffkonzentration, die nur noch einen Bruchteil derjenigen von vor einigen Jahrzehnten beträgt.

Bereits vor mehr als 30 Jahren hatte Kollath (Kollath, 1967) auf die Folgen einer dauerhaft unvollständigen Ernährung ("Mesotrophie") hingewiesen: "Die Situation ist sehr einfach: Bei der von Kühnau empfohlenen, an tierischem Eiweiß reichen Diät - für jüngere und ältere Personen - gehen die Menschen, die sich derartig ernähren, nach Kühnaus eigenen Worten, "unaufhaltsam und unwiderruflich" chronischer Krankheit und dem Siechtum entgegen. Gelingt es aber, die Menschen zu der von mir vorgeschlagenen Grundnahrung mit Vollgetreideprodukten zu bringen, dann gelangt man mehr und mehr wieder zu der ursprünglichen Gesundheit der Individuen und der folgenden Generationen" [Zitat]. Tierversuche an Ratten mit einer "Wissenschaftskost" hatten nämlich ergeben, daß sich die Folgen einer chronischen Fehlernährung über wenige Generationen dramatisch verschlimmern können, über Mißbildungen und Totgeburten bis schließlich zum Aussterben nach der vierten Generation.

Nach heutigen Erkenntnissen führt die chronische Fehlernährung zunächst zur chronischen Darmentzündung mit Dysbiose, später über eine Degeneration der Darmschleimhaut mit Zottenatrophie (Werthmann, 1998a) schließlich zum sog. "Leaky Gut"-Syndrom, der Zunahme der Durchlässigkeit der intestinalen Mucosa für luminale Makromoleküle, Antigene und Toxine, verbunden mit einer entzündlich-degenerativen und/oder atrophischen Schleimhautzerstörung. Durch die Schädigung der Darmwand ist auch die Funktion des Darms als Ausscheidungsorgan stark beeinträchtigt. Nach Schätzungen aus den U.S.A. sind dort mittlerweile ca. 40% der Bevölkerung an einem Leaky-Gut-Syndrom erkrankt.

Der chronisch-entzündete und degenerierte Darm als Hauptverursacher eines tuberkulinischen Milieus hat sieben pathogenetische Aspekte:

  1. Malabsorption von Nährstoffen mit der Folge von Blähung und Müdigkeit

  2. Absorption großer Nahrungspartikel mit der Entstehung von Nahrungsmittelallergien und neuer Symptome an den Zielorganen, wie Arthritis und Fibromyalgie

  3. Schädigung der Carrier-Proteine mit der Folge eines relativen Nährstoffmangels, der vielfältige Symptome hervorrufen kann, wie z.B. Magnesiummangel-induzierte Muskelspasmen oder Kupfermangel-induzierte erhöhte Cholesterinwerte

  4. Beeinträchtigung der Entgiftungswege über den Darm mit der Folge einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien (MCS)

  5. Beeinträchtigung des Schutzes durch Immunglobulin A, hierdurch Behinderung der Abwehr gegen Protozoen, Bakterien, Viren und Candida

  6. Bakterien und Hefen können die Darmwand durchdringen mit der Folge der Infektion von Körperhöhlen und Organen

  7. Bildung von Antikörpern, die die Darmwand durchdringen und wie Antigene unserer eigenen Gewebe aussehen, mit der Folge der Entstehung von Autoimmunerkrankungen, wie rheumatoide Arthritis, Lupus, Multiple Sklerose, Thyreoiditis, und anderer "unheilbarer" Erkrankungen.

Da ca. 80% des immunologisch aktiven Gewebes des Körpers im Bereich des Darmes zu finden sind, hat das tuberkulinische Milieu unmittelbare Einwirkungen auf das Immunsystem zur Folge. Nach dem amerikanischen Food Marketing Institute ergeben sich daher für die U.S.A. die folgenden engen Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheitshäufigkeiten (Quelle: Food Marketing Institute, U.S.A., nach Reimerdes):

Erhöhtes Cholesterin

93 %

Herzerkrankungen

88 %

Bluthochdruck

86 %

Schlaganfall

69 %

Diabetes

65 %

Darmkrebs

60 %

Prostatakrebs

35 %

Brustkrebs

30 %

Neben der Ernährung sind auch andere Einflüsse für die Entstehung eines tuberkulinischen Milieus von Bedeutung, wie z.B. Störfelder, die sich zu ca. 80% im Bereich des Kopfes (vor allem Zähne, Nasennebenhöhlen, Tonsillen) befinden, oder psychische Faktoren. Störfelder und Schwermetallbelastungen (z.B. durch Amalgam aus Zahnfüllungen) sind die häufigsten Heilhindernisse bei der naturheilkundlichen Therapie (Kobau, 1998). Die Abb. 5 zeigt den Bezug der Zähne zu den einzelnen Organen.

 

Abb. 5: Zahnbezug der einzelnen Organe, Copyright © 1998 by MUDr. Josefa Jonáše

Vor allem können aber allgemein unterdrückende therapeutische Maßnahmen und Schutzimpfungen (Elmau, 1985) das Milieu so nachhaltig verändern, daß sie den Stoffwechsel weiter in die tuberkulinische Konstitution treiben.

Am Beispiel des Diabetes mellitus, einer degenerativen Erkrankung der tuberkulinischen Konstitution, läßt sich zeigen, daß eine starke Zunahme der Erkrankungshäufigkeit vor allem bei älteren Patienten in den U.S.A. erst in den letzten 40 Jahren aufgetreten ist (Abb. 6). Diese Kurven gehen mit denjenigen für andere tuberkulinische Erkrankungen weitgehend parallel, und sie verlaufen ebenso parallel zum Einsatz von Antibiotika, Chemotherapeutika und Schutzimpfungen (Vithoulkas, 1998).

Abb. 6: Trends der Prävalenz diagnostizierter Diabetiker unterschiedlicher Altersstufen in den U.S.A. seit 1935 (Harris, MI, National Diabetes Data Group, aus Daten des National Health Interview Surveys, National Center for Health Statistics, 1984) (aus F.A. Gries,1991)

Naturheilkundliche Regulationstherapie der tuberkulinischen Konstitution

Die konventionelle Medizin hat unzweifelhaft ihre Verdienste, die in diesem Beitrag keineswegs herabgesetzt werden sollen. Werden jedoch Arzneimittel eingesetzt, von denen bekannt ist, daß sie die tuberkulinische Konstitution und somit chronische Erkrankungen begünstigen, wie Impfstoffe, Antibiotika oder Chemotherapeutika, sollte gleichzeitig Sorge getragen werden, daß die durch sie verursachten Schäden durch Anwendung naturheilkundlicher Verfahren möglichst gering gehalten werden. Andernfalls könnten die sich stark verbreitende tuberkulinische Konstitution und vor allem die zu erwartende Milieuverschiebung des Blutes in den Quadranten 4 in einem überschaubaren Zeitraum zu einer ernsthaften Bedrohung für die Volksgesundheit werden.

Konventionell wird die klinische Tuberkulose mit Kombinationen von Antituberkulotika behandelt. Bei anderen tuberkulinischen Erkrankungen, wie Krebserkrankungen, werden auch heute noch vielfach chirurgische und chemotherapeutische Maßnahmen angewandt. Jedoch scheint sich auch in der konventionellen Medizin allmählich die Erkenntnis durchzusetzen, daß es Stoffwechselmechanismen gibt, die eine regulative Therapie von Krebserkrankungen ermöglichen.

So wurden kürzlich die Ergebnisse einer multizentrischen Studie zum Melanomrisiko vorgelegt, die mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe (Projekt-Nr. 70-2112) durchgeführt worden war (Kölmel et al., 1999). Hierbei kam man zu der Erkenntnis, daß "Das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken, sinkt, wenn ein Mensch häufiger fieberhafte Infekte durchgemacht hat"; "Das Melanomrisiko war statistisch signifikant niedriger, wenn die befragten Personen eine Tuberkulose, eine schwere Staphylokokken-Infektion (beispielsweise Abszesse, Entzündungen der Brustdrüse oder des Knochenmarks) eine Blutvergiftung oder eine Lungenentzündung durchgemacht hatten. Außerdem sank das Melanomrisiko, wenn die Befragten in den letzten fünf Jahren eine leichtere Infektion, wie etwa Influenza, Bronchitis, Herpes, Sommer-Diarrhöe, mit Fieber über 38,5 Grad Celsius überstanden hatten. Je mehr Infektionskrankheiten die Untersuchten hinter sich gebracht hatten, desto geringer war ihr Risiko, an einem Melanom zu erkranken." [Zitate aus Pressemitteilungen der Deutschen Krebshilfe, 1999].

Diese Erkenntnisse sind in der Naturheilkunde seit vielen Jahrzehnten bekannt.

Neben der Beseitigung von Heilhindernissen, der Umstellung auf eine vollständige Ernährung erfolgt eine naturheilkundliche Therapie der tuberkulinischen Konstitution nach den Richtlinien von Vithoulkas (Vithoulkas, 1998).

Aufbauend auf den Untersuchungen von Kollath u.a. beinhaltet eine vollwertige Ernährung
(mod. aus v. Koerber et al., 1987):

Diese Empfehlung wurde von dem Kinderarzt und Allgemeinmediziner Konrad Werthmann (Werthmann, 1997) noch wesentlich erweitert, indem generell der Verzicht von Eiweiß aus Kuhmilch und Hühnereiern angeraten wird.

Wegen der häufigen Darmschädigungen und der dadurch behinderten Resorption ist bei den meisten Patienten zumindest bis zum Wiederaufbau der Darmschleimhaut eine orthomolekulare Nahrungsergänzung erforderlich, die auch antioxidative Wirkungskomponenten enthält.

Als ein Grundprinzip der naturheilkundlichen Regulationstherapie der tuberkulinischen Konstitution gilt, daß sie nur solange gelingen kann, wie noch eine Regulationsfähigkeit von Seiten der Patienten vorhanden ist. Weiterhin ist während der Therapie unbedingt für eine Ausleitung der aus dem Pischinger-Raum herausgelösten Schlackenstoffe und Toxine zu sorgen.

Nach Vithoulkas sind die drei Ebenen G (= geistig-spirituelle), E (= emotional-psychische) und P (= physisch-materielle) des menschlichen Seins sehr eng miteinander verbunden, und sie müssen zur Überwindung der tuberkulinischen Konstitution gleichzeitig behandelt werden.

Neben einer Behandlung der Ebenen G und E mittels geeigneter Verfahren (z.B. geistig-energetische Heilung, Atmungstherapie, Ordnungstherapie, psychologische Betreuung innerhalb der anthroposophischen Medizin) besteht die medikamentöse Basistherapie im wesentlichen in einer Kombination von Milieutherapie, (klassischer oder Komplex-) Homöopathie, Biophotonenaktivierung, Isopathie und Immunmodulation. Die Therapie mit SANUM-Arzneimitteln bildet bei einer solchen Therapie ein wesentliches Bindeglied zwischen der stofflichen Ebene P und den beiden nichtstofflichen Ebenen G und E.

Als Beispiel sei eine medikamentöse Milieutherapie von Werthmann (Werthmann, 1999) zur regulativen Beseitigung der tuberkulinischen Konstitution angeführt. Diese Basistherapie hat sich in seiner Praxis bei Kindern und Erwachsenen über viele Jahre sehr bewährt. Erwachsene erhalten nach Werthmann folgende Therapie:

Die Mischinjektion mit Ubichinon, anderen carbonylgruppenhaltigen Substanzen und CITROKEHL dient der Photonenaktivierung in den Zellen und der Verbesserung der Zellatmung, EXMYKEHL und FORTAKEHL dem Wiederaufbau der Symbiose im Darm und MUCOKEHL und NIGERSAN dem isopathischen Abbau der höhervalenten Formen nach Enderlein; die SANUKEHL-Präparate regen das Immunsystem zur Eliminierung zellwandfreier Formen pathogener Mikroorganismen an (Cornelius, 1999; Schneider, 1999a; Schneider 2001, Werthmann, 1999), UTILIN "S" schließlich dient als multipotentes Immunstimulans (Hartmann, 1990). Dieses Präparat besitzt neben einer allgemeinen immunstimulierenden Wirkung einen spezifischen Effekt bei der Beseitigung des tuberkulinischen Milieus. Daher wird es auch zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt (Filion et al., 1999).

Zur Ausleitung von Stoffwechselschlacken und Schwermetallen aus dem Pischinger-Raum eignen sich sehr gut die SANUM-Präparate CERIVIKEHL und besonders USNEABASAN (Schneider, 1999b), die aus Flechten hergestellt werden. Die Ausleitung muß über einen längeren Zeitraum von einigen Monaten durchgeführt werden; gleichzeitig wird der Stoffwechsel für Magnesium und Zink reguliert. Es werden morgens 10 Tropfen USNEABASAN (oder CERVIKEHL), mittags 1 Kapsel MAPURIT und abends 10 Tropfen ZINKOKEHL verabreicht.

Bei Kindern kommt das genannte Schema zur Basistherapie der tuberkulinischen Konstitution verkürzt zum Einsatz (Werthmann, 1998b), da bei ihnen in der Regel eine bessere Regulationsfähigkeit vorliegt als bei Erwachsenen. Bei einem Lebensalter unter einem Jahr sollte möglichst überhaupt kein Arzneimittel oral gegeben werden, statt dessen werden die Tropfen in die Ellenbeuge eingerieben; ansonsten lautet die Dosierung Anzahl Tropfen wie Lebensalter:

 

Zusammenfassung

Die angeborene oder erworbene tuberkulinische Konstitution ist die gemeinsame Ursache der meisten chronischen Erkrankungen. Diese Erkenntnis wurde bereits von Hahnemann vor ca. 200 Jahren formuliert, von zahlreichen anderen Forschern, wie Allen, Bernard, Béchamp, Enderlein und Reckeweg bestätigt und in ihren Einzelheiten geklärt. Obwohl von der konventionellen Medizin zunächst nicht anerkannt, wurde in neuerer Zeit mit Hilfe moderner Methoden gezeigt, daß zellwandfreie Formen (CWD) pathogener Bakterienarten ein wichtiges Substrat dieser Konstitution darstellen. Ursache der Entstehung der tuberkulinischen Konstitution ist vor allem eine Veränderung des Milieus in Blut und Geweben. Bei der Entwicklung einer solchen Konstitution ist eine mangelhafte Ernährung maßgeblich beteiligt; in den letzten 40 Jahren haben jedoch auch allgemein unterdrückende Maßnahmen in Form von chemischen definierten Arzneimitteln und Schutzimpfungen eine zunehmende Bedeutung erlangt. Nach Korrektur der Ernährung und der Beseitigung von Heilhindernissen gelingt mit Hilfe naturheilkundlicher Regulationstherapie in vielen Fällen die Heilung chronischer Krankheiten durch Beseitigung der tuberkulinischen Konstitution.

Literatur


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