Pferde anweiden

24. April 2013

Mit der richtigen Strategie in die Weidesaison starten.

(aid) – Die Mehrzahl der in Deutschland gehaltenen Pferde erhält ausschließlich in der Sommersaison von Mai bis Oktober die Möglichkeit zum Weidegang. Nur die wenigsten Tiere können einen ganzjährig freien Zugang zur Wiese in Anspruch nehmen. Für sie ist die Umstellung meist problemlos, da sie sich langsam an das im Frühjahr wachsende Gras mit seinem sich stetig verändernden Nährstoffgehalt gewöhnen können. Für die Pferde, die den Winter im Stall oder auf Sandpaddocks verbracht haben, gestaltet sich die Eingewöhnungszeit in die “grüne Saison” deutlich anspruchsvoller.

Futterumstellungen bergen ein hohes Risiko und sollten beim Pferd grundsätzlich mit Vorsicht erfolgen. Denn die ursprünglich auf ein karges Nahrungsangebot spezialisierten Dauerfresser reagieren sensibel auf Veränderungen. Das gilt nicht nur, aber vor allem beim Übergang von der getrockneten Raufaser zum saftigen Grünfutter der Weide. Denn die für die Verdauung von frischem Gras benötigten Darmbakterien sind nach der Winterfütterung mit Heu, Stroh und Kraftfutter nur noch deutlich reduziert vorhanden. Die Darmflora benötigt daher Zeit, sich der neuen Fütterungssituation anzupassen. Erfolgt die Umstellung auf das neue Futter zu abrupt, kann das zu Durchfall, Kotwasser und schweren, im schlimmsten Fall tödlich verlaufenden Koliken oder Hufrehe führen.

Die richtige Strategie beim Anweiden ist daher besonders wichtig. Zu Beginn sollte das Pferd nur jeweils zehn Minuten pro Tag Zugang zum jungen Grün erhalten. Da die über einen langen Zeitraum abstinent gehaltenen Pferde nicht selten gierig auf das frische Gras reagieren, empfiehlt sich das Grasen an der Hand und nicht frei auf der Weide. Erst nach einigen Tagen sollte das Zeitfenster um fünf bis maximal zehn Minuten erhöht werden. Der für das Anweiden eingeplante Zeitkorridor sollte mindestens 14 Tage betragen. Erst nach dem Anweiden an der Hand sollte das Pferd auf einen kleinen, abgezäunten Teil der Weide gelassen werden. Dort darf es dann täglich eine halbe Stunde frei grasen. Die Verweildauer auf der Wiese kann dann im Halbstundentakt ausgeweitet werden.

Vor dem Weidegang wird die Fütterung von Heu empfohlen, um potenziellen Magen-Darm-Problemen vorzubeugen und einen ersten Sättigungszustand beim Tier zu erzielen. Dennoch sollte das Pferd in dieser Zeit besonders gut beobachtet und der Kot regelmäßig kontrolliert werden.

Quelle: www.aid.de

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Stress im Job – Schmerzen im Bauch

18. April 2013

Psychischer Druck kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Berlin – Mehr als die Hälfte der Beschäftigen in Deutschland sieht sich starkem Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt. Im Jahr 2011 gingen über 59 Millionen Krankentage auf das Konto psychischer Erkrankungen. Dies ergaben Erhebungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Doch Stress macht nicht nur die Seele krank. Auch Magen- und Darm-Beschwerden können durch Dauerstress verursacht oder verstärkt werden, wie die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) mitteilt.

„Akuter Stress beeinflusst verschiedene Funktionen im Verdauungstrakt“, erklärt DGVS-Expertin Dr. med. Viola Andresen, Oberärztin der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg. „Dazu zählen die Sekretion der Magensäure, Bewegungen des Darmes und verschiedene Immunparameter“. Dies kann bei Menschen, die an sich gesund sind, Beschwerden auslösen. So reagiert manch einer auf Stress mit Bauchschmerzen oder bekommt plötzlich Durchfall. Andere klagen über Sodbrennen.
Auch bei der Entstehung eines Magengeschwürs spielt Stress eine wichtige Rolle. Obwohl den meisten Magengeschwüren eine Infektion mit dem bakteriellen Erreger Helicobacter pylori zugrunde liegt, erklärt das Vorhandensein des Magenkeims allein die Krankheitsentstehung nicht. Denn nur etwa zehn bis zwanzig Prozent der Menschen, die ihn in sich tragen, entwickeln ein Geschwür. Die meisten bleiben trotz des Darmkeims gesund. Und: In einigen Fällen tritt die Krankheit auch ohne Helicobacter-Infektion auf.

Dass Stress tatsächlich Magengeschwüre auslösen kann, wiesen japanische Wissenschaftler jüngst in einer Studie nach: Ihre Daten belegen, dass die Häufigkeit von „peptischen Ulzera“ nach dem großen Erdbeben in Japan im März 2011 um den Faktor 1,5 zunahm. Unter anderem stieg auch der Anteil der Magengeschwüre deutlich an, die nicht durch Helicobacter oder die Einnahme entzündungshemmender Medikamente verursacht worden war. Vor dem Erdbeben lag der Anteil bei dreizehn Prozent, danach waren es 24 Prozent.

Bei vielen anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts spielt Stress zudem eine verstärkende Rolle. „Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei der Refluxkrankheit und auch beim Reizdarmsyndrom spricht vieles dafür, dass Stress bei vielen Betroffenen die Symptome verschlimmern kann“, erklärt Dr. Andresen. Rund sieben Prozent der Bevölkerung – überwiegend Frauen – sind vom Reizdarmsyndrom betroffen. Sie leiden unter chronischen Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfällen. Dr. Andresen betont, dass die Krankheit – anders als häufig angenommen – durch Stress zwar nicht ausgelöst, aber in ihrer Symptomatik verstärkt werden kann. „Auch wenn mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden wie Darmspiegelung, Ultraschall oder Bluttests keine organischen Ursachen gefunden werden, bedeutet das nicht, dass die Krankheit psychisch bedingt ist“, so die Expertin. Nach neuesten Erkenntnissen liegen der Erkrankung unter anderem Störungen der körpereigenen Abwehr des Darms, des Nervensystems im Darm sowie der Kommunikation zwischen Darm- und Gehirn-Nervensystem zugrunde.
Neben der Behandlung der Symptome und – soweit erkennbar – der organischen Ursachen sollten Ärzte bei der Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen immer auch die Psyche und die Lebensumstände des Patienten berücksichtigen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Literatur: Peptic ulcers after the Great East Japan earthquake and tsunami: possible existence of psychosocial stress ulcers in humans. J Gastroenterol. 2012 Oct 3. (Online-Vorabartikel); Kanno T, Iijima K, Abe Y, Koike T, Shimada N, Hoshi T, Sano N, Ohyauchi M, Ito H, Atsumi T, Konishi H, Asonuma S, Shimosegawa T.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag “Das Bauchhirn bei Menschen und Tieren“.

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„Spukhafte Fernwirkung“ in der Quantenwelt steht kurz vor ihrer endgültigen Bestätigung

16. April 2013

Physiker schließen letztes lokal realistisches Schlupfloch für verschränkte Photonensysteme.

Im Alltag ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass die Eigenschaften von Gegenständen unabhängig von ihrer Beobachtung existieren, und dass eine Veränderung dieser Eigenschaften immer durch eine unmittelbare, lokale Einwirkung erfolgen muss. In der Quantenwelt dagegen gelten andere Gesetze: So wird die Eigenschaft eines Teilchens erst bei seiner Messung festgelegt, und zwei verschränkte Teilchen scheinen auch über große Distanzen nicht-lokal zusammenzuhängen. Zahlreiche Experimente weltweit haben diese Fundamente der Quantentheorie mittlerweile bestätigt. Doch letzte Zweifel daran konnten bislang nicht vollständig ausgeräumt werden. Verteidiger des in der klassischen Welt geltenden „lokalen Realismus“ berufen sich auf mehrere Arten von „Schlupflöchern“, um ihr Weltbild zu retten. Physiker aus der Gruppe von Prof. Anton Zeilinger am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) in Wien haben vor kurzem das letzte Schlupfloch für Lichtquanten geschlossen. Von theoretischer Seite wurde die Arbeit durch Dr. Johannes Kofler unterstützt, der in der Abteilung Theorie von Prof. Ignacio Cirac am Max Planck Institut für Quantenoptik (MPQ) forscht. An den Experimenten haben Wissenschaftler der Gruppe von Dr. Sae Woo Nam am National Institute of Standards (NIST) in Boulder, USA, sowie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig mitgewirkt. Die Ergebnisse wurden in dieser Woche in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Unter lokalem Realismus versteht man ein Weltbild, in dem die Eigenschaften physikalischer Objekte unabhängig davon feststehen, ob sie von irgendjemandem wahrgenommen werden (Realismus), und in der sich keine physikalische Wirkung schneller als mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten kann (Lokalität). 1964 bewies der irische Physiker John Bell in einer der wichtigsten Arbeiten der Grundlagen der Quantentheorie, dass lokaler Realismus im Widerspruch zu den Vorhersagen der Quantenmechanik steht, und dass die Entscheidung zwischen diesen so radikal verschiedenen Weltbildern durch ein Experiment gefällt werden kann.

Für einen solchen Bell-Test verwendet man verschränkte Teilchen. Der Begriff der Verschränkung wurde von dem österreichischen Physiker Erwin Schrödinger geprägt. Für den Fall zweier miteinander verschränkter Photonen (Lichtquanten) beinhaltet er, dass zwar keines der Teilchen für sich genommen eine definierte Polarisation besitzt. Misst man jedoch die Polarisation eines Photons und erhält dafür ein zufälliges Ergebnis, dann ist die Polarisation des anderen Teilchens damit festgelegt, d.h. perfekt korreliert. Diesen seltsamen Effekt bezeichnete Albert Einstein als „spukhafte Fernwirkung“.

Im Experiment werden zunächst Paare von verschränkten Photonen erzeugt. Von jedem Paar wird ein Photon zu Beobachter A (genannt Alice), das andere zu Beobachter B (Bob) geschickt. Alice und Bob treffen jeweils eine Wahl, welche Polarisationsrichtung sie messen wollen. Wie oben erwähnt, sollten die beobachteten Messwerte der beiden Photonen gemäß der Quantentheorie stark korreliert sein. (Diese Eigenschaft der Verschränkung wird in der sogenannten Quanteninformation beispielsweise dafür genutzt, um absolut abhörsichere Informationsübertragung zu ermöglichen). Bell zeigte mithile einer mittlerweile nach ihm benannten Ungleichung, dass es für die Stärke der Korrelationen in jeder lokal realistischen Theorie eine obere Grenze gibt, die von den Vorhersagen der Quantentheorie verletzt wird.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Verletzung der „Bellschen Ungleichung“ in zahlreichen Experimenten bestätigt, sowohl mit Lichtquanten als auch mit Atomen. Allerdings gibt es für die Verteidiger des lokalen Realismus drei Arten von „Schlupflöchern“ – d.h. Möglichkeiten, dass die beobachteten Korrelationen, obschon sie die Bellsche Ungleichung verletzen, doch noch im Rahmen von lokal realistischen Theorien erklärbar sind. Das eine bezieht sich auf die Lokalität der Ereignisse. Hier wird angenommen, dass das Messresultat auf einer Seite durch ein schnelles und verstecktes Signal von der anderen Seite beeinflusst wird. In ähnlicher Weise geht das Schlupfloch, das die „freie Wahl“ betrifft, davon aus, dass die lokal realistischen Eigenschaften des Teilchenpaares die von Alice und Bob getroffene Wahl beeinflussen. Mit erheblichem experimentellem Aufwand sind diese beiden Schlupflöcher für Photonen mittlerweile geschlossen worden. Dabei wurde in den Experimenten zum einen dafür gesorgt, dass Alice und Bob räumlich sehr weit voneinander getrennt sind. Zum andern wurden die Zeitpunkte der Paarerzeugung, der Auswahl der Messeigenschaften und der Messung selbst mit extrem großer Genauigkeit bestimmt. Unter diesen Bedingungen ließen sich die gemessenen Korrelationen allenfalls durch Signalübermittlung mit Überlichtgeschwindigkeit erklären – die aber ist im lokal realistischen Weltbild nicht gestattet.

Doch es gibt noch ein drittes Schlupfloch – genannt „Fair Sampling“. Dabei führen die lokalen Realisten die Verletzung der Bellschen Ungleichung darauf zurück, dass nur ein Bruchteil der erzeugten Teilchenpaare gemessen wird. Die beobachteten Teilchen betrachten sie als nicht repräsentativ für das ganze Ensemble, als „unfair“. Die Gesamtheit der Teilchen würde dagegen der Bellschen Ungleichung genügen.

Für Photonen konnte dieses Schlupfloch bislang nicht geschlossen werden, zumal es hier besonders schwierig ist, Teilchenverluste an der Teilchenquelle oder am Detektor zu vermeiden. „Der Erfolg des Wiener Experiments beruht zum einen auf technischen Errungenschaften“, erklärt Dr. Johannes Kofler. „Es wurde eine neuartige Quelle für die Erzeugung verschränkter Photonenpaare verwendet, des Weiteren Techniken, die geringe Durchgangsverluste ermöglichten, und moderne supraleitende Detektoren.“ So konnten insgesamt 75% aller verschränkten Photonen gemessen werden. „Diese Effizienz reicht für einen Test der originalen Bell-Ungleichung nicht aus“, so Kofler. „Allerdings hat vor rund 20 Jahren der Physiker Philippe Eberhard vom Lawrence Berkeley Laboratory in den USA eine Formulierung der Bellschen Ungleichung gefunden, welche die nicht nachgewiesenen Photonenpaare explizit einschließt – dann genügt es, wenn man zwei Drittel aller Photonen detektiert. Durch die hohe Effizienz des Wiener Experiments und die Anwendung der Eberhardschen Ungleichung konnten wir nun erstmals das Fair-Sampling-Schlupfloch für Photonen schließen.“

Mit diesem Ergebnis wurden für Photonen alle lokal realistischen Schlupflöcher ausgeschlossen, allerdings in jeweils unterschiedlichen Experimenten. Nun fehlt nur noch das allerletzte Beweisstück – ein finales und definitives Experiment, in dem die Bellsche Ungleichung verletzt wird und gleichzeitig alle Schlupflöcher geschlossen sind. Es ist noch nicht klar, ob dies zuerst für Photonen oder für Atome (für die bislang nur das Fair-Sampling-Schlupfloch versperrt wurde) oder vielleicht für ganz andere Quantensysteme erreicht werden wird. Wenn es gelingt, bleiben nur noch zwei radikale Erklärungsmöglichkeiten: Entweder, es gibt in der Natur eine verborgene Form der Kommunikation mit Überlichtgeschwindigkeit, oder wir leben in der Tat in einer Welt, in der physikalische Eigenschaften unter bestimmten Bedingungen nicht unabhängig von ihrer Beobachtung existieren. In beiden Fällen wäre, 50 Jahre nach seiner Formulierung, der lokale Realismus ein für alle Mal widerlegt.

Originalveröffenlichung:
Marissa Giustina, Alexandra Mech, Sven Ramelow, Bernhard Wittmann, Johannes Kofler, Jörn Beyer, Adriana Lita, Brice Calkins, Thomas Gerrits, Sae Woo Nam, Rupert Ursin, and Anton Zeilinger

Bell violation using entangled photons without the fair-sampling assumption. Nature, 14. April 2013, Advance Online Publication, DOI:10.1038/nature12012, e-print: http://arxiv.org/abs/1212.0533

Quelle: Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ)

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Teamarbeit verändert Gehirn von Führungskräften

15. April 2013

Produktiveres Arbeiten durch Wahrnehmung mehrerer Rollen möglich.

Erlangen (pte004) – Kooperative Chefs haben im Vergleich zu Narzissten in Führungspositionen eine “besondere” Hirnstruktur, wie Forscher der Wake Forest University http://wfu.edu anhand von psychologischen und neurologischen Tests mit Offizieren der US-Armee belegen. Sie konnten zudem zeigen, dass die auf Zusammenarbeit ausgerichteten Offiziere effektiver arbeiten.

Tests für mehr Effizienz

“Sobald wir wissen, wie genau die Gehirne dieser Führungskräfte funktionieren, besteht die Möglichkeit, ein Profil von guten Chefs zu erstellen”, sagt Studienleiter Sean Hannah. Künftig könnten Unternehmen sogar mithilfe von Gehirnscans die Führungsqualitäten ihrer Mitarbeiter testen, spekuliert Hannah.

Außerdem wäre es möglich, dass angepasste Hirntrainings den Menschen mit den “besonderen” Gehirnen dabei hilft, ihre Führungsqualitäten weiter zu verbessern. Weiterhin konnten die Forscher beobachten, dass die “besseren” Führungskräfte komplexere Führungsrollen wahrnehmen: Sie sind zugleich Mentoren ihrer Mitarbeiter, Teamleiter und Sprecher für ihre Gruppen.

Pro und Contra Narzissten

Kooperative Vorgesetzte wissen laut der Studie, dass Egoismus und Dominanzverhalten der Teamarbeit schaden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110812143). Dieser Erkenntnis zum Trotz streicht ein Forscherteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) http://uni-erlangen.de kürzlich die Innovationsfähigkeit egoistischer Vorstandschefs hervor.

Die deutschen Forscher konnten feststellen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen in innovative Technologien investiert, umso höher ist, je narzisstischer der jeweilige Chef ist. Führungskräfte mit einem übersteigerten Selbstbewusstsein, Streben nach Dominanz, Egoismus, Ungeduld und Rastlosigkeit seien innovativ in ihren Entscheidungen.

“Der Narzisst traut sich Dinge, die sich andere nicht trauen”, sagt Andreas König, Wirtschaftswissenschaftler an der FAU, gegenüber pressetext. Das heiße aber nicht, dass Narzissten oder Egoisten bessere Chefs seien, betont der Wissenschaftler. “Allerdings können Unternehmen durchaus einen Wettbewerbsvorteil mit Narzissten in Führungspositionen haben”, erläutert König.

Quelle: pressetext.com

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Synthetische Materialien merzen Bettwanzen aus

10. April 2013

Neuer Ansatz ahmt uraltes Hausmittel aus Bulgarien und Serbien nach.

Irvine (pte015) – Ein Material, das die gekrümmten Haare nachahmt, die auf Blättern zu finden sind, könnte dabei helfen, Bettwanzen in die Falle zu locken und damit unter Kontrolle zu bringen, wie die University of California http://uci.edu herausgefunden hat. Das Team um Catherine Loudon wurde von einem Hausmittel aus dem Balkan inspiriert. Dort verwendet man traditionell die Blätter von Bohnen zur Bekämpfung der Plage. Der Befall hat weltweit teilweise auch durch die Resistenz gegen Insektenschutzmittel zugenommen.

Lösung aus der Natur

Eine Bekämpfung, die von einem völlig anderen Ansatz ausgeht, könnte eine Lösung für das Problem bringen. Skeptiker wie Ian Burgess von Medical Entomology Centre http://insectresearch.com stellen sich jedoch die Frage, ob ausreichend Insekten gefangen werden können, um ihre Anzahl zu kontrollieren. Details wurden im Journal of the Royal Society Interface http://rsif.royalsocietypublishing.org veröffentlicht.

Laut Loudon verfügen Pflanzen über außerordentliche Fähigkeiten, Insekten in die Falle zu locken. Moderne wissenschaftliche Verfahren erlauben es hingegen, Materialien auf mikroskopischer Ebene herzustellen, die über das Potenzial verfügen, die Wanzen von den Betten fernzuhalten. Ein uraltes Hausmittel, das früher in Bulgarien und Serbien eingesetzt wurde, soll nun wirksame Besserung bringen.

Die Blätter von Bohnen wurden neben den Betten auf den Boden gestreut, um so die Wanzen zu fangen. Das Laub wurde dann am nächsten Tag verbrannt. Bettwanzen und Bohnenpflanzen verfügen über keine evolutionäre Verbindung. Man geht davon aus, dass sich Pflanzen entwickelt haben, um Insekten und Spinnen in die Falle zu locken.

Beine werden aufgespießt

Mit Hilfe von Rasterelektronenmikroskopie und Videographie untersuchte das Team den Fangmechanismus der Blätter. Es zeigte sich, dass die Blätter die Beine der Wanzen aufspießten und nicht mit einem klettverschlussartigen Mechanismus fixierten. Die Forscher untersuchten die Haare ganz genau. Ihr Augenmerk richtete sich auf ihre Geometrie, ihre Ausrichtung, die Schärfe der Spitzen, Dichte und Höhe.

Diese Daten dienten in einem nächsten Schritt als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines synthetischen Materials. Das neue Material war jedoch bei Tests nicht so erfolgreich wie die Blätter selbst. Laut Michael Potter von der University of Kentucky http://www.uky.edu, einer der Autoren der Studie, ist es schwierig, die Natur nachzuahmen. Die möglichen Vorteile seien jedoch enorm.

Quelle: pressetext.com

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Babys: Frühes Laufen zeugt nicht von Intelligenz

30. März 2013

Erreichen der Fähigkeit bis zum 20. Monat weitestgehend unerheblich.

Zürich (pte019) – Kinder, die früher laufen, sind später weder intelligenter noch motorisch geschickter. Das hat eine Untersuchung des Schweizerischen Nationalfonds http://www.snf.ch unter der Leitung von Oskar Jenni vom Kinderspital Zürich http://www.kispi.uzh.ch/ und Valentin Rousson von der Universität Lausanne http://unil.ch ergeben.

Laufen mit 24 Monaten zu spät

“Die ersten Schritte sind für die Eltern ein dramatischer Meilenstein”, sagt Jenni gegenüber pressetext. “Allerdings ist es unwichtig, wann ein Kind diesen Meilenstein erreicht. Man kann eher von einem Grenzstein sprechen, der etwa beim 20. Monat liegt”, sagt der Mediziner. Im Alter von 20 Monaten sollten die Kinder diesen Grenzstein des ersten Schrittes erreicht haben.

“Wenn Kinder erst nach dem 20. Monat anfangen zu laufen, sollten sie untersucht werden – aber, ob ein Kind im Alter von zehn Monaten läuft oder nicht, macht aus dem Kind noch keinen Olympiasieger”, wirft Jenni ein. Wenn ein Kind erst mit 24 Monaten läuft, also im Alter von zwei Jahren, sollte es dringend untersucht werden. “Da ist dann motorisch etwas nicht in Ordnung”, sagt Jenni.

Eltern zumeist unnötig beunruhigt

Im Durchschnitt machen Kinder im Alter von zwölf Monaten ihre ersten Schritte. Junge Eltern vergleichen ihre Kinder mit anderen Kindern im Sandkasten und auf Spielplätzen. Dabei fürchten viele, dass ihr Kind in der geistigen Entwicklung hinterherhinkt, wenn es etwas später aufrecht sitzt oder zu gehen beginnt als andere Kinder.

Doch diese Sorgen sind unbegründet. Auch sollten Eltern nicht meinen, dass ihr Kind, das schneller als andere Kinder sitzt oder läuft, dadurch klüger oder motorisch reifer ist. Die Zürcher Forscher um Jenni haben die Entwicklung von 119 Jungen und 103 Mädchen genau verfolgt. Vieles verwächst sich mit den Jahren, so das abschließende Fazit.

Quelle: pressetext.com

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Tuberkulose: auch in Deutschland ein relevantes Gesundheitsproblem

18. März 2013

Tuberkulose gehört zu den Infektionserregern mit hoher Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung. „Jede Erkrankung erfordert umfassende Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten, eine langwierige Therapie und einen hohen medizinischen Betreuungsaufwand”, erklärt Reinhard Burger, Präsident des RKI, das zum bevorstehenden Welttuberkulosetag den neuen Tuberkulose-Jahresbericht veröffentlicht hat. Für das Jahr 2011 wurden 4.317 Tuberkulosen registriert, davon starben 162 Erkrankte, in 2010 waren es 4.388 Erkrankungen, darunter 161 Todesfälle.

Damit nähert sich die Zahl der Erkrankungen einem Plateau, nachdem sie bis 2008 jedes Jahr deutlich zurückgegangen war. Bei Kindern dagegen steigen die Fallzahlen seit einigen Jahren sogar an. Im Jahr 2011 erkrankten 179 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, 2010 waren es 160 Fälle, 2009 142 Fälle. Bei Kindern geht die Tuberkulose fast immer auf eine kürzlich erfolgte Ansteckung zurück und ist damit ein Indikator für das aktuelle Infektionsgeschehen. „Das unterstreicht die Notwendigkeit der konsequenten Umsetzung der Empfehlungen zur Prävention und Behandlung, gleich-zeitig auch, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst ausreichende Kapazität für die Tuberkulosekontrolle braucht” betont Reinhard Burger.

Der Anteil multiresistenter Tuberkulosen hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend stabilisiert und liegt bei rund 2%, jedoch dürfen – trotz kleiner Fallzahlen – der langwierige Behandlungsaufwand und die hohen Therapiekosten nicht unterschätzt werden. Hier sind neue Ansätze in Diagnostik und Therapie dringend erforderlich

Neben der bundesweiten Analyse im Detail benennt der Bericht auch regionale Unterschiede. So liegt z.B. in Berlin (mit einer Inzidenz von 9,3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner) die Inzidenz deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (5,3). Tuberkulose ist auch in Deutschland in erster Linie eine Krankheit der sozial Schwächeren.

Quelle: Robert-Koch-Institut Berlin

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Studie: Ist Schulerfolg vorhersagbar? / „Entwicklungsverläufe unterscheiden sich erheblich”

16. März 2013

Inwieweit sind Schulleistungen vorhersagbar? Psychologen der Universität Hildesheim haben in einer Längsschnittstudie herausgefunden, dass in der frühen Kindheit vor allem die Leistung des Arbeitsgedächtnisses – und weniger Intelligenz – spätere Schulleistungen beeinflusst.

Über fünf Jahre wurden 200 Kinder begleitet. Ein Ergebnis: „Risikokinder“ können früh erkannt und gefördert werden – was bislang zu wenig beachtet wird. „Schulanfänger kommen mit Wissen über Mengen, Zahlen und Laute in die Schule – das Ausmaß an numerischem und phonologischem Vorwissen unterscheidet sich jedoch erheblich voneinander“, sagt Prof. Dr. Claudia Mähler.

Kinder kommen mit erheblich unterschiedlichen Startbedingungen in die Grundschule. Eine Studie gibt nun Auskunft über Entwicklungsstadien, -tempi und über individuelle Vorsprünge und -rückstände im Vor- und Grundschulalter.

Psychologen der Universität Hildesheim untersuchen seit 2008, welche Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen – zum Beispiel im Lesen, Schreiben und Rechnen – entscheidend sind. Eine Forschergruppe um Psychologieprofessorin Dr. Claudia Mähler hat in der Längsschnittstudie „Koko“ die Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern betrachtet. Etwa 200 Kinder aus Hildesheim werden seit ihrem Eintritt in den Kindergarten über fünf Jahre halbjährlich getestet; inzwischen besuchen sie das zweite Schuljahr.In der Studie „Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Vor- und Grundschulalter (Koko)“ wurden bereichsübergreifende (u.a. Intelligenz, Arbeitsgedächtnis, Konzentrationsfähigkeit) und bereichsspezifische (u.a. Mengenverständnis, Zählfertigkeiten, phonologische Verarbeitung, sprachliche Fertigkeiten) Vorläuferfertigkeiten untersucht. Seit Beginn der Schulzeit werden auch die Schulleistungen im Lesen, Schreiben und Rechnen mit erhoben. Auch der Einfluss von Umweltvariablen wie soziökonomischer Status, Migrationshintergrund und häusliche Lernumgebung wurde erfasst.

STARTBEDINGUNGEN IN DER GRUNDSCHULE UNTERSCHEIDEN SICH ERHEBLICH

Wie unterschiedlich die Startbedingungen in der Grundschule sind, offenbart die Untersuchung: „Schulanfänger kommen mit Wissen über Mengen, Zahlen und Laute in die Schule – das Ausmaß an numerischem und phonologischem Vorwissen unterscheidet sich jedoch erheblich voneinander“, sagt Claudia Mähler. Welche Merkmale bedingen diese unterschiedliche Entwicklung bis zum Schulanfang, wo liegen Risikofaktoren? „Anders als früher angenommen hat weniger Intelligenz, sondern die Leistung des Arbeitsgedächtnisses Einfluss auf spätere Schulleistungen.“ Bereits 4- bis 6-Jährige mit hoher Arbeitsgedächtniskapazität zeigen in allen Bereichen bessere Leistungen und stärkere Entwicklungssprünge. Sie haben stärker entwickelte numerische und phonologische Kompetenzen, kennen sich also mit Zahlen und mit den Klängen der Sprache besser aus.

Kinder mit Zuwanderungsgeschichte haben im Bildungssystem Nachteile gegenüber Kindern deutscher Herkunft, wobei besonders Kinder mit schwachen Deutschkenntnissen betroffen sind (vgl. schulische Leistungen PISA, IGLU, TIMMS). „Die Benachteiligung tritt nicht erst mit Schulbeginn ein, sondern beginnt in der Entwicklung schulrelevanter Vorläuferkompetenzen“, unterstreicht Mähler.

Die Forschergruppe der Uni Hildesheim hat die Entwicklungsverläufe von 115 deutschen Kindern mit 52 Kindern mit „Migrationshintergrund“ verglichen: „Trotz vergleichbarer Lernmöglichkeiten während der zwei Jahre im Kindergarten bleiben Kinder mit Zuwanderungsgeschichte in den schulischen Vorläuferkompetenzen hinter den deutschen Kindern zurück.“ Daraus schließen die Forscher: „Eine niedrige Arbeitsgedächtniskapazität und Migrationshintergrund sind Risikofaktoren. Der sozio-ökonomische Status der Familie und die häusliche Lernumwelt sind schon im Kindergartenalter für die Ausbildung von Vorläuferkompetenzen bedeutsam.“

FRÜHE DIAGNOSTIK MIT 4 JAHREN MÖGLICH

Was heißt das für den Kita-Alltag? „Frühe Diagnostik ist mit 4 Jahren möglich und sollte nicht erst kurz vor Schuleintritt beginnen. Risikokinder könnten bis zum Schuleintritt in ihren Arbeitsgedächtnisleistungen, phonologischen und numerischen Kompetenzen gefördert werden, um das Risiko von Schulversagen zu vermindern“, fordert Claudia Mähler. Wenn ein Kind deutliche Entwicklungsverzögerungen zeige, dies früh erkannt und mit Fördermaßnahmen kombiniert werde, steigen die Entwicklungschancen beträchtlich. Die „phonologische Bewusstheit“ zu trainieren, gelinge etwa mit Präventionsprogrammen wie „Hören, lauschen, lernen”.

Dabei entwickeln die Kinder ihren Sinn für die Lautstruktur von Sprache, hören Melodien und Silben, Erkennen dass im Wort „Auto” kein „i” ist, dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Schriftsprache zu erlernen. Numerische Kompetenzen können mit Programmen wie „Mengen, zählen, Zahlen“ gefördert werden. Dabei geht es darum, eine Vorstellung von Mengen und Zahlen zu entwickeln, zu wissen was zum Beispiel mehr oder weniger ist. Ob es auch möglich sei, basale Defizite im Arbeitsgedächtnis mit Trainingsmaßnahmen zu kompensieren, müsse erst noch nachgewiesen werden. In einer weiteren Studie prüft das Hildesheimer Forscherteam deshalb, ob das Arbeitsgedächtnis bei Schulkindern trainiert werden kann.

In einem zweiten Teil der Studie wurde geprüft, ob sich Schulleistungen aus den vorschulischen Kompetenzen vorhersagen lassen. „Schulleistungen am Ende der 1. Klasse können wir zu 25 % aus der Leistung des Arbeitsgedächtnisses im Alter von 4 Jahren vorhersagen. Die Prognose wird nicht sicherer, wenn sie erst mit 6 Jahren erfolgt“, sagt Psychologin Dr. Ariane von Goldammer. Das Arbeitsgedächtnis sei ein „guter Prädikator“. Es ist für die kurzfristige Speicherung und Bearbeitung von lautlichen und visuellen Informationen und deren Transfer (z.B. vom Phonologischen ins Visuelle = Schreiben) zuständig und damit „von zentraler Bedeutung für das Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen“, so von Goldammer.

Auffällig ist, dass Mathematikleistungen bereits „sehr früh im Alter von 4 Jahren anhand von numerischen Vorläuferkompetenzen wie Zählen, Mengenvergleich und Benennen von Ziffern vorhergesagt werden können“ (35 %). Ein signifikanter Einflussfaktor auf Lese-, Rechtschreib- und Rechenleistungen sei mit 10-16 % der sozioökonomische Status der Familie.

„Insgesamt können durch Erfassen von Arbeitsgedächtnis, phonologischen und numerischen Kompetenzen, sozioökonomischem Status und Migrationshintergrund bei 4-jährigen Kindern bereits 34 % der Lese-, 52 % der Rechtschreib- und 35 % der Mathematikleistung am Ende der 1. Klasse vorhergesagt werden“, so das Fazit der Forscher der Uni Hildesheim. Mit dem Alter der Kinder verbessere sich die Güte einer solchen Prognose nicht wesentlich. Dabei weisen die Forscher auf die Bedeutung weiterer Einflussfaktoren wie Motivation, Selbstkonzept, Unterrichtsqualität und Klassenklima hin.In einem dritten Teil der Studie wurde geprüft, wie wirksam die Förderung von numerischen Kompetenzen im Kindergarten in zahlen- und mengenbezogenen Spielen ist. Dabei gingen die Forscher in „Brennpunktkindergärten“ und „Mittelschichtskindergärten“. „Kinder aus Brennpunktkindergärten weisen vor Beginn des Trainings geringere numerische Kompetenzen aus, profitieren aber in etwas höherem Maße von der Förderung“, so ein Ergebnis.

Claudia Mähler hat mit ihrem Team an der Universität Hildesheim die Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt” aufgebaut. Diagnostik, Beratung und Intervention bei Lernstörungen werden von Eltern und Kindern in der Region stark nachgefragt. Bisher konnten etwa 300 Kinder untersucht und begleitet werden.

Was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag in Kitas für die pädagogischen Fachkräfte? „Erzieherinnen haben einen anspruchsvollen und sehr verantwortungsvollen Beruf. Von ihren diagnostischen Kompetenzen und ihrer Fähigkeit und Bereitschaft, die Kinder im Alltag zu fördern, hängen die Entwicklungschancen der Kinder ab. Für die Ausbildung und Anerkennung dieser Berufsgruppe muss in Deutschlang noch viel getan werden. “, sagt Prof. Mähler.

DIAGNOSTIK IN DER LEHRERAUSBILDUNG

Auch die Lehrerbildung müsse den Bereich „Diagnostik“ ernst nehmen, fordert Prof. Mähler: „Lernfortschritte von Schülerinnen und Schülern sollten aufmerksam beobachtet werden, um Symptome von Lernstörungen frühzeitig zu erkennen.“ Etwa 4 bis 8 % der Kinder einer Altersstufe leiden unter einer Lernstörung im Lesen, Rechtschreiben, Rechnen oder einer Kombination dieser Probleme. „Hinzu kommen Kinder mit Aufmerksamkeits- oder anderen Verhaltensstörungen. Das gehört zum Alltag von Lehrerinnen und Lehrern.“ An der Universität Hildesheim erwerben Lehramtsstudierende deshalb Kenntnisse über Symptomatik, Ursachen, Diagnostik und Interventionsmöglichkeiten bei Lernstörungen. Studierende der Psychologie werden in der Ursachenforschung sowie praxisnah in der Diagnostik und Begutachtung von Lernschwierigkeiten ausgebildet.

FORSCHUNGSPROJEKT: Die Studie „Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Kindergartenalter (Koko)“ wird im Forschungsverbund „Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen“ durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit Mitteln aus dem VW-Vorab von 2008 bis 2013 gefördert. Die Projektleitung haben Prof. Dr. Claudia Mähler (Uni Hildesheim) und Prof. Dr. Dietmar Grube (Uni Oldenburg) inne. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind Dr. Ariane von Goldammer, Dr. Kirsten Schuchardt und Dipl. Psych. Jeanette Piekny.

Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt”: http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=1007

Quelle: Stiftung Universität Hildesheim

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Mehr Lust am Wochenende

16. März 2013

Wochenend-Sex: 23 Minuten erfrischen Beziehung.

Bath/Middlesbrough/Klagenfurt (pte001) – Dienstag ist der Tag der Woche, an dem am wenigsten Sex praktiziert wird, am Wochenende hingegen nicht. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie von Lovehoney http://lovehoney.co.uk, dem größten britischen Sex-Toy-Unternehmen. Nur vier Prozent der befragten Paare haben dienstags Sex – der Donnerstag folgt mit sechs Prozent. Samstags hingegen sind es fast 40 Prozent. Zudem lieben sich Pärchen vorzugsweise ein Mal die Woche vor 23 Uhr, wie eine Studie der UK Medics http://medicsuk.net belegt, wobei das Licht an bleibt, um das Gesicht und den Körper des Partners zu bewundern.

Ein Drittel der Frauen präferiert den Liebesakt jedoch im Dunkeln, da sie entweder unzufrieden mit dem eigenen Körper sind oder den Akt so als intimer wahrnehmen. Der häufigste Grund, um Sex zu verweigern, ist mit 62 Prozent bei Männern und 59 Prozent bei Frauen Müdigkeit. Der altbekannte Migräne-Anfall stirbt jedoch aus – nur ein Prozent gibt dies als Verweigerungsgrund an.

Mehr Lust am Wochenende

“Mit dem Versteifen auf den unbeliebtesten oder besten Sex-Tag sollte man vorsichtig sein, denn viele Paare entwickeln während ihrer langjährigen Partnerschaft eine gewisse Routine, wobei der Sex bei jedem an einem unterschiedlichen festgelegten Tag ist. Statistisch wäre es unprofessionell, sich auf dieses Ergebnis festzulegen”, stellt Sexualtherapeutin Gabriele Maurer-Waitschacher vom Institut für Sexualtherapie http://sexualtherapie-kaernten.at gegenüber pressetext klar.

Zusätzlich würde nur ein Bruchteil der Gesamtbevölkerung befragt. Das Ergebnis sei kaum repräsentativ. Was die Therapeutin jedoch sehr wohl unterschreibt, ist die vermehrte Lust am Wochenende. “Am Ende der Woche können Paare wieder entspannen, da der berufliche Stress abgelegt wird. Unter der Woche haben nur die wenigsten den Bedarf, sich beruflich und zusätzlich sexuell zu betätigen”, erklärt sie.

“Männer sind bessere Schauer”

Wie es mit den geschlechtstypischen Vorlieben aussieht, belegen mehrere Studien. “Männer sind bessere Schauer, das heißt, sie reagieren besser auf optische Reize – ob sie es wollen oder nicht”, so Maurer-Waitschacher. Zusätzlich möchten sie schneller zur Sache kommen.

Frauen hingegen benötigen ausreichende Kommunikation und sind vielmehr für den taktilen Reiz empfänglich. “Sie haben viele erogene Zonen, die erkundet werden wollen”, führt die Expertin aus.

Quelle: pressetext.com

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Warum große Hunde jung sterben

14. März 2013

(pug) Große Hunde haben eine niedrigere Lebenserwartung als kleine, weil sie schneller altern. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Universität Göttingen, in die Daten von mehr als 50.000 Hunden einflossen, die 74 verschiedenen Rassen angehörten. Der negative Zusammenhang zwischen Größe und Lebenserwartung ist von verschiedenen Tierarten bekannt, unter anderem auch von Mäusen, Ratten und Pferden. Unklar war bislang jedoch, wann – das heißt in welchem Lebensabschnitt – Dogge & Co. für ihre Größe mit Lebensjahren zahlen müssen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift American Naturalist veröffentlicht.

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen der Größe und dem rassespezifischen Verlauf der Mortalitätskurve, also der Abhängigkeit des Todesrisikos vom Alter. „Große Hunde altern schneller als kleine. Im Vergleich zu ihren kleineren Artgenossen scheint es, als ob ihr Erwachsenenleben im Zeitraffer abläuft“, erläutert Dr. Cornelia Kraus von der Abteilung Soziobiologie/Anthropologie der Universität Göttingen. „Dies kann jedoch nur eine erste Antwort auf die Frage sein, warum große Hunde jünger sterben als kleine. Wir vermuten, dass die niedrigere Lebenserwartung großer Rassen die Folge eines übermäßig schnellen Wachstums sein könnte. Zukünftige Studien müssen sich unter anderem mit den Todesursachen und physiologischen Mechanismen beschäftigen, die diesen größenabhängigen Mortalitätskurven zugrunde liegen.“

Der negative Zusammenhang zwischen Größe und Lebenserwartung lässt sich nach Ansicht der Wissenschaftler nirgendwo so gut untersuchen wie beim Hund: Durch künstliche Selektion wurden Rassen geschaffen, deren Spannweite in der Körpergröße vom 2 Kilogramm schweren Chihuahua bis zum 80 Kilogramm schweren Englischen Mastiff reicht. Große Hunderassen sterben durchschnittlich im Alter von 5 bis 8 Jahren, während kleine Rassen ein durchschnittliches Alter von 10 bis 14 Jahren erreichen. Und noch eine Frage ist bislang unbeantwortet: Während die Regel „große Exemplare sterben früher“ für verschiedene Tierarten gilt, zeigt ein Vergleich der Tierarten miteinander, dass größere Säugetiere in der Regel länger leben als kleine.

Originalveröffentlichung: Cornelia Kraus et al. The Size-Life Span Trade-Off Decomposed – Why Large Dogs Die Young. The American Naturalist 2013. Doi: 10.1086/669665.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

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