Archive for the ‘Allgemein’ Category

Verkehrsregeln für Pferd und Reiter

Mittwoch, Januar 6th, 2016

Hoch zu Ross im Straßenverkehr.

(aid) – Sind Ross und Reiter im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs, müssen sie selbstverständlich die geltenden Verkehrsregeln beachten. Grundlage ist Paragraph 28, Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO), nach der Reiter oder auch Pferde führende Personen allen übrigen Verkehrsteilnehmer gleich zu setzen sind. Denn einen Führerschein für Reiter gibt es nicht. Deshalb sieht das Gesetz vor, dass Pferde nur von geeigneten Personen im öffentlichen Verkehr geritten oder begleitet werden dürfen. Diese müssen über reiterliche Kenntnisse bzw. körperliche Fähigkeiten zum Führen der Vierbeiner verfügen.

Auf der Fahrbahn haben sich Ross und Reiter auf der äußersten rechten Seite zu bewegen. Ist neben der rechten Begrenzungslinie noch ausreichend Platz vorhanden, so sollte dieser Bereich genutzt werden. Die Inanspruchnahme von Fuß- und Radwegen ist Reitern und Pferden jedoch nicht gestattet. Das Abbiegen muss rechtzeitig angezeigt werden, zum Beispiel durch Handzeichen.

Das Reiten in der Gruppe unterliegt besonderen Regeln: Sind mehrere Reiter unterwegs, gelten sie als geschlossener Verband – und damit als ein Verkehrsteilnehmer. Maximal 12 Teilnehmer bilden einen Verband, der jedoch eine Gesamtlänge von 25 Metern nicht überschreiten sollte. Nur in einer solchen Abteilung dürfen die Reiter zu zweit nebeneinander reiten.

Beim Reiten oder Führen in der Dämmerung und in der Dunkelheit ist für Mensch und Tier eine ausreichende Beleuchtung vorgeschrieben (§ 17 Abs. 1 StVO). Für den Einzelreiter gilt mindestens eine weiße, nicht blendende und nach vorne sowie nach hinten gerichtete Lichtquelle gesetzlich als ausreichend. Auch sogenannte Stiefellampen oder Steigbügelleuchten sind zulässig. Ideal ist eine beidseitige Beleuchtung. Sind mehrere Reiter in einer Gruppe unterwegs, muss zusätzlich ein rotes Licht am Ende des Verbandes mitgeführt werden. Allerdings ist die Silhouette eines Pferdes bzw. eines Reiter-Pferd-Paares in dieser gesetzlichen Minimalausstattung für den nahenden und im Verhältnis zum Reiter deutlich tiefer sitzenden Autofahrer häufig nur schwer – und oft nicht rechtzeitig – zu erkennen.

Das wird besonders nachvollziehbar, wenn ein Richtungswechsel erforderlich wird. Denn für das Queren einer Fahrbahn ist diese Ausstattung im Grunde nicht ausreichend. Nicht zwingend vorgeschrieben, aber durchaus empfehlenswert sind deshalb spezielle Reflektoren für das Pferd, wie beispielsweise. fluorisierende Gamaschen oder Leucht-Decken und reflektierende Kleidung, Leuchtwesten sowie Kopflampen für den Reiter. Vor allem im Bereich des Schweifs, der Seiten und des Brustbereichs sollte das Pferd zusätzlich großzügig mit speziellen Reflektoren ausgestattet werden. Blinkende Lichter oder Katzenaugen tragen ebenfalls zur Sichtbarkeit und damit zum Schutz bei.

Letztendlich steht aber vor allem der Pferdebesitzer in der Pflicht, die Verkehrssicherheit seines Vierbeiners schon frühzeitig zu trainieren. Denn auch wenn Pferde in der Dämmerung deutlich besser sehen als der Mensch, so können sie sich doch schnell vor heranrasenden Autolichtern erschrecken.

Quelle: Anke Klabunde, http://www.aid.de/

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Biofilme – Das Tauziehen der Bakterien

Dienstag, November 3rd, 2015

Mechanische Kräfte kontrollieren die Architektur von bakteriellen Biofilmen.

Biofilme lösen als bakterielle Rückzugsgebiete Probleme bei der Antibiotikabehandlung sowie bei der Reinigung von medizinischen Schläuchen aus und tragen zur Verbreitung von resistenten Krankheitserregern bei.

Ein Biofilm entsteht, wenn sich Bakterien an Oberflächen anheften und dort vermehren. Er kann – auch wenn ursprünglich aus einem einzelnen Bakterium entstanden – Zellen mit verschiedenen Eigenschaften entwickeln. Es ist jedoch nur wenig darüber bekannt, wie diese Heterogenität zur Strukturbildung solcher Biofilme beiträgt.

Kölner Biophysiker/innen der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Berenike Maier konnten nun zeigen, wie Unterschiede in der physikalischen Interaktion zwischen Bakterien zu einer Sortierung der Zellen führen und damit die Architektur von Biofilmen bestimmen. In ihrer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift eLife zeigte ein Team um den Biophysiker Enno Oldewurtel, wie spezifische mechanische Kräfte den Schlüssel zur Struktur in Biofilmen bilden.

Bakterien mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen organisierten sich dabei wie beim Tauziehen: Die Zellen bewegten sich in die Richtung, in der sie die stärkste Kraft zu anderen Bakterien aufbauen konnten.
Das Bakterium Neisseria gonorrhoeae kontrolliert die Wechselwirkung zwischen den Zellen durch sogenannte Pili. Diese stäbchenartigen Strukturen wirken wie Enterhaken zwischen den Zellen: Pili verschiedener Zellen verhaken sich und verkürzen sich anschließend. Hierdurch wirken zwischen den Bakterien mechanische Kräfte. Mittels gezielter genetischer Modifikationen gelang es dem Forschungsteam, den Grad der Verhakung und damit die Wechselwirkungskräfte zwischen den Zellen zu steuern. Diese Kräfte wurden mit Methoden der Nanotechnologie gemessen. Mischt man nun Bakterien, die unterschiedlich stark miteinander wechselwirken, so sortieren sich die Zellen nach den mechanischen Kräften, die sie aufeinander ausüben.

Die unterschiedliche mechanische Interaktion kann also die Architektur von Biofilmen bestimmen. Ähnliche Mechanismen sind bereits für die Trennung von Zellen in der embryonalen Entwicklung bekannt. Die Arbeit deckt damit eine grundlegende Gemeinsamkeit der Entwicklungsprozesse von Biofilmen und Embryonen auf: Differentielle physikalische Wechselwirkungen zwischen den Zellen sind für die Sortierung wichtig. Für die Zukunft lautet nun die Frage, inwieweit diese Zellsortierung die Widerstandsfähigkeit des Biofilms gegenüber äußeren Einflüssen stärkt.

Originalveröffentlichung:
Enno R. Oldewurtel, Nadzeya Kouzel, Lena Dewenter, Katja Henseler, Berenike Maier (2015). Differential interaction forces govern bacterial sorting in early biofilms. eLife, DOI 10.7554/eLife.10811

Quelle: Universität zu Köln (siehe hierzu auch den Beitrag „Bakterielle Biofilme im lebenden Organismus„)

Pferden auf den Zahn gefühlt – Bodennahe Fütterung wichtig für Zahngesundheit

Mittwoch, September 9th, 2015

(aid) – In der freien Natur verbringen wilde oder verwilderte Pferde viel Zeit mit der Aufnahme von Futter – bis zu 18 Stunden am Tag sind sie damit beschäftigt, eine Vielzahl an Futterpflanzen zu fressen. Obwohl sie häufig ihre Köpfe heben, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen, grasen und kauen sie fast ausschließlich mit gesenkter Kopfhaltung.

Domestizierte Pferde – vor allem diejenigen, die viel Zeit in ihren Stallungen verbringen – leben ein wesentlich anderes Leben. Dafür erhalten sie nicht selten große Mengen an energiereichem Getreide, für deren Verwertung nur wenig Zeit erforderlich ist. Das Raufutter wird in Netzen angeboten; zumeist weit über dem Boden platziert. Diese verschiedenen Futterarten, die oft wenig kauintensiv sind und bei physiologisch ungünstiger Kopfhaltung aufgenommen werden, stellen die drei Hauptfaktoren für Zahnprobleme in der modernen Pferdehaltung dar.

Die zwei Paar Schneidezähne im Maul eines Pferdes sind messerscharf und sind dazu da, die Pflanzenhalme zu erfassen und abzureißen. Im hinteren Bereich des Kiefers befinden sich die flacheren Mahlzähne, die Prämolaren (Vormahlzahn) und Molaren. Diese Backenzähne zermahlen die Nahrung durch seitliche Kieferbewegungen. Aufgrund des deutlich schmaleren Unterkiefers ist eine Seitwärtsbewegung erforderlich, damit die Abnutzung der oberen Molaren gleichmäßig erfolgt. Zähne, die nicht ebenmäßig abgenutzt werden, können Haken, Spitzen und Kanten entwickeln.

Das Futter wilder Pferde scheint oftmals gröber zu sein und deutlich längere Mahlbewegungen zu erfordern. Freilebende Equiden, wie Zebras und Przewalski-Pferde, weisen deutlich weniger ausgeprägte laterale Zahnspitzen auf als Hauspferde. Der Grund hierfür ist das häufig strukturarme Futterangebot, das schneller und mit einem deutlich geringeren Kieferausschlag sowie niedrigerer Kaufrequenz konsumiert wird.

Diese Ernährungsform der Pferde erfordert daher eine regelmäßige Zahnbehandlung, um die Haken und Kanten zu eliminieren. Im Laufe der Zeit bewirkt die Fütterung von Heu und Getreide aus erhöhten Krippen und Netzen eine unnatürliche Kopfhaltung und hat damit ebenfalls Einfluss auf einen ungleichmäßigen Zahnverschleiß.

Für die Mehrzahl der domestizierten Pferde ist ein Fütterungsmanagement nach dem Modell ihrer wilden Artgenossen nicht immer und dauerhaft umsetzbar – auch wenn das vielleicht zu weniger Zahnproblemen führen würde. Daher sollten die Zähne der Hauspferde mindestens ein- oder zweimal im Jahr überprüft und notwendige Zahnkorrekturen vorgenommen werden. Auf erhöhte Futtertröge und -tische hingegen sollte verzichtet und sowohl Rau- als auch Kraftfutter grundsätzlich nur bodennah verfüttert werden.

Quelle: Anke Klabunde, http://www.aid.de/

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Koppen hilft den Pferden beim Stressabbau

Mittwoch, August 12th, 2015

(aid) – Bisher gilt Koppen bei Pferden als Verhaltensanomalie, ist bei Besitzern solcher Tiere wenig beliebt und wird daher zumeist mit mehr oder minder drakonischen Maßnahmen bekämpft. Doch nun muss die Pferdewelt wohl umdenken, denn eine Studie von Agroscope, der Universitäten Neuenburg und Bern sowie der ETH Zürich kam zu einem erstaunlichen Ergebnis: Tiere mit dieser Verhaltensstörung reagieren zwar empfindlicher und stärker auf Stress, scheinen den Stress aber über das Koppen auch besser abbauen zu können.

Beim Aufsetzkoppen setzt ein Pferd seine oberen Schneidezähne auf einen festen Gegenstand auf, wie etwa den Rand einer Krippe („Krippensetzer“) oder der Boxentür. Dabei wird der Hals stark gebogen. Durch das Anspannen der unteren Halsmuskulatur wird der Schlundkopf geöffnet, woraufhin Luft in die Speiseröhre dringt. Dabei entsteht in der Regel ein rülpsendes Geräusch. Einige Pferde erfassen den Gegenstand auch mit den Zähnen, andere kommen ganz ohne solche „Hilfsmittel“ aus – sie sind in der Lage, allein durch eine ruckartige Bewegung mit dem Kopf zu koppen. Diese und andere Stereotypen treten ausschließlich bei nicht frei lebenden Tieren auf.

Dabei weisen die sich wiederholenden, ständig gleichbleibenden Handlungen ohne ersichtliches Ziel nicht selten einen zwanghaften Charakter auf. Diese Form des Hospitalismus ist oftmals die Folge von Dauerstress, der meist durch eine nicht artgerechte Haltungsform und die damit verbundene schlechte Lebensqualität begründet ist. Eine genetische Disposition, Langeweile und eine nicht ausgewogene Fütterung, aber auch häufige Konfliktsituationen gelten als mögliche Auslöser dieses krankhaften Verhaltens.

Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie untersuchte die physiologische Antwort auf Stress von koppenden und nicht verhaltensauffälligen Vergleichspferden. Dazu verwendeten die Wissenschaftler einen Hormon-Stimulationstest, den sie bei 22 koppenden und 21 Tieren einer Kontrollgruppe durchführten. Den Pferden wurde dabei eine proportional zum Körpergewicht dosierte, synthetische Variante des Hormons ACTH (adrenocorticotropes Hormon) gespritzt, das wie in einer tatsächlichen Stress-Situation die Freisetzung des Stresshormons Kortisol stimuliert. Dieser Test erlaubt die Messung einer physiologischen Stressreaktion auf einen standardisierten Auslöser, ohne dass die Pferde sich dessen bewusst wären.

Im Ergebnis zeigte die Untersuchung einen deutlich höheren Kortisol-Gehalt im Speichel koppender Pferde als bei den Tieren der Vergleichsgruppe. Ein weiteres Phänomen beeindruckte die Wissenschaftler: Die sieben Kopper, die während des dreistündigen Tests gerade nicht koppten, wiesen einen noch höheren Kortisol-Wert auf.

Kopper reagieren deutlich sensibler und stärker auf Stress als andere Pferde. Allerdings scheint diese Verhaltensanomalie auch eine Strategie zu sein, um besser mit Stress umgehen zu können. Pferde am Koppen zu hindern, scheint daher eine kontraproduktive Maßnahme im Kampf gegen die Verhaltensstörung zu sein. Vielmehr sollten Pferdebesitzer zu einer Verbesserung der Lebensqualität ihrer koppenden Vierbeiner beitragen, so die Empfehlungen der Schweizer Wissenschaftler.

Quelle: Anke Klabunde, http://www.aid.de/

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Internationales Team identifiziert Gen als eine Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

Freitag, Mai 15th, 2015

Bei mindestens einem Drittel der ungewollt kinderlosen Paare in Deutschland liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert.

Münster (mfm/mk) – Etwa jedes sechste Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos – und bei mindestens einem Drittel der Fälle liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert. Die sowohl für die Grundlagenforschung an männlicher Infertilität – so der Fachbegriff für Unfruchtbarkeit – als auch für die klinische Praxis wichtige Studie erschien jetzt im renommierten „New England Journal of Medicine“.

Mutationen im sogenannten TEX11-Gen wurden von den Wissenschaftlern bei deutschen und ebenso bei amerikanischen Männern nachgewiesen, die ungewollt kinderlos sind. „Genauer gesagt liegt bei der Mehrzahl der untersuchten Männer eine Störung der Meiose, dem wichtigsten Vorgang der Keimzellbildung, vor“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Frank Tüttelmann, Mitarbeiter des münsterschen Instituts für Humangenetik und gemeinsam mit Dr. Alex Yatsenko aus Pittsburgh Leiter der Studie. Im Hoden findet ein sogenannter Meiosearrest statt, was bedeutet, dass die Spermienbildung bis zur Meiose richtig funktioniert, danach aber nicht weiter läuft. Verantwortlich dafür sind Mutationen des TEX11-Gens, die dazu führen, dass bei den betroffenen Männern die Samenflüssigkeit keine Spermien enthält und sie somit unfruchtbar sind. Diese Mutationen konnte das Forscherteam, dem neben Tüttelmann und Dr. Albrecht Röpke aus der Humangenetik auch Prof. Stefan Schlatt, Prof. Sabine Kliesch und Dr. Birgit Westernströer vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) der Uni Münster angehörten, nun erstmals als Ursache für männliche Infertilität nachweisen.

Möglich wurde die Entdeckung dieser Genmutation durch die Anwendung neuester Technologie, nämlich der Array-CGH. „Dabei wurde das X-Chromosom hochauflösend analysiert und wir konnten kleine Stückverluste des TEX11-Gens bei zwei betroffenen Männern identifizieren“, berichtet Prof. Stefan Schlatt. Auch bei weiteren unfruchtbaren Patienten ließen sich dann Punktmutationen mittels einer Sequenzuntersuchung im TEX11-Gen nachweisen. Dafür untersuchten die münsterschen Forscher 240 Patienten und ihre Kollegen vom Department of Obstetrics, Gynecology and Reproductive Sciences in Pittsburgh 49; anschließend wurden die Ergebnisse verglichen. „Bei gesunden Männern mit normaler Spermienzahl fanden wir keine Mutationen des TEX11-Gens“, so Tüttelmann. Dass die Ursache für ihre Unfruchtbarkeit so eindeutig geklärt werden konnte, verschafft den betroffenen Männern zumindest Klarheit – auch wenn es für sie derzeit noch keine Therapie gibt und die Paare nur auf künstliche Befruchtung setzen können.

Seit 2013 läuft das internationale Projekt, unter anderem gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. Das Team ist trotz der nun veröffentlichten herausragenden Erkenntnisse noch nicht am Ende seiner gemeinsamen Forschungen angelangt: „Ob unsere Ergebnisse durch eine etwaige Vererbbarkeit auch Bedeutung für die Nachkommen dieser Männer haben, wissen wir noch nicht“, schildert Tüttelmann die weiteren Pläne: „Das wollen wir noch genauer erforschen.“ Zunächst freuen sich die Wissenschaftler aber über die Würdigung ihrer Studie in einem der höchstangesehen medizinischen Journale überhaupt.

Link zur Studie:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406192

Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

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Altes Pferd – was nun?

Mittwoch, April 29th, 2015

Haltung und Fütterung anpassen.

(aid) – Offenbar sind immer mehr Pferdebesitzer bereit, ihren Vierbeinern einen wohlverdienten Ruhestand zuzugestehen. Deutschlands Pferde werden nämlich immer älter. Nach aktuellen Schätzungen wächst die Zahl älterer und alter Tiere zusehends, etwa 150.000 bis 200.000 Pferde und Ponys sollen es derzeit sein. In der tierärztlichen Praxis sind laut einer Studie 30 Prozent der Pferdepatienten 15 Jahre und älter, zehn Prozent sogar 20 Jahre und mehr. Dabei ist „alt sein“ nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Krankheit und Gebrechlichkeit. Im Gegenteil: Übermut wird durch Gelassenheit ersetzt, Elastizität weicht Erfahrung und Kraft wird kompensiert durch Geschick – Mehrwerte, mit denen die Pferdesenioren gegenüber ihren jüngeren Artgenossen trumpfen können.

Dennoch stellen ältere Pferde andere Ansprüche an Haltung, Fütterung und Training als die jungen Vierbeiner. Die körperlichen und geistigen Fähigkeiten bauen sich mit der Zeit immer mehr ab. Hormonhaushalt und Stoffwechsel werden instabiler. Nicht selten wird auch der Verdauungsapparat anfälliger für Funktionsstörungen. Besonders optisch verändern sich die Tiere mit zunehmenden Jahren. Der natürliche Alterungsprozess zeigt sich meist zuerst im Exterieur: So wird an Augen, Nasenrücken und Maul das Fell sukzessive grauer, die Konturen des Kopfes wirken schärfer. Bei manchen Pferden senkt sich der Rücken ab.

Mit den körperlichen Einschränkungen verändert sich oftmals auch das Verhalten der Tiere: Die Flexibilität des alten Pferdes in Bezug auf seine Reaktionsfähigkeit lässt nach. Es ist häufig nicht mehr so gut in der Lage, auf Umweltreize adäquat zu reagieren und sich auf verändernde Situationen einzustellen. Die visuelle Wahrnehmung nimmt ab, auch die Leistungsfähigkeit des Gehörs lässt altersbedingt nach. Schließlich wird auch die Feinmotorik der Bewegungen zunehmend eingeschränkter.

Das Hauptziel in der Betreuung alter Pferde ist daher die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität. Dies betrifft nicht nur eine art-, sondern vor allem altersgerechte Haltung, eine ausgewogene, angepasste Fütterung, ein gemäßigtes Trainings- bzw. Bewegungsprogramm sowie ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement.

Doch auch im Umgang mit dem Pferdesenior sollten die Besitzer ihre eigenen Ansprüche herunterfahren und den Anforderungen ihrer Vierbeiner vermehrt ihr Augenmerk schenken. Vermeintliche Verhaltensanomalien, vorschnell als Altersdemenz oder -sturheit interpretiert, erscheinen bei einem Perspektivenwechsel unter einem ganz neuen Licht: Wenn sich aufgrund einer zunehmend eingeschränkten Herz- und Lungenfunktion die Leistungsfähigkeit verringert, vorschnelle Ermüdungserscheinungen und eventuell sogar Kurzatmigkeit auftreten, reduziert das Pferd ganz automatisch sein Aktionslevel. Mancher Vierbeiner zeigt sich mit den Jahren auch deutlich ängstlicher und/oder weist eine vermehrte Schreckhaftigkeit auf. Dies kann ein Hinweis auf eine nachlassende Sinnesleistung sein.

http://www.aid.de/

Weitere Informationen:  aid-Heft „Pferdefütterung“, Bestell-Nr. 1592, Preis: 4,00 Euro, www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

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Erholung für Pferdeweiden im Frühjahr – Risiko durch Überweiden

Donnerstag, April 9th, 2015

(aid) – Pferdeweiden, die lange in den Herbst hinein und über Winter genutzt wurden, neigen häufig zur Überweidung. Wenngleich die Entwicklung positiv zu bewerten ist, Pferde auch im Winter ins Freie zu bringen, sollten Pferdehalter einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um gesundheitlichen Problemen ihrer Pferde vorzubeugen.

Die Gefahr für Hufrehe steigt beispielsweise mit zunehmendem Fruktangehalt des verbliebenen Aufwuchses. Eine kritische Phase stellt dabei das zeitige Frühjahr dar: an sonnigen Tagen wird durch die Photosynthese viel Energie gebunden und in Form pflanzeneigener Speicherstoffe eingelagert. Fruktane sind wasserlösliche Zuckermoleküle und dienen der Pflanze als Speicher und Frostschutz. Sind die Temperaturen gleichzeitig noch so niedrig, dass das Wachstum der Gräser noch nicht voll eingesetzt hat, kann es zu besonders hohen Fruktankonzentrationen kommen. An wüchsigen, warmen Tagen mit wenig Sonne ist demgegenüber das Risiko am geringsten.

Fruktane tragen zur Übersäuerung des Dickdarms bei, die Darmflora wird gestört und es gelangen Endotoxine ins Blut. Diese können dann einen Reheschub auslösen. Das Auftreten von Kotwasser ist ein Warnzeichen für eine gestörte Darmflora. Gefährdet sind eher vorbelastete und dicke Pferde, für trainierte Pferde mit Normalgewicht  ist die Gefahr weniger ausgeprägt.

Die Einrichtung einer Portionsweide, also die Abteilung und alternierende Nutzung von Weideparzellen, kann den ungenutzten Stücken Erholung und somit besseren Aufwuchs verschaffen, so dass die Fruktan-Konzentration sinkt. Dennoch: die Begrenzung der Menge des aufgenommenen Grases ist besonders bei Risikopferden angezeigt. Für alle Pferde gilt: schrittweises Anweiden im Frühjahr ist die beste Vorsorge. Sollte innerhalb dieser Phase wieder eine Pause entstehen, sollte das Anweiden wiederholt werden. Auch die Heumenge ist entsprechend anzupassen: Bei gutem Aufwuchs kann eine Stunde Koppelgang durchaus ein Kilogramm Heu ersetzen.

Quelle: Friederike Heidenhof, http://www.aid.de/

Weitere Informationen: aid-Heft „Pferdefütterung“, Bestell-Nr. 1592, Preis: 4,00 Euro
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

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Pferdemist richtig dokumentieren

Mittwoch, März 25th, 2015

(aid) – Auf größeren Pferdebetrieben gibt es einen Termin, der in jeder Woche regelmäßig stattfindet: Mistabholung. In Nordrhein-Westfalen sind es oft holländische oder belgische Unternehmer, die Pferdemist als Grundlage für die Champignonproduktion oder zur Düngerherstellung abholen. Kleinere Pferdehalter fahren ihren Mist meist zu einem Landwirt oder größeren Pferdehalter, der die Entsorgung übernimmt. Wieviel Mist sie tatsächlich abgeben, wissen die wenigsten. Weder die großen noch die kleinen Halter. Aus den Augen, aus dem Sinn ist allerdings hier nicht angesagt. Wenn schon der ökonomische Faktor, sprich „wieviel Mist gebe ich ab und wieviel zahle ich dafür?“ viele nicht interessiert, bleibt trotzdem die Verpflichtung, auch als Pferdehalter dazu beizutragen, dass Böden und Wasser geschont werden.

Mit der Verbringungsverordnung sollen deswegen die überbetrieblichen Nährstoffströme nachvollziehbar und damit auch kontrollierbar gemacht werden. Eine wichtige Maßnahme, die Pferdehalter – wie alle anderen Tierhalter – nicht als pure Gängelung ansehen sollten.

Jeder, der Wirtschaftsdünger oder Stoffe, die Wirtschaftsdünger enthalten, in Verkehr bringt, befördert oder mit ihnen handelt, muss umfangreiche Aufzeichnungen vornehmen. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise muss er der Landwirtschaftskammer als zuständiger Behörde bis zum 31. März mitteilen, dass er die genannten Stoffe in Verkehr bringt und auch melden, welche Mengen er eventuell aus anderen Bundesländern oder EU-Mitgliedsstaaten importiert hat. Von den Aufzeichnungs-, Mitteilungs- und Meldepflichten sind Betriebe befreit, die weniger als 200 t Frischmasse in Verkehr bringen, befördern oder aufnehmen, sagt die Verordnung.

200 Tonnen erreicht ein Betrieb, der etwa 500 bis 600 kg schwere Pferde hält mit 19 bis 23 Pferden und je nach Einstreumenge. Allerdings müssen auch Kleinbetriebe, die nicht der in NRW geltenden Verbringungsverordnung unterliegen, die Abgabe und Aufnahme von Wirtschaftsdüngern mit Lieferscheinen genau dokumentieren. Vielen kleineren Pferdehaltern ist das nicht bewusst. Die Lieferscheine  müssen zudem drei Jahre aufbewahrt werden, auch wenn es sich nur um kleine Mengen handelt, um die Einhaltung der Vorschriften der Düngeverordnung nachzuweisen.  Kleine Tierbestände machen eben auch Mist, der sich summiert.

Quelle: http://www.aid.de/

Weitere Informationen:
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/duengeverordnung/vvoartikel.htm

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Wie unser Bewusstsein das Unbewusste kontrolliert

Donnerstag, Februar 5th, 2015

Sind wir Sklaven unseres Unbewussten und können nichts dagegen tun? Hirnforscher sagen: Nein! Unser Bewusstsein kontrolliert unbewusste Prozesse im Gehirn. Der Wille und die automatische Verarbeitung arbeiten Hand in Hand, nicht gegeneinander. Das hat eine Forschergruppe an der Universität Ulm um den Psychologen Professor Markus Kiefer herausgefunden.

Unbewusste Prozesse, die im Widerspruch zu unseren Absichten stehen, werden weitgehend von unserem Bewusstsein blockiert. „Unser Wille ist freier als gedacht“, sagt Markus Kiefer, Sprecher eines deutschlandweiten Projektnetzwerkes zur Bewusstseinsforschung. Seine Forschungsgruppe konnte mit Messungen der Hirnaktivität im Magnetresonanztomographen (MRT) zeigen, dass bewusste Vorsätze die Arbeit unserer automatischen Systeme im Gehirn steuern. Die Forscher wiesen erstmals nach, dass solche Vorsätze für eine gewisse Zeit Netzwerke von Bereichen im Gehirn etablieren, die den unbewussten Informationsfluss im Gehirn steuern. Diese Ergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Human Brain Mapping veröffentlicht.

Seit den Arbeiten des Begründers der Psychoanalyse Sigmund Freund wurde unhinterfragt angenommen, dass unser Unbewusstes autonom und nicht vom Bewusstsein kontrollierbar ist. „Die Vorstellung des chaotischen und unkontrollierbaren Unbewussten prägt bis heute auch die akademische Psychologie und Kognitionsforschung. Dieses Dogma wurde in der Vergangenheit kaum kritisch hinterfragt“, so Professor Markus Kiefer. „Unsere Befunde widerlegen diese Lehrmeinung. Sie zeigen eindeutig, dass unser Bewusstsein zu den Absichten passende unbewusste Vorgänge in unserem Gehirn verstärkt, nicht passende dagegen abschwächt.“ Dadurch werde gewährleistet, dass unser bewusstes „Ich“ Herr im Haus bleibt und nicht durch eine Vielzahl unbewusster Tendenzen beeinflusst wird. „Wir sind also keinesfalls Sklaven unseres Unbewussten, wie lange Zeit angenommen“, meint Kiefer.

Diese Kontrolle des Unbewussten durch das Bewusstsein zeige sich, so Kiefer, auch im Alltag: “Wenn ich in den Supermarkt gehe, um Spülmittel zu kaufen, bin ich wenig empfänglich für die Schokolade im Süßwarenregal. Die Situation ist ganz anders, wenn ich gerade hungrig und dabei bin, Nahrungsmittel einzukaufen. Ähnliches gilt auch beim Autofahren: Wenn ich einen Fußgänger auf der Fahrbahn erwarte, kann ich ihn mit höhere Wahrscheinlichkeit auch dann rechtzeitig erkennen und abbremsen, wenn er am Rande meines Gesichtsfeldes auftaucht und damit nicht bewusst wahrnehmbar ist.“ Die bewussten Absichten und Einstellungen entscheiden somit darüber, ob ein unbewusster Prozess in unserem Gehirn überhaupt ablaufen kann.

Für die Studie haben die Forscher der Ulmer Universitätsklinik für Psychiatrie die Gehirnaktivität von Probanden beim Lesen von sichtbaren Worten im Magnetresonanztomographen gemessen. Zuvor wurden andere Worte, so genannte Bahnungsreize, für eine ganz kurze Zeit eingeblendet, so dass sie nicht bewusst wahrnehmbar waren. Bedeutungsmäßig verwandte unbewusste Bahnungsreize beschleunigten die Erkennenszeiten der nachfolgend gezeigten kritischen Wörter (z.B. Tisch-Stuhl, Henne-Ei) nur dann, wenn die Probanden zuvor die Absicht hatten, die Bedeutung von Wörtern zu verstehen. Hatten die Probanden dagegen die Absicht, auf die Form von Buchstaben zu achten und die Wortbedeutung zu ignorieren, hatten die unbewussten Bahnungsreize keinen Einfluss auf die Erkennenszeiten der sichtbaren Worte.

Diese Blockade unbewusster Prozesse durch die bewussten Absichten der Probanden konnte auch anhand der Messung der Hirnaktivität nachgewiesen werden. Wie bei den Erkennenszeiten auch, wurde die Gehirnaktivität beim Lesen der sichtbaren Worte nur dann durch die unbewussten Bahnungsworte verändert, wenn die Probanden zuvor, auf die Bedeutung von Bildern beachteten. Beachteten die Probanden zuvor die Form von Bildern, hatten die unbewusst wahrgenommenen Worte keinen Einfluss auf die Gehirnaktivität beim Lesen. Es zeigte sich, dass die bewussten Absichten der Probanden, auf Bedeutung oder Form zu achten, für eine gewisse Zeit unterschiedliche Netzwerke von Hirnarealen etablierten, welche die Verarbeitung der unbewusst wahrgenommenen Reize beeinflussten.

Mit 1,9 Millionen Euro förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein deutschlandweites Projektnetzwerk zur Bewusstseinsforschung, in das das Ulmer Projekt eingebettet ist. Kiefer ist Sprecher dieses Netzwerkes: „Mühelos koordiniert das Gehirn im Alltag bewusste und unbewusste Prozesse, etwa bei der Wahrnehmung. Aber was dabei im Kopf passiert, ist sehr kompliziert und nach wie vor zum Teil unverstanden. Philosophen streiten seit Jahrtausenden über die Natur des Bewusstseins und sein Verhältnis zu den unbewussten Vorgängen. Wir können nun mit modernsten Methoden bewusste und unbewusste Prozesse im Gehirn sichtbar machen und so zur Lösung dieser alten Frage beitragen“. Im Gegensatz zur früheren Lehrmeinung werde durch diese Forschung deutlich, dass sich bewusste und unbewusste Vorgänge im Gehirn wechselseitig beeinflussen.

Literatur: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24954512

Quelle: Universität Ulm

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Strickstrümpfe fürs Pferd – Stallbandagen stören den Lymphabfluss

Mittwoch, Januar 28th, 2015

(aid) – Pferde neigen ebenso wie der Mensch zu Lymphödematisierungen in den Beinen. Der Lymphabfluss ist gestört. Um das „Anlaufen“ der Beine zu unterbinden, kommen oftmals Wollbandagen zum Einsatz. Doch diese üblicherweise zum Schutz vor Verletzungen und Ödemen zusammen mit wattierten Unterlagen verwendeten Stallbandagen führen zu deutlicher Minderdurchblutung und stören den Lymphfluss im Pferdebein, so das Ergebnis einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Im Vergleich zum Menschen ist beim Pferd das Unterhautfettgewebe der Extremitäten besonders dünn. Es fehlt eine polsternde Skelettmuskulatur. Der Druck auf das Gewebe erfolgt daher sowohl oberflächlich als auch auf die tief verlaufenden Sammelgefäße (Kollektoren) der Lymphflüssigkeit.

Unter Leitung des Veterinärmediziners Professor Dirk Berens von Rautenfeld wurde der Einfluss von Stallbandagen im Vergleich zu besonderen Strickstrümpfen auf den Lymphfluss am Pferdebein untersucht. Mit Hilfe von Kontrastmitteln und unter Sedation wurden Röntgenaufnahmen von Pferdebeinen erstellt, denen im Wechsel zuerst ein elastischer, schlauchförmiger Strickstrumpf und anschließend eine handelsübliche Standardstallbandage inklusive wattierter Unterlage angelegt wurden. Die nach der Entfernung des Strumpfes angefertigten Kontrollaufnahmen zeigten bei allen Tieren eine unveränderte Weitstellung der Kollektoren, so dass der Durchfluss des Röntgenkontrastmittels bei dem Kompressionsstrumpf ungehindert erfolgen konnte. Bei den Stallbandagen hingegen waren in Höhe des Fesselgelenks auffällige Stauungen festzustellen.

Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass der Einsatz von Stallbandagen kontraindiziert ist. Die übliche Bandagierung, sowohl mit Stall-, als auch mit elastischen Bandagen schädigt längerfristig das Lymphgefäßsystem des Pferdes. Die scheinbare, optisch positive Wirkung der Bandagen erklärt sich dadurch, dass in dem komprimierten Gewebe keine Wassereinlagerung stattfinden kann.

Verbände am Pferdebein sollten nur zum Einsatz kommen, wenn es medizinisch indiziert ist. Dabei sollten Tierärzte allerdings auf Kurzzugbinden zurückgreifen. Zur Prophylaxe von angelaufenen Beinen stellt der Strickstrumpf das Mittel der Wahl dar.

Quelle: Anke Klabunde, www.aid.de

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