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Internationales Team identifiziert Gen als eine Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

Freitag, 15. Mai 2015

Bei mindestens einem Drittel der ungewollt kinderlosen Paare in Deutschland liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert.

Münster (mfm/mk) – Etwa jedes sechste Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos – und bei mindestens einem Drittel der Fälle liegt die Ursache beim Mann. Meist funktioniert seine Spermienbildung nicht richtig. Ein Team aus Forschern der Universität Münster hat nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Pittsburgh (USA) und der Akademie der Wissenschaften in Poznan (Polen) einen Gendefekt als eine der Ursachen für diese Fehlfunktion identifiziert. Die sowohl für die Grundlagenforschung an männlicher Infertilität – so der Fachbegriff für Unfruchtbarkeit – als auch für die klinische Praxis wichtige Studie erschien jetzt im renommierten „New England Journal of Medicine“.

Mutationen im sogenannten TEX11-Gen wurden von den Wissenschaftlern bei deutschen und ebenso bei amerikanischen Männern nachgewiesen, die ungewollt kinderlos sind. „Genauer gesagt liegt bei der Mehrzahl der untersuchten Männer eine Störung der Meiose, dem wichtigsten Vorgang der Keimzellbildung, vor“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Frank Tüttelmann, Mitarbeiter des münsterschen Instituts für Humangenetik und gemeinsam mit Dr. Alex Yatsenko aus Pittsburgh Leiter der Studie. Im Hoden findet ein sogenannter Meiosearrest statt, was bedeutet, dass die Spermienbildung bis zur Meiose richtig funktioniert, danach aber nicht weiter läuft. Verantwortlich dafür sind Mutationen des TEX11-Gens, die dazu führen, dass bei den betroffenen Männern die Samenflüssigkeit keine Spermien enthält und sie somit unfruchtbar sind. Diese Mutationen konnte das Forscherteam, dem neben Tüttelmann und Dr. Albrecht Röpke aus der Humangenetik auch Prof. Stefan Schlatt, Prof. Sabine Kliesch und Dr. Birgit Westernströer vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) der Uni Münster angehörten, nun erstmals als Ursache für männliche Infertilität nachweisen.

Möglich wurde die Entdeckung dieser Genmutation durch die Anwendung neuester Technologie, nämlich der Array-CGH. „Dabei wurde das X-Chromosom hochauflösend analysiert und wir konnten kleine Stückverluste des TEX11-Gens bei zwei betroffenen Männern identifizieren“, berichtet Prof. Stefan Schlatt. Auch bei weiteren unfruchtbaren Patienten ließen sich dann Punktmutationen mittels einer Sequenzuntersuchung im TEX11-Gen nachweisen. Dafür untersuchten die münsterschen Forscher 240 Patienten und ihre Kollegen vom Department of Obstetrics, Gynecology and Reproductive Sciences in Pittsburgh 49; anschließend wurden die Ergebnisse verglichen. „Bei gesunden Männern mit normaler Spermienzahl fanden wir keine Mutationen des TEX11-Gens“, so Tüttelmann. Dass die Ursache für ihre Unfruchtbarkeit so eindeutig geklärt werden konnte, verschafft den betroffenen Männern zumindest Klarheit – auch wenn es für sie derzeit noch keine Therapie gibt und die Paare nur auf künstliche Befruchtung setzen können.

Seit 2013 läuft das internationale Projekt, unter anderem gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. Das Team ist trotz der nun veröffentlichten herausragenden Erkenntnisse noch nicht am Ende seiner gemeinsamen Forschungen angelangt: „Ob unsere Ergebnisse durch eine etwaige Vererbbarkeit auch Bedeutung für die Nachkommen dieser Männer haben, wissen wir noch nicht“, schildert Tüttelmann die weiteren Pläne: „Das wollen wir noch genauer erforschen.“ Zunächst freuen sich die Wissenschaftler aber über die Würdigung ihrer Studie in einem der höchstangesehen medizinischen Journale überhaupt.

Link zur Studie:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406192

Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

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Altes Pferd – was nun?

Mittwoch, 29. April 2015

Haltung und Fütterung anpassen.

(aid) – Offenbar sind immer mehr Pferdebesitzer bereit, ihren Vierbeinern einen wohlverdienten Ruhestand zuzugestehen. Deutschlands Pferde werden nämlich immer älter. Nach aktuellen Schätzungen wächst die Zahl älterer und alter Tiere zusehends, etwa 150.000 bis 200.000 Pferde und Ponys sollen es derzeit sein. In der tierärztlichen Praxis sind laut einer Studie 30 Prozent der Pferdepatienten 15 Jahre und älter, zehn Prozent sogar 20 Jahre und mehr. Dabei ist „alt sein“ nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Krankheit und Gebrechlichkeit. Im Gegenteil: Übermut wird durch Gelassenheit ersetzt, Elastizität weicht Erfahrung und Kraft wird kompensiert durch Geschick – Mehrwerte, mit denen die Pferdesenioren gegenüber ihren jüngeren Artgenossen trumpfen können.

Dennoch stellen ältere Pferde andere Ansprüche an Haltung, Fütterung und Training als die jungen Vierbeiner. Die körperlichen und geistigen Fähigkeiten bauen sich mit der Zeit immer mehr ab. Hormonhaushalt und Stoffwechsel werden instabiler. Nicht selten wird auch der Verdauungsapparat anfälliger für Funktionsstörungen. Besonders optisch verändern sich die Tiere mit zunehmenden Jahren. Der natürliche Alterungsprozess zeigt sich meist zuerst im Exterieur: So wird an Augen, Nasenrücken und Maul das Fell sukzessive grauer, die Konturen des Kopfes wirken schärfer. Bei manchen Pferden senkt sich der Rücken ab.

Mit den körperlichen Einschränkungen verändert sich oftmals auch das Verhalten der Tiere: Die Flexibilität des alten Pferdes in Bezug auf seine Reaktionsfähigkeit lässt nach. Es ist häufig nicht mehr so gut in der Lage, auf Umweltreize adäquat zu reagieren und sich auf verändernde Situationen einzustellen. Die visuelle Wahrnehmung nimmt ab, auch die Leistungsfähigkeit des Gehörs lässt altersbedingt nach. Schließlich wird auch die Feinmotorik der Bewegungen zunehmend eingeschränkter.

Das Hauptziel in der Betreuung alter Pferde ist daher die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität. Dies betrifft nicht nur eine art-, sondern vor allem altersgerechte Haltung, eine ausgewogene, angepasste Fütterung, ein gemäßigtes Trainings- bzw. Bewegungsprogramm sowie ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement.

Doch auch im Umgang mit dem Pferdesenior sollten die Besitzer ihre eigenen Ansprüche herunterfahren und den Anforderungen ihrer Vierbeiner vermehrt ihr Augenmerk schenken. Vermeintliche Verhaltensanomalien, vorschnell als Altersdemenz oder -sturheit interpretiert, erscheinen bei einem Perspektivenwechsel unter einem ganz neuen Licht: Wenn sich aufgrund einer zunehmend eingeschränkten Herz- und Lungenfunktion die Leistungsfähigkeit verringert, vorschnelle Ermüdungserscheinungen und eventuell sogar Kurzatmigkeit auftreten, reduziert das Pferd ganz automatisch sein Aktionslevel. Mancher Vierbeiner zeigt sich mit den Jahren auch deutlich ängstlicher und/oder weist eine vermehrte Schreckhaftigkeit auf. Dies kann ein Hinweis auf eine nachlassende Sinnesleistung sein.

http://www.aid.de/

Weitere Informationen:  aid-Heft „Pferdefütterung“, Bestell-Nr. 1592, Preis: 4,00 Euro, www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

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Erholung für Pferdeweiden im Frühjahr – Risiko durch Überweiden

Donnerstag, 9. April 2015

(aid) – Pferdeweiden, die lange in den Herbst hinein und über Winter genutzt wurden, neigen häufig zur Überweidung. Wenngleich die Entwicklung positiv zu bewerten ist, Pferde auch im Winter ins Freie zu bringen, sollten Pferdehalter einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um gesundheitlichen Problemen ihrer Pferde vorzubeugen.

Die Gefahr für Hufrehe steigt beispielsweise mit zunehmendem Fruktangehalt des verbliebenen Aufwuchses. Eine kritische Phase stellt dabei das zeitige Frühjahr dar: an sonnigen Tagen wird durch die Photosynthese viel Energie gebunden und in Form pflanzeneigener Speicherstoffe eingelagert. Fruktane sind wasserlösliche Zuckermoleküle und dienen der Pflanze als Speicher und Frostschutz. Sind die Temperaturen gleichzeitig noch so niedrig, dass das Wachstum der Gräser noch nicht voll eingesetzt hat, kann es zu besonders hohen Fruktankonzentrationen kommen. An wüchsigen, warmen Tagen mit wenig Sonne ist demgegenüber das Risiko am geringsten.

Fruktane tragen zur Übersäuerung des Dickdarms bei, die Darmflora wird gestört und es gelangen Endotoxine ins Blut. Diese können dann einen Reheschub auslösen. Das Auftreten von Kotwasser ist ein Warnzeichen für eine gestörte Darmflora. Gefährdet sind eher vorbelastete und dicke Pferde, für trainierte Pferde mit Normalgewicht  ist die Gefahr weniger ausgeprägt.

Die Einrichtung einer Portionsweide, also die Abteilung und alternierende Nutzung von Weideparzellen, kann den ungenutzten Stücken Erholung und somit besseren Aufwuchs verschaffen, so dass die Fruktan-Konzentration sinkt. Dennoch: die Begrenzung der Menge des aufgenommenen Grases ist besonders bei Risikopferden angezeigt. Für alle Pferde gilt: schrittweises Anweiden im Frühjahr ist die beste Vorsorge. Sollte innerhalb dieser Phase wieder eine Pause entstehen, sollte das Anweiden wiederholt werden. Auch die Heumenge ist entsprechend anzupassen: Bei gutem Aufwuchs kann eine Stunde Koppelgang durchaus ein Kilogramm Heu ersetzen.

Quelle: Friederike Heidenhof, http://www.aid.de/

Weitere Informationen: aid-Heft „Pferdefütterung“, Bestell-Nr. 1592, Preis: 4,00 Euro
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

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Pferdemist richtig dokumentieren

Mittwoch, 25. März 2015

(aid) – Auf größeren Pferdebetrieben gibt es einen Termin, der in jeder Woche regelmäßig stattfindet: Mistabholung. In Nordrhein-Westfalen sind es oft holländische oder belgische Unternehmer, die Pferdemist als Grundlage für die Champignonproduktion oder zur Düngerherstellung abholen. Kleinere Pferdehalter fahren ihren Mist meist zu einem Landwirt oder größeren Pferdehalter, der die Entsorgung übernimmt. Wieviel Mist sie tatsächlich abgeben, wissen die wenigsten. Weder die großen noch die kleinen Halter. Aus den Augen, aus dem Sinn ist allerdings hier nicht angesagt. Wenn schon der ökonomische Faktor, sprich „wieviel Mist gebe ich ab und wieviel zahle ich dafür?“ viele nicht interessiert, bleibt trotzdem die Verpflichtung, auch als Pferdehalter dazu beizutragen, dass Böden und Wasser geschont werden.

Mit der Verbringungsverordnung sollen deswegen die überbetrieblichen Nährstoffströme nachvollziehbar und damit auch kontrollierbar gemacht werden. Eine wichtige Maßnahme, die Pferdehalter – wie alle anderen Tierhalter – nicht als pure Gängelung ansehen sollten.

Jeder, der Wirtschaftsdünger oder Stoffe, die Wirtschaftsdünger enthalten, in Verkehr bringt, befördert oder mit ihnen handelt, muss umfangreiche Aufzeichnungen vornehmen. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise muss er der Landwirtschaftskammer als zuständiger Behörde bis zum 31. März mitteilen, dass er die genannten Stoffe in Verkehr bringt und auch melden, welche Mengen er eventuell aus anderen Bundesländern oder EU-Mitgliedsstaaten importiert hat. Von den Aufzeichnungs-, Mitteilungs- und Meldepflichten sind Betriebe befreit, die weniger als 200 t Frischmasse in Verkehr bringen, befördern oder aufnehmen, sagt die Verordnung.

200 Tonnen erreicht ein Betrieb, der etwa 500 bis 600 kg schwere Pferde hält mit 19 bis 23 Pferden und je nach Einstreumenge. Allerdings müssen auch Kleinbetriebe, die nicht der in NRW geltenden Verbringungsverordnung unterliegen, die Abgabe und Aufnahme von Wirtschaftsdüngern mit Lieferscheinen genau dokumentieren. Vielen kleineren Pferdehaltern ist das nicht bewusst. Die Lieferscheine  müssen zudem drei Jahre aufbewahrt werden, auch wenn es sich nur um kleine Mengen handelt, um die Einhaltung der Vorschriften der Düngeverordnung nachzuweisen.  Kleine Tierbestände machen eben auch Mist, der sich summiert.

Quelle: http://www.aid.de/

Weitere Informationen:
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/duengeverordnung/vvoartikel.htm

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Wie unser Bewusstsein das Unbewusste kontrolliert

Donnerstag, 5. Februar 2015

Sind wir Sklaven unseres Unbewussten und können nichts dagegen tun? Hirnforscher sagen: Nein! Unser Bewusstsein kontrolliert unbewusste Prozesse im Gehirn. Der Wille und die automatische Verarbeitung arbeiten Hand in Hand, nicht gegeneinander. Das hat eine Forschergruppe an der Universität Ulm um den Psychologen Professor Markus Kiefer herausgefunden.

Unbewusste Prozesse, die im Widerspruch zu unseren Absichten stehen, werden weitgehend von unserem Bewusstsein blockiert. „Unser Wille ist freier als gedacht“, sagt Markus Kiefer, Sprecher eines deutschlandweiten Projektnetzwerkes zur Bewusstseinsforschung. Seine Forschungsgruppe konnte mit Messungen der Hirnaktivität im Magnetresonanztomographen (MRT) zeigen, dass bewusste Vorsätze die Arbeit unserer automatischen Systeme im Gehirn steuern. Die Forscher wiesen erstmals nach, dass solche Vorsätze für eine gewisse Zeit Netzwerke von Bereichen im Gehirn etablieren, die den unbewussten Informationsfluss im Gehirn steuern. Diese Ergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Human Brain Mapping veröffentlicht.

Seit den Arbeiten des Begründers der Psychoanalyse Sigmund Freund wurde unhinterfragt angenommen, dass unser Unbewusstes autonom und nicht vom Bewusstsein kontrollierbar ist. „Die Vorstellung des chaotischen und unkontrollierbaren Unbewussten prägt bis heute auch die akademische Psychologie und Kognitionsforschung. Dieses Dogma wurde in der Vergangenheit kaum kritisch hinterfragt“, so Professor Markus Kiefer. „Unsere Befunde widerlegen diese Lehrmeinung. Sie zeigen eindeutig, dass unser Bewusstsein zu den Absichten passende unbewusste Vorgänge in unserem Gehirn verstärkt, nicht passende dagegen abschwächt.“ Dadurch werde gewährleistet, dass unser bewusstes „Ich“ Herr im Haus bleibt und nicht durch eine Vielzahl unbewusster Tendenzen beeinflusst wird. „Wir sind also keinesfalls Sklaven unseres Unbewussten, wie lange Zeit angenommen“, meint Kiefer.

Diese Kontrolle des Unbewussten durch das Bewusstsein zeige sich, so Kiefer, auch im Alltag: “Wenn ich in den Supermarkt gehe, um Spülmittel zu kaufen, bin ich wenig empfänglich für die Schokolade im Süßwarenregal. Die Situation ist ganz anders, wenn ich gerade hungrig und dabei bin, Nahrungsmittel einzukaufen. Ähnliches gilt auch beim Autofahren: Wenn ich einen Fußgänger auf der Fahrbahn erwarte, kann ich ihn mit höhere Wahrscheinlichkeit auch dann rechtzeitig erkennen und abbremsen, wenn er am Rande meines Gesichtsfeldes auftaucht und damit nicht bewusst wahrnehmbar ist.“ Die bewussten Absichten und Einstellungen entscheiden somit darüber, ob ein unbewusster Prozess in unserem Gehirn überhaupt ablaufen kann.

Für die Studie haben die Forscher der Ulmer Universitätsklinik für Psychiatrie die Gehirnaktivität von Probanden beim Lesen von sichtbaren Worten im Magnetresonanztomographen gemessen. Zuvor wurden andere Worte, so genannte Bahnungsreize, für eine ganz kurze Zeit eingeblendet, so dass sie nicht bewusst wahrnehmbar waren. Bedeutungsmäßig verwandte unbewusste Bahnungsreize beschleunigten die Erkennenszeiten der nachfolgend gezeigten kritischen Wörter (z.B. Tisch-Stuhl, Henne-Ei) nur dann, wenn die Probanden zuvor die Absicht hatten, die Bedeutung von Wörtern zu verstehen. Hatten die Probanden dagegen die Absicht, auf die Form von Buchstaben zu achten und die Wortbedeutung zu ignorieren, hatten die unbewussten Bahnungsreize keinen Einfluss auf die Erkennenszeiten der sichtbaren Worte.

Diese Blockade unbewusster Prozesse durch die bewussten Absichten der Probanden konnte auch anhand der Messung der Hirnaktivität nachgewiesen werden. Wie bei den Erkennenszeiten auch, wurde die Gehirnaktivität beim Lesen der sichtbaren Worte nur dann durch die unbewussten Bahnungsworte verändert, wenn die Probanden zuvor, auf die Bedeutung von Bildern beachteten. Beachteten die Probanden zuvor die Form von Bildern, hatten die unbewusst wahrgenommenen Worte keinen Einfluss auf die Gehirnaktivität beim Lesen. Es zeigte sich, dass die bewussten Absichten der Probanden, auf Bedeutung oder Form zu achten, für eine gewisse Zeit unterschiedliche Netzwerke von Hirnarealen etablierten, welche die Verarbeitung der unbewusst wahrgenommenen Reize beeinflussten.

Mit 1,9 Millionen Euro förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein deutschlandweites Projektnetzwerk zur Bewusstseinsforschung, in das das Ulmer Projekt eingebettet ist. Kiefer ist Sprecher dieses Netzwerkes: „Mühelos koordiniert das Gehirn im Alltag bewusste und unbewusste Prozesse, etwa bei der Wahrnehmung. Aber was dabei im Kopf passiert, ist sehr kompliziert und nach wie vor zum Teil unverstanden. Philosophen streiten seit Jahrtausenden über die Natur des Bewusstseins und sein Verhältnis zu den unbewussten Vorgängen. Wir können nun mit modernsten Methoden bewusste und unbewusste Prozesse im Gehirn sichtbar machen und so zur Lösung dieser alten Frage beitragen“. Im Gegensatz zur früheren Lehrmeinung werde durch diese Forschung deutlich, dass sich bewusste und unbewusste Vorgänge im Gehirn wechselseitig beeinflussen.

Literatur: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24954512

Quelle: Universität Ulm

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Strickstrümpfe fürs Pferd – Stallbandagen stören den Lymphabfluss

Mittwoch, 28. Januar 2015

(aid) – Pferde neigen ebenso wie der Mensch zu Lymphödematisierungen in den Beinen. Der Lymphabfluss ist gestört. Um das „Anlaufen“ der Beine zu unterbinden, kommen oftmals Wollbandagen zum Einsatz. Doch diese üblicherweise zum Schutz vor Verletzungen und Ödemen zusammen mit wattierten Unterlagen verwendeten Stallbandagen führen zu deutlicher Minderdurchblutung und stören den Lymphfluss im Pferdebein, so das Ergebnis einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Im Vergleich zum Menschen ist beim Pferd das Unterhautfettgewebe der Extremitäten besonders dünn. Es fehlt eine polsternde Skelettmuskulatur. Der Druck auf das Gewebe erfolgt daher sowohl oberflächlich als auch auf die tief verlaufenden Sammelgefäße (Kollektoren) der Lymphflüssigkeit.

Unter Leitung des Veterinärmediziners Professor Dirk Berens von Rautenfeld wurde der Einfluss von Stallbandagen im Vergleich zu besonderen Strickstrümpfen auf den Lymphfluss am Pferdebein untersucht. Mit Hilfe von Kontrastmitteln und unter Sedation wurden Röntgenaufnahmen von Pferdebeinen erstellt, denen im Wechsel zuerst ein elastischer, schlauchförmiger Strickstrumpf und anschließend eine handelsübliche Standardstallbandage inklusive wattierter Unterlage angelegt wurden. Die nach der Entfernung des Strumpfes angefertigten Kontrollaufnahmen zeigten bei allen Tieren eine unveränderte Weitstellung der Kollektoren, so dass der Durchfluss des Röntgenkontrastmittels bei dem Kompressionsstrumpf ungehindert erfolgen konnte. Bei den Stallbandagen hingegen waren in Höhe des Fesselgelenks auffällige Stauungen festzustellen.

Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass der Einsatz von Stallbandagen kontraindiziert ist. Die übliche Bandagierung, sowohl mit Stall-, als auch mit elastischen Bandagen schädigt längerfristig das Lymphgefäßsystem des Pferdes. Die scheinbare, optisch positive Wirkung der Bandagen erklärt sich dadurch, dass in dem komprimierten Gewebe keine Wassereinlagerung stattfinden kann.

Verbände am Pferdebein sollten nur zum Einsatz kommen, wenn es medizinisch indiziert ist. Dabei sollten Tierärzte allerdings auf Kurzzugbinden zurückgreifen. Zur Prophylaxe von angelaufenen Beinen stellt der Strickstrumpf das Mittel der Wahl dar.

Quelle: Anke Klabunde, www.aid.de

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Pferdefütterung individuell – Futterrationen genau berechnen

Mittwoch, 29. Oktober 2014

(aid) – In der Tierernährung stellt sich generell immer die Frage: wie viel kommt von dem, was ich füttere, auch im Organismus an? Wie bei anderen Nutztierarten hat auch bei Pferden die Fütterung einen großen Einfluss auf die Leistung. Deshalb ist es von Vorteil, als Pferdebesitzer bei der Rationsberechnung einige grundlegende Regeln zu beachten.

Zunächst gilt es, die nötige Energiezufuhr je nach Leistungsanforderung festzulegen. Das geht für geringe, mittlere und hohe Leistung aus einschlägigen Fütterungstabellen hervor. Danach kann die Zusammenstellung der einzelnen Futtermittel im Hinblick auf Eiweiß, Aminosäuren und Mineralstoffe erfolgen. Bei den Nährstoffen wird zur Berechnung nicht der Gesamtgehalt des Futters berücksichtigt, sondern der im Dünndarm verdauliche Gehalt.

Hochwertige Futtermittel erkennt man daran, dass sie beispielsweise einen hohen Gehalt an dünndarmverdaulichem Protein aufweisen. Für Pferde ist die Eiweißfütterung besonders wichtig zum Muskelaufbau, jedoch sollte eine Überversorgung vermieden werden. Je nach Leistungsanforderung wird die Grobfutterration durch energiereicheres Krippenfutter, wie Hafer, Pellets oder eine Kombinationen aus verschiedenen Komponenten eingesetzt. Steigt die Leistung, verschieben sich die Anteile zu Gunsten des energiereicheren Kraftfutters.

Pferdebesitzer in Pensionsställen, so empfehlen es die Autoren des aid-Heftes „Pferdefütterung“, Professor Dirk Winter und Professor Wolfgang Sommer, können die Standardration je nach individueller Leistung mit energiereicherem Futter ergänzen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang eine realistische Einschätzung der wirklichen Leistung, die häufig überschätzt werde. Sowohl eine Unterversorgung wie auch eine Überversorgung könne aber Leistungseinbußen zur Folge haben. Bei hoher Schweißproduktion sei zudem eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, wie Kalium, Natrium und Chlor wichtig.

Für die genaue Rationsberechnung enthält das aid-Heft „Pferdefütterung“ Tabellen und Empfehlungen für Reitpferde mit unterschiedlichen Belastungsniveaus, Zuchtstuten, Ponys, Hochleistungspferde, alte Pferde und Pferde, die auf der Weide gehalten werden.

Weitere Informationen:  aid-Heft „Pferdefütterung“, Bestell-Nr 1592, Preis: 4,00 Euro, www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

Quelle: Friederike Heidenhof, www.aid.de

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Landwirte erlernen alternative Heilmethoden

Freitag, 26. September 2014

L P D – Kügelchen und Sprühflaschen, Milchsäurekulturen und Kräuter, all das hält immer mehr Einzug in Niedersachsens Nutztierställe. Lange, bevor der Antibiotikaeinsatz verstärkt in die öffentliche Diskussion geraten ist, beschäftigten sich einige Tierhalter intensiv mit alternativen Heilmethoden, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Seit mehr als zehn Jahren bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Vorträge und mittlerweile ganze Seminarreihen zu verschiedenen Heilmethoden an, darunter Homöopathie bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden und Arbeitsgruppen zum Einsatz von homöopathischen Mitteln im Schweinestall. „Wir beobachten ein stetig wachsendes Interesse und tolle Erfolge in den Betrieben“, sagt Wiebke Wohler, Beraterin für Tierhaltung bei der Landwirtschaftskammer. Mehr als 400 Teilnehmer haben alleine im Gebiet Oldenburg Nord in den vergangenen sieben Jahren an Schulungen zum Thema Homöopathie und anderen Heilverfahren teilgenommen. Das Interesse und auch die Erfolge stellen sich sehr stark auch durch den Austausch unter Berufskollegen ein, beobachtet Wiebke Wohler. Bei Betriebsrundgängen und sogar Schulungen zu wirtschaftlichen oder produktionstechnischen Dingen, sprechen die Landwirte darüber, mit welchen Naturheilverfahren sie gute Erfolge erzielt haben und motivieren so immer wieder Berufskollegen, in die Thematik einzusteigen. Teilnehmer, die in einem ersten Kurs die Grundlagen erlernt haben, kämen in den meisten Fällen auch zu Folgekursen, in denen bestimmte Bereiche, wie die Kälbergesundheit oder ein gesunder Bewegungsapparat, thematisiert werden.

Landwirtin Dörthe Rieke setzt auf ihrem Hof seit 2011 auf Homöopathie. Zusammen mit ihrem Mann Andreas bewirtschaftet sie im Landkreis Diepholz einen Betrieb mit 1.150 Schweinemastplätzen und 70 Plätzen für Mastbullen. Um mit Naturheilverfahren erfolgreich zu sein, baut auch sie auf den Austausch mit Berufskollegen in einer Arbeitsgruppe der Landwirtschaftskammer. Eine Tierheilpraktikerin leitet den Arbeitskreis, kennt den Betrieb, entwickelt mit den Betriebsleitern Konzepte und hilft in besonderen Fällen weiter. Besonders wichtig sei beim Einsatz alternativer Heilmethoden, dass alle Rahmenbedingungen wie Futter, Luft und die Herkunft der Ferkel stimmen. Zudem müsse man sich mit den Verfahren intensiv beschäftigen und vor allem die Tiere ganz genau beobachten. Denn bei einer frühen Behandlung ist der Erfolg am wahrscheinlichsten. „Das ist aber bei der Schulmedizin genauso wichtig“, sagt die Betriebsleiterin. Kategorisch ausschließen möchten Riekes den Einsatz von Antibiotika trotz aller Erfolge mit alternativen Methoden dennoch nicht. „Wir müssen in der Lage sein, so zu behandeln, wie es für das Tier am besten ist“, sagt Dörthe Rieke.

Quelle: Landvolk Presse Dienst

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Pferdefütterung – Magengeschwüren vorbeugen

Mittwoch, 24. September 2014

(aid) – Der sprichwörtliche „Pferdemagen“ ist nicht so robust, wie der Volksmund glaubt. Ist ein Reitpferd lustlos, gehunlustig und dreht sich zur Wand, wenn es aus dem Stall geholt wird, kann das auf einen gereizten Magen hindeuten. Wirkt ein Pferd darüber hinaus geschwächt, mager und frisst kaum noch und sondert eventuell vermehrt Schleim ab, dann kann es sich um ein Magengeschwür handeln. Diese durch Übersäuerung entstandene Schädigung der Magenschleimhaut ist für das Pferd extrem schmerzhaft und belastet den gesamten Organismus.

Magengeschwüre können auftreten, wenn Pferde eine Stress-Phase durchmachen oder hinter sich haben, sei es durch Überforderung, schlechte Behandlung oder beispielsweise durch eine schmerzhafte Verletzung, Transport, eine Auktion oder schlicht einen Stallwechsel. Geringe Fress- und Ruhezeiten sowie andere Haltungsmängel können ebenfalls zu diesen schweren Magenproblemen beitragen.

Häufig ist die Ursache auch in einer zu hohen Kraftfuttergabe zu suchen, wie Professor Dr. Dirk Winter von der Hochschule Nürtingen sowie Professor Wolfgang Sommer im aid-Heft „Pferdefütterung“ ausführen. Das Kraftfutter sollte den Experten zufolge auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilt werden und vor allem in einem ausgewogenen Verhältnis zur Raufuttergabe stehen. Doch hier liegt häufig der „Hase im Pfeffer“: Die empfohlene Heumenge liegt bei mindestens einem Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Lebendgewicht des Pferdes. Bei einem Großpferd von 600 Kilogramm sollten also 6 Kilogramm Heu gefüttert werden. Das ist in vielen Pensionsställen ein hehres Ziel, das nur selten erreicht wird.

Der zweite Faktor ist der Fütterungszeitpunkt: Das Heu sollte stets vor dem Kraftfutter verabreicht werden, damit der Magen vor der Kraftfuttergabe bereits gut eingespeichelt ist. Beachtet man das und hält das Pferd von Stressfaktoren fern, dann ist dies eine Wohltat für jeden Pferdemagen.

aid-Heft „Pferdefütterung“, Bestell-Nr. 1592, Preis: 4,00 Euro,
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

Quelle: http://www.aid.de/

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Fälschungssichere Pferdepässe

Mittwoch, 17. September 2014

EU-weit strengere Regeln gegen Missbrauch.

(aid) – Der jüngste Pferdefleischskandal kam auf, weil Lebensmittel, in denen „Rind“ verarbeitet worden sein sollte tatsächlich aber „Pferd“ enthielten. Aber es gibt nicht nur Menschen, die es ablehnen, Pferdefleisch zu essen; Pferdefleisch wird durchaus auch für den menschlichen Verzehr in den Handel gebracht – und offenbar auch konsumiert.

Haben solche Pferde vor ihrer Schlachtung jedoch ihr Leben als Sport- oder Freizeitpferd verbracht, ist es sehr wahrscheinlich, dass innerhalb dieser Lebenszeit auch Krankheiten medikamentös behandelt wurden. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass sich Pferdehalter entscheiden müssen, ob das Pferd später als Schlachttier für den menschlichen Verzehr verwendet werden kann. Dann nämlich ist die Behandlung von Krankheiten mit bestimmten Medikamenten ausgeschlossen. Möchte der Halter diese Medikamente dennoch einsetzen, muss das im Pferdepass entsprechend vermerkt werden.

Dieses Dokument muss seit Juli 2009 jedes Pferd, Pony und jeder Esel „besitzen“. Es dient auch als „Krankenakte“, in der jede Behandlung oder Impfungen eingetragen werden. Ein Schlachtpferd kann aufgrund seiner Verwendbarkeit für den menschlichen Verzehr einen höheren Preis erzielen als eines, bei dem diese Vermarktungsoption aufgrund der Medikamentengabe nicht mehr besteht. Darin liegt eine mögliche Versuchung zum Missbrauch.

Die Mitgliedstaaten der EU haben deshalb nun einen Vorschlag der EU-Kommission unterstützt, die Verordnung zur Identifizierung von Pferden zu überarbeiten. Es soll damit EU-weit ein verlässlicheres und sichereres System geschaffen werden, um zu verhindern, dass über Betrug oder Verwechslung Pferdefleisch für den menschlichen Verzehr in den Handel kommt, das hierfür nicht vorgesehen ist. Dazu soll u. a. durch technische Sicherheitsmaßnahmen erreicht werden, dass die Pässe fälschungssicherer werden.

Alle nach dem 1. Juli 2009 geborenen Pferde müssen EU-weit mit einem Mikrochip ausgestattet werden und alle Mitgliedstaaten müssen eine zentrale Datenbank einrichten, sofern noch nicht vorhanden. In Deutschland sind die Zuchtverbände befugt, Pferdepässe auszustellen. Alle Pass- und Mikrochipdaten werden in einer zentralen Datenbank bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hinterlegt. Eine solche Datenbank soll nun auch in allen anderen EU-Mitgliedsländern dazu beitragen, die Ausstellung von Pässen durch die verschiedenen Stellen besser kontrollieren zu können. Die neue Verordnung wird ab dem 1. Januar 2016 gelten. Mitgliedstaaten ohne zentrale Datenbank haben dann noch ein halbes Jahr Zeit, eine solche einzurichten.

Quelle: http://www.aid.de/

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