Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Landwirte erlernen alternative Heilmethoden

Freitag, 26. September 2014

L P D – Kügelchen und Sprühflaschen, Milchsäurekulturen und Kräuter, all das hält immer mehr Einzug in Niedersachsens Nutztierställe. Lange, bevor der Antibiotikaeinsatz verstärkt in die öffentliche Diskussion geraten ist, beschäftigten sich einige Tierhalter intensiv mit alternativen Heilmethoden, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Seit mehr als zehn Jahren bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Vorträge und mittlerweile ganze Seminarreihen zu verschiedenen Heilmethoden an, darunter Homöopathie bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden und Arbeitsgruppen zum Einsatz von homöopathischen Mitteln im Schweinestall. „Wir beobachten ein stetig wachsendes Interesse und tolle Erfolge in den Betrieben“, sagt Wiebke Wohler, Beraterin für Tierhaltung bei der Landwirtschaftskammer. Mehr als 400 Teilnehmer haben alleine im Gebiet Oldenburg Nord in den vergangenen sieben Jahren an Schulungen zum Thema Homöopathie und anderen Heilverfahren teilgenommen. Das Interesse und auch die Erfolge stellen sich sehr stark auch durch den Austausch unter Berufskollegen ein, beobachtet Wiebke Wohler. Bei Betriebsrundgängen und sogar Schulungen zu wirtschaftlichen oder produktionstechnischen Dingen, sprechen die Landwirte darüber, mit welchen Naturheilverfahren sie gute Erfolge erzielt haben und motivieren so immer wieder Berufskollegen, in die Thematik einzusteigen. Teilnehmer, die in einem ersten Kurs die Grundlagen erlernt haben, kämen in den meisten Fällen auch zu Folgekursen, in denen bestimmte Bereiche, wie die Kälbergesundheit oder ein gesunder Bewegungsapparat, thematisiert werden.

Landwirtin Dörthe Rieke setzt auf ihrem Hof seit 2011 auf Homöopathie. Zusammen mit ihrem Mann Andreas bewirtschaftet sie im Landkreis Diepholz einen Betrieb mit 1.150 Schweinemastplätzen und 70 Plätzen für Mastbullen. Um mit Naturheilverfahren erfolgreich zu sein, baut auch sie auf den Austausch mit Berufskollegen in einer Arbeitsgruppe der Landwirtschaftskammer. Eine Tierheilpraktikerin leitet den Arbeitskreis, kennt den Betrieb, entwickelt mit den Betriebsleitern Konzepte und hilft in besonderen Fällen weiter. Besonders wichtig sei beim Einsatz alternativer Heilmethoden, dass alle Rahmenbedingungen wie Futter, Luft und die Herkunft der Ferkel stimmen. Zudem müsse man sich mit den Verfahren intensiv beschäftigen und vor allem die Tiere ganz genau beobachten. Denn bei einer frühen Behandlung ist der Erfolg am wahrscheinlichsten. „Das ist aber bei der Schulmedizin genauso wichtig“, sagt die Betriebsleiterin. Kategorisch ausschließen möchten Riekes den Einsatz von Antibiotika trotz aller Erfolge mit alternativen Methoden dennoch nicht. „Wir müssen in der Lage sein, so zu behandeln, wie es für das Tier am besten ist“, sagt Dörthe Rieke.

Quelle: Landvolk Presse Dienst

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Pferdefütterung – Magengeschwüren vorbeugen

Mittwoch, 24. September 2014

(aid) – Der sprichwörtliche “Pferdemagen” ist nicht so robust, wie der Volksmund glaubt. Ist ein Reitpferd lustlos, gehunlustig und dreht sich zur Wand, wenn es aus dem Stall geholt wird, kann das auf einen gereizten Magen hindeuten. Wirkt ein Pferd darüber hinaus geschwächt, mager und frisst kaum noch und sondert eventuell vermehrt Schleim ab, dann kann es sich um ein Magengeschwür handeln. Diese durch Übersäuerung entstandene Schädigung der Magenschleimhaut ist für das Pferd extrem schmerzhaft und belastet den gesamten Organismus.

Magengeschwüre können auftreten, wenn Pferde eine Stress-Phase durchmachen oder hinter sich haben, sei es durch Überforderung, schlechte Behandlung oder beispielsweise durch eine schmerzhafte Verletzung, Transport, eine Auktion oder schlicht einen Stallwechsel. Geringe Fress- und Ruhezeiten sowie andere Haltungsmängel können ebenfalls zu diesen schweren Magenproblemen beitragen.

Häufig ist die Ursache auch in einer zu hohen Kraftfuttergabe zu suchen, wie Professor Dr. Dirk Winter von der Hochschule Nürtingen sowie Professor Wolfgang Sommer im aid-Heft “Pferdefütterung” ausführen. Das Kraftfutter sollte den Experten zufolge auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilt werden und vor allem in einem ausgewogenen Verhältnis zur Raufuttergabe stehen. Doch hier liegt häufig der “Hase im Pfeffer”: Die empfohlene Heumenge liegt bei mindestens einem Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Lebendgewicht des Pferdes. Bei einem Großpferd von 600 Kilogramm sollten also 6 Kilogramm Heu gefüttert werden. Das ist in vielen Pensionsställen ein hehres Ziel, das nur selten erreicht wird.

Der zweite Faktor ist der Fütterungszeitpunkt: Das Heu sollte stets vor dem Kraftfutter verabreicht werden, damit der Magen vor der Kraftfuttergabe bereits gut eingespeichelt ist. Beachtet man das und hält das Pferd von Stressfaktoren fern, dann ist dies eine Wohltat für jeden Pferdemagen.

aid-Heft “Pferdefütterung”, Bestell-Nr. 1592, Preis: 4,00 Euro,
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1592

Quelle: http://www.aid.de/

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Fälschungssichere Pferdepässe

Mittwoch, 17. September 2014

EU-weit strengere Regeln gegen Missbrauch.

(aid) – Der jüngste Pferdefleischskandal kam auf, weil Lebensmittel, in denen “Rind” verarbeitet worden sein sollte tatsächlich aber “Pferd” enthielten. Aber es gibt nicht nur Menschen, die es ablehnen, Pferdefleisch zu essen; Pferdefleisch wird durchaus auch für den menschlichen Verzehr in den Handel gebracht – und offenbar auch konsumiert.

Haben solche Pferde vor ihrer Schlachtung jedoch ihr Leben als Sport- oder Freizeitpferd verbracht, ist es sehr wahrscheinlich, dass innerhalb dieser Lebenszeit auch Krankheiten medikamentös behandelt wurden. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass sich Pferdehalter entscheiden müssen, ob das Pferd später als Schlachttier für den menschlichen Verzehr verwendet werden kann. Dann nämlich ist die Behandlung von Krankheiten mit bestimmten Medikamenten ausgeschlossen. Möchte der Halter diese Medikamente dennoch einsetzen, muss das im Pferdepass entsprechend vermerkt werden.

Dieses Dokument muss seit Juli 2009 jedes Pferd, Pony und jeder Esel “besitzen”. Es dient auch als “Krankenakte”, in der jede Behandlung oder Impfungen eingetragen werden. Ein Schlachtpferd kann aufgrund seiner Verwendbarkeit für den menschlichen Verzehr einen höheren Preis erzielen als eines, bei dem diese Vermarktungsoption aufgrund der Medikamentengabe nicht mehr besteht. Darin liegt eine mögliche Versuchung zum Missbrauch.

Die Mitgliedstaaten der EU haben deshalb nun einen Vorschlag der EU-Kommission unterstützt, die Verordnung zur Identifizierung von Pferden zu überarbeiten. Es soll damit EU-weit ein verlässlicheres und sichereres System geschaffen werden, um zu verhindern, dass über Betrug oder Verwechslung Pferdefleisch für den menschlichen Verzehr in den Handel kommt, das hierfür nicht vorgesehen ist. Dazu soll u. a. durch technische Sicherheitsmaßnahmen erreicht werden, dass die Pässe fälschungssicherer werden.

Alle nach dem 1. Juli 2009 geborenen Pferde müssen EU-weit mit einem Mikrochip ausgestattet werden und alle Mitgliedstaaten müssen eine zentrale Datenbank einrichten, sofern noch nicht vorhanden. In Deutschland sind die Zuchtverbände befugt, Pferdepässe auszustellen. Alle Pass- und Mikrochipdaten werden in einer zentralen Datenbank bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hinterlegt. Eine solche Datenbank soll nun auch in allen anderen EU-Mitgliedsländern dazu beitragen, die Ausstellung von Pässen durch die verschiedenen Stellen besser kontrollieren zu können. Die neue Verordnung wird ab dem 1. Januar 2016 gelten. Mitgliedstaaten ohne zentrale Datenbank haben dann noch ein halbes Jahr Zeit, eine solche einzurichten.

Quelle: http://www.aid.de/

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Entstehung des Sättigungsgefühls geklärt

Freitag, 5. September 2014

Oleoylethanolamid als Transmitter maßgeblich beteiligt.

Rom (pte002) – Wissenschaftler des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Bioliogia Cellulare e Neurobiologia http://www.ibcn.cnr.it und der Università di Firenze http://www.unfi.it haben den Mechanismus aufgedeckt, mit dem das menschliche Gehirn vom Magen ausgehende Signale empfängt und das Sättigungsgefühl auf den Körper übertragt.

Hinderung am Weiteressen

“Wir haben festgestellt, dass das im Magen während einer Mahlzeit entstehende Sättigungsgefühl von einem bestimmten Lipid ausgeht”, erklärt Projektleiterin Maria Beatrice Passani. Es handle sich um das Oleoylethanolamid, das spezifische Gehirnregionen aktiviert, die Histamin als Neurotransmitter verwenden und am Weiteressen hindern.

Im Verlauf der Labortests hat sich den Wissenschaftlern zufolge erstmalig gezeigt, dass die anorektische Wirkung des Oleoyletahnolamid bei Tieren drastisch zurückgeht, wenn die Fähigkeit zur Produktion von Histamin fehlt oder die neuronalen Histaminreserven infolge eines Inhibitors vorübergehend nicht mehr verfügbar sind.

Basis für neue Appetitzügler

“Uns ist es gelungen, die Art der beteiligten Neurotransmitter und die Vorgänge zu ermitteln, mit deren Hilfe die am Hypothalamus angesiedelten Neuronen die vom OEA erzeugte Information über den jeweiligen Sättigungszustand weitergeben”, so Passani. Dank dieser beim Essverhalten entscheidenden Erkenntnisse eröffneten sich jetzt neue Wege zur Entwicklung von Appetitzüglern und Histamin bildenden Pharmaka, mit denen Fettsucht und Übergewicht besser bekämpft werden können.

Die multidisziplinäre Untersuchung war in direkter Zusammenarbeit mit dem Dipartimento di Fisiologia e Farmacologia der Università La Sapienza http://uniroma1.it in Rom durchgeführt worden. Einzelheiten wurden im Magazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” http://pnas.org unter dem Titel “Satiety factor oleoylethanolamide recruits the brain histaminergic system to inhibit food intake” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com

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Mangel an Vitamin D erhöht Demenzrisiko deutlich

Donnerstag, 7. August 2014

1.650 Personen über 65 Jahren untersucht – Jeder Fünfte ist betroffen.

Devon (pte018) – Ältere Menschen, die an einem schweren Mangel an Vitamin D leiden, verfügen über ein erhöhtes Demenzrisiko. Das hat eine neue Studie unter der Leitung von David Llewellyn von der University of Exeter Medical School http://medicine.exeter.ac.uk ergeben. Die Forscher haben die Daten von rund 1.650 Personen über 65 Jahren analysiert. Allein in Großbritannien leben derzeit rund 800.000 Menschen mit Demenz. Diese Zahl soll bis 2021 auf eine Mio. ansteigen. Details wurden im Fachmagazin “Neurology” http://neurology.org veröffentlicht.

Abhängigkeit von anderen Quellen

Vitamin D wird über die Nahrung aufgenommen und ist vor allem in fettreichem Fisch enthalten. Neben Nahrungsergänzungsmitteln ist vor allem der Kontakt der Haut mit Sonnenlicht von großer Bedeutung. Die Haut älterer Menschen kann bei der Umwandlung von Sonnenlicht in Vitamin D weniger leistungsfähig sein. Damit wird ein Vitaminmangel wahrscheinlicher und die Abhängigkeit von anderen Quellen größer.

Die Teilnehmer wurden sechs Jahre lang begleitet. Zu Beginn litt niemand an Erkrankungen wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Störungen. Keiner der Probanden hatte zu diesem Zeitpunkt einen Schlaganfall erlitten. Am Ende der Studie zeigte sich, dass bei den 1.169 Personen mit guten Vitamin-D-Werten die Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung bei eins zu zehn lag. 70 Personen litten unter einem schweren Vitaminmangel. Ihr Risiko lag bei eins zu fünf.

Nahrungsergänzungsmittel nehmen

Die Experten erwarteten einen Konnex zwischen niedrigen Vitaminwerten und Demenz sowie Alzheimer. “Wir haben nachgewiesen, dass die Verbindung doppelt so stark war wie erwartet”, so Llewellyn. Weitere Studien sind laut dem Forscher nötig, um herauszufinden, ob das Essen von Nahrungsmitteln mit viel Vitamin D oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln das Einsetzen einer Erkrankung verzögern oder gar verhindern kann. “Diese Ergebnisse zeigen nicht, dass geringe Vitamin D-Werte eine Demenz verursachen können.”

Quelle: pressetext.com

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Digitale Sammlung zur Bienenkunde nun online

Donnerstag, 6. Februar 2014

Köln/Bonn – Die ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften baut ihre digitalen Bestände aus. Seit kurzem ist ihre neue Internetseite zur Digitalen Sammlung, die auch umfangreiche Bestände aus der Bienenforschung enthält, online.

Digitalisiert wurden unter anderem Teile aus der Bibliothek des Bonner Bienenkundlers August Pollmann (1812-1898). Diese Sammlung schließt zahlreiche, teils sehr seltene deutsche und fremdsprachige Bücher sowie sieben bienenwissenschaftliche Zeitschriften ein. Die ersten Titel sind nun in digitaler Form unter http://s2w.hbz-nrw.de/apidologie verfügbar, weitere werden folgen.

August Pollmann war ein Bonner Bienenforscher, der von 1868 bis 1894 an der Königlich Preußischen Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf lehrte. Deren Bibliothek, eine Vorgängerinstitution der ZB MED, erwarb die umfangreiche bienenkundliche Sammlung Pollmanns. Zur Sammlung gehört auch die von Pollmann redigierte Zeitschrift „Vereins-Blatt des Westfälisch-Rheinischen Vereins für Bienen-und Seidenzucht“.

Mit der Digitalisierung der Bibliothek Pollmanns leistet die ZB MED einen Beitrag zur Bienenforschung. Diese spielt heute angesichts der aktuellen, als Bienensterben bekannten Problematik eine große Rolle und wird durch die Europäische Union und verschiedene deutsche Bundesländer im Rahmen eines Pilotprojektes (EuBiMo) mit insgesamt 17 EU-Staaten gefördert.

Die gesamte Digitale Sammlung der ZB MED kann unter http://s2w.hbz-nrw.de/zbmed abgerufen werden. Sie bietet einen weltweiten freien Zugang zu zahlreichen urheberrechtsfreien Werken der Bienenkunde sowie zu weiteren Bereichen, etwa der Physischen Anthropologie. Verschiedene Suchoptionen, auch innerhalb der erfassten Titel, eröffnen umfassende Möglichkeiten, mit den digitalisierten Werken zu arbeiten. Gerne nimmt die ZB MED auch Vorschläge für Digitalisierungen entgegen.

Quelle: Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften

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Spinnenseide für Brustimplantate: Neue Beschichtung senkt das Risiko medizinischer Komplikationen

Dienstag, 28. Januar 2014

Brustimplantate aus Silikon kommen seit vielen Jahren in der Chirurgie zum Einsatz. Doch obwohl Silikon für derartige medizinische Anwendungen hervorragend geeignet ist, kommt es in der Folge nicht selten zu Komplikationen. Einer Forschergruppe um Prof. Dr. Thomas Scheibel an der Universität Bayreuth ist es jetzt gelungen, die Brustimplantate mit einer dünnen Haut aus biotechnologisch hergestellten Spinnenseidenproteinen zu überziehen. Dadurch können, wie die erfolgreich abgeschlossenen vorklinischen Tests zeigen, schmerzhafte Folgewirkungen erheblich verringert oder ganz vermieden werden. Im Fachjournal „Advanced Functional Materials“ stellen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse vor.

Implantate, deren Außenhülle aus Silikon besteht, dienen in vielen Fällen der plastischen Wiederherstellung einer Brust, die aufgrund einer Krebserkrankung amputiert wurde. Zudem sind sie unentbehrlich für Brustoperationen, die ohne vorherige Erkrankungen allein aus ästhetischen Gründen vorgenommen werden.

Wenn nun das Silikon mit einer Haut aus Spinnenseidenproteinen überzogen wird, die nicht dicker als 1 bis 5 Tausendstel Millimeter ist, werden die Funktion und die chirurgische Handhabbarkeit des Implantats dadurch in keiner Weise beeinträchtigt. Zugleich toleriert das körpereigene Gewebe die Oberfläche des Implantats viel besser als eine nicht beschichtete Silikonoberfläche, so dass sich das Risiko medizinischer Komplikationen erheblich verringert.

Zu diesen Komplikationen, die nicht selten in den ersten Monaten nach dem Einsatz unbeschichteter Silikonbrustimplantate auftreten, gehört insbesondere eine schmerzhafte Kapselfibrose. Dabei bildet sich um das Implantat eine Kapsel aus körpereigenem Narbengewebe, die häufig verhärtet und sich zusammenzieht. Oftmals muss sie operativ entfernt werden. Bei diesem Eingriff muss das Implantat ausgewechselt werden.

In den vorklinischen Tests mit den beschichteten Implantaten stellte sich heraus, dass die Seidenproteine die Neubildung von körpereigenem Binde- und Narbengewebe signifikant verringern. Die Kapsel, die um das Implantat herum entsteht, ist daher weniger stark und neigt auch weniger zu Verhärtungen. Darüber hinaus kommt es infolge der Seidenbeschichtung in erheblich weniger Fällen zu Entzündungsreaktionen oder zu Abstoßungsreaktionen des Immunsystems.

Die Grundlagen für die Herstellung der Spinnenseidenproteine sowie die Beschichtungstechnologie wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Scheibel am Lehrstuhl für Biomaterialien der Universität Bayreuth entwickelt. Den Rahmen für diese Forschungsarbeiten bildeten ein Projekt des DFG-Sonderforschungsbereichs 840 „Von partikulären Nanosystemen zur Mesotechnologie“ an der Universität Bayreuth sowie ein vom Universitätsklinikum Würzburg gefördertes Vorhaben. Bei den Spinnenseidenproteinen, welche die Verträglichkeit der Brustimplantate erheblich verbessern, handelt es sich um eADF4(C16)-Moleküle, die von der Biotech-Firma AMSilk GmbH in Martinsried mittlerweile im Industriemaßstab produziert werden. AMSilk hat auch die Implantate beschichtet und dabei die hierfür in Bayreuth entwickelte Technologie umgesetzt. Bei ihren vorklinischen Studien haben die Bayreuther Biomaterialforscher eng mit Medizinern am Universitätsklinikum Leipzig sowie wiederum mit Wissenschaftlern der AMSilk GmbH zusammengearbeitet.
„Spinnenseide mit ihren außergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften fasziniert Forscher seit vielen Jahrzehnten“, erklärt Prof. Scheibel. „Bereits in der Antike wurden positive wundheilungsfördernde Effekte beschrieben. Mit unserer neuen Studie ist es gelungen, das Potenzial biotechnologisch hergestellter Spinnenseidenproteine beispielhaft an einer Beschichtung für Silikonbrustimplantate zu zeigen. Die Ergebnisse ermutigen uns, weitere medizintechnische Anwendungen zu verfolgen.“

Literatur: Philip H. Zeplin, Nathalie C. Maksimovikj, Martin C. Jordan, Joachim Nickel, Gregor Lang, Axel H. Leimer, Lin Römer, Thomas Scheibel, Spider Silk Coatings as a Bioshield to Reduce Periprosthetic Fibrous Capsule Formation, In: Advanced Functional Materials; Article first published online: 13 Jan 2014 DOI: 10.1002/adfm.201302813 Die Publikation ist frei verfügbar (open access). Abstract: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/adfm.201302813/abstract

Quelle: Universität Bayreuth

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Unter nährstoffarmen Bedingungen steuern Viren die Größe und Struktur der mikrobiellen Population

Dienstag, 21. Januar 2014

Wissenschaftler der Universität Oldenburg und des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ weisen in der aktuellen Vorab-Onlineausgabe des Journal of the International Society for Microbial Ecology (ISME v. 20.01.2014) nach, dass in extrem tiefen, alten und nährstoffarmen Meeressedimenten bis zu 225 mal mehr Viren als Mikroben leben. Damit stellen in diesen extremen Lebensräumen nicht mehr die bakteriellen Mikroorganismen die größte Fraktion der lebenden Biomasse dar, sondern Viren.

Diese Viren übernehmen die Rolle der Räuber in diesem außergewöhnlichen Biotop. Die Forscher fanden heraus, wie sich mit zunehmender Nährstoffarmut das Verhältnis von Viren zu Mikroben immer stärker hin zu den Viren verschiebt. „Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass die Masse aller lebenden Mikroben im Meeresboden mindestens genauso groß ist wie die der Bewohner der darüber liegenden Weltmeere“, sagt dazu Jens Kallmeyer vom GFZ. „Eine bisher vernachlässigte Unbekannte sind allerdings die Viren.“

In diesen extremen Lebensräumen  übernehmen Viren die Rolle von räuberischen Organismen: Sie steuern die Größe und Struktur der mikrobiellen Population. Die überraschend hohe Zahl der Viren wird damit erklärt, dass die zwar kleine aber aktive Mikrobenpopulation permanent neue Viren produziert, diese aber länger erhalten bleiben weil die wenigen Mikroben weniger Enzyme produzieren, welche die Viren zerstören. Bisherige Messungen im Meerwasser und oberflächennahen Sedimenten konnten zwar zeigen, dass Viren etwa zehnmal häufiger sind als Mikroben, aber aufgrund ihrer wesentlich kleineren Masse keine große Rolle bei der Gesamtmenge der lebenden Biomasse spielen. Außerdem wurde angenommen, dass hauptsächlich räuberische Organismen wie z.B. andere Einzeller, oder auch Würmer oder Schnecken die Größe der Mikrobenpopulation steuern. Die jetzt vorgestellten neuen Ergebnisse zeigen, dass diese einfachen Annahmen so nicht haltbar sind.

Literatur: Engelhardt, T., Kallmeyer, J., Cypionka, H., & Engelen, B. (2014): „High virus-to-cell ratios indicate ongoing production of viruses in deep subsurface sediments”, ISME Journal. doi: 10.1038/ismej.2013.245; 20.01.2014

Quelle: Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

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Koppen – ein Phänomen domestizierter Pferde, Zusammenhang mit Fütterung untersucht

Mittwoch, 15. Januar 2014

(aid) – Koppen zählt vermutlich zu einer der häufigsten Verhaltensanomalien bei Pferden. Durch Anspannen der unteren Halsmuskulatur wird der Schlundkopf geöffnet, woraufhin Luft in die Speiseröhre einströmt und ein deutlich hörbares Geräusch entsteht. Früher galt vor allem Langeweile als eine der Ursachen dieser Stereotype. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass eine mangelhafte Fütterung – insbesondere von zu hohen Kraft- und zu geringen Raufuttermengen – als Auslöser zu vermuten ist. Sie führt zu einer gesteigerten Magensäureproduktion. Im Journal of Equine Veterinary Science haben Wissenschaftler das Ergebnis einer Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen dem Aufsetzkoppen und der Verabreichung von Kraftfutter zum Gegenstand hatte. Ziel der Untersuchung war die Bestimmung einer möglichen Magenschleimhautschädigung und die Wirkung von Kraftfutter auf das im Blut zirkulierende Gastrin.

Die Forscher der US-amerikanischen Universitäten in Michigan und Alabama gingen von der Vermutung aus, dass die gestörten Pferde nicht nur vermehrt an einer geschädigten Magenschleimhaut leiden, sondern auch auf Kraftfuttergaben mit einer erhöhten Gastrin-Konzentration reagieren. Gastrin ist ein Hormon des Magen-Darm-Traktes, das die Produktion von Magensäure anregt.

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 18 adulte Pferde beobachtet, davon eine Gruppe mit Aufsetzkoppern. Die Tiere wurden auf der Weide mit freiem Zugang zum Heu gehalten und erhielten zwei Mal täglich Kraftfutter in pelletierter Form. Für die Dauer von 24 Stunden wurden sowohl die einzelnen Krippenbisse, als auch die Dauer des jeweiligen Kopp-Vorgangs untersucht. Für einen Zeitraum von 24 bis 28 Stunden wurde den Tieren dann das Futter entzogen und die Magenschleimhaut untersucht. Außerdem wurden Proben der Magensäure entnommen. Dann kamen die Pferde wieder für 72 Stunden auf die Weide. Unmittelbar nach einem erneuten Futterentzug über zwölf Stunden wurden Blutproben entnommen. Zwei weitere folgten im Abstand von 60 und 120 Minuten jeweils nach der Verabreichung von einem Kilogramm Kraftfutter.

Zwischen den Pferdegruppen konnten keine Unterschiede in der Anzahl oder im Schweregrad der Magengeschwüre, in der Neigung zu einer Verdickung der Magenwand (Hyperkeratose) oder dem pH-Wert der Magensäure festgestellt werden. Allerdings wurde eine erhöhte Gastrin-Konzentration nach der Verabreichung von Kraftfutter nach 60 und 120 Minuten bei den Aufsetzkoppern beobachtet. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass zum Koppen neigende Pferde bei Dauerweidehaltung keine vermehrten Schäden der Magenschleimhaut entwickeln. Der Verzehr von Kraftfutter führte jedoch zu einem Anstieg der Gastrin-Produktion.

Eine möglichst naturnahe Haltung mit langen Fresszeiten und einer kontinuierlichen Aufnahme von Raufutter gilt nicht nur als Präventivmaßnahme, sondern vor allem als Schlüsselfaktor bei Pferden mit diesen Verhaltensstörungen. Kraftfutter ist hingegen zu meiden bzw. die Fütterung sollte nur in Kleinstmengen erfolgen.

Quelle: www.aid.de

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Verabreichung der natürlichen Substanz Spermidin stoppt Demenz

Sonntag, 1. Dezember 2013

Der altersabhängige Rückgang der Erinnerungsfähigkeit kann durch die Verabreichung der natürlichen Substanz Spermidin gestoppt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Prof. Dr. Stephan Sigrist von der Freien Universität Berlin sowie dem Exzellenzcluster Neurocure und Prof. Dr. Frank Madeo von der Karl-Franzens-Universität Graz. Die Studie wurde vorab in der Online-Version in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ veröffentlicht.

Die Biologen konnten nachweisen, dass die körpereigene Substanz Spermidin einen zellulären Reinigungsprozess auslöst, infolge dessen die Erinnerungsleistung älterer Gehirne von Fruchtfliegen wieder auf jugendliches Niveau steigt.

Erinnerungsprozesse bei tierischen Organismen wie Fliegen oder Mäusen sind auf molekularer Ebene denen des Menschen ähnlich. Sigrists und Madeos Forschung kann einen Beitrag dazu leisten, Mittel zu entwickeln, die das Einsetzen von Demenzerkrankungen verzögern.
Als Auslöser der altersabhängigen Demenz werden aggregierte (verklumpte) Proteine vermutet. Diese reichern sich in alten Gehirnen von Fliegen, Mäusen und Menschen vermehrt an. Das Molekül Spermidin, dessen Anti-Aging-Wirkung bereits 2009 in Madeos Grazer Forschungsgruppe entdeckt wurde, setzt die sogenannte Autophagie in Gang, einen Reinigungsvorgang auf zellulärer Ebene. Proteinaggregate und weiterer zellulärer Abfall werden den Lysosomen, den Verdauungsapparaten in Zellen, zugeführt und dort aufgelöst.

Nachdem den Fruchtfliegen Spermidin zugefüttert wurde, minimierte sich die Menge der Proteinaggregate in ihren Gehirnen deutlich und ihre Erinnerungsfähigkeit nahm zu. Messbar ist dies, weil Fliegen durch klassische Pawlow’sche Konditionierung lernen, sich an das Gelernte erinnern und ihr zukünftiges Verhalten danach ausrichten.

Beim Menschen lässt die Erinnerungsfähigkeit ab etwa dem 50. Lebensjahr nach. Dieser Schwund beschleunigt sich mit zunehmendem Alter. Aufgrund steigender Lebenserwartung nehmen altersinduzierte Demenzerkrankungen drastisch zu.  Die Spermidinkonzentration hingegen nimmt mit dem Alter bei Fliegen auch bei Menschen ab.

Sollte es gelingen, mit Spermidin als Nahrungsergänzung das Einsetzen von Demenzerkrankungen zu verzögern, würde dies für den einzelnen Patienten und die Gesellschaft einen Durchbruch bedeuten. Patientenstudien sind das nächste Ziel von Stephan Sigrist und Frank Madeo.

Der Exzellenzcluster NeuroCure ist eine Kooperation der Charité – Universitätsmedizin Berlin und den biologischen/biochemischen Wissenschaften ihrer Trägeruniversitäten, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin, sowie mit drei außeruniversitären Forschungsinstituten.

Literatur: Varun K Gupta, Lisa Scheunemann, Tobias Eisenberg, Sara Mertel, Anuradha Bhukel, Tom S Koemans, Jamie M Kramer, Karen S Y Liu, Sabrina Schroeder, Hendrik G Stunnenberg, Frank Sinner, Christoph Magnes, Thomas R Pieber, Shubham Dipt, André Fiala, Annette Schenck, Martin Schwaerzel, Frank Madeo & Stephan J Sigrist (2013): Restoring polyamines protects from age-induced memory impairment in an autophagy-dependent manner, Nature Neuroscience, Advance Online Publication, 1 September 2013, doi:10.1038/nn.3512.

Quelle: Freie Universität Berlin

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