Archive for the ‘Allgemein’ Category

Reizdarm oft Folge von Kindheitstrauma

Montag, April 2nd, 2012

Verdauung hochempfindlich auf psychische Belastungen.

Los Angeles/Wien (pte001) – Das häufig verbreitete Reizdarm-Syndrom tritt oft bei Menschen auf, die in der Kindheit Traumatisches erfahren haben – etwa körperlichen, sexuellen oder emotionalen Missbrauch. Das berichten Forscher der University of California http://ucla.eduin der Zeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“. Sie befragten 300 erwachsene Reizdarm-Patienten nach psychologischen, gastrointestinalen und somatischen Symptomen. „Psychische Verletzungen, schlimme Erlebnisse wie auch fehlende Harmonie mit Eltern oder Erziehern erhöhen die Verletzlichkeit für funktionelle Darmstörungen“, sagt Studienautor Lin Chang.

Körper spürt Vernachlässigung

Zwischen zehn und 20 Prozent in westlichen Ländern leiden unter dem Reizdarm-Syndrom, das sich durch Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit über Durchfälle und Verstopfung bis hin zu krampfartige Bauchschmerzen äußern kann. Das Leiden ist zwar nicht lebensbedrohlich, beeinträchtigt aber die Lebensqualität. Die Diagnose können Betroffene dank der sogenannten „Rom-III-Kriterien“ relativ unkompliziert selbst vornehmen, wobei die Wiederkehr, Länge und Frequenz der Bauchschmerzen und auch die Besserung der Symptome nach Stuhlgang oder Änderungen der Stuhlfrequenz oder -form eine Rolle spielen.

Während man bisher schon wusste, dass sexueller Missbrauch und Reizdarm oft zusammenhängen, weiteten die US-Forscher dies nun auf andere Traumen aus. Die beforschten Patienten berichteten viel öfter als die Kontrollgruppe von allgemeinem Trauma, körperlicher Bestrafung oder Vernachlässigung, zudem waren Ereignisse wie das Mitansehen von Gewalt oder geistige Krankheiten in der Familie häufiger. Gleiches galt auch für den bereits früher beforschten sexuellen Missbrauch. Am stärksten war der Zusammenhang allerdings beim emotionalen Missbrauch, zudem waren Frauen eher betroffen als Männer.

Löchriger Reizfilter

„Genau wie Migräne, Rücken- oder Blasenschmerz ist Reizdarm ein Ausdruck des Körpers, dass etwas nicht stimmt, wobei auch die Genetik mitspielen kann“, erklärt Harald Vogelsang von der Spezialambulanz für Gastroenterologie und Hepatologie am AKH Wien http://akhwien.at gegenüber pressetext. Nervenzellen im Darm und Gehirn sind eng miteinander verbunden. Üblicherweise wird die Reizweiterleitung gefiltert, damit man nicht jede Blähung spürt. „Stress oder schlimme Erlebnisse können beitragen, dass der Filter zu viele Löcher bekommt, was häufige Bauchschmerzen zur Folge hat“, so der Experte.

Die US-Studienautoren raten Ärzten, frühe Ereignisse und psychologische Symptome bei betroffenen Patienten gezielt anzusprechen, um so eher eine Symptomreduktion zu erreichen und das gesamte Wohlbefinden zu bessern. In der Praxis ist das schwer, stellt Vogelsang fest. „Ärzte sind geschult, auf gefährliche Symptome zu achten und funktionelle Probleme wie etwa Reizdarm zu übersehen oder wegzureden. Die Patienten wenden sich verängstigt ab und wechseln den Arzt. Die einzige Lösung wäre, dass sich jemand eine halbe Stunde Zeit zum Erklären nimmt, was angesichts der Ordinationsrealität jedoch unmöglich scheint.“

Entspannen wirkt Wunder

Behandeln Ärzte Reizdarm, so verschreiben sie meist zunächst Durchfallmittel oder stopfende Medikamente und empfehlen ballaststoffreiche Kost. Um psychische Grundprobleme zu behandeln, eignen sich laut Vogelsang Entspannungsmethoden wie etwa Hypnose gut. In schweren Fällen oder bei Therapieresistenz sind Psychotherapie oder Antidepressiva nötig.

Abstract unter http://www.cghjournal.org/article/S1542-3565%2811%2901333-4/abstract; Quelle: pressetext.com

Anmerkung: siehe hierzu die “Liminale Frequenztherapie (LFT) nach Dr.Dr. Peter Schneider

Mieten 2011 verbreitet gestiegen – Neubau zieht an

Donnerstag, März 29th, 2012

Die Angebotsmieten von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind im letzten Jahr deutlich gestiegen. Im Bundesdurchschnitt erhöhten sich die Nettokaltmieten um 2,9 Prozent auf 6,38 Euro/m², in Westdeutschland auf 6,72 Euro/m² (+2,7 Prozent), in Ostdeutschland auf 5,51 Euro/m² (+3,5 Prozent). Etwa die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands lebt in Städten und Kreisen mit  aktuellen Steigerungsraten der Angebotsmieten von mindestens zwei Prozent. Aber auch die Bautätigkeit hat sich merklich belebt. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Die Angebotsmieten haben sich besonders in den boomenden Großstädten und in vielen Universitätsstädten stark erhöht. So verzeichneten die 20 Städte mit den kräftigsten Mietsteigerungen 2011 ein Plus zwischen 5 und 10 Prozent, etwa Greifswald, Bremen, Freiburg im Breisgau und Kiel. Neben eher kleineren Großstädten gehören auch Hamburg und Berlin zu den Städten mit stark steigenden Mieten.

„In immer weniger Kreisen stagnieren oder sinken die Mieten. Die Schere zwischen günstigen und teuren Städten geht immer weiter auseinander“, sagt Matthias Waltersbacher, Wohnungsmarktexperte im BBSR. „Gerade in den attraktiven Großstädten ist die Nachfrage hoch, was teilweise zu Angebotsengpässen und zu deutlichen Mietsteigerungen führt“, so Waltersbacher.

Am höchsten sind die Mieten in den wachsenden, wirtschaftsstarken Metropolen und Regionen, darunter München, Rhein-Main, mittlerer Neckar und Hamburg. Auch das südliche und nördliche Oberrheintal, die Bodenseeregion und die südliche Rheinschiene in Nordrhein-Westfalen ragen heraus. Die ostdeutschen Städte Potsdam, Jena und Weimar gehören inzwischen ebenfalls zu den Top 20, wenngleich die Spanne innerhalb dieser Gruppe nach wie vor beträchtlich ist.

Wohnungsneubau zieht wieder an

Die Belebung der Bautätigkeit lässt sich gut an den Baugenehmigungszahlen in 2011 ablesen. Die Genehmigungen von Wohnungen haben im Vergleich zum Vorjahr um 21,7 Prozent zugelegt, im Geschosswohnungssegment sogar um 26,8  Prozent. Aufgrund der aktuellen Marktlage ist zu erwarten, dass hiervon ein größerer Teil auch tatsächlich realisiert wird und somit für Entspannung auf den Mietwohnungsmärkten sorgen kann.

Das BBSR hat in seiner Wohnungsmarktprognose errechnet, dass in den nächsten Jahren jährlich bundesweit rund 193.000 Wohnungen benötigt werden, davon 71.000 in Mehrfamilienhäusern. Sollten sich die steigenden Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen verfestigen, kann der ausgewiesene Wert rasch erreicht oder zeitweilig auch überschritten werden. „Eine kurzfristig höhere Bautätigkeit als gut 190.000 Wohnungen erscheint wegen der in den letzten Jahren sehr niedrigen Baufertigstellungszahlen sinnvoll“, sagt Waltersbacher.

Wohnimmobilien sind auch als Anlageobjekte gefragt

Nicht nur die Nachfrage nach Mietwohnungen nimmt zu, auch der gerade für die Großstädte besonders bedeutsame Geschosswohnungsbau zieht wieder mehr Investoren an. Die deutschen Immobilienmärkte haben sich in der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 als sehr robust erwiesen. Aktuelle Unsicherheiten bei der Stabilität einiger europäischer Staaten und des Euros sorgen dafür, dass Unternehmen und  Privatinvestoren wieder häufiger Immobilien als attraktives Anlageobjekt entdecken. „Die günstigen Finanzierungsbedingungen unterstützen zusätzlich entsprechende Anlageentscheidungen ebenso wie die Aussichten auf Mietensteigerungen in Vermietungsobjekten prosperierender Städte. Das kann den Wohnungsneubau weiter ankurbeln  – vor allem in den größeren Städten“, prognostiziert Waltersbacher.

Die Analyse mit Karten, Grafiken und Tabellen als Download gibt es unter http://www.raumbeobachtung.de. Über aktuelle Trends auf den Wohnungs- und Immobilienmärkten informiert ausführlich der Bericht  „Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland 2011“. Dieser ist als Band 5 der Reihe Analysen Bau.Stadt.Raum erschienen und kann im BBSR zum Preis von 20 Euro bestellt werden. Eine Kurzfassung ist unter http://www.bbsr.bund.de in der Rubrik „Veröffentlichungen“ abrufbar.

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

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Regelmäßiges Schokolade essen macht schlank

Mittwoch, März 28th, 2012

Häufigkeit, nicht Menge entscheidend – Dunkle Knabbereien gesünder.

San Diego (pte008) – Menschen, die regelmäßig Schokolade essen, sind normalerweise schlanker. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of California http://ucsd.edu. Das Team um Beatrice Golomb untersuchte bei fast 1.000 Personen Ernährung, Kalorienzufuhr und den BMI als Parameter für Fettsucht. Es zeigte sich, dass jene Teilnehmer, die im Durchschnitt mehrmals pro Woche Schokolade aßen, durchschnittlich schlanker waren als jene, die sie nur gelegentlich konsumierten.

Ergebnisse kein Zufall

Obwohl Schokolade sehr viele Kalorien hat, enthält sie auch Bestandteile, die den Gewichtsverlust und nicht die Synthese von Fett fördern. Zwar erhöht Schokolade die Kalorienzufuhr stark, lässt sich laut der Studie beim regelmäßigen Schokoladeessen ein Zusammenhang mit einem niedrigeren BMI feststellen. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, als andere Faktoren wie die Sportlichkeit einer Person berücksichtigt wurden.

Laut den Forschern scheint es entscheidend zu sein, wie oft man Schokolade isst, und nicht, wie viel davon. Die Wissenschaftler konnten keine Verbindung zur gegessenen Menge nachweisen. Es gibt laut den Forschern nur eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 100, dass diese Ergebnisse nur auf einen Zufall zurückzuführen sind. Golomb ist der Ansicht, dass diese Ergebnisse wie andere darauf hinzuweisen scheinen, dass die Zusammensetzung der Kalorien und nicht nur die reine Menge bei den Auswirkungen auf das Gewicht eine Rolle spielt.

Weitere Tests notwendig

Die aktuelle Studie ist nicht die erste, die nahelegt, dass Schokolade auch gesund sein kann. Frühere Forschungsergebnisse gingen davon aus, dass Schokolade gut für das Herz sein könnte, wie die BBC berichtet. Bestimmte Arten von Schokolade wurden mit gesunden Veränderungen des Blutdrucks, der Insulinsensitivität oder der Cholesterinwerte in Zusammenhang gebracht. Vor allem dunkle Schokolade enthält Antioxidantien, die gegen schädliche freie Radikale, die die Zellen schädigen, helfen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die antioxidativen Bestandteile, die sogenannten Catechine, die Masse an schlanken Muskeln vergrößern und das Gewicht verringern. Zumindest Studien mit Nagetieren legen diesen Schluss nahe. Mäuse, die 15 Tage lang Epicatechin erhielten, schnitten bei Übungen besser ab und verfügten über eine andere Zusammensetzung der Muskeln. Jetzt sind laut den Forschern weitere klinische Studien notwendig, um zu untersuchen, ob dieser Effekt auch beim Menschen eintritt.

Details der Untersuchung wurden in den Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com

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Soziale Anerkennung am Arbeitsplatz reduziert Risiko eines Burnouts

Dienstag, März 27th, 2012

Wenn Arbeitnehmer sich leistungsgerecht belohnt fühlen, ist das Risiko einer arbeitsbedingten Erschöpfung deutlich geringer. „Das bedeutet allerdings mehr als nur angemessene Bezahlung; wichtig ist vor allem die soziale Anerkennung, die Menschen für ihren Arbeitseinsatz erhalten“, konstatiert der Frankfurter Sozialpsychologe Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl. Dies ist ein wichtiges Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Studie, an der Wissenschaftler der Goethe-Universität, des Sigmund-Freud-Instituts und der Technischen Universität Chemnitz beteiligt waren.

Im Rahmen der gerade abgeschlossenen Untersuchung wurden 2011 fast 900 Supervisoren der Deutschen Gesellschaft für Supervision e. V. (DGSv), die seit Jahren überwiegend Profit- und Non-Profit-Organisationen im sozialen Bereich wie Krankenhäuser, Schulen, Kinder- und Jugendhilfe beraten, nach ihrer Einschätzung zur Arbeitsbelastung befragt. Diese Expertinnen und Experten, von denen knapp die Hälfte bereits 2008 an einer ähnlichen umfangreichen Befragung teilgenommen hatten, bestätigten: Über alle Branchen hinweg sind die Arbeitsbedingungen so, dass viele Beschäftigte ihre psychische Gesundheit riskieren. Von Entwarnung kann keine Rede sein. Dazu das signifikante Zitat einer Supervisorin aus einem von 30 Intensivinterviews: „… als ich da hinkam, hatte die Leitungskraft 600 Überstunden. Und alles, was unter 100 war, bedeutet irgendwie, die arbeiten nicht richtig.“

Wie lassen sich Arbeitsbedingungen so gestalten, dass das Risiko eines Burnouts sinkt?

Arbeitgeber sollten in die Organisationskultur investieren, ist das Fazit der Studie. Dazu Haubl, der an der Goethe-Universität lehrt und forscht und gleichzeitig auch das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt leitet: „Neben der leistungsgerechten Belohnung als einflussreichster Faktor kommt es besonders auf das Verhalten und die Einstellung der Vorgesetzten und der Kollegen an: Chefs, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur als Kostenfaktoren betrachten, sondern als eine Belegschaft mit produktiven Fähigkeiten, die sie nachhaltig zu entwickeln suchen, schützen ebenso vor überfordernden Arbeitsbedingungen, wie Kollegen, die sich halbwegs solidarisch verhalten.“

Die Untersuchung bestätigt übrigens nicht die immer wieder geäußerte Meinung, das Mitarbeiter mit wachsender Indifferenz gegenüber ihrer Arbeit reagieren, wenn sie sich überfordert fühlen. Im Gegenteil: „Die Befragten trafen in den Organisationen in der überwiegenden Mehrzahl auf Beschäftigte, für die Arbeit – noch – eine Sinn stiftende Funktion hat und die deshalb darunter leiden, wenn sie aufgrund eines herrschenden ökonomischen Effizienzdrucks gezwungen sind, Qualitätsstandards zu verletzen“, erläutert Prof. Dr. Günter G. Voss aus Chemnitz, der eine Professur für Industrie- und Techniksoziologie an der Technischen Universität Chemnitz innehat und gemeinsam mit Haubl das Forschungsteam leitet.

In den meisten Organisationen hat in den vergangenen Jahren die Arbeitsintensität eindeutig zugenommen: Arbeitsprozesse werden verdichtet und beschleunigt, Nischen beseitigt; die Zahl der prekären und befristeten Arbeitsverhältnisse nimmt zu.

Die Supervisoren, die für diese Studie befragt wurden, sind mit den turbulenten Veränderungen in der Arbeitswelt bestens vertraut. Ihre Einschätzungen sind besonders aussagekräftig, weil sie einerseits als kritische Zeitzeugen derartige Prozesse beobachten und ungeschönte Einblicke in das Innenleben von Organisationen haben, andererseits aber auch gemeinsam mit Einzelpersonen und Teams nach konstruktiven Handlungsalternativen suchen. Immer häufiger, so stellen die Befragten fest, wird Arbeitnehmern zugemutet, einander widersprechende Anforderungen – wie die zwischen Professionalität und Kosteneinsparung – ohne betriebliche Unterstützung auszuhalten und abzufedern. „Und das führt entweder dazu, sehenden Auges die eigene Gesundheit zu riskieren, um Karrierevorteile zu erlangen, oder es demoralisiert“, so Haubl. „Sollen Arbeitsplätze keine Gesundheitsrisiken sein, wie es die Weltgesundheitsorganisation in der Charta von Ottawa verlangt, bedarf es eines Einstellungswandels, der heute vielerorts noch in weiter Ferne liegt.“

Quelle: Goethe-Universität Frankfurt am Main

Anmerkung: siehe auch den Online-Kurs „Naturheilkundliche Vorbeuge und Behandlung des Burn-Out-Syndroms

Schon leichte Reize ändern den Informationsfluss im Gehirn

Freitag, März 23rd, 2012

Ein Kelch oder zwei Gesichter? Was wir in einer der bekanntesten optischen Illusionen zu sehen glauben, wechselt in Sekundenbruchteilen; und damit auch der Weg, den die Information im Gehirn nimmt. Wie dies möglich ist, ohne die zellulären Verknüpfungen des Netzwerks zu ändern, konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation, des Bernstein Zentrums Göttingen und des Deutschen Primatenzentrums in einer theoretischen Studie zeigen. Je nachdem, in welchem zeitlichen Muster Hirnareale kommunizieren, ändert sich der Informationsfluss. Um dessen Umorganisation auszulösen, genügt bereits ein leichter Reiz, etwa ein Duft oder Ton, zur rechten Zeit.

Wie Gehirnareale miteinander verschaltet sind, spielt bei der Informationsverarbeitung eine wichtige Rolle. Durch den Auf- und Abbau der Nervenverbindungen zwischen Hirnarealen kann diese Verarbeitung verändert werden. Doch solche Vorgänge sind viel zu langsam, um schnelle Veränderungen in der Wahrnehmung zu erklären.

Aus experimentellen Studien weiß man, dass die verantwortlichen Prozesse mindestens zwei Größenordnungen schneller sein müssen. Die Göttinger Wissenschaftler zeigen nun erstmals anhand von Computersimulationen, dass es möglich ist, in einem fest verschalteten Netzwerk den Informationsfluss auf einfache Weise zu verändern.

Viele Hirnareale  zeigen regelmäßige Nervenzellaktivität. „Die interagierenden Hirnbereiche verhalten sich wie Metronome, die mit der gleichen Geschwindigkeiten und in einem bestimmten zeitlichen Muster schlagen“, erklärt der Physiker und Leiter der Studie Dr. Demian Battaglia. Die Forscher konnten nun zeigen, dass dieses Muster den Informationsfluss bestimmt. „Beeinflusst man eines der Metronome, etwa durch einen äußeren Reiz, schlägt es danach mit einer anderen Geschwindigkeit oder in einem veränderten zeitlichen Muster mit den anderen Metronomen. Die anderen Areale stellen sich durch Selbstorganisationsprozesse darauf ein und spielen selbst in einem neuen Rhythmus. Darum genügt es, im Netzwerk eines der Areale zu beeinflussen, um die Funktionsweise des Netzwerks vollständig zu verändern“,  sagt Battaglia.

Der äußere Einfluss muss nicht besonders groß sein. „Wichtiger ist, dass der ‚Kick’ genau zum richtigen Zeitpunkt im Rhythmus erfolgt“, erklärt Battaglia. Der Prozess könnte in der  Wahrnehmung von wesentlicher Bedeutung sein: „Wir sind darauf gepolt, in einem Bild möglichst schnell Gesichter zu erkennen, selbst wenn da keine sind. Wenn aber ein Duft an Wein erinnert, sehen wir sofort den Kelch im Bild. Dadurch können wir uns auch schnell auf Dinge einstellen, die wir nicht erwartet haben, indem wir den Fokus unserer Aufmerksamkeit verschieben“, erläutert der Göttinger Forscher.

Als nächstes möchten die Wissenschaftler das Modell an anatomisch realistischeren Netzwerken testen. Außerdem erhoffen sie sich, dass davon auch experimentelle Studien inspiriert werden, wie Battaglia meint: „Es wäre fantastisch, wenn in einigen Jahren einzelne Bereiche im Gehirn so fein und exakt stimuliert werden können, dass die von uns theoretisch vorhergesagten Effekte durch bildgebende Verfahren messbar werden.“

Das Bernstein Zentrum  Göttingen ist Teil des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience (NNCN). Das NNCN wurde vom BMBF mit dem Ziel gegründet, die Kapazitäten im Bereich der neuen Forschungsdisziplin Computational Neuroscience zu bündeln, zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Das Netzwerk ist benannt nach dem deutschen Physiologen Julius Bernstein (1835-1917).

Original-Veröffentlichung: Battaglia D, Witt A, Wolf F, Geisel T (2012): Dynamic effective connectivity of inter-areal brain circuits. PLoS Comp Biol, 10.1371/journal.pcbi.1002438,
http://www.ploscompbiol.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pcbi.1002438

Quelle: Nationales Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience

Anmerkung: siehe hierzu die „Liminale Frequenztherapie (LFT) nach Dr.Dr. Peter Schneider

Deutschlands Landwirtschaft 2021

Freitag, März 16th, 2012

Bioenergiesektor wesentlicher Einflussfaktor – Projektion des vTI-Modellverbunds.

„Auf die Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland übt der Bioenergiesektor einen großen Einfluss aus“, sagt Dr. Frank Offermann, Sprecher des Modellverbunds des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI). „Dies gilt sowohl für den Agrarhandel als auch für die Anbaustrukturen und die Umweltwirkungen der Landwirtschaft.“
Die agrarökonomischen Institute innerhalb des Thünen-Instituts erstellen alle zwei Jahre Projektionen der erwarteten Entwicklungen im deutschen Agrarsektor. Dabei stützen sie sich auf ökonomische Modelle (Betriebs-, Regions- und Marktmodelle; sog. Modellverbund). Bei den Projektionen wird davon ausgegangen, dass sich während des Untersuchungszeitraums die derzeitige Agrarpolitik nicht ändert. Zusätzlich werden bestimmte Annahmen zur Entwicklung äußerer Einflussfaktoren, wie zum Beispiel globales Wirtschaftswachstum, getroffen. Diese sogenannte „vTI-Baseline“ stellt somit keine Prognose dar, sondern bildet ein Referenzszenario, mit dem sich die Auswirkungen verschiedener Politikoptionen analysieren lassen.

Die diese Woche veröffentlichte vTI-Baseline 2011 – 2021 wurde in enger Abstimmung mit Fachreferaten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erstellt. Erstmals wurden in Kooperation mit dem Thünen-Institut für Agrarrelevante Klimaforschung auch die Umweltwirkungen der Landwirtschaft ausführlich dargestellt.

Die Projektion zeigt, dass das Handelsbilanzdefizit der EU bei Agrarprodukten weiter ansteigt (von 21 auf 35 Mrd. Euro), weil verstärkt Ölsaaten und Getreide als Rohstoffe für die Produktion von Biotreibstoffen importiert werden müssen. Ansonsten würden die Beimischungsverpflichtungen der EU-Biokraftstoffrichtlinie nicht eingehalten werden.

Diese politisch festgelegten Beimischungsverpflichtungen beeinflussen neben den Weltmarktpreisen die Entwicklung der Erzeugerpreise. Im Baseline-Szenario liegen die projizierten Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte in Deutschland weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau. Höhere Preise für Vorleistungen einschließlich Futter verteuern die tierische Erzeugung weltweit.

Bei den Milchprodukten werden die Binnenmarktpreise durch die steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt zusätzlich gestützt.

Nach den Modellanalysen hat die Förderung des Biomasseanbaus zur Energiegewinnung den größten Einfluss auf die Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächennutzung in Deutschland. Unter den getroffen Annahmen wird der Energiemaisanbau bis 2021 von 450 000 ha im Jahresdurchschnitt 2006-2008 auf etwa 1,4 Mio. ha ausgedehnt, wofür stillgelegte Flächen genutzt sowie die Getreide- und Ölsaatenproduktion vermindert werden. Die Milcherzeugung wird bis zum Jahr 2021 bei weitgehend stabilen Preisen nach dem Wegfall der Milchquoten um rund 7 % erhöht. Wie schon in der Vergangenheit wird sich die Milchproduktion weiterhin stärker auf die günstigen Grünlandstandorte konzentrieren.

Im Vergleich zum Zeitraum 2006 bis 2008 geht das durchschnittliche Betriebseinkommen pro Arbeitskraft in der vTI-Baseline leicht zurück, liegt aber deutlich über dem Niveau der letzten zehn Jahre. Während die Einkommen in Milchviehbetrieben (-4 %) und sonstigen Futterbaubetrieben (-15 %) rückläufig sind, können Ackerbaubetriebe infolge des relativ hohen Preisniveaus für Getreide und Ölsaaten und neuer Einkommensmöglichkeiten aus dem Anbau von Energiemais ihr vergleichsweise überdurchschnittliches Einkommensniveau aus dem Basisjahrzeitraum halten. Unter den getroffenen Annahmen profitieren Veredlungsbetriebe (+21 %) von steigenden Schweine- und Geflügelfleischpreisen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Betriebsergebnisse der Veredlungsbetriebe von einer hohen Volatilität gekennzeichnet und im Basisjahrzeitraum häufig unterdurchschnittlich ausgefallen sind.

Die Ammoniak-Emissionen in Deutschland stagnieren etwa auf Höhe der EU-rechtlich festgelegten Emissionsobergrenze. Um die Obergrenze gesichert und dauerhaft zu unterschreiten, müssen die Emissionen weiter gemindert werden. Steigende Hektarerträge und der Ausbau der Energiepflanzenproduktion lassen eine erhöhte N-Düngungsintensität und einen Anstieg des Stickstoffsaldos um ca. 10 % erwarten. In Regionen und Betrieben mit intensiver Tierhaltung wird sich die dort bestehende Stickstoffproblematik bis 2021 nicht entschärfen. Eine zunehmende Rolle spielen auch die Gärreste aus der Biogaserzeugung, die bei geringer Verwertung des Stickstoffs ebenfalls die Salden erhöhen und zudem eine neue Quelle für Ammoniak-Emissionen darstellen.

Der Bericht „vTI-Baseline 2011 – 2021: Agrarökonomische Projektionen für Deutschland“ kann kostenlos von der Homepage des Thünen-Instituts heruntergeladen werden unter http://www.vti.bund.de/fileadmin/dam_uploads/vTI/Publikationen/Landbauforschung_Sonderhefte/lbf_sh355.pdf.
Der Bericht kann auch als Druckexemplar für 10 Euro beim Thünen-Institut (landbauforschung@vti.bund.de) erworben werden. Offermann, F. et al. (2012): vTI-Baseline 2011 – 2021: Agrarökonomische Projektionen für Deutschland. Landbauforschung , Sonderheft Nr. 355, Braunschweig.

Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

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Die Pein im Leib: Wenn das Bauchhirn den Schmerz erlernt

Donnerstag, März 15th, 2012

Der Mensch hat zwei Gehirne – eines im Kopf, ein zweites im Bauch. Die beiden Gehirne haben viele Gemeinsamkeiten, kommunizieren miteinander und funktionieren nach ähnlichen Spielregeln. »Darum sind manche Prozesse im Bauchhirn mit der Chronifizierung von Schmerzen im Zentralnervensystem vergleichbar und wie bei der Chronifizierung von Rückenschmerzen wirken auch bei Bauchschmerzen innere und äußere Faktoren zusammen, wenn die Pein zum Dauerbegleiter wird«, erklärt der Duisburger Schmerztherapeut Dr. Günther Bittel auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2012 in Frankfurt.

Zehn bis 25 Prozent aller schulpflichtigen Kinder leiden unter wiederkehrenden Bauchschmerzen. 90 Prozent dieser Kinder fehlen regelmäßig in der Schule, fast 30 Prozent verpassen mehr als zehn Prozent ihrer Schultage. Doch nur bei zehn Prozent der kleinen Patienten können die Ärzte eine klare Diagnose stellen. Nur selten wird eine bedeutsame körperliche Störung diagnostiziert, die spezifisch therapiert werden kann. Auch eindeutige psychische Einflußfaktoren lassen sich in den meisten Fällen nicht feststellen.

Die verbreitete Annahme, dass man wiederkehrende Bauchschmerzen ohne eindeutige Ursache nicht ernst nehmen müsse, weil diese sich »auswachsen« ist jedoch falsch: Etwa die Hälfte der betroffenen kleinen Patienten nimmt ihre Schmerzen ins Erwachsenenalter mit. Und oft kommen dann weitere Probleme dazu. »Viele Patienten mit chronischen Bauchschmerzen leiden zusätzlich unter Durchfällen, Schlafstörungen und anderen psychovegetativen Folgeerkrankungen«, weiß der Duisburger Schmerztherapeut Dr. Günther Bittel.

Bauchschmerz als Dauerbegleiter

Wie viele Menschen an chronischen Bauchschmerzen leiden, lässt sich schwer abschätzen. In Untersuchungen schwanken – je nach Definition und Kriterien – die Zahlen zwischen 2,5 und 30 Prozent der Bevölkerung. Frauen sind häufiger betroffen. Schwer vorhersehbar ist auch der Verlauf. Die Symptome können sich im Laufe der Zeit ändern, stärker oder schwächer werden, verschwinden und wiederkommen. Doch in den meisten Fällen bleiben die Beschwerden ein Dauerbegleiter. Totschlagdiagnosen und keine Therapie. Die Patienten machen allerdings oft die Erfahrung, dass ihre Beschwerden weder ernst genommen, noch adäquat behandelt werden. »Es werden Totschlagsdiagnosen wie »Reizdarm-Syndrom« und »somatoforme Störung« gestellt, kombiniert mit therapeutischem Nihilismus«, kritisiert Bittel. Dabei ist es sehr wohl möglich, häufige und wesentliche Ursachen der Beschwerden aufzudecken, etwa Laktose-, Fruktose- und Sorbit-Intoleranz, verzögerte Nahrungsmittelallergien, Gluten-Unverträglichkeit, Histamin-Intoleranz oder chronische Infektionen.  »Nötig dazu ist jedoch eine exakte Befunderhebung, eine klinische Untersuchung, ergänzt durch ein Ernährungs- und Schmerztagebuch sowie eine exakte Labordiagnostik«, sagt Bittel.

Mehr als eine Darmerkrankung

Bei chronischen Bauchschmerzen geht es um mehr als um eine reine Darmerkrankung. Der ganze Magen-Darm-Trakt ist betroffen. »Eine wichtige Rolle spielt dabei das so genannte Darmhirn, das kurz ENS genannte enterale Nervensystem«, erklärt der Duisburger Schmerztherapeut. Mit seinen 150 Millionen Nervenzellen ist das ENS das größte zusammenhängende Nervensystem außerhalb des Zentralnervensystems. In ihm laufen Prozesse nach ähnlichen Spielregeln ab wie im Rückenmark oder im Gehirn. »Darum ist es nicht verwunderlich, dass sich auch im Nervensystem unseres Magen-Darm-Traktes Chronifizierungsprozesse abspielen können, die der Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses im Zentralnervensystem ähneln«, sagt Bittel. Wie bei der Chronifizierung von Schmerzen im Rücken, wirken auch bei der Chronifizierung von Bauchschmerzen innere und äußere Faktoren zusammen: emotionale Aspekte, Entzündungsprozesse, Ernährung aber auch die mikrobiellen Bewohner des Darms, die Mikroflora.

Multimodale Therapiekonzepte

Ähnlich wie bei anderen chronischen Schmerzformen, setzen Schmerztherapeuten auch bei chronischen Bauchschmerzen heute auf multimodale Therapien, also Behandlungen, in denen verschiedene Strategien miteinander kombiniert und den individuellen Bedürfnissen eines Patienten angepasst werden. »Diese modernen Ansätze, bei denen Medikamente, psychosomatische und psychotherapeutische Strategien mit Ernährungsmedizin, mikrobiologischen Therapien und Naturheilverfahren kombiniert werden, haben eine gute Erfolgsrate«, sagt Bittel.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag „Das Bauchhirn bei Menschen und Tieren„.

Stress vor der Geburt beeinflusst Altern und Krankheitsrisiko

Dienstag, März 13th, 2012

Stress in der Schwangerschaft kann negative Folgen für das Ungeborene haben, aber auch sein späteres Leben nachhaltig beeinflussen.

Wie sich Stress auf die Alterung des Gehirns und dessen Anfälligkeit für altersbedingte Erkrankungen (z.B. Schlaganfall) auswirkt, wird in einem von der Europäischen Union mit drei Millionen Euro geförderten Projekt untersucht. Forscher aus Europa und den USA prüfen, ob psychischer Stress, die Gabe von Stresshormonen bei drohender Frühgeburt oder Mangelernährung der Mutter die Verarbeitung von Stresssignalen im Gehirn des Kindes langfristig verändert. Zwei Forschungsgruppen des Leibniz-Instituts für Altersforschung in Jena sind am BrainAge-Projekt beteiligt.

Bereits während der Schwangerschaft bekommt das Ungeborene schon viel mit. Es nimmt Vibrationen, Licht und gedämpfte Geräusche wahr, merkt aber auch, ob seine Mutter glücklich oder stark gestresst ist. Beschleunigt sich z.B. der Herzschlag der Mutter oder steigt ihr Blutdruck an, dann kommt es zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen (Glucocorticoiden), die über die Nabelschnur auch an das Baby weitergegeben werden und bei ihm ebenfalls Stress hervorrufen. Aktuelle Studien zeigen, dass Störungen während der Schwangerschaft (pränataler Stress), wie psychischer Stress, Mangel- und Fehlernährung der Mutter oder die medikamentöse Einnahme von Stresshormonen (Cortison), den späteren Gesundheitszustand des heranwachsenden Menschen direkt beeinflussen und das Risiko für altersbedingte Krankheiten (z.B. Arteriosklerose, Diabetes, Demenz und Schlaganfall) erhöht. Im Mutterleib werden also bereits die Weichen für das weitere Leben gestellt und die Veranlagung für bestimmte Krankheiten geprägt.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena wollen nun – zusammen mit fünf europäischen Partnern in Deutschland, Belgien, Italien, Niederlande und Österreich und zusätzlich in den USA – untersuchen, wie sich Stress während der Schwangerschaft auf die Entwicklung des Gehirn auswirkt und welche Hinweise sich daraus auf die Alterung des Gehirns und dessen Anfälligkeit für alters-assoziierte Erkrankungen ergeben.

Die Forschergruppen untersuchen – vergleichend in verschiedenen Säugetierarten von Maus und Ratte über Pavian bis hin zum Mensch – den Einfluss von Cortison/Glucocorticoiden bei drohender Frühgeburt, psychischem Stress und Fehlernährung der Mutter während der Schwangerschaft auf das Altern der Nachkommen. Im Fokus steht dabei das Risiko des Nachwuchses, im Alter einen Schlaganfall zu erleiden.

„Diese vergleichende Betrachtung so unterschiedlicher Probandengruppen – von Frühchen über Senioren, die im Krieg zu Hungerszeiten geboren wurden, hin zu Nagetieren und Affen – ist einzigartig“, erklärt Dr. Jan P. Tuckermann vom FLI, “erlaubt sie uns doch so eine direkte Übertragung von Ergebnissen aus Tierexperimenten auf die Verhältnisse im Menschen.“ Seine Gruppe erforscht, wie körpereigene Glucocorticoide zum pränatalen Stress im Mutterleib mit beitragen und welche molekularen Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Dazu untersuchen sie genetisch veränderte Mäuse mit eingeschränkter Glucocorticoid-Wirkung.

Die zweite Gruppe am FLI um Dr. Matthias Platzer, Leiter der Genomanalyse, untersucht, wie pränataler Stress die Genaktivität des Stresshormon-Rezeptors, den Glucocorticoid-Rezeptor (GR), beeinflusst. Dabei wird gezielt nach Änderungen im DNA-Methylierungsmuster (molekularer Schalter für die „Lesbarkeit“ und „Nicht-Lesbarkeit“ bestimmter Gen-Abschnitte) des GR-Gens geschaut.

„Mit dem BrainAge-Projekt wollen wir epigenetische Effekte von mütterlichem Stress auf die Erbanlagen ihrer Nachkommen identifizieren“, berichtet Dr. Platzer. „Wir untersuchen, ob die Veränderungen zwischen den verschiedenen Säugetierarten vergleichbar sind und ob sich daraus vielleicht sogar diagnostische Marker für uns Menschen ableiten lassen.“
Die zu erwartenden Ergebnisse werden dabei helfen, die molekularen Ursachen von vorgeburtlichem Stress besser zu verstehen und mögliche Risiken für altersbedingte Erkrankungen abzuleiten; ein wichtiger Punkt, um frühzeitig Maßnahmen zur Prävention einleiten zu können. Die beste Vorsorge ist jedoch, ungünstige Faktoren bereits während der Schwangerschaft völlig zu reduzieren.

„Wenn die Zeit im Mutterleib so wichtig für die Ausprägung von Veranlagungen für Gesundheit und Krankheit im späteren Leben ist, dann steht das im Widerspruch zu dem verzerrten Modebewusstsein und Schlankheitswahn während der Schwangerschaft oder dem psychischen Stress und Druck im Berufsleben, dem Schwangere in unserer Gesellschaft heute mitunter ausgesetzt sind,“ merken Platzer und Tuckermann dazu kritisch an.

Das internationale Forschungsprojekt BrainAge wird von Prof. Matthias Schwab vom Universitätsklinikum Jena (UKJ) koordiniert und von der Europäischen Union mit drei Millionen Euro gefördert. Davon stehen 627.000 Euro den beiden am Projekt beteiligten Gruppen des FLI unter Leitung von Dr. Matthias Platzer und Dr. Jan P. Tuckermann zur Verfügung, mit denen auch 2 neue Doktorandenstellen finanziert werden.

Quelle: Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)

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RAVE – Offshore-Windparks ersetzen Atomkraftwerke

Sonntag, März 11th, 2012

Offshore-Windenergie kann einen Großteil der bisherigen Energie aus deutschen Atomkraftwerken ersetzen. Ein Jahr nach Fukushima zeigt das Forschungsprojekt RAVE das Potential der Offshore-Windenergie. „Sie ist ein unverzichtbares Standbein für einen ausgewogenen Strommix aus erneuerbaren Energien.

Der erste deutsche Offshore-Windpark „alpha ventus“ ist ein Meilenstein für die Nutzung der Windenergie in der Nordsee“, betonte Prof. Jürgen Schmid, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung, bei einer Veranstaltung zum BMBF-Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 hat die Bundesregierung im Sommer vergangenen Jahres beschlossen, in Deutschland deutlich schneller als zuvor geplant aus der Kernenergie auszusteigen und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Es ist der Aufbruch in ein neues Energiezeitalter – auf der Grundlage einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung soll von heute rund 20 Prozent auf mindestens 35 Prozent im Jahr 2020 ansteigen und sich bis 2050 auf 80 Prozent erhöhen.

„Die Ansätze zur Nutzung der Windenergie auf hoher See sind viel versprechend und aussichtsreich. Dennoch müssen wir die Erkenntnisse aus der praktischen Umsetzung in die Forschung und Entwicklung zurückkoppeln, denn vergleichsweise noch junge Technik muss weiterentwickelt werden. Nur so lassen sich die hochgesteckten Ziele an Erträgen, Zuverlässigkeit und Kosten für „Strom vom Meer“ erreichen,“ so die Einschätzung von Prof. Jürgen Schmid. Die BMU-Forschungsinitiative Research at alpha ventus RAVE soll zeigen, ob man mitten in der Nordsee wirtschaftlich und zuverlässig Strom erzeugen kann.

Über hundertfünfzig Wissenschaftler untersuchen, wie sich Wind, Wetter und Wellen auf Gondeln, Stahltürme und Rotorblätter auswirken, ob sie den Belastungen weit draußen im Meer auch zwanzig Jahre lang stand halten, welchen Einfluss die Anlagen auf das sensible Ökosystem der Nordsee haben und wie Laser auf hoher See Windmessungen optimieren und somit den Betrieb der Offshore Parks wirtschaftlicher machen können.

Die Ergebnisse der BMU-Forschungsinitiative RAVE des ersten deutschen Offshore-Windparks werden vom 8. – 10. Mai 2012 in einer internationalen Konferenz in Bremerhaven vorgestellt (www.rave-offshore.de). „Das Testfeld alpha ventus bietet weltweit einmalige Forschungsmöglichkeiten. Über 1000 kontinuierliche Messdaten der Anlagen werden in einem zentralen Forschungsarchiv bereitgestellt. Kein Wunder, dass der Andrang der Wissenschaftler groß ist. Damit ist ein bisher in Deutschland und auch weltweit einmaliges nationales Netzwerk der Windenergieforschung entstanden, das sich international u. a. mit der Europäischen Technologieplattform Windenergie, der Europäischen Windenergie Akademie (EAWE) und IEA-Aktivitäten vernetzt hat.“, erläutert Schmid.

Ein neuer Film (www.filmplattform.com) dokumentiert das große Gemeinschaftsprojekt „alpha ventus“, dass gleichermaßen ein Technolgieabenteuer und umfassendes Forschungsprojekt ist. Die 48-minütige HD-Dokumentation stellt exemplarisch folgende Schwerpunkte vor, um Windenergie vom Meer zuverlässig, wirtschaftlich und ökologisch verträglich zu machen:
– Konzeption des Windparks und der -anlagen
– Rauhe Umgebungsbedingen in der Nordsee
– Effekte von Wind, Wellen auf die Tiefseefundamente und Anlagen
– Moderne Lasermessmethoden zur Analyse von Windfeldern
– Animation von turbulenten Luftströmungen über dem Meer
– Lebensdauertest von Rotorblättern
– Schutz von Messsensoren vor Umwelteinflüssen auf See
– Prognosesysteme für Offshore-Windenergie
– Ökologische Untersuchungen der Einflüsse auf den marinen Lebensraum

Quelle: Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES)

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Immer mehr Migräne bei Kindern

Samstag, März 10th, 2012

Expertin: „Problem wird völlig übersehen“.

Wien (pte004) – Migräne und chronischer Kopfschmerz sind bei Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch: Hatten in den 70er-Jahren nur 14 Prozent von ihnen Kopfschmerz-Erfahrung, sind es heute 60 bis 80 Prozent. Die Politik ignoriert das Thema völlig und es gibt kaum Behandlungszentren, warnen Experten.

„Kopfschmerz sieht man nur als Symptom, das durch Behandlung der grundlegenden Ursache ohnehin verschwindet. Das trifft auf akuten, nicht aber auf chronischen Kopfschmerz zu“, betont Çiçek Wöber-Bingöl, Leiterin des pädiatrischen Komitees der internationalen Kopfschmerz-Gesellschaft http://ihs-headache.org, am 16. Internationalen Wiener Schmerzsymposium.

Gefahr aus dem Eistee

Meist tritt Kopfschmerz bei Kindern gemeinsam mit Infekten auf, zunehmend jedoch auch als Migräne, an der drei bis fünf Prozent der Unter-Zwölfjährigen leiden, in der Pubertät bei Knaben sieben und bei Mädchen zwölf Prozent. Zu den Auslösern zählen zu wenig oder zu viel Schlaf, fehlendes Trinken, das Auslassen von Mahlzeiten, Schulstress, Ängste und Familienprobleme. „Vermutlich stehen Stress, Scheidungen und prekäre materielle Verhältnisse wesentlich hinter diesem Anstieg“, schätzt Wöber-Bingöl, die zugleich an der Wiener Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie die Kopfschmerzambulanz leitet.

Einige der gängigen Annahmen über Kopfschmerz-Verursacher sind schlichtweg falsch, so die Neurologin gegenüber pressetext. „Bei manchen Kindern tritt Spannungskopfschmerz immer dann auf, wenn sie zuvor Süßigkeiten oder Obstsalat verzehrt haben. Der Auslöser des Kopfwehs ist hier wohl die Unverträglichkeit bestimmter Inhaltsstoffe, nicht etwa der Heißhunger. Auch der oft überbordende Konsum von Eistee spielt eine Rolle. Die Eltern übersehen, dass die Kinder darin viel Teein konsumieren, das wie Koffein wirkt.“ Teils stecken hinter Kopfweh jedoch auch nicht erkannte Seh-, Lese- oder Lernstörungen.

Lebensstil überprüfen

Um solche Verursacher auszuschließen, muss der Arzt in der Anamnese sehr präzise vorgehen – „nicht nach Routineplan, sondern altersadaptiert und unter Berücksichtigung der Sorgen und Ängste der Eltern“, wie Wöber-Bingöl betont. Kindliche Migräne ist oft von Erbrechen, Bauchschmerzen oder Schwindel begleitet. Warnsignale bei Kleinkindern sind, wenn sie nicht mehr spielen, sich zurückziehen und hinlegen, zudem auch wiederholte Blässe oder Weinerlichkeit. Ist eine bildgebende Abklärung nötig, rät die Expertin zur MRT – aus Gründen des Strahlenschutzes, der Ergebnis-Genauigkeit und da die Eltern dabei sein können.

Die Migränetherapie muss bei der Aufklärung der Kinder und ihrer Eltern ansetzen, um typische Auslöser im Alltag zu vermeiden und den Lebensstil anzupassen. Wichtig sind hier etwa die Einschränkung von Teein und Koffein, regelmäßiges Trinken und Mahlzeiten, Verzicht auf Elektronik eine halbe Stunde vor dem Bettgehen, genügend Lernpausen und Abbau von Stressmomenten. „Ein Kind braucht morgens vom Aufstehen bis zum Verlassen der Wohnung 40 Minuten. Sind es immer nur 15 Minuten, ist der Effekt ähnlich wie wenn man ein Auto ständig von null auf 200 km/h beschleunigt“, sagt Wöber-Bingöl.

Besser ohne Medikamente

Bei Anzeichen einer Migräneattacke sollten Kinder von Reizen abgeschirmt werden und sich in ruhiger, abgedunkelter Umgebung hinlegen. Medikamente wirken im Grundschulalter aufgrund der kurzen Dauer der Attacken überhaupt nicht, viel besser sei Entspannen und Ablenken „Allein dadurch gelinge es bei drei von vier Kindern mit mehr als drei Kopfschmerzattacken pro Woche, die Häufigkeit auf eine Attacke in zwei Monaten zu reduzieren. Es ist wichtig, das Problem in der Kindheit und Jugend zu erkennen und Betroffene vorzubereiten, etwa was den richtigen Umgang mit Medikamenten betrifft. Sonst nehmen sie den Kopfschmerz ins Erwachsenenalter mit“, betont die Wiener Kopfschmerz-Spezialistin.

Quelle: pressetext.com

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