Archiv für die Kategorie „Medizin“

Stress im Job – Schmerzen im Bauch

Donnerstag, 18. April 2013

Psychischer Druck kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Berlin – Mehr als die Hälfte der Beschäftigen in Deutschland sieht sich starkem Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt. Im Jahr 2011 gingen über 59 Millionen Krankentage auf das Konto psychischer Erkrankungen. Dies ergaben Erhebungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Doch Stress macht nicht nur die Seele krank. Auch Magen- und Darm-Beschwerden können durch Dauerstress verursacht oder verstärkt werden, wie die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) mitteilt.

„Akuter Stress beeinflusst verschiedene Funktionen im Verdauungstrakt“, erklärt DGVS-Expertin Dr. med. Viola Andresen, Oberärztin der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg. „Dazu zählen die Sekretion der Magensäure, Bewegungen des Darmes und verschiedene Immunparameter“. Dies kann bei Menschen, die an sich gesund sind, Beschwerden auslösen. So reagiert manch einer auf Stress mit Bauchschmerzen oder bekommt plötzlich Durchfall. Andere klagen über Sodbrennen.
Auch bei der Entstehung eines Magengeschwürs spielt Stress eine wichtige Rolle. Obwohl den meisten Magengeschwüren eine Infektion mit dem bakteriellen Erreger Helicobacter pylori zugrunde liegt, erklärt das Vorhandensein des Magenkeims allein die Krankheitsentstehung nicht. Denn nur etwa zehn bis zwanzig Prozent der Menschen, die ihn in sich tragen, entwickeln ein Geschwür. Die meisten bleiben trotz des Darmkeims gesund. Und: In einigen Fällen tritt die Krankheit auch ohne Helicobacter-Infektion auf.

Dass Stress tatsächlich Magengeschwüre auslösen kann, wiesen japanische Wissenschaftler jüngst in einer Studie nach: Ihre Daten belegen, dass die Häufigkeit von „peptischen Ulzera“ nach dem großen Erdbeben in Japan im März 2011 um den Faktor 1,5 zunahm. Unter anderem stieg auch der Anteil der Magengeschwüre deutlich an, die nicht durch Helicobacter oder die Einnahme entzündungshemmender Medikamente verursacht worden war. Vor dem Erdbeben lag der Anteil bei dreizehn Prozent, danach waren es 24 Prozent.

Bei vielen anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts spielt Stress zudem eine verstärkende Rolle. „Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei der Refluxkrankheit und auch beim Reizdarmsyndrom spricht vieles dafür, dass Stress bei vielen Betroffenen die Symptome verschlimmern kann“, erklärt Dr. Andresen. Rund sieben Prozent der Bevölkerung – überwiegend Frauen – sind vom Reizdarmsyndrom betroffen. Sie leiden unter chronischen Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfällen. Dr. Andresen betont, dass die Krankheit – anders als häufig angenommen – durch Stress zwar nicht ausgelöst, aber in ihrer Symptomatik verstärkt werden kann. „Auch wenn mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden wie Darmspiegelung, Ultraschall oder Bluttests keine organischen Ursachen gefunden werden, bedeutet das nicht, dass die Krankheit psychisch bedingt ist“, so die Expertin. Nach neuesten Erkenntnissen liegen der Erkrankung unter anderem Störungen der körpereigenen Abwehr des Darms, des Nervensystems im Darm sowie der Kommunikation zwischen Darm- und Gehirn-Nervensystem zugrunde.
Neben der Behandlung der Symptome und – soweit erkennbar – der organischen Ursachen sollten Ärzte bei der Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen immer auch die Psyche und die Lebensumstände des Patienten berücksichtigen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Literatur: Peptic ulcers after the Great East Japan earthquake and tsunami: possible existence of psychosocial stress ulcers in humans. J Gastroenterol. 2012 Oct 3. (Online-Vorabartikel); Kanno T, Iijima K, Abe Y, Koike T, Shimada N, Hoshi T, Sano N, Ohyauchi M, Ito H, Atsumi T, Konishi H, Asonuma S, Shimosegawa T.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag “Das Bauchhirn bei Menschen und Tieren“.

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Synthetische Materialien merzen Bettwanzen aus

Mittwoch, 10. April 2013

Neuer Ansatz ahmt uraltes Hausmittel aus Bulgarien und Serbien nach.

Irvine (pte015) – Ein Material, das die gekrümmten Haare nachahmt, die auf Blättern zu finden sind, könnte dabei helfen, Bettwanzen in die Falle zu locken und damit unter Kontrolle zu bringen, wie die University of California http://uci.edu herausgefunden hat. Das Team um Catherine Loudon wurde von einem Hausmittel aus dem Balkan inspiriert. Dort verwendet man traditionell die Blätter von Bohnen zur Bekämpfung der Plage. Der Befall hat weltweit teilweise auch durch die Resistenz gegen Insektenschutzmittel zugenommen.

Lösung aus der Natur

Eine Bekämpfung, die von einem völlig anderen Ansatz ausgeht, könnte eine Lösung für das Problem bringen. Skeptiker wie Ian Burgess von Medical Entomology Centre http://insectresearch.com stellen sich jedoch die Frage, ob ausreichend Insekten gefangen werden können, um ihre Anzahl zu kontrollieren. Details wurden im Journal of the Royal Society Interface http://rsif.royalsocietypublishing.org veröffentlicht.

Laut Loudon verfügen Pflanzen über außerordentliche Fähigkeiten, Insekten in die Falle zu locken. Moderne wissenschaftliche Verfahren erlauben es hingegen, Materialien auf mikroskopischer Ebene herzustellen, die über das Potenzial verfügen, die Wanzen von den Betten fernzuhalten. Ein uraltes Hausmittel, das früher in Bulgarien und Serbien eingesetzt wurde, soll nun wirksame Besserung bringen.

Die Blätter von Bohnen wurden neben den Betten auf den Boden gestreut, um so die Wanzen zu fangen. Das Laub wurde dann am nächsten Tag verbrannt. Bettwanzen und Bohnenpflanzen verfügen über keine evolutionäre Verbindung. Man geht davon aus, dass sich Pflanzen entwickelt haben, um Insekten und Spinnen in die Falle zu locken.

Beine werden aufgespießt

Mit Hilfe von Rasterelektronenmikroskopie und Videographie untersuchte das Team den Fangmechanismus der Blätter. Es zeigte sich, dass die Blätter die Beine der Wanzen aufspießten und nicht mit einem klettverschlussartigen Mechanismus fixierten. Die Forscher untersuchten die Haare ganz genau. Ihr Augenmerk richtete sich auf ihre Geometrie, ihre Ausrichtung, die Schärfe der Spitzen, Dichte und Höhe.

Diese Daten dienten in einem nächsten Schritt als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines synthetischen Materials. Das neue Material war jedoch bei Tests nicht so erfolgreich wie die Blätter selbst. Laut Michael Potter von der University of Kentucky http://www.uky.edu, einer der Autoren der Studie, ist es schwierig, die Natur nachzuahmen. Die möglichen Vorteile seien jedoch enorm.

Quelle: pressetext.com

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Babys: Frühes Laufen zeugt nicht von Intelligenz

Samstag, 30. März 2013

Erreichen der Fähigkeit bis zum 20. Monat weitestgehend unerheblich.

Zürich (pte019) – Kinder, die früher laufen, sind später weder intelligenter noch motorisch geschickter. Das hat eine Untersuchung des Schweizerischen Nationalfonds http://www.snf.ch unter der Leitung von Oskar Jenni vom Kinderspital Zürich http://www.kispi.uzh.ch/ und Valentin Rousson von der Universität Lausanne http://unil.ch ergeben.

Laufen mit 24 Monaten zu spät

“Die ersten Schritte sind für die Eltern ein dramatischer Meilenstein”, sagt Jenni gegenüber pressetext. “Allerdings ist es unwichtig, wann ein Kind diesen Meilenstein erreicht. Man kann eher von einem Grenzstein sprechen, der etwa beim 20. Monat liegt”, sagt der Mediziner. Im Alter von 20 Monaten sollten die Kinder diesen Grenzstein des ersten Schrittes erreicht haben.

“Wenn Kinder erst nach dem 20. Monat anfangen zu laufen, sollten sie untersucht werden – aber, ob ein Kind im Alter von zehn Monaten läuft oder nicht, macht aus dem Kind noch keinen Olympiasieger”, wirft Jenni ein. Wenn ein Kind erst mit 24 Monaten läuft, also im Alter von zwei Jahren, sollte es dringend untersucht werden. “Da ist dann motorisch etwas nicht in Ordnung”, sagt Jenni.

Eltern zumeist unnötig beunruhigt

Im Durchschnitt machen Kinder im Alter von zwölf Monaten ihre ersten Schritte. Junge Eltern vergleichen ihre Kinder mit anderen Kindern im Sandkasten und auf Spielplätzen. Dabei fürchten viele, dass ihr Kind in der geistigen Entwicklung hinterherhinkt, wenn es etwas später aufrecht sitzt oder zu gehen beginnt als andere Kinder.

Doch diese Sorgen sind unbegründet. Auch sollten Eltern nicht meinen, dass ihr Kind, das schneller als andere Kinder sitzt oder läuft, dadurch klüger oder motorisch reifer ist. Die Zürcher Forscher um Jenni haben die Entwicklung von 119 Jungen und 103 Mädchen genau verfolgt. Vieles verwächst sich mit den Jahren, so das abschließende Fazit.

Quelle: pressetext.com

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Tuberkulose: auch in Deutschland ein relevantes Gesundheitsproblem

Montag, 18. März 2013

Tuberkulose gehört zu den Infektionserregern mit hoher Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung. „Jede Erkrankung erfordert umfassende Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten, eine langwierige Therapie und einen hohen medizinischen Betreuungsaufwand”, erklärt Reinhard Burger, Präsident des RKI, das zum bevorstehenden Welttuberkulosetag den neuen Tuberkulose-Jahresbericht veröffentlicht hat. Für das Jahr 2011 wurden 4.317 Tuberkulosen registriert, davon starben 162 Erkrankte, in 2010 waren es 4.388 Erkrankungen, darunter 161 Todesfälle.

Damit nähert sich die Zahl der Erkrankungen einem Plateau, nachdem sie bis 2008 jedes Jahr deutlich zurückgegangen war. Bei Kindern dagegen steigen die Fallzahlen seit einigen Jahren sogar an. Im Jahr 2011 erkrankten 179 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, 2010 waren es 160 Fälle, 2009 142 Fälle. Bei Kindern geht die Tuberkulose fast immer auf eine kürzlich erfolgte Ansteckung zurück und ist damit ein Indikator für das aktuelle Infektionsgeschehen. „Das unterstreicht die Notwendigkeit der konsequenten Umsetzung der Empfehlungen zur Prävention und Behandlung, gleich-zeitig auch, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst ausreichende Kapazität für die Tuberkulosekontrolle braucht” betont Reinhard Burger.

Der Anteil multiresistenter Tuberkulosen hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend stabilisiert und liegt bei rund 2%, jedoch dürfen – trotz kleiner Fallzahlen – der langwierige Behandlungsaufwand und die hohen Therapiekosten nicht unterschätzt werden. Hier sind neue Ansätze in Diagnostik und Therapie dringend erforderlich

Neben der bundesweiten Analyse im Detail benennt der Bericht auch regionale Unterschiede. So liegt z.B. in Berlin (mit einer Inzidenz von 9,3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner) die Inzidenz deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (5,3). Tuberkulose ist auch in Deutschland in erster Linie eine Krankheit der sozial Schwächeren.

Quelle: Robert-Koch-Institut Berlin

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Mehr Lust am Wochenende

Samstag, 16. März 2013

Wochenend-Sex: 23 Minuten erfrischen Beziehung.

Bath/Middlesbrough/Klagenfurt (pte001) – Dienstag ist der Tag der Woche, an dem am wenigsten Sex praktiziert wird, am Wochenende hingegen nicht. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie von Lovehoney http://lovehoney.co.uk, dem größten britischen Sex-Toy-Unternehmen. Nur vier Prozent der befragten Paare haben dienstags Sex – der Donnerstag folgt mit sechs Prozent. Samstags hingegen sind es fast 40 Prozent. Zudem lieben sich Pärchen vorzugsweise ein Mal die Woche vor 23 Uhr, wie eine Studie der UK Medics http://medicsuk.net belegt, wobei das Licht an bleibt, um das Gesicht und den Körper des Partners zu bewundern.

Ein Drittel der Frauen präferiert den Liebesakt jedoch im Dunkeln, da sie entweder unzufrieden mit dem eigenen Körper sind oder den Akt so als intimer wahrnehmen. Der häufigste Grund, um Sex zu verweigern, ist mit 62 Prozent bei Männern und 59 Prozent bei Frauen Müdigkeit. Der altbekannte Migräne-Anfall stirbt jedoch aus – nur ein Prozent gibt dies als Verweigerungsgrund an.

Mehr Lust am Wochenende

“Mit dem Versteifen auf den unbeliebtesten oder besten Sex-Tag sollte man vorsichtig sein, denn viele Paare entwickeln während ihrer langjährigen Partnerschaft eine gewisse Routine, wobei der Sex bei jedem an einem unterschiedlichen festgelegten Tag ist. Statistisch wäre es unprofessionell, sich auf dieses Ergebnis festzulegen”, stellt Sexualtherapeutin Gabriele Maurer-Waitschacher vom Institut für Sexualtherapie http://sexualtherapie-kaernten.at gegenüber pressetext klar.

Zusätzlich würde nur ein Bruchteil der Gesamtbevölkerung befragt. Das Ergebnis sei kaum repräsentativ. Was die Therapeutin jedoch sehr wohl unterschreibt, ist die vermehrte Lust am Wochenende. “Am Ende der Woche können Paare wieder entspannen, da der berufliche Stress abgelegt wird. Unter der Woche haben nur die wenigsten den Bedarf, sich beruflich und zusätzlich sexuell zu betätigen”, erklärt sie.

“Männer sind bessere Schauer”

Wie es mit den geschlechtstypischen Vorlieben aussieht, belegen mehrere Studien. “Männer sind bessere Schauer, das heißt, sie reagieren besser auf optische Reize – ob sie es wollen oder nicht”, so Maurer-Waitschacher. Zusätzlich möchten sie schneller zur Sache kommen.

Frauen hingegen benötigen ausreichende Kommunikation und sind vielmehr für den taktilen Reiz empfänglich. “Sie haben viele erogene Zonen, die erkundet werden wollen”, führt die Expertin aus.

Quelle: pressetext.com

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Nahrungsergänzung in Eigenregie: Zu viel Calcium erhöht Sterblichkeit

Dienstag, 26. Februar 2013

Bochum – Das Mineral Calcium, das täglich mit der Nahrung aufgenommen wird, ist wesentlich für die Knochengesundheit. Zusammen mit Vitamin D stellt es die Basistherapie bei Osteoporose, dem Knochenschwund, dar. Das positive Image des Mineralstoffs lässt viele Menschen zusätzlich Calcium einnehmen. Seit Längerem schon gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von Calcium als Nahrungsergänzung zu mehr Herzinfarkten, Schlaganfällen und Todesfällen führen kann. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) anlässlich aktueller Studien hin. Sie rät dazu, Calcium besser nur mit der Nahrung aufzunehmen und nicht ergänzend zuzuführen.

Das Mineral Calcium macht etwa 1,5 Prozent der Körpermasse im menschlichen Organismus aus, ist essentiell für die Festigkeit von Knochen und Zähnen, aber auch wichtig für die „Signal-Weiterleitung“ innerhalb der Zellen. Calcium ist insbesondere in Milch und Milchprodukten, einigen Gemüsen (beispielsweise in Brokkoli, Grünkohl, Fenchel oder Lauch) und Mineralwässern, aber auch in normalem Trinkwasser enthalten, insbesondere wenn keine Kalkfilter in den Leitungen eingebaut sind. „Eine zusätzliche Einnahme von Calciumsupplementen zur Vorbeugung einer Osteoporose ist jedoch nur dann empfehlenswert, wenn eine ausreichende Kalziumaufnahme über die Nahrung nicht gewährleistet ist, wie es gerade bei älteren Menschen oft der Fall ist“, erläutert Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Mediensprecher der DGE aus Bochum. Obwohl von einer ausreichenden Versorgung über die Nahrung ausgegangen werden kann, nehmen viele Menschen zusätzlich Calcium zu sich. Eine Erhebung aus dem vergangenen Jahr ergab, dass etwa die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung Calcium als Tabletten oder Brause zuführt.

Eine Auswertung der Daten von etwa 380.000 Männern und Frauen aus einer Studienpopulation des National Institutes of Health (NIH) der USA über einen Zeitraum von zwölf Jahren zeigte nun Besorgnis erregende Ergebnisse. Die Calciumeinnahme ab 1000 mg/Tag war bei Männern mit einem um 20 Prozent höheren Sterberisiko an kardiovaskulären Erkrankungen verbunden. Bei Frauen hingegen wurde hier kein Anstieg beobachtet. Nicht berücksichtigt wurden allerdings in dieser großen Analyse andere Faktoren wie beispielsweise zusätzlich eingenommenes Vitamin D. Es bleibe somit offen, ob es einen Geschlechtsunterschied wirklich gebe, so der Experte aus Bochum.Eine weitere aktuelle prospektive schwedische Kohortenstudie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, untersuchte bei über 60.000Frauen ebenfalls den Zusammenhang von Calciumeinnahme und Sterblichkeit. Eine hohe tägliche Calciumaufnahme von >1400 mg war mit mehr Todesfällen infolge von Herzinfarkten verbunden, nicht aber mit mehr Todesfällen durch Schlaganfall. Bei niedrigeren Mengen von 600 bis 1000 mg/Tag wurde keine erhöhte Sterblichkeit gefunden. Professor Schatz bilanziert: „Beide Studien zeigen, dass es bei einer Calciumsupplementierung ab 1000 mg aufwärts pro Tag zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko kommt. Das gilt – solange wir keine weiteren Studien haben – gleichermaßen für Männer und Frauen.“ Calcium sollte man also nicht zusätzlich zu sich nehmen, sondern besser nur mit der Nahrung, rät der Endokrinologe aus Bochum.

Literatur:
Xiao, Qian et al.: Dietary and supplemental calcium intake and cardiovascular disease mortality. The National Institutes of Health – AARP Diet and Health Study, JAMA INTERN MED published online February 4, 2013, Abstract: http://archinte.jamanetwork.com/mobile/article.aspx?articleid=1568523
Michaëlsson, Karl et al., Long term calcium intake and rates of all cause and cardiovascular mortality: community based prospective longitudinal cohort study, BMJ 2013; Published 13 February 2013, Article: http://www.bmj.com/content/346/bmj.f228 Office of Dietary Supplements, National Institutes of Health. Calcium. November 13, 2012, Article: http://ods.od.nih.gov/factsheets/Calcium-HealthProfessional/

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

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Übergewicht verändert Struktur des Gehirns

Montag, 18. Februar 2013

Vor allem Frauen bei Gewichtszunahme besonders stark betroffen.

Leipzig (pte004) – Neue Befunde weisen darauf hin, dass Übergewicht bestimmte Hirnregionen verändert. Es sind Areale, die für belohnungsrelevantes Verhalten wichtig sind. Diese bestimmen unser Essverhalten, weshalb sie auch den Erfolg von Diäten beeinflussen. “Inwieweit die Übergewichtigkeit in der Eigenverantwortung der Betroffenen liegt, ist noch unklar. Einige Studien weisen darauf hin, dass auch Veranlagungen zu übermäßigem Essen führen können”, sagt Burkhard Pleger, Oberarzt an der Tagesklinik für kognitive Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig http://uniklinikum-leipzig.de .

Jeder dritte Deutsche betroffen

Diese Erkenntnis ist nicht unrelevant, denn fast jeder dritte Deutsche ist übergewichtig, ein Fünftel sogar adipös. Dem Experten nach sind die Hirnregionen, die für Belohnung verantwortlich sind und unser Essverhalten beeinflussen, bei Übergewichtigen anders strukturiert. Es zeigen sich in diesen Hirnregionen auch geschlechtsspezifische Unterschiede.

Bei Frauen sind die betreffenden Hirnregionen umso stärker verändert, je größer ihr Körpergewicht ist. “In Verhaltensexperimenten neigen übergewichtige Frauen eher dazu, kurzfristige Belohnungen zu wählen: Sie gönnen sich schneller ein Stück Schokolade – auch wenn sie wissen, dass es für die Figur nachteilig ist”, sagt Annette Horstmann, Neurobiologin in der Abteilung Neurologie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften http://www.cbs.mpg.de, gegenüber pressetext.

“Kalter Entzug” oft eine Sackgasse

Die Symptome von Adipositas sind vergleichbar mit anderen Suchterkrankungen: starkes Verlangen, mangelnde Selbstkontrolle und der Bedarf immer größerer Mengen. “Daher ist es notwendig, die Therapie der Fettsucht ähnlich wie die Therapie von Alkohol- und Drogenabhängigen aufzubauen”, sagt Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig. Die Therapie der Übergewichtigkeit müsse an die individuellen Probleme der Betroffenen angepasst werden.

Anders als bei Drogen muss der Mensch sich ernähren. “Was nicht geht, ist ein kalter Entzug”, weiß Horstmann. Dabei sei Übergewicht an und für sich kein Problem. Aber zu hohes Körpergewicht gehe einher mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielen anderen Beschwerden. Über die Mechanismen der Fettsucht diskutieren Wissenschaftler vom 21. bis 23. März 2013 in Leipzig auf der 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung http://dgkn-kongress.de .

Quelle: pressetext.com

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Experten warnen vor G-Punkt-Aufspritzung

Dienstag, 5. Februar 2013

Eingriff kann unter anderem Libido-Verlust verursachen.

London/Telfs (pte002) – Das Aufspritzen des G-Punktes soll nicht, wie bislang häufig angepriesen, das Sex-Leben in Schwung bringen, sondern kann genau das Gegenteil bewirken. Viele Ärzte und Forscher warnen nun vor dem Eingriff, da das Spritzen der Hyaluronsäure in diesen besonders sensiblen Bereich gefährlich ist und unter anderem zum Libido-Verlust, Taubheit oder Zerstörung des Gewebes führen kann. Zudem wurde ein positiver Effekt wissenschaftlich nie unterstützt, wie die Dailymail berichtet.

Physische Lustlosigkeit nicht lösbar

“Eine Lustlosigkeit, die in erster Linie psychisch bedingt ist, kann nicht damit technisch gelöst werden, indem ein künstliches Mittel in die Vagina-Innenwand gespritzt wird”, erklärt Sexualtherapeut Bernhard Moritz http://paarberatung-tirol.at im Gespräch mit pressetext. Zusätzlich sei die Injektion insofern bedenklich, da die Lage des G-Punktes individuell ist und in der Wissenschaft die Meinungen auseinandergehen, inwieweit der G-Punkt überhaupt bei jeder Frau vorhanden ist.

“Um eine G-Punkt-Injektion vorzunehmen, müsste eine Frau ihren G-Punkt selber finden. Allerdings bestehe wie bei allen Schönheitseingriffen auch hier die Gefahr, etwas zu zerstören, das bislang funktioniert hat und könne in Folge zu beispielsweise Vaginismus – also dem Leiden unter Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs – führen. Der äußerst sensible weibliche Bereich könne zudem durch den Eingriff gereizt werden und infolgedessen die Lustempfindsamkeit gänzlich abtöten.

Body-Modification oft Druck geschuldet

“Diese Art von Body-Modification entsteht häufig aus einem Druck heraus, sich der Norm anzupassen und der individuellen Körperlichkeit zu entfliehen”, erklärt Moritz. Bevor sich eine Frau für diesen Eingriff entscheidet, sollte sie sich über den wirklichen Mehrwert und den Grund für diese Injektion Gedanken machen, die Risiken abwägen und sich die Fragen stellen, was sie durch diesen Eingriff tatsächlich gewinnt.

Als lustvollere und sinnlichere Alternative und risikoarmer Zugang zur Sexualität, Lust und zum Eros sei durch das eigene Erkunden oder durch den Partner eher gewährleistet als das “Tunen” des weiblichen Gewebes mit dem synthetischen Mittel.

Quelle: pressetext.com

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Sonnenlicht verringert Arthritisrisiko erheblich

Dienstag, 5. Februar 2013

200.000 Frauen untersucht – Betroffene haben niedrige Vitamin-D-Werte.

Boston (pte011) – Das Leben in einem sonnigeren Klima könnte laut Wissenschaftlern der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu das Erkrankungsrisiko für eine rheumatoide Arthritis verringern. Für die Erhebung wurden die Daten von über 200.000 Frauen ausgewertet. Die Forscher gehen davon aus, dass Vitamin D, das im Sonnenlicht produziert wird, den Körper gegen die Krankheit schützt. Experten wie Chris Deighton von der British Society for Rheumatology warnen jedoch davor, den ganzen Tag in der Sonne zu verbringen.

21 Prozent geringeres Risiko

Rheumatoide Arthritis entsteht durch den Angriff des Immunsystems auf die Gelenke und kann sehr schmerzhaft sein. Frauen erkranken häufiger. Die Ursachen für die Erkrankung sind bis heute unbekannt. Die Wissenschaftler begleiteten zwei Gruppen von mehr als 100.000 Frauen. Die erste Gruppe wurde ab 1976 beobachtet, die zweite ab 1989. Ihr Gesundheitszustand wurde mit den Schätzungen der Werte der UV-B-Strahlung verglichen, die den Werten der Orte entsprachen, an denen die Teilnehmerinnen lebten.

Die erste Gruppe, deren Teilnehmerinnen in den sonnigsten Teilen Amerikas lebten, erkrankten um 21 Prozent weniger wahrscheinlich als jene Frauen, die am wenigsten Kontakt mit UV-B-Strahlung hatten. Die UV-Werte hatten jedoch bei der zweiten Gruppe keine Auswirkung auf das Erkrankungsrisiko. Die Forscher nehmen an, dass Unterschiede beim Schutz gegen die Sonne – also eine häufigere Verwendung von Sonnenschutzmitteln – erklären könnte, warum jüngere Frauen vom Leben in einem sonnigeren Klima weniger profitieren.

Erklärung für Zusammenhang gesucht

Eine Theorie geht davon aus, dass die Unterschiede der Menge an Vitamin D, die produziert wird, wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft, das Risiko an dieser Erkrankung zu leiden, beeinflussen kann. Geringe Vitamin-D-Werte wurden bereits mit anderen Erkrankungen des Immunsystems wie Multipler Sklerose in Zusammenhang gebracht. Alan Silman von Arthritis Research UK http://www.arthritisresearchuk.org erklärt, dass es bekannt sei, dass viele Menschen mit Arthritis über niedrige Vitamin-D-Werte verfügen.

Das kann, so die Wissenschaftler, große Auswirkungen auf die für das Entstehen der Krankheit entscheidenden Immunzellen haben. Derzeit suchen die Fachleute nach einer Erklärung für die genauen Mechanismen. In Laborstudien soll jetzt herausgefunden werden, ob Vitamin D die aggressive Immunreaktion bei rheumatoider Arthritis verändern kann. Details der Studie wurden in den Annals of the Rheumatic Diseases http://ard.bmj.com veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com

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Abnehmen: Timing bei Mahlzeiten entscheidend

Freitag, 1. Februar 2013

420 Übergewichtige analysiert – Zeitpunkt bestimmt Gewichtsverlust.

Rostock (pte001/01.02.2013/06:00) – Wer Pfunde loswerden möchte, sollte den Verzehr der Mahlzeiten zeitlich planen. Denn es kommt bei der Kalorienzufuhr nicht nur darauf an, was eine Person isst, sondern auch, wann sie Nahrung zu sich nimmt. Denn die Zeit der Kalorienaufnahme entscheidet die Intensität des Energieverbrauchs. Das haben Wissenschaftler vom Brigham and Womens Hospital http://brighamandwomens.org , der Universität Murcia http://um.es und der Tufts University http://tufts.edu in einem Experiment mit 420 Übergewichtigen erforscht.

Lieber vor 15 Uhr essen

“Dies ist die erste großangelegte prospektive Studie, die zeigt, dass das Timing der Mahlzeiten wirksamer zu Gewichtsverlust führt”, sagt Frank Scheer, der leitende Autor der Studie. “Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass späte Esser langsamer Gewicht verlieren als Menschen, die ihre Mahlzeiten früher zu sich nehmen”, so Scheer.

In ihrem Experiment haben die Forscher die Diät von 420 Übergewichtigen über 20 Wochen beobachtet. Die Testpersonen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Früh-Esser und Spät-Esser. Erstere nehmen beispielsweise ihr Mittagessen vor 15 Uhr ein, Spät-Esser hingegen erst nach dieser Uhrzeit.

Kalorienmenge signifikant

Die Analyse hat auch ergeben, dass kleine Zwischenmahlzeiten kaum ausschlaggebend sind für den Erfolg bei der Gewichtsabnahme. Die Hauptmahlzeiten sind hierfür relevant. Faktoren wie die gesamte Kalorienzufuhr und die Schlafdauer wurden ausgeblendet. So konnten sich die Wissenschaftler nur auf die Zeiteinteilung der Mahlzeiten konzentrieren.

“Insgesamt spielt die Gesamtzufuhr der Energie eine Rolle”, sagt der Ernährungsberater Jens Hofmann http://medizinische-ernaehrungsberatung.de gegenüber pressetext. Bestenfalls sollte der kalorische Anteil einer Hauptmahlzeit einem Drittel der Gesamtzufuhr entsprechen. Der Bedarf an Kalorien sei individuell: “Eine bürotätige Dame hat einen geringeren Energiebedarf als ein Hochleistungssportler”, schließt Hofmann ab.

Quelle: pressetext.com

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