Archive for the ‘Medizin’ Category

Sonnenlicht verringert Arthritisrisiko erheblich

Dienstag, Februar 5th, 2013

200.000 Frauen untersucht – Betroffene haben niedrige Vitamin-D-Werte.

Boston (pte011) – Das Leben in einem sonnigeren Klima könnte laut Wissenschaftlern der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu das Erkrankungsrisiko für eine rheumatoide Arthritis verringern. Für die Erhebung wurden die Daten von über 200.000 Frauen ausgewertet. Die Forscher gehen davon aus, dass Vitamin D, das im Sonnenlicht produziert wird, den Körper gegen die Krankheit schützt. Experten wie Chris Deighton von der British Society for Rheumatology warnen jedoch davor, den ganzen Tag in der Sonne zu verbringen.

21 Prozent geringeres Risiko

Rheumatoide Arthritis entsteht durch den Angriff des Immunsystems auf die Gelenke und kann sehr schmerzhaft sein. Frauen erkranken häufiger. Die Ursachen für die Erkrankung sind bis heute unbekannt. Die Wissenschaftler begleiteten zwei Gruppen von mehr als 100.000 Frauen. Die erste Gruppe wurde ab 1976 beobachtet, die zweite ab 1989. Ihr Gesundheitszustand wurde mit den Schätzungen der Werte der UV-B-Strahlung verglichen, die den Werten der Orte entsprachen, an denen die Teilnehmerinnen lebten.

Die erste Gruppe, deren Teilnehmerinnen in den sonnigsten Teilen Amerikas lebten, erkrankten um 21 Prozent weniger wahrscheinlich als jene Frauen, die am wenigsten Kontakt mit UV-B-Strahlung hatten. Die UV-Werte hatten jedoch bei der zweiten Gruppe keine Auswirkung auf das Erkrankungsrisiko. Die Forscher nehmen an, dass Unterschiede beim Schutz gegen die Sonne – also eine häufigere Verwendung von Sonnenschutzmitteln – erklären könnte, warum jüngere Frauen vom Leben in einem sonnigeren Klima weniger profitieren.

Erklärung für Zusammenhang gesucht

Eine Theorie geht davon aus, dass die Unterschiede der Menge an Vitamin D, die produziert wird, wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft, das Risiko an dieser Erkrankung zu leiden, beeinflussen kann. Geringe Vitamin-D-Werte wurden bereits mit anderen Erkrankungen des Immunsystems wie Multipler Sklerose in Zusammenhang gebracht. Alan Silman von Arthritis Research UK http://www.arthritisresearchuk.org erklärt, dass es bekannt sei, dass viele Menschen mit Arthritis über niedrige Vitamin-D-Werte verfügen.

Das kann, so die Wissenschaftler, große Auswirkungen auf die für das Entstehen der Krankheit entscheidenden Immunzellen haben. Derzeit suchen die Fachleute nach einer Erklärung für die genauen Mechanismen. In Laborstudien soll jetzt herausgefunden werden, ob Vitamin D die aggressive Immunreaktion bei rheumatoider Arthritis verändern kann. Details der Studie wurden in den Annals of the Rheumatic Diseases http://ard.bmj.com veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com

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Abnehmen: Timing bei Mahlzeiten entscheidend

Freitag, Februar 1st, 2013

420 Übergewichtige analysiert – Zeitpunkt bestimmt Gewichtsverlust.

Rostock (pte001/01.02.2013/06:00) – Wer Pfunde loswerden möchte, sollte den Verzehr der Mahlzeiten zeitlich planen. Denn es kommt bei der Kalorienzufuhr nicht nur darauf an, was eine Person isst, sondern auch, wann sie Nahrung zu sich nimmt. Denn die Zeit der Kalorienaufnahme entscheidet die Intensität des Energieverbrauchs. Das haben Wissenschaftler vom Brigham and Womens Hospital http://brighamandwomens.org , der Universität Murcia http://um.es und der Tufts University http://tufts.edu in einem Experiment mit 420 Übergewichtigen erforscht.

Lieber vor 15 Uhr essen

„Dies ist die erste großangelegte prospektive Studie, die zeigt, dass das Timing der Mahlzeiten wirksamer zu Gewichtsverlust führt“, sagt Frank Scheer, der leitende Autor der Studie. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass späte Esser langsamer Gewicht verlieren als Menschen, die ihre Mahlzeiten früher zu sich nehmen“, so Scheer.

In ihrem Experiment haben die Forscher die Diät von 420 Übergewichtigen über 20 Wochen beobachtet. Die Testpersonen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Früh-Esser und Spät-Esser. Erstere nehmen beispielsweise ihr Mittagessen vor 15 Uhr ein, Spät-Esser hingegen erst nach dieser Uhrzeit.

Kalorienmenge signifikant

Die Analyse hat auch ergeben, dass kleine Zwischenmahlzeiten kaum ausschlaggebend sind für den Erfolg bei der Gewichtsabnahme. Die Hauptmahlzeiten sind hierfür relevant. Faktoren wie die gesamte Kalorienzufuhr und die Schlafdauer wurden ausgeblendet. So konnten sich die Wissenschaftler nur auf die Zeiteinteilung der Mahlzeiten konzentrieren.

„Insgesamt spielt die Gesamtzufuhr der Energie eine Rolle“, sagt der Ernährungsberater Jens Hofmann http://medizinische-ernaehrungsberatung.de gegenüber pressetext. Bestenfalls sollte der kalorische Anteil einer Hauptmahlzeit einem Drittel der Gesamtzufuhr entsprechen. Der Bedarf an Kalorien sei individuell: „Eine bürotätige Dame hat einen geringeren Energiebedarf als ein Hochleistungssportler“, schließt Hofmann ab.

Quelle: pressetext.com

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Akademien empfehlen neue Maßnahmen in der Antibiotika-Forschung

Dienstag, Januar 29th, 2013

Einer steigenden Zahl an Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien stehen weltweit immer weniger wirksame Antibiotika gegenüber. Damit wird die erfolgreiche Behandlung infizierter Patienten immer schwieriger. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina geben in ihrer heute veröffentlichten Stellungnahme „Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven“ acht Empfehlungen, die Wege aufzeigen, die weitere Ausbreitung von Resistenzen zu verhindern und dringend benötigte Antibiotika zu entwickeln.

„Die Entwicklung gibt großen Anlass zur Sorge. Wir haben den Fokus in der Stellungnahme auf den Beitrag der Forschung und die erforderlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gelegt“, sagt Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Sprecher der Arbeitsgruppe „Infektionsforschung und Gesellschaft“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. „Es bedarf“, so Lohse weiter, „wirklicher Anreize für eine neue und intensivere Antibiotika-Forschung und damit eine schnellere Entwicklung von Medikamenten.“

„Das Thema stellt eine Aufgabe an die gesamte Gesellschaft“, sagt Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Es erfordere nicht nur stärkere Forschungsanstrengungen und eine schnellere Umsetzung der Ergebnisse in die Anwendung, sondern auch einen Dialog darüber, wie verantwortungsbewusst Antibiotika eingesetzt werden und Resistenzen vermieden werden können. „Hierfür richten wir einen Runden Tisch ein, zu dem wir alle relevanten Partner einladen werden.“

Das weltweite Auftreten von Antibiotika-Resistenzen gehört nach Einschätzung der WHO zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Schätzungen gehen jährlich von rund 25.000 Patienten allein innerhalb der EU aus, die an den Folgen einer Infektion mit Antibiotika-resistenten Bakterien sterben.

Die gesamte Stellungnahme ist als eBook frei zugänglich unter: http://www.degruyter.com/isbn/9783110306675

Die Stellungnahme als Broschur: Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven. Stellungnahme der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, Berlin (De Gruyter) 2013 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Hamburg 2), 77 S., 29,95 EUR, ISBN 978-3-11-030667-5

Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gehören herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus dem norddeutschen Raum an. Als Arbeitsakademie will sie dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zu intensivieren und den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern. http://www.awhamburg.de

Die Leopoldina nimmt als Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands mit ihren rund 1.500 Mitgliedern zu den wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig und öffentlich Stellung. Sie vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und handelt zum Wohle der Menschen und der Gestaltung ihrer Zukunft. http://www.leopoldina.org

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„Verbindungsfehler“ im Gehirn von Magersüchtigen

Mittwoch, Januar 23rd, 2013

RUB-Forscher finden gestörte Konnektivität im Hirnnetzwerk für Körperwahrnehmung – Je schwächer die Verbindung, desto stärker die Fehleinschätzung des Gewichts.

Wenn Menschen Bilder von Körpern ansehen, sind eine ganze Reihe von Hirnregionen aktiv. Dieses Netzwerk im Gehirn ist bei Frauen mit Magersucht (Anorexia nervosa) verändert. In einer Kernspin-Studie waren zwei Regionen, die für die Verarbeitung von Körperbildern wichtig sind, bei magersüchtigen Frauen schwächer funktionell verbunden als bei gesunden Frauen. Je stärker dieser „Verbindungsfehler“ war, desto dicker fanden sich die Befragten. „Diese Auffälligkeiten im Gehirn könnten erklären, warum Frauen mit Magersucht sich selbst als dick wahrnehmen, obwohl sie objektiv untergewichtig sind“, sagt Prof. Dr. Boris Suchan vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (Universität Witten-Herdecke), Prof. Dr. Silja Vocks (Universität Osnabrück) und weiteren Kollegen berichten die Bochumer Forscher in der Zeitschrift „Behavioural Brain Research“.

Magersüchtige nehmen ihre Körperform falsch wahr

Die Wissenschaftler testeten zehn magersüchtige und 15 gesunde Frauen ähnlichen Alters. Zunächst gaben alle Frauen am Computer an, welche von mehreren unterschiedlich schlanken Silhouetten ihrer eigenen Körperform am ehesten entspricht. Zehn Kontrollpersonen, die nicht an der Kernspinuntersuchung teilnahmen, beantworteten die gleiche Frage, indem sie ein Foto der Probandin der passenden Silhouette zuordneten. Sowohl Gesunde als auch Magersüchtige schätzten ihre Körperform anders ein als Außenstehende: Gesunde Probandinnen bewerteten sich selbst als dünner als die Kontrollpersonen. Magersüchtige Frauen hingegen nahmen sich selbst dicker wahr als die Kontrollpersonen.

Hirnareale für die Körperwahrnehmung kernspintomografisch untersucht

Im Kernspintomografen zeichneten die Forscher dann die Hirnaktivität der 25 Teilnehmerinnen auf, während diese Fotos von Körpern betrachteten. Sie analysierten vor allem die Aktivität in der „fusiform body area“, kurz FBA, und der „extrastriate body area“, kurz EBA. Denn frühere Studien ergaben, dass diese Hirnregionen für die Wahrnehmung von Körpern entscheidend sind. Zu diesem Zweck berechneten die Bochumer Neurowissenschaftler die sogenannte effektive Konnektivität zwischen der FBA und EBA in beiden Hirnhälften. Sie ist ein Maß dafür, wie stark die Aktivität in mehreren Hirnarealen zeitlich korreliert ist; eine hohe Korrelation lässt auf eine starke funktionelle Verbindung schließen.

Gehirn von Magersüchtigen strukturell und funktionell verändert

Die Verbindung zwischen FBA und EBA war bei magersüchtigen Frauen schwächer als bei gesunden Frauen. Außerdem fanden die Forscher eine negative Korrelation zwischen der EBA-FBA-Verbindung in der linken Hirnhälfte und der Fehleinschätzung des Körpergewichts: Je schwächer die effektive Konnektivität zwischen EBA und FBA war, desto dicker schätzten sich die Probandinnen mit Magersucht fälschlicherweise ein. „In einer früheren Studie haben wir festgestellt, dass es strukturelle Veränderungen im Gehirn von Patientinnen mit Anorexie gibt“, sagt Boris Suchan. Sie haben eine geringere Dichte an Nervenzellen in der EBA. „Die neuen Daten zeigen, dass das Netzwerk für die Körperverarbeitung auch funktionell verändert ist.“ Die EBA, die bei Magersüchtigen eine geringere Zelldichte aufweist, ist auch das Areal, das in der Verbindungsanalyse auffiel: Es bekommt einen verminderten Input von der FBA. „Diese Veränderungen könnten einen Mechanismus für die Entstehung der Magersucht darstellen“, so Suchan.

Titelaufnahme:
B. Suchan, D. Soria Bauser, M. Busch, D. Schulte, D. Grönemeyer, S. Herpertz, S. Vocks (2012): Reduced connectivity between the left fusiform body area and the extrastriate body area in anorexia nervosa is associated with body image distortion, Behavioural Brain Research, DOI: 10.1016/j.bbr.2012.12.002

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Darmbakterien haben Einfluss auf das Risiko von Autoimmunkrankheiten

Donnerstag, Januar 17th, 2013
Washington/ Leipzig. Bei Mäusen beeinflussen die Arten der Darmbakterien den Hormonspiegel, den Stoffwechsel, die Immunantwort und damit die Entwicklung von Diabetes Typ 1, berichtet ein internationales Forscherteam in der Online-Ausgabe von SCIENCE, an dem das UFZ mit Analysen des Stoffwechsels beteiligt ist.
Diese Ergebnisse könnten Hinweise liefern, weshalb Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Gelenkrheumatismus bei Frauen häufiger auftreten als bei Männern.

Zwar ist bekannt, dass sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren zur individuellen Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen beitragen, aber die Wechselwirkungen zwischen Darmbakterien und der Entwicklung von Diabetes Typ 1 sind bisher noch nicht eindeutig geklärt.

Beim Typ 1 der Diabetes mellitus sorgt das körpereigene Immunsystem dafür, dass die Bauspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert. Ohne das Insulin kann jedoch der Energielieferant Glukose nicht mehr richtig verarbeitet werden. Die Folge: Der Zuckerspiegel im Blut steigt gefährlich an.
Umgangssprachlich wird Diabetes daher oft auch einfach Zuckerkrankheit genannt. An dieser Variante leiden etwa fünf Prozent der Diabetes-Erkrankten. Sie kann sowohl im frühen Kindesalter als auch im späten Erwachsenenalter auftreten und zählt zu den Autoimmunerkrankungen, die auf einer Überreaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe beruhen.Für die jetzt veröffentlichte Studie untersuchte das internationale Forscherteam um Prof. Jayne Danska von der University of Toronto so genannte „NOD“-Mäuse, die Typ-1-Diabetes entwickelten. Diese besondere Zuchtform wird seit den 80er Jahren in der experimentellen Diabetes-Forschung als Tiermodell für den Typ-1-Diabetes eingesetzt. Typischerweise sind die Weibchen viel anfälliger als Männchen, die möglicherweise durch einen höheren Testosteronspiegel geschützt sind.
Dieser Unterschied verschwand aber, wenn die NOD-Mäuse unter keimfreien Bedingungen aufgezogen wurden. Die Forscher übertrugen vor Ausbruch der Krankheit die Darmbakterien von männlichen Tieren in Weibchen und stellten fest, dass die Weibchen dann gegen eine Vielzahl von Typ-1-Diabetes-Symptome geschützt waren. Eine Unterdrückung der Aktivität des Testosterons kehrte diese schützende Wirkung jedoch um.

Am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig wurden die Folgen der transplantierten Darmbakterien auf den Stoffwechsel der Mäuse per Massenspektrometrie untersucht. Auf die so genannte Metabolomik hat sich das Department um Prof. Dr. Martin von Bergen spezialisiert: „Für uns war es besonders spannend, zu sehen, wie die Billionen an Mikroorganismen, die Säugetiere als Untermieter im Verdauungstrakt beherbergen, den Hormonspiegel und damit auch das geschlechtsspezifische Verhalten und den Stoffwechsel des Wirts beeinflussen.

„Das bedeutet, ob jemand als Alphatier oder Omegatier auftritt, könnte auch damit zusammenhängen, welche Bakterien sie oder er beherbergt“, erklärt Prof. von Bergen.

„Die biologische Vielfalt in unserem Inneren und deren Effekte auf unsere Gesundheit sind im Hinblick auf die Gesamtheit der umweltbedingten Einflüsse eine bisher wenig erforschte Welt, in der es noch viel zu entdecken geben wird.“
Diese Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Gesundheitsforschung und mikrobieller Ökologie sollen in den nächsten Jahren am UFZ fortgesetzt werden, um die Auswirkungen der inneren Besiedlung auf chronische Erkrankungen besser verstehen zu können.Weitere Arbeiten sind notwendig, um zu untersuchen, ob die jetzt veröffentlichten Erkenntnisse auch beim Menschen gelten. Zum Beispiel könnten sie von größerer Bedeutung für geschlechtsspezifische Krankheiten wie Gelenkrheumatismus und Multiple Sklerose sein als für als Typ-1-Diabetes, die bei Männern und Frauen etwa gleich häufig trifft. Die Autoren der Studie hoffen, dass es künftig einfacher wird, Säuglinge und Kinder mit einem hohen Risiko für Autoimmunerkrankungen zu identifizieren. Ebenfalls noch eine Vision ist das Ziel der Wissenschaft, später einmal über die Darmflora den Ausbruch dieser Krankheiten zu verhindern oder zu verzögern. Tilo Arnhold

Publikation: Janet G. M. Markle, Daniel N. Frank, Steven Mortin-Toth, Charles E. Robertson, Leah M. Feazel, Ulrike Rolle-Kampczyk, Martin von Bergen, Kathy D. McCoy, Andrew J. Macpherson, Jayne S. Danska (2012): Sex Differences in the Gut Microbiome Drive Hormone-Dependent Regulation of Autoimmunity. SCIENCE, 17 January 2013, DOI: 10.1126/science.1233521.

Die Untersuchungen wurden vom Canadian Institutes of Health Research (CIHR), der Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF), Genome Canada, der Genaxen Foundation und dem National Institutes of Health gefördert.

Anmerkung: siehe auch den Artikel „Das Bauchhirn bei Menschen und Tieren„.

Wer freihändig vom Boden aufstehen kann, lebt länger

Montag, Dezember 17th, 2012

Körperliche Fitness von Muskeln und Skelett Indikator für Sterblichkeit.

Rio de Janeiro/Marburg (pte004) – Brasilianische Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Mortalität und der Fähigkeit, sich freihändig vom Boden zu erheben. Die Fitness von Muskeln und Skelett sei der beste Indikator für die Sterblichkeit, meinen Claudio Gil Araújo und Kollegen von der Klinik Clinimex in Rio de Janeiro http://clinimex.com.br. Für ihr Ergebnis experimentierten die Forscher seit 2002 mit Erwachsenen im Alter von 51 bis 80 Jahren. Die Pobanden sollten freihändig vom Boden aufzustehen. Dabei bewerteten die Forscher die Grundbewegungen der Testpersonen

159 Unsportliche verstorben

Im Verlauf der Studie sind 159 Probanden verstorben. Die Mediziner stellten fest, dass die meisten der Tode überwiegend die Menschen ereilte, die niedrige Testergebnisse erzielt hatten. Daher errechneten die Forscher, dass die Sterblichkeit bei Menschen, die körperlich weniger fit sind, schneller sterben als Menschen, deren Muskel und Skelett gut trainiert sind.

„Ich bin überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und körperlicher Fitness gibt. Es wäre allerdings zu einfach, dies nur an der Beweglichkeit zu messen. Faktoren des Bewegungsapparates wie Kraft und Beweglichkeit spielen ebenso eine Rolle, wie das Herz-Kreislauf-System und viele weitere“, sagt Sandra Apelt vom Institut für Medizin der Philipps-Universität Marburg http://uni-marburg.de, Fachbereich Physiotherapie, gegenüber pressetext.

Test für Hausärzte empfohlen

Mediziner Araújo meint: „Sicherlich ist landläufig bekannt, dass die körperliche Fitness eines Menschen ihn länger leben lässt. Aber unsere Studie zeigt auch, dass ein hohes Niveau von Körperflexibilität, Muskelkraft und körperlicher Koordination nicht nur gut sind für die Verrichtung alltäglicher Bewegungen – sie haben auch einen günstigen Einfluss auf die Lebenserwartung.“ Auch Hausärzte könnten mit dieser einfachen Übung die Fitness ihrer Patienten testen. Man müsse dem Patienten lediglich vorgeben, ohne Hilfe der Hände vom Boden aufzustehen.

Video: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=MCQ2WA2T2oA

Quelle: pressetext.com

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Kindliches Trauma hinterlässt bei manchen Opfern Spuren im Erbgut

Sonntag, Dezember 2nd, 2012

Gen-Umwelt-Interaktion bewirkt lebenslange Fehlregulation der Stresshormone.

Misshandelte Kinder sind erheblich gefährdet, angst- oder gemütskrank zu werden, weil der einwirkende hohe Stress die Regulation ihrer Gene dauerhaft verändern kann. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München dokumentieren nun erstmals, dass manche Varianten des FKBP5-Gens durch ein frühes Trauma epigenetisch verändert werden. Bei Menschen mit dieser genetischen Veranlagung verursacht das Trauma eine dauerhafte Fehlregulation des Stresshormonssystems.

Die Folge ist eine lebenslange Behinderung im Umgang mit belastenden Situationen für den Betroffenen, welche häufig zu Depression oder Angsterkrankungen im Erwachsenenalter führt.

Die Ärzte und Wissenschaftler erwarten sich von ihren aktuellen Erkenntnissen neue, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlungsmöglichkeiten, aber auch eine verstärkte gesellschaftliche Aufmerksamkeit, um Kinder vor einem Trauma und dessen Folgen zu schützen.

Viele Erkrankungen des Menschen sind das Ergebnis vom Zusammenwirken seiner individuellen Gene und den ihn umgebenden Umwelteinflüssen. Traumatisierende Ereignisse vor allem in der Kindheit stellen dabei starke Risikofaktoren für das Auftreten von psychiatrischen Erkrankungen im späteren Leben dar. Ob der einwirkende frühe Stress aber tatsächlich das Opfer krank macht, hängt entscheidend von dessen genetischer Veranlagung ab.

Arbeitsgruppenleiterin Elisabeth Binder vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie untersuchte daher das Erbmaterial von fast 2000 Afro-Amerikanern, die als Erwachsene oder auch bereits als Kinder mehrfach schwer traumatisiert wurden. Ein Drittel der Traumaopfer war erkrankt und litt mittlerweile unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Die Wissenschaftler wollten durch den Vergleich der genetischen Sequenzen von erkrankten und nicht erkrankten Traumaopfern den Mechanismus dieser Gen-Umweltinteraktion aufklären.

Ihre Untersuchung ergab, dass tatsächlich das Risiko an Posttraumatischer Belastungsstörung zu erkranken mit steigender Schwere der Misshandlung nur in den Trägern einer speziellen genetischen Variante im FKBP5-Gen zunahm. FKPB5 bestimmt, wie wirkungsvoll der Organismus auf Stresshormone reagieren kann, und reguliert so das gesamte Stresshormonsystems.

In Experimenten an Nervenzellen konnten die Max-Planck Forscher im Weiteren nachweisen, dass die von den Münchner Forschern entdeckte FKBP5-Variante für den betroffenen Menschen tatsächlich einen physiologischen Unterschied macht. Extremer Stress und somit hohe Konzentrationen an Stresshormon bewirken eine sogenannte epigenetische Veränderung: Von der DNA wird an dieser Stelle eine Methylgruppe abgespalten, was die Aktivität von FKBP5 deutlich erhöht. Diese dauerhafte Veränderung der DNA wird vor allem durch Traumata im Kindesalter erzeugt. So lässt sich bei Studienteilnehmern, die ausschließlich im Erwachsenenalter traumatisiert wurden, keine krankheitsassoziierte Demethylierung im FKBP5-Gen nachweisen.

Torsten Klengel, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie erklärt die Studienbefunde wie folgt: „Traumata im Kindesalter hinterlassen je nach genetischer Veranlagung dauerhafte Spuren auf der DNA: Epigenetische Veränderungen im FKBP5-Gen verstärken dessen Wirkung. Die mutmaßliche Konsequenz ist eine anhaltende Fehlsteuerung der Stress-Hormonachse beim Betroffenen, die in einer psychiatrischen Erkrankung enden kann. Entscheidend für das kindliche Traumaopfer ist aber, dass die Stress-induzierten epigenetischen Veränderungen nur dann auftreten können, wenn es auch diese spezielle DNA-Sequenz besitzt.“

Die aktuelle Studie verbessert unser Verständnis von psychiatrischen Erkrankungen als Folge der Interaktion von Umwelt- und genetischen Faktoren. Die Ergebnisse werden helfen, Menschen individualisiert zu behandeln, bei denen vor allem eine Traumatisierung in früher Jugend das Erkrankungsrisiko erheblich vergrößert hat.

Originalpublikation: Torsten Klengel, Divya Mehta, Christoph Anacker, Monika Rex–Haffner, Jens C. Pruessner, Carmine M. Pariante, Thaddeus W.W. Pace, Kristina B. Mercer, Helen S. Mayberg, Bekh Bradley, Charles B. Nemeroff, Florian Holsboer, Christine M. Heim, Kerry J. Ressler, Theo Rein, and Elisabeth B. Binder Allele–specific FKBP5 DNA demethylation: a molecular mediator of gene–childhood trauma interactions Nature Neuroscience, 3. Dezember 2012

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Anmerkung: siehe hierzu auch den Artikel „Das Bauchhirn bei Menschen und Tieren

Job kann Brustkrebs-Risiko erhöhen

Samstag, November 24th, 2012

Studie untersucht Zusammenhang zwischen Arbeit und Erkrankung.

Bochum (pte001) – In bestimmten Berufen erkranken Frauen häufiger an Brustkrebs. Frauen, die etwa in der Metallindustrie arbeiten, sind häufiger betroffen als andere. Das ergab eine Studie vom Windsor Krebszentrum in Kanada http://www.wrh.on.ca. Über 1.000 Fälle von Brustkrebs wurden in Zusammenhang mit dem Job gebracht. Dabei kam heraus, dass die Arbeit in einigen Branchen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen. Die Forscher ermittelten mehr Brustkrebsfälle bei Frauen in der Landwirtschaft, Autoindustrie, Kunststoff-Fertigung, Metallverarbeitung und in der Konservenindustrie.

Risikofaktoren schwer zu bestimmen

Ein Forscherteam aus Dänemark hat schon im September 2012 eine Studie veröffentlicht, die ergab, dass Bedienstete, die auch nachts arbeiteten, ein um 40 Prozent erhöhtes Brustkrebsrisiko hatten als die Frauen in der Kontrollgruppe. Für Frauen, die vor der Geburt ihres ersten Kindes mehr als vier Jahre nachts gearbeitet hatten, war das Brustkrebsrisiko doppelt so hoch. Trotzdem ist es immer noch schwierig, genaue Risikofaktoren für Brustkrebs zu bestimmen.

„Beim Lungenkrebs kann man sagen, dass der Hauptrisikofaktor das Rauchen ist“, sagt Sylvia Rabstein, Epidemiologin am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Inst. der Ruhr-Universität Bochum (IPA) http://www.ipa.rub.de, gegenüber pressetext. Bei Brustkrebs sei unklar, was die Hauptrisikofaktoren sind. Bei dieser Krebsart wäre man lange im Dunkeln getappt und habe dann entdeckt, dass es einen familiären Brustkrebs, also Vererbung des Risikos, gibt. Außerdem wurde festgestellt, dass eine Hormontherapie das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, erhöhe.

Keine Ursache-Wirkungs-Beziehung

„Man kann keine Ursache-Wirkungs-Beziehung aufstellen – man kann nur Assoziationen beobachten. Wir brauchen viele Studien – besonders, wenn es um berufliche Exposition geht“, sagt Rabstein. Man könne eben keine Experimente machen, sondern nur beobachten und die Anzahl der Brustkrebs-Erkrankten beziffern. Bei Brustkrebs sind die beeinflussbaren Risikofaktoren nicht so klar wie bei anderen Krebsarten. Einige Risikofaktoren gibt es: So sollten Frauen nach drei Jahren Hormontherapie in der Menopause die Behandlung abbrechen.

Zudem sei das Alter, in dem die erste Menstruation eintritt, ein beobachteter Aspekt im Bezug auf Brustkrebs. Je älter ein Mädchen beim Einsetzen ihrer Menstruationsblutung war, desto höher ist ihr Brustkrebsrisiko. Je älter eine Frau außerdem bei der Geburt ihres ersten Kindes war, desto höher ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Zudem spiele die Anzahl der Kinder, die eine Frau geboren hat, eine Rolle: Je mehr Kinder, desto geringer ist das Risiko von Brustkrebs. Mütter, die ihre Kinder nicht gestillt haben, erkranken ebenfalls häufiger. Insgesamt sind es kleine Faktoren, die beobachtet wurden – einen Hauptrisikofaktor konnte die Forschung bisher nicht identifizieren.

Quelle: pressetext.com

Anmerkung: siehe hierzu auch das Buch „Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie„.

Frauen üben Partnerkritik an fruchtbaren Tagen

Dienstag, Oktober 30th, 2012

Sexuell attraktive Männer werden nicht bemängelt.

Oakland/Wien – Frauen, die einen beständigen Partner wählen anstatt sich für einen attraktiven zu entscheiden, ringen an ihren fruchtbarsten Tagen unbewusst mit diesem Beschluss. Sie fühlen sich ihren Partnern in dieser Periode nicht so nah wie Frauen mit einem sexuell begehrenswerten Mann und haben mehr an ihm auszusetzen. Dies hat eine aktuelle Studie der University of California http://ucla.edu ergeben. Frauen bewerten ihre Beziehung während des Monatszyklus unterschiedlich.

Wahl über gesundheitlichen Zustand

Eine negative Bewertung des Partners hängt laut den Forschern davon ab, wie sexuell attraktiv die Frau diesen findet. Diese Emotionen sind jedoch nur flüchtig und beeinflussen eine langfristige Beziehung nicht. „Dieses Phänomen kann unter anderem mit dem genetischen Programm erklärt werden“, erläutert Frauenarzt Sami Bassim http://www.drbassim.at gegenüber pressetext.

Demnach würden sich Frauen den fittesten Partner aussuchen. Merkmale wie eine tiefe Stimme, maskulines Gesicht und ein attraktives Erscheinungsbild haben die Wahl dabei evolutionär geprägt. „Auch Hormone könnten diesbezüglich den Gehirnstoffwechsel beeinflussen und zu diesem Phänomen führen“, führt er aus.

Fruchtbare Tage ändern Gefühlslage

Dass Frauen generell eine andere kognitive Wahrnehmung während ihrer fruchtbarsten Tage haben, kann laut Bassim jedoch nicht festgestellt werden. „Es lässt sich jedoch schon beobachten, dass sich viele Frauen zu dieser Zeit anders fühlen als sonst“, so der Fachmann. Die Studie konnte vor allem eine Veränderung in Bezug auf das weibliche Benehmen vor dem Eisprung feststellen.

Frauen sollen in dieser Periode vermehrt auf ihren Kleidungsstil achten und in einen höheren Tonfall und somit mit weiblicherer Stimme sprechen. Zusätzlich sollen sich Frauen mit einem unattraktiven Partner vor der Ovulation zu anderen Männern hingezogen fühlen als außerhalb dieser Zeitspanne.

Quelle: pressetext.com

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Warum eine eiweißreiche Ernährung Übergewicht vorbeugen kann

Dienstag, Oktober 30th, 2012

Potsdam-Rehbrücke – Eine eiweißreiche Ernährung kann dabei helfen, Übergewicht vorzubeugen oder es zu verringern. Doch warum ist dies so, was passiert im Stoffwechsel? Ein Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) um Susanne Klaus ist diesen Fragen nachgegangen.

Wie das Team nun am Mausmodell zeigt, führt eine hohe Aufnahme von Eiweiß oder Eiweißbausteinen zu einer erhöhten Wasseraufnahme. Diese ist mit einer geringeren Nahrungsaufnahme verbunden und trägt so dazu bei, Übergewicht vorzubeugen. Zudem wirkt eine eiweißreiche Kost der Fettneubildung in der Leber entgegen. (Amino Acids; Freudenberg et al., 2012; DOI 10.1007/s00726-012-1363-2) (1)

Die Anzahl der Menschen mit Übergewicht nimmt weltweit zu und damit verbunden auch die Anzahl der Personen, die unter den negativen Folgen des Übergewichts leiden. Daher arbeiten Wissenschaftler und Mediziner daran, effektive Behandlungsmethoden und Ernährungsstrategien zu entwickeln, die dazu beitragen, diesen negativen Trend zu stoppen. Einige Wissenschaftler setzen dabei auf eine eiweißreiche Kost. In der Tat weisen zahlreiche Untersuchungen darauf hin, dass eine Erhöhung des Eiweißanteils in der Nahrung oder eine erhöhte Aufnahme bestimmter Eiweißbausteine besonders bei der heute üblichen, fettreichen Ernährung (2) helfen können, Übergewicht und einer Leberverfettung vorzubeugen. Welche Mechanismen diesen Effekten zugrunde liegen, ist jedoch noch weitgehend unerforscht.

Das Wissenschaftlerteam um Susanne Klaus, Leiterin der DIfE-Arbeitsgruppe „Physiologie des Energiestoffwechsels“, untersuchte daher die Wirkung von vier fettreichen Futtermischungen auf den Körperfettgehalt und den Fettstoffwechsel von Mäusen. Die Futtermischungen waren entweder mit Eiweiß aus Molke, mit dem Eiweißbaustein Leucin oder mit dem Eiweißbaustein Alanin angereichert. Als Kontrolle verwendeten die Forscher ein fettreiches Futter mit einem normalen Eiweißanteil (3).
Während des gesamten Versuchszeitraums von sieben Tagen registrierten die Forscher die Wasser- und Nahrungsaufnahme der Tiere. Zudem bestimmten sie die Änderungen des Körperfettgehaltes mittels Kernresonanzspektroskopie (NMR) und maßen Veränderungen im Fettstoffwechsel.

Die Tiere, die das eiweißreiche Futter erhielten, tranken mehr, fraßen weniger und nahmen im Vergleich zu den Tieren, die ein Futter mit normalem Eiweißgehalt bekamen, trotz der sehr fettreichen Ernährung nicht zu. Ebenso wiesen sie deutlich niedrigere Cholesterin- und Leberfettwerte auf. Zudem war die Fettneubildung in der Leber gebremst. Bei den Tieren, die mit dem Eiweißbaustein Leucin bzw. Alanin angereichertes Futter erhielten, waren diese günstigen Effekte nicht so stark ausgeprägt. Bei allen Tieren bestand jedoch ein enger Zusammenhang zwischen der Körperfettzunahme, den Leberfettwerten (Triglycerid-Werten) und der Gesamtenergieaufnahme.

„Bereits fünf Stunden nach der Umstellung auf das eiweißreiche Futter tranken die Tiere umso mehr und fraßen umso weniger, je mehr Aminostickstoff (4) sie über die Eiweiße bzw. Eiweißbausteine im Futter aufnahmen“, erklärt Klaus-Jürgen Petzke, Co-Autor der Studie. Die Forscher vermuten daher, dass die erhöhte Wasseraufnahme ursächlich für die sättigende Wirkung des eiweißreichen Futters ist und durch die hohe Stickstoffaufnahme ausgelöst wird. Denn der Stickstoff muss mit dem Urin ausgeschieden werden, um eine Vergiftung des Körpers mit Ammoniak zu vermeiden. Ferner beobachteten die Wissenschaftler, dass sich die beiden Eiweißbausteine Leucin und Alanin nicht in ihrer Wirkung unterschieden. Dieses spricht nach Angaben der Forscher dafür, dass die sättigende Wirkung einer eiweißreichen Kost nicht auf eine bestimmte Art Eiweißbaustein zurückzuführen ist, sondern generell auf die erhöhte Stickstoffzufuhr. Hinweise auf einen eiweißbedingten höheren Energiebedarf des Stoffwechsels fanden die Wissenschaftler nicht.

„Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, die Wirkung von Eiweißen und Eiweißbausteinen auf den lebenden Organismus besser zu verstehen. Eine wichtige Voraussetzung, um neue Methoden zu entwickeln, die Übergewicht und ernährungsbedingten Stoffwechselerkrankungen vorbeugen“, sagt Studienleiterin Susanne Klaus. Weitere Langzeitstudien seien aber nötig, um die Ergebnisse zu ergänzen und zu bestätigen.

Hintergrundinformationen:
(1) Originalpublikation: Freudenberg A, Petzke KJ, Klaus S: Dietary L-leucine and L-alanine supplementation have similar acute effects in the prevention of high-fat diet-induced obesity. Amino Acids. 2012
(2) Die durchschnittliche Fettzufuhr liegt laut Nationaler Verzehrsstudie II bei Frauen bei 35 Prozent und bei Männern bei 36 Prozent der Gesamtenergiezufuhr.
(3) Die Forscher untersuchten vier verschiedene fettreiche Futtermischungen, die alle denselben hohen Fettanteil aufwiesen:
Futtermischung 1: Futter mit einem Fettanteil von 43,1 Prozent, einem Eiweißanteil von 8,9 Prozent und einem Kohlenhydratanteil von 48,0 Prozent (Kontrolldiät)
Futtermischung 2: Futter mit einem Fettanteil von 43,4 Prozent, einem Eiweißanteil von 44,8 Prozent und einem Kohlenhydratanteil von 11,9 Prozent
Futtermischung 3: Futter mit einem Fettanteil von 43,1 Prozent, einem Eiweißanteil von 14,2 Prozent (wobei das Molkeeiweiß mit dem Eiweißbaustein Leucin ergänzt wurde, dabei entsprach der Leucingehalt des Futters dem Leucingehalt der Futtermischung 2) und einem Kohlenhydratanteil von 42,6 Prozent
Futtermischung 4: Futter mit einem Fettanteil von 43,1 Prozent, einem Eiweißanteil von 12,9 Prozent (wobei das Molkeeiweiß mit dem Eiweißbaustein Alanin equimolar zum Leucingehalt der Futtermischung 3 ergänzt wurde) und einem Kohlenhydratanteil von 44,0 Prozent
(Die Werte beziehen sich auf den prozentualen Anteil zur Energiezufuhr.)
Warum die Eiweißbausteine Leucin und Alanin untersucht wurden: Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass eine Supplementierung mit Leucin, ähnlich wie eine eiweißreiche Ernährung, günstige Effekte auf das Körpergewicht und den Muskelaufbau hat. Zudem nehmen Sportler Leucin oft in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ein, um den Muskelaufbau zu fördern. Da die Wissenschaftler des DIfE die Spezifität der Leucinwirkung hinsichtlich der Vermeidung von Übergewicht überprüfen wollten, untersuchten sie auch die Effekte einer Alanin-Supplementierung. Die Forscher wählten Alanin als Kontrolle, da der Alaningehalt im Blut durchschnittlich sehr hoch und weitgehend unabhängig von der Aufnahme von Nahrungseiweiß ist.
(4) Aminostickstoff: Sämtliche Eiweißmoleküle sind aus Eiweißbausteinen (Aminosäuren) aufgebaut. Jede Aminosäure verfügt mindestens über eine stickstoffhaltige Aminogruppe (R-NH2), den so genannten Aminostickstoff. In der Regel wird beim Abbau der Aminosäuren die Aminogruppe abgespalten und – damit kein giftiger Ammoniak im Körper freigesetzt wird – in der Leber in ungiftigen Harnstoff überführt. Dieser kann dann mit dem Urin über die Niere ausgeschieden werden.

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

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