Archiv für Dezember 2009

Zellwandfreie Listerien können in Milch gezüchtet werden

Sonntag, 27. Dezember 2009

In Laboruntersuchungen, die von Dell’Era et al. (2009) an der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, Schweiz, an krankmachenden Listeriose-Bakterien (Listeria monocytogenes) durchgeführt wurden, konnte gezeigt werden, dass zellwandfreie Listerien aus einem normalen Stamm unter Zugabe von Penicillin gezüchtet und in Milch weiter kultiviert werden können. Auch als zellwandfreie Form behielten die Bakterien ihre krankmachende Wirkung.

(siehe auch den entsprechenden Artikel über “zellwandfreie Bakterienformen”)

Antibiotikaabhängige Tuberkulosebakterien entdeckt

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Nicht nur bei Tieren, auch  bei Menschen steigt die Tuberkulosehäufigkeit in Europa stark an (z.B. ORF und WELT). Weltweit werden vermutlich die “weitgehend arzneimittelresistenten Tuberkulosebakterien” (XDR-TB) zukünftig eine große Herausforderung für die Medizin darstellen. Infektionen mit diesen Bakterien sind mit konventionellen Mitteln zur Zeit praktisch nicht behandelbar und enden zu 80% tödlich.

Die ganze XDR-TB-Problematik wird noch dadurch verschärft, dass es offensichtlich multiresistente Tuberkulosebakterien gibt, die zusätzlich von dem Standardantibiotikum Rifampicin abhängig sind (Zhong et al., 2010). Wurde dieses Mittel bei einem Patienten gegen seine Tuberkulose eingesetzt, ging es ihm schlechter; erst als das Mittel abgesetzt wurde, konnte er geheilt werden. Die Antibiotikaabhängigkeit der Bakterien wurde im Labor bestätigt.

(siehe auch den entsprechenden Artikel über CWD)

Uganda stellt weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe

Montag, 21. Dezember 2009

Stirbt das Opfer, kann eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden.

Einstimmig hat das ugandische Parlament Mitte Dezember weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe gestellt. Täter müssen nun mit zehn Jahren Gefängnis rechnen. Stirbt das Mädchen in Folge des Eingriffs, können die Beteiligten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden.

Der auf alten Traditionen beruhende Eingriff wird vor allem im östlichen Uganda an Mädchen bis zu einem Alter von 15 Jahren vorgenommen. Genitalverstümmelung stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung dar und zieht schwere gesundheitliche Schäden sowie psychische Probleme nach sich. Weltweit werden jährlich etwa drei Millionen Mädchen und Frauen verstümmelt – insgesamt sind etwa 140 Millionen Frauen vor allem in Asien und Afrika betroffen.

Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, www.weltbevoelkerung.de