Archive for Juni, 2010

Consumer-Digitalkamera weist Krebszellen nach

Samstag, Juni 26th, 2010

Einfache Krebs-Routineuntersuchungen werden möglich

Houston (pte/26.06.2010/13:35) – Ein Forscherteam in Texas hat ein System entwickelt, das einen einfachen und kostengünstigen Nachweis von Krebszellen ermöglicht. Die Lösung nutzt eine handelsübliche Digitalkamera, auf deren Display ein Arzt erkennen kann, ob sich im untersuchten Gewebe kanzeröse Zellen finden. Im Prinzip handelt es sich bei der Entwicklung, die im Wissenschaftsmagazin PloS One beschrieben wird, um ein mobiles Fluoreszenzmikroskop.

„Ein derart portables, akkubetriebenes Gerät kann sich als sehr wertvoll für die weltweite Gesundheitsversorgung erweisen“, meint Rebecca Richards-Kortum, Professorin für Biotechnik, Elektrotechnik und technische Informatik an der Rice University http://www.rice.edu. Denn nach Ansicht der Forscher werden damit einfache Routineuntersuchungen auch in Entwicklungsländern möglich.

Olympus-Kamera als Mikroskop

Das System der Wissenschaftler nutzt eine digitale Spiegelreflexkamera vom Typ Olympus E-330. Außerdem umfasst es eine LED-Lichtquelle, eine spezielle Objektivlinse sowie ein optisches Faserbündel. Das zu untersuchende Gewebe wird mit einem gängigen fluoreszierenden Farbstoff behandelt. Wird dann eine Zelle mit der Spitze des Faserbündels beleuchtet, leuchten auch die Zellkerne. Auf dem Kamera-Display sind diese genau zu erkennen und da Krebszellen deutlich verformte Kerne haben, sind diese leicht zu identifizieren.

„Die Techniken, die wir verwendet haben, sind die gleichen, wie sie seit Jahren bei Biopsien zum Einsatz kommen“, sagt Mark Pierce, Biotechniker an der Rice. Allerdings lässt sich das neue System wesentlich leichter nutzen als ein herkömmliches Fluoreszenzmikroskop. Die Forscher haben im Experiment gezeigt, dass dank der kompakten Faseroptik Gewebe direkt im Mund untersucht werden kann. Eine schmerzhafte Biopsie entfällt somit ebenso wie das Warten auf die Ergebnisse.

Routineuntersuchungen

Zusätzlich zur portablen Hardware wäre es nach Ansicht von Richards-Kortum möglich, eine Software zu entwickeln, mit deren Hilfe auch Mediziner ohne pathologische Ausbildung gesunde und kranke Zellen unterscheiden können. Damit wären Krebs-Routineuntersuchungen möglich. Insgesamt setzen die Forscher daher große Hoffnung in ihre Entwicklung.

„Angesichts der Mobilität, der Performance und des Preises kann man davon ausgehen, dass damit die Gesundheitskosten in Industrieländern gesenkt werden können“, meint die Bio- und Elektrotechnikerin. In Entwicklungsregionen wiederum, wo bisherige Diagnosewerkzeuge oft schlichtweg zu teuer sind, wäre es möglich, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern.

Der wissenschaftliche Fachbeitrag ist unter http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0011218 abrufbar.

Quelle: pressetext.austria

Nadeln machen Herzpatienten belastbar

Dienstag, Juni 22nd, 2010

Klinische Studie belegt Wirksamkeit von Akupunktur bei Herzschwäche / Heidelberger Kardiologen veröffentlichen in „Heart“

Akupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten, die an einer chronischen Herzschwäche leiden, deutlich verbessern. Das stellte die Arbeitsgruppe von Dr. Johannes Backs, Arzt und Studienleiter an der Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Pneumologie – Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus) des Universitätsklinikums Heidelberg im Rahmen einer klinischen Studie fest. Die Nadeln steigern zwar nicht die Schlagkraft des Herzens, beeinflussen aber offensichtlich die Skelettmuskelarbeit und verlängern so zum Beispiel die zurücklegbare Wegstrecke. Die Ergebnisse der klinischen Studie, die mit einer plazebo-akupunktierten Vergleichsgruppe mit stumpfen Nadeln durchgeführt wurde, sind in der hochrangigen Fachzeitschrift „Heart“ veröffentlicht.

Akupunktur beeinflusst vegetatives Nervensystem

Die chronische Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Europa. Patienten mit dieser Erkrankung leiden vor allem unter ihrer verminderten Leistungsfähigkeit. Luftnot und leichte Ermüdbarkeit bei körperlichen Belastungen kennzeichnen das Krankheitsbild.

Die Krankheit ist sehr viel komplexer, als zunächst vermutet wurde. Nicht nur die nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels ist für die Symptomatik verantwortlich. Auch das sogenannte vegetative Nervensystem und verschiedene Nerven-Überträgerstoffe geraten aus dem Gleichgewicht, was den Krankheitsverlauf weiter verschlechtert. Genau da greift die Akupunktur an, indem sie diese Prozesse wieder ausbalanciert: Sie beeinflusst das vegetative Sympathikus-System (Erregung), fördert den Parasympathikus (Erholung) und wirkt zudem entzündungshemmend. Ob sie dadurch auch solch lebensbedrohliche Erkrankungen wie die Herzinsuffizienz beeinflussen kann, wurde bisher kaum untersucht.

Nadeln gegen die Erschöpfung

Die Wissenschaftler untersuchten Patienten mit Herzschwäche, die mit den üblichen Medikamenten behandelt wurden und in einem stabilen Zustand waren. Zusätzlich erhielt die Akupunkturgruppe zehn Sitzungen, in denen Akupunkturpunkte genadelt wurden, die sowohl laut Traditionell Chinesischer Medizin allgemein Kraft geben, die gleichzeitig aber auch dafür bekannt sind, den Sympathikus, Parasympathikus und Entzündungsmarker zu beeinflussen. Die Kontrollgruppe wurde mit speziellen Placebonadeln behandelt, die einen Nadelstich zwar simulieren, die Haut aber nicht durchdringen. Die Akupunktur-Patienten legten nach dieser Therapie eine längere Wegstrecke in der vorgegebenen Zeit zurück als die Placebo-Patienten. Sie erholten sich schneller und fühlten sich subjektiv weniger erschöpft. Die messbare Leistungsfähigkeit des Herzens veränderte sich dagegen nicht.

Entzündungsbotenstoffe machen Muskeln müde

Aus anderen Studien ist bereits bekannt, dass die Belastbarkeit der Herzpatienten unabhängig von der Pumpfunktion des Herzens ist. Vielmehr scheint die leichte Ermüdbarkeit primär von den Muskeln auszugehen. Entzündungs-Botenstoffe sind bei der chronischen Herzinsuffizienz im Blut erhöht und machen die Muskeln müde. Sie aktivieren sogenannte Ergorezeptoren im Muskel, die dem Körper signalisieren, dass der Muskel die Belastung nicht weiter aufrecht erhalten kann. „Tatsächlich verringerte sich der Blutspiegel eines bestimmten Botenstoffes Tumor necrosis factor alpha, TNF alpha, drastisch nach der echten Akupunkturbehandlung. Da TNF alpha unter anderem zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft führt, müsste sich das positiv auf die Skelettmuskelarbeit ausgewirkt haben“, erklärt Dr. Arnt Kristen, einer der Autoren der Studie.

Langfristig bessere Prognose durch Akupunktur?

„Die meisten Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur haben methodische Schwächen, da Placebo-Kontrollen fehlen und die Studienteilnehmer nicht „verblindet“ sind. Das heißt, die Patienten wissen, welche Therapie sie erhalten und knüpfen eventuell entsprechende Erwartungen daran“, so Backs. „In unseren Untersuchungen haben aber alle Patienten geglaubt, eine „echte“ Akupunktur erhalten zu haben.“ Eine spannende Frage für die Zukunft wird sein, ob sich durch die relativ kostengünstige Akupunktur auch langfristig die Prognose der Herzpatienten verbessert.

Literatur:
Arnt V. Kristen, Boris Schuhmacher, Kathrin Strych, Dirk Lossnitzer, Hans-Christoph Friederich, Thomas Hilbel, Markus Haass, Hugo A. Katus, Antonius Schneider, Konrad M. Streitberger, Johannes Backs. Acupuncture Improves Exercise Tolerance of Patient with Heart Failure – a Placebo-Controlled Pilot Study. Heart, 15.06.2010

Quelle: Abteilung Kardiologie, Angiologie, Pneumologie der Universität Heidelberg

Tee- und Kafeekonsum können das Risiko für Herzkrankheiten mindern

Samstag, Juni 19th, 2010

In einer Studie, die von der Universität Utrecht und dem Niederländischen Institut für Öffentliche Gesundheit und Umwelt, Bilthoven, an 37514 Probanden über 13 Jahre durchgeführt wurde, wurde der Einfluss des Konsums von Tee und Kaffee auf das Risiko der Entstehung einer Koronaren Herzkrankheit (CHD) und eines Schlaganfalls untersucht. Die koronare Herzkrankheit kommt durch eine allgemeine Verengung der Herzkranzgefäße meist infolge von Ablagerungen zustande.
Ein Ergebnis der Studie war, dass ein intensiver Teekonsum (mehr als 6 Tassen pro Tag) mit einem stark verminderten Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu sterben, einherging. Der Konsum von Kaffee führte zu einer leicht verminderten CHD-Sterblichkeit. Eine Beziehung zum Schlaganfallrisiko wurde weder für den Tee- noch für den Kaffeekonsum gefunden.

Quelle: American Heart Association

Deutsche Regierung: Väter oder Mütter verdienen im Schnitt 1.669 Euro im Monat

Donnerstag, Juni 17th, 2010

Berlin: (hib/ELA/AW) Im Jahr 2009 waren durchschnittlich 37.500 arbeitslose Alleinerziehende auf Arbeitslosengeld I angewiesen, 276.600 arbeitslose Alleinerziehende bezogen Hartz IV. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/1838) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17/1658), die nach den Chancen und Benachteiligungen von Familien mit Kindern auf dem Arbeitsmarkt gefragt hatten. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit belief sich bei den alleinerziehenden ALG I-Beziehern auf 33,4 Wochen, bei den entsprechenden Empfängern von Grundsicherung auf 47,4 Wochen, heißt es in der Antwort weiter.

Nach Angaben der Regierung lag das individuelle monatliche Nettoeinkommen von Elternteilen beziehungsweise Bezugspersonen und Partnern in Paarfamilien mit minderjährigen Kindern bei durchschnittlich 1.669 Euro im Monat, von Alleinerziehenden bei 1.370 Euro im Monat und von Personen in sonstigen Haushalten bei 1.359 Euro im Monat. Im Durchschnitt arbeiteten Erwerbstätige aus Paarfamilien im Jahr 2008 nach den Angaben im Mikrozensus 34,5 Stunden in der Woche, erwerbstätige Alleinerziehende 30,2 Stunden und Erwerbstätige aus sonstigen Haushalten 36,3 Stunden, heißt es in der Antwort weiter. Bei den beruflichen Abschlüssen macht die Regierung unter anderem folgende Angaben: 16,4 Prozent aller Personen in Paarfamilien haben keinen beruflichen Abschluss (24 Prozent bei Alleinerziehenden, 23,4 Prozent bei sonstigen Haushalten), 17,2 Prozent aller Personen in Paarfamilien haben einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss oder eine Promotion (11,3 Prozent bei Alleinerziehenden, 13,1 Prozent bei sonstigen Haushalten).

Im Jahr 2009 begannen der Regierung zufolge 44.200 Alleinerziehende eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung, die in 14.700 Fällen von einer Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III) und in 29.600 Fällen von einem Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Rechtskreis SGB II) gefördert wurde. Knapp ein Fünftel der Maßnahmen dauerte vier Wochen bis sechs Monate und knapp vier Fünftel mehr als sechs Monate. Kurze Maßnahmen von weniger als vier Wochen Dauer spielen kaum eine Rolle (etwa 1 Prozent). Die Beteiligung der Alleinerziehenden an beruflicher Weiterbildung entspräche etwa ihrem Anteil an den Arbeitslosen, schreibt die Regierung. So betrage der Anteil der Alleinerziehenden an allen Zugängen in berufliche Weiterbildung knapp 8 Prozent, im Vergleich zu einem Anteil von 9 Prozent am jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenbestand in 2009. Auch die Verteilung hinsichtlich der Maßnahmendauer sei durchschnittlich, heißt es weiter.

Quelle: heute-im-Bundestag

Gehirn kontrolliert Cholesterinmenge im Blut

Dienstag, Juni 8th, 2010

Hungerhormon Ghrelin spielt entscheidende Rolle

Ohio (pte/07.06.2010/10:00) – Zuviel Cholesterin führt zu gefährlichen fettigen Ablagerungen in den Arterien. Die Menge Cholesterin, die im Blutkreislauf zirkuliert, wird teilweise vom Gehirn reguliert. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Cincinnati http://www.uc.edu mit Mäusen gekommen.

Diese Forschungsergebnisse widersprechen der verbreiteten Annahme, dass die Werte nur durch das kontrolliert werden, was wir essen und durch die Cholesterin-Produktion in der Leber. Es zeigte sich, dass ein Hungerhormon im Gehirn im Körper als „Fernsteuerung“ für das Cholesterin fungiert. Details der Studie wurden in Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro veröffentlicht.

Hungerhormon erhöht Cholesterinspiegel

Zuviel Cholesterin führt zu verhärteten Arterien und erhöht das Risiko eines Herzanfalles. Das Team um Matthias Tschöp fand heraus, dass erhöhte Werte des Hungerhormons Ghrelin bei Mäusen dazu führten, dass sich auch höhere Mengen Cholesterin im Blut befanden. Die Werte im Blut steigen, da Signale des Gehirns die Leber dazu veranlassen, weniger Cholesterin zu speichern.

Es ist bekannt, dass Ghrelin einen Rezeptor im Gehirn blockiert, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Nahrungsaufnahme und der Nutzung der Energie spielt. Bei einem zusätzlichen Experiment, zeigte sich, dass die Blockierung dieses Rezeptors bei den Versuchstieren auch zu erhöhten Cholesterinwerten führte.

Bisherige These in Frage gestellt

Die Wissenschaftler argumentieren, dass diese Forschungsergebnisse selbstverständlich beim Menschen bestätigt werden müssen, sie eröffneten jedoch potenziell eine neue Möglichkeit zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten.

Tschöp erklärte, dass man lange davon ausgegangen sei, dass das Cholesterin ausschließlich durch die Nahrungsaufnahme oder die Synthese und Sekretion in der Leber reguliert wird. Die aktuelle Studie weise erstmals nach, dass das Cholesterin sich unter der direkten „Fernsteuerung“ durch spezifische Vorgänge im zentralen Nervensystem befinde.

Quelle: pressetext.austria

Akupunktur aktiviert Schmerzhemmer

Dienstag, Juni 1st, 2010

Forscher finden neuen Wirkmechanismus der Nadelung

Rochester/Wien (pte/31.05.2010/15:25) – Eine physiologische Erklärung für die Wirkung von Akupunktur dürfte Forschern der University of Rochester http://www.rochester.edu gelungen sein. Sie zeigten bei Mäusen, dass Akupunkt-Einstiche eine körpereigene Substanz aktivieren, die unter anderem im Immunsystem und bei der Schmerzunterdrückung eine Rolle spielt. Im Versuch konnte dieser Effekt durch einen gängigen Wirkstoff der Krebstherapie zusätzlich verstärkt werden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ veröffentlicht.

Jenseits von Placebo

„Akupunktur ist in der Schmerztherapie immer besser akzeptiert“, berichtet der Neurologe Alexander Meng, Vizepräsident der österreichischen Gesellschaft für Akupunktur http://www.akupunktur.at, im pressetext-Interview. „Neben dem psychischen Faktor Zuwendung und dem Placebo-Effekt treten durch die Nadelung jedoch auch schmerzlindernde Veränderungen in Hirn, Rückenmark oder Peripherie auf, die objektivierbar sind.“ Bisher bekannt sei vor allem die Ausschüttung körpereigener Opiate, sogenannte Endorphine. Die aktuellen Ergebnisse beschreiben jedoch einen noch kaum diskutierten Mechanismus.

Adenosin heißt das Molekül, auf das sich die US-Forscher nun konzentrierten. Bisher weiß man, dass diese natürliche Verbindung den Blutdruck durch eine Blutgefäß-Weitung sinken lässt und die Herzfrequenz verringert. Zudem fördert es Schlaf, hemmt Entzündungen und verhindert Nervensignale, die etwa bei einer Hautverletzung aktiv werden und Schmerz auslösen. Nun konnte gezeigt werden, dass die Substanz auch in jenen tieferen Hautschichten aktiv ist, in die Akupunkturnadeln eindringen.

Nadeln lindern Pfotenschmerz

Getestet wurde dies an Mäusen mit einer schmerzenden Pfote. Die Forscher um Jürgen B. Schnermann und Maiken Nedergaard behandelten die Tiere 30 Minuten lang mit Akupunktur, genau wie beim Menschen mit regelmäßiger Drehung der Nadeln. Unmittelbar danach konnte eine lokale Erhöhung des Adenosin-Niveaus im Gewebe auf das 24-fache festgestellt werden und Verhaltenstests zeigten, dass die Mäuse um zwei Drittel weniger Schmerz litten. Die Linderung trat auch dann ein, wenn Adenosin ohne Nadelstiche aktiviert wurde.

Weitere Erkenntnisse zu Adenosin lieferten Vergleichstests mit sogenannten Knock-out-Mäusen, denen das Gen für einen Rezeptor namens A1 aus dem Erbgut entfernt hatte. Bei diesen Tieren hatte die Therapie keine Wirkung – was die Forscher darauf schließen ließ, dass Adenosin erst durch die Bindung an diesen Rezeptor Schmerzen lindert. Zudem gelang es, durch Antibiotika den Effekt der Akupunktur auf das Dreifache zu verlängern. Zum Einsatz kam der Adenosin-Abbauhemmer „Deoxycoformycin“, ein in der Leukämiebehandlung eingesetzter Antimetabolit.

Brücke zwischen Ost und West

Meng begrüßt die Forschung als Annäherung zwischen östlicher und westlicher Medizin. „Die östliche Medizin arbeitet ständig außen am Körper, hat jedoch noch nie in diesen hineingesehen, wie dies im Westen gängige Praxis ist. Wenn die moderne Medizin diese Blackbox öffnet, ist das eine tolle Sache, von der sie auch selbst bereichert wird. Denn die Suche, warum sich etwas bei Nadelstimulation tut, bringt auch sie auf neue Fragestellungen und Mechanismen.“

Dass Mäuse mit dem fehlenden Rezeptor nicht auf Akupunktur reagierten, sieht Meng als Hinweis auf die unterschiedliche Reaktion von Patienten auf Akupunktur. „Nicht bei allen kann die Methode ihre Wirkung entfalten. Mangelzustände oder Defekte können dies etwa verhindern, wobei Adenosin nur einer der möglichen Aspekte sein dürfte.“

Originalartikel: http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/abs/nn.2562.html

Quelle: pressetext.austria