Archive for Juli, 2010

Rohmaterial entscheidet über Qualität von Öko-Nahrung

Montag, Juli 26th, 2010

Ökologische Nahrungsmittel haben einen guten Ruf. Doch die Qualität ökologischer Fertignahrung kann noch weiter verbessert werden.

Kassel/Witzenhausen. Ökologische Nahrungsmittel haben einen guten Ruf. Doch die Qualität ökologischer Fertignahrung kann noch weiter verbessert werden. Kritische Punkte in der Erzeugung solcher Lebensmittel zu identifizieren war Ziel eines europäischen Forschungsprojekts, an dem unter anderem Wissenschaftler des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel teilnahmen.

„Die Europäische Union regelt den Anbau ökologischer Nahrungsmittel sehr genau, sagt aber fast nichts über die korrekte Verarbeitung“, erklärt Privatdozent Dr. Johannes Kahl vom Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur in Witzenhausen, bei Kassel: „Eine EU-Verordnung verlangt zwar schonende Verfahren bei der Lebensmittelherstellung, definiert aber nicht, was das ist.“

Unterdessen sucht die Lebensmittelindustrie nach Methoden, die Qualität ökologischer Nahrungsmittel zu erhöhen. Im Rahmen des Projekts „Qualitätsanalyse kritischer Kontrollpunkte“ (CORE organic QACCP) haben insgesamt 14 Institutionen aus Forschung und Industrie von Juni 2007 bis Juni 2010 an verbesserten Produktionsprozessen gearbeitet. Dabei wurden Feldversuche und Qualitätsanalysen durchgeführt. In Tiermodellen wurden die Auswirkungen auf die Gesundheit überprüft. Kritisch unter die Lupe nahmen die Wissenschaftler vor allem die Herstellung von Möhrenbrei für Babys.

Nach den Ergebnissen der Forscher gibt es bei der Produktion von ökologischem Möhrenbrei einen besonders kritischen Faktor, welcher die Qualität beeinflusst: das Rohmaterial. „Die Rohware ist entscheidend“, betont Kahl. So ließen sich im fertigen Produkt erhebliche Unterschiede feststellen, je nachdem ob frische oder tiefgekühlte Rohware benutzt wurde. Ein überraschendes Ergebnis für die Wissenschaftler. „Die tiefgekühlte Ware ist für eine Weiterverarbeitung nicht so gut geeignet“, so Kahl. Das Ergebnis im Hinblick auf Geschmack, Geruch und den Anteil wichtiger Vitamine und Antioxidantien sei spürbar schlechter als beim Einsatz frischer Rohware.

Das im Projekt entwickelte und im industriellen Maßstab bei Möhrenbrei auch getestete Verfahren der Qualitätsanalyse kritischer Kontrollpunkte (QACCP) empfiehlt sich laut Kahl nicht nur für den Bereich Babykost, sondern generell für alle ökologischen Lebensmittel.

Quelle:
Universität Kassel
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur

Hautkrebs: Alarmierende Entwicklung

Montag, Juli 19th, 2010

Hautkrebs nimmt in Deutschland immer mehr zu. Mehr als 120.000 Menschen erkranken jährlich an einem Hauttumor. In den allermeisten Fällen ist zu intensive Sonnenbestrahlung die Ursache der Erkrankung.

Durch die Verminderung der Ozonschicht wird der natürliche Strahlenfilter immer dünner und die ultraviolette Strahlung auf die Erde nimmt zu. Eine so starke Strahlung sind hellhäutige Menschen nicht gewöhnt und erkranken deshalb immer häufiger an Hautkrebs. Der beste Schutz vor Hautkrebs besteht darin, die Sonne zu meiden. Muss man trotzdem im Freien arbeiten, sollte als Schutz gegen die Sonne luftige Kleidung getragen werden, die möglichst viel Haut bedeckt. Hut oder Kopftuch sollten dabei auf keinen Fall vergessen werden. Für Hautstellen wie Gesicht, Hände oder Nacken, die nicht bedeckt sind, ist Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 15 – 30) nötig.

Der Flyer „Arbeit im Freien bei Hitze“ steht  >>  hier  <<  zum kostenlosen Download bereit.

Quelle: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Der SPIEGEL und die Homöopathie

Donnerstag, Juli 15th, 2010

Stellungnahme des Deutschen Zentralverbandes homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)

Berlin (humannews) – Der SPIEGEL behauptet in einer Titelgeschichte vom 12.7.2010, dass der Nutzen von Homöopathie nicht belegt sei, und dass es sich um eine Scheintherapie handele. Wir stellen dazu fest, dass

  • die ganz überwiegende Zahl von Doppelblindstudien zu diesem Thema eine Wirkung der Homöopathie belegt,
  • die Metaanalyse von Shang et al diesen Befund nicht widerlegt. Dahinter steckt ein grundsätzlicher Denkfehler: Wenn homöopathische Mittel bei Diarrhoen wirksam sind in einer Doppelblindstudie, wird das nicht dadurch widerlegt, dass das Mittel Arnica bei der Behandlung von Muskelkater bei Marathonläufern statistisch nicht signifikant wirksam ist. Metaanalysen sind dann sinnvoll, wenn Studien mit vergleichbarer Indikation und Methodik verglichen werden. Abgesehen davon hat diese Metaanalyse selbst methodische Fehler; konkret wurde ihr unter anderem vorgeworfen, dass die Auswahlkriterien für Studien im Nachhinein festgelegt wurden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen,
  • die Versorgungsforschung zeigt, dass die Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist (Charité-Studie, PEK Schweiz),
  • demnach der Vorwurf einer Placebobehandlung nicht haltbar ist.

Dass homöopathische Mittel in ihrer Wirkung deutlich über Placebo hinausgehen, zeigt sich auch bei der Behandlung schwerer, akuter Erkrankungen; wie z. B. Lungenentzündung und eitrige Mandelentzündungen. Homöopathische Ärzte behandeln diese ebenfalls. Im Vergleich zu konventionellen Kollegen haben sie dabei zwischen 0,1 und 1% der Antibiotikaverschreibungen. Auch homöopathische Ärzte geben Antibiotika, wenn sie kein passendes homöopathisches Mittel finden. Entweder sind also 99% der Antibiotikagaben in der konventionellen Praxis überflüssig – oder wir haben es hier doch mit einem sehr wirksamen „Placebo“ zu tun.

Ihren großen Durchbruch hatte die Homöopathie im 19. Jahrhundert, als sich zeigte, dass die Mortalität bei der Behandlung der Cholera unter konventioneller Behandlung über 50% lag – unter homöopathischer Behandlung um die 5%. (vgl. www.organon2010.de Menüpunkt: Infektionskrankheiten)

Die 1. Vorsitzende des DZVhÄ, Cornelia Bajic, kommentiert die Forderung von Prof. Lauterbach „Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“ als, so Bajic, „netten Versuch, die Homöopathie zu diskreditieren, der aber vollkommen an der Sache vorbei geht“ (s.a. Hintergrundinformationen zu Ausgaben im GKV-Bereich).
Im Gegenteil: „Aufgrund der guten Erfahrungen, die wir im Laufe der letzten fünf Jahre mit den Sonderverträgen zur Homöopathie in der Patientenversorgung gemacht haben – es gibt beispielsweise eine starke Nachfrage und immer längere Wartezeiten für die Patienten – wäre ein Ausbau derselben sinnvoll und wünschenswert.“

Ausgaben für homöopathische Arzneimittel und homöopathische ambulante Versorgung:

  • Ausgaben für Arzneimittel im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) 2009: 28 Milliarden Euro (etwa 17 % der Gesamtausgaben der GKV)
  • Ausgaben für homöopathische Arzneimittel im Bereich GKV 2009: 25 Millionen – also etwa 1 Promille (Quelle BPI Pharma-Daten 2009)
  • Gesamtausgaben für ambulante Versorgung zulasten GKV 2009: 26 Milliarden Euro – (etwa 15 Prozent der Gesamtausgaben der GKV – Quelle KBV)
  • Ausgaben für homöopathische ambulante Versorgung im Bereich GKV: ca. 7 Millionen Euro/Q (Quelle: Zahlen von GKV-Kassen) – also etwa 1 Promille.

Etwa 140.000 Ärzte sind gegenwärtig in vertragsärztlichen Praxen in Deutschland niedergelassen; etwa 7.000 Ärzte haben eine Zusatzbezeichnung Homöopathie – also etwa 5 Prozent.

Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)
Reinhardtstraße 37
10117 Berlin
Telefon: 030 – 325 97 34 11
Homepage: http://www.dzvhae.com

Quelle: www.humannews.de

Anmerkungn:
–  ein Artikel „Homöopathie – eine Erklärung aus naturheilkundlicher und naturwssenschaftlicher Sicht“ findet sich hier;
–   zur Thematik „Homöopathie – Wunschdenken oder Wissenschaft“ gibt es auch einen Hörbeitrag des Bayerischen Rundfunks vom 29. Juni 2010.

Nahrungsmittel als Hauptquelle für Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP)

Dienstag, Juli 13th, 2010

Das U.S.-amerikanische National Advisory Committee on Microbiological Criteria for Foods bestätigte die Bedeutung der Nahrung als Expositionsquelle gegenüber Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP).

MAP ist der Erreger der Paratuberkulose, die in erster Linie den Dünndarm aller Wiederkäuer betrifft. Für den Menschen werden MAP als Ursache von Morbus Crohn diskutiert.

Der Ausschuss gelangte zu folgenden Schlussfolgerungen:

– die gegenwärtigen Methoden für den Nachweis von MAP haben erhebliche Einschränkungen, und eine standardisierte Methode für den Nachweis von lebensfähigen MAP ist erforderlich,

– außerhalb von MAP-infizierten Wiederkäuern wird das Bakterium selten gefunden,

– wenn MAP bei Rindern kontrolliert wird, kann die Quelle der MAP bei anderen Tieren, Lebensmitteln und Wasser weitgehend eliminiert werden,

– Milch, insbesondere Rohmilch, kann eine wahrscheinliche Nahrungsquelle für die menschliche Exposition gegenüber MAP sein,

– angesichts der Dominanz von MAP in den Rinderherden der U.S.A. kann Hackfleisch eine potenzielle Quelle von MAP sein,

– obwohl MAP auf zahlreichen Wegen in Menschen gelangen können, wie durch Nahrungsmittel oder die Umwelt, sind weitere Untersuchungen zur Häufigkeit und Intensität der Exposition erorderlich.

Quelle:

NACMCF Executive Secretariat
Assessment of Food as a Source of Exposure to Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP).
J. Food Prot. 73(7): 1357-1397, 2010

Mit gesundem Rücken durch die Schwangerschaft

Dienstag, Juli 13th, 2010

Wertvolle Tipps helfen gegen Kreuzschmerzen und Verspannungen

München (humannews) – In neun spannenden Monaten steigt die Vorfreude auf das ungeborene Kind. Daneben steht vor allem die körperliche Veränderung bei werdenden Müttern im Vordergrund. Bis zur Geburt nimmt das Körpervolumen im Durchschnitt um etwa 30 Prozent zu und der Schwerpunkt verlagert sich durch den stetig wachsenden Bauch nach vorne. Mehr als ein Drittel der schwangeren Frauen klagen über starke Verspannungen im Nacken sowie über Schmerzen im unteren Rückenbereich. „Einfache Kräftigungsübungen sowie gezielte Dehnungen in den sensiblen Arealen erweisen sich als bestes Mittel, um Beschwerden in der Schwangerschaft vorzubeugen“, erklärt Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

Zeit voller Veränderungen – besonders für den Körper

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper stetig. In den ersten drei Monaten betrifft das vor allem den Hormonhaushalt. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte leiden Frauen dann häufig unter Kreuzbeschwerden. Hauptursache: Gewichtszunahme und eine veränderte Körperhaltung strapazieren Bänder, Muskeln und somit nicht zuletzt die Wirbelsäule. Zudem benötigt das heranwachsende Baby immer mehr Platz im Bauch und schiebt innere Organe beiseite. Folge: Eingeengte Nerven können den gefürchteten Ischiasschmerz auslösen. Kurz vor der Geburt nimmt die Brust noch einmal deutlich an Größe und Gewicht zu. Diese ungewohnte zusätzliche Last kompensieren werdende Mütter, indem sie die Schultern nach hinten ziehen und mit dem Oberkörper weiter ins Hohlkreuz fallen. „Dadurch verspannt sich nicht nur die Muskulatur im Schulterbereich, auch steigt jetzt die Gefahr eines Bandscheibenvorfalles deutlich an“, weiß Dr. Schneiderhan.

Fit für die Schwangerschaft

Durch gezieltes Training und gute Vorbereitung des Körpers auf die kommenden Strapazen lassen sich Beschwerden im Vorfeld minimieren. Hierbei hilft vor allem ein optimaler Wechsel zwischen Aktivität und Entspannung. Wer bisher keinen Sport ausgeübt hat, darf während der Schwangerschaft nur mit schonenden Sportarten beginnen. Schwimmen kräftigt die gesamte Rumpfmuskulatur, schont und entspannt zugleich die Gelenke. Walken, Joggen oder Radfahren eignen sich als Ausdauersportarten. Pilates sorgt für eine bessere Körperhaltung, Yoga und Tanzen fördern zudem die Beweglichkeit. Auch der regelmäßige Gang ins Sportcenter bleibt erlaubt, nur sollten Schwangere Crunches für die geraden Bauchmuskeln nicht länger durchführen, da diese Bewegung die Sauerstoffzufuhr des Kindes herabsetzen kann. Das Training der seitlichen Bauchmuskulatur erweist sich dagegen als risikolos. Generell gilt: jegliche Überanstrengung sowie Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko vermeiden.

Folgende Übungen eignen sich besonders während der Schwangerschaft:

Gegen Verspannung der Nackenmuskulatur
Mit geradem Rücken im Schneidersitz Platz nehmen. Mit einer Hand über den Kopf fassen und ihn vorsichtig in Richtung Schulter dehnen. Langsam wieder lösen.

Dehnen der Schulter- und Brustmuskulatur
Auf einen bequemen Stuhl oder Hocker setzen, der 20 Zentimeter vor einem Türrahmen oder Wandvorsprung steht. Nun einen Arm heben und im 90-Grad-Winkel seitlich einknicken. Unterarm am Türrahmen oder Wandvorsprung anlehnen und durch leichten Druck dehnen. Mit der anderen Körperseite wiederholen.

Aktivierung der seitlichen Bauchmuskeln
In aufrechter Haltung einen Arm heben und über den Kopf zur anderen Körperhälfte dehnen. Dabei den Oberkörper mitnehmen. Überkreuzen der Beine fördert zusätzlich die Körperbalance.

Entspannung der Rückenmuskulatur
Bequem in der Rückenlage liegen und die Beine zur Entlastung auf einem Stuhl oder Hocker im 90-Grad-Winkel ablegen. Bewusst in den Bauch- und Beckenbereich einatmen. Dabei mit der gesamten Wirbelsäule Bodenkontakt halten.

Quelle:

Praxis Dr. med. Schneiderhan und Kollegen
Dr. med. Reinhard Schneiderhan
Eschenstr. 2
82024 München/Taufkirchen
Telefon: 089 / 614510-0
E-Mail: wilding@orthopaede.com
Homepage: http://www.orthopaede.com