Archive for November, 2010

Antibiotika bei Kindern: der Trend geht zum Abwarten

Mittwoch, November 17th, 2010

Resistenzen zwingen zu genauerem Blick auf Krankheitserreger

Wien (pte/17.11.2010/12:50) – Der ärztliche Reflex, Kindern bei Beschwerden aller Art Antibiotika zu verschreiben, ist zunehmend gebremst. Immer mehr richtet sich der Blick auf den Allgemeinzustand des Kindes und ob Abwarten die bessere Alternative darstellt. Das berichten Experten in Wien anlässlich des dritten europäischen Antibiotika-Tages http://ecdc.europa.eu/de/eaad am 18. November. „Der Tag soll vor allem Bewusstsein schaffen, dass man durch unkritische Antibiotikagabe nur Resistenzen Auftrieb gibt, die sich durch mangelnde Hygiene verbreiten“, erklärt Petra Apfalter vom Referenzzentrum für nosokomiale Infektionen und Antibiotikaresistenzen.

Abschied von alter Sicherheit

Dass ein derartiger Paradigmenwechsel bereits im Gange ist, bestätigt Karl Zwiauer, Primar der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Landesklinikum St. Pölten http://www.stpoelten.lknoe.at. Über Jahrzehnte bedeuteten Antibiotika Sicherheit für Eltern und Ärzte, zudem war ihre Verschreibung stets billig, schnell und einfacher als das Erklären anderer Therapien zur Abwehrstärkung. Aus dieser Sicherheit werde man nun unangenehm herausgeholt. „Antibiotika-Resistenzen sind auch in der Kindermedizin ein großes Thema geworden. Griff man früher bei jedem Fieber zum Antibiotikum, sieht man heute genauer nach“, so der Experte gegenüber pressetext.

Antibiotika haben bei Virusinfekten keine Wirkung. Zudem versagen besonders die breit wirkenden Mittel immer öfters bei bakteriellen Erregern (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/101110038/ ). „Der Trend geht deshalb in Richtung Abwarten, ob man die Selbstheilung durch ein Antibiotikum überhaupt unterstützen muss oder nicht“, so Zwiauer. Für die Ärzte bedeutet das in der Praxis eine Herausforderung. „Viel Aufklärungsarbeit ist somit nötig, denn die Eltern müssen ins Boot geholt werden. Zudem benötigt das Zuwarten auch mehr Zeit, etwa für Nachuntersuchungen 24 oder 48 Stunden später, bevor man sich für eine etwaige Behandlung entscheidet.“

Pflanzenmedizin und Hühnersuppe

Hilfreich für dieses Vorgehen seien Erregertests. „Bei Kindern, deren Allgemeinzustand gut und der Sinn von Antibiotika zweifelhaft ist, sind Abstriche oder der zweiminütige CRP-Schnelltest sinnvoll. Letzteren gibt es mittlerweile in jeder Praxis, doch nicht überall bezahlt die Krankenkasse“, so der Mediziner. Abwarten bedeute nicht Nichtstun. „Sinnvoll ist in vielen Fällen eine frühzeitige Basistherapie, die das lokale und systemische Immunsystem stärkt. Dazu gehören hochwertige Phytotherapeutika, die antiviral und antimikrobiell wirken und künftig mehr Bedeutung bekommen werden, jedoch auch t Bettruhe und Fiebernlassen.“ Selbst die Hühnersuppe werde medizinisch zunehmend anerkannt.

Den Hintergrund für diese Entwicklung veranschaulicht der in Abu Dhabi tätige Labormediziner Oskar Janata. „Aktuell gibt es keine Antibiotika mit neuen Wirkprinzipien, während die Erreger gleichzeitig immer weniger auf die verfügbaren Mittel reagieren.“ In ganz Europa habe seit 2002 die Variante des Darmbakteriums Escherichia coli, die das an Resistenzen wesentlich beteiligte Enzym ESBL erzeugt, dramatisch zugenommen. Zudem reagierten die Erreger immer weniger auf Fluochinolone und Cephalosproine der dritten Generation. Als Problem der Zukunft speziell für Intensivstationen sieht der Experte den bis zu zwei Wochen persistieren Erreger Acinetobacter, gegen den es kein Gegenmittel gibt.

Händewaschen stoppt die Übertragung

Eine Maßnahme, die als Folge der Resistenzen gemeinsam mit dem kritischen Antibiotikaeinsatz einen erneuten Aufschwung erleben wird, ist das Händewaschen. „Die Hände gehören zu den wichtigsten Übertragungswegen resistenter Keime. Die Qualität des Händewaschens im Spital und auch zuhause wurde infolge der Schweinegrippe wiederentdeckt. Studien zeigen, dass Seife und Wasser vergleichbar gut wirksam sind wie konventionelle Antiseptika mit Alkohol. Beide können die Erreger zu 100 Prozent eliminieren“, betont Janata.

Quelle: pressetext.redaktion

Anmerkung: siehe hierzu auch den Artikel „Über die Bedeutung zellwandfreier Bakterienformen“

Musik ist Medizin gegen Depression

Freitag, November 12th, 2010

Studie bestätigt langfristige Wirkung von Audiotherapie

Salzburg (pte/12.11.2010/06:05) – Eine neu entwicklete Form der Musiktherapie eignet sich als alleinige Behandlungsform bei leichten und mittleren Formen der Depression. Bei schweren und lange anhaltenden Erkrankungen wirkt sie als zusätzliche Maßnahme positiv. Das berichtet eine internationale Forschergruppe im „Journal of Psychotherapy and Psychosomatics“. „Musik kann Veränderungen im Hirn auslösen, die über andere Wege nicht gelingen“, betont Vera Brandes, Leiterin der Studie sowie des Forschungsprogramms Musik-Medizin der Paracelsus Privatuniversität Salzburg http://www.musik-medizin.at, im pressetext-Interview.

Erfolg auch bei Oftbehandelten

203 Patienten mit Depression wurden dazu fünf Wochen lang mit einer auf Musik basierenden Therapie behandelt. In dieser Placebo-geprüften Doppelblind-Studie waren teils Patienten vertreten, die zuvor nie in einer Therapie waren, sowie solche, die bereits viele Versuche hinter sich hatten ohne zufriedenstellendem Ergebnis. Bei 89 Prozent der mit Audiotherapie Behandelten besserte sich der Schweregrad ihrer Depression – um durchschnittlich 60 Prozent, nimmt man die Hamilton-Skala als Maßstab.

„Beide Gruppen haben von Musiktherapie in gleichem Maß und auf lange Sicht profitiert“, berichtet die Forscherin. Die Befunde stabilisierten oder verbesserten sich durchgehend und auch die Nachwirkungen waren langfristig. Das Ergebnis dieser bisher größten Studie zu Musiktherapie bei Depressionen wird Brandes Ende November am Kongress der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde http://www.dgppn.de präsentieren.

Heilung braucht neue Musik

„Unser Ziel war es, ein System für die ärztliche Praxis zur Verfügung zu stellen. 70 Prozent der Depressionen werden vom Hausarzt diagnostiziert und behandelt“, so Brandes. Bei dem gestesteten Konzept, das den Namen „Sanoson“ http://www.sanoson.com trägt, führen Arzt und Patient zunächst ein Erstgespräch nach vorgegebenem Schema. Auf Grundlage dieser Angaben und eines ausführlichen Fragebogens stellen Psychologen ein individuelles Musiktherapie-Programm zusammen. Der Patient erhält nach Einführung durch den Arzt ein Audiotherapie-Leihgerät mit nach Hause und durchläuft das Programm fünf Wochen lang zwei halbe Stunden pro Tag.

Hinter dem System steckt enorme Entwicklungsarbeit. Die Musikstücke wurden eigens zu diesem Zweck komponiert und entfalten durch Frequenzspektrum und Rhythmus eine jeweils spezifische Wirkung. „Musik wirkt dann am besten, wenn man sie zum ersten Mal hört. Bei bekannter Musik schwingen immer Assoziationen mit, die physiologisch ungünstig sind und nicht dieselbe Wirkung erzielen“, erklärt die Expertin. Auch ein spezielles Abspielgerät wurde entwickelt. „Es greift auf ein Audioformat zurück, das keine Qualitätseinbußen durch Kompression bringt, die etwa das mp3-Format zeigt.“

Musik verändert den Körper

Die Musik spricht eine große Bandbreite von Körperfunktionen an – darunter auch Hirnareale, die mit anderen Mitteln nicht erreicht werden können. „Ein wichtiger Schlüssel ist das autonome Nervensystem, jedoch sind auch im Dopaminkreislauf des Belohnungssystems, bei der Muskelaktivität und Körpertemperatur, in zirkumdiären Blutdruckschwankungen, im EEG sowie in Stressparametern deutliche Änderungen messbar“, so Brandes. Derzeitige Studien zur Depressionsbehandlung konzentrieren sich vor allem auf die Parameter, die auch Psychopharmaka-Hersteller verwenden. „Das bringt den Vorteil des besseren Vergleichs.“

Depressive brauchen niederschwellige Angebote, betont Brandes. Viele sind von existierenden Therapien nicht überzeugt, bei manchen funktionieren sie nicht. „Gerade die Restsymptome sind oft ein Problem. Denn Patienten kommen zwar oft mit unvollständiger Heilung klar, richtig gut leben können sie damit jedoch nicht. Die Folge sind hohe Rückfallquoten und eine jedes Mal größere Hürde, sich wieder zur Behandlung zu motivieren“, erklärt die Wissenschaftlerin. Beim Sanoson-System sei der Aufwand mit den fünf Wochen hoch, dennoch zeigten die Patienten die bestmögliche Therapietreue.

Krankenkassen überlegen noch

Anwendung findet die Audiotherapie bisher bei mehreren Leiden – außer bei Depression auch beim Burnout-Syndrom, bei Schlafstörungen sowie auch für die Steigerung der Herzfrequenz-Variabilität bei Hypertonikern. „Erfolgsberichte gibt es auch bei bipolaren Störungen. Bei Schizophrenie oder Psychosen haben wir noch keine Erfahrungen“, erklärt die Expertin. Die Behandlung kostet 1.500 Euro, wobei derzeit in Europa und auch in den USA Verhandlungen mit Krankenkassen bezüglich eines Kostenersatzes laufen. „Immer mehr Ärzte nehmen die Musiktherapie ernst, zudem sind auch viele Betriebe interessiert, die mit Burnout oder Burnout-gefährdeten Mitarbeitern konfrontiert sind.“

Studie unter http://content.karger.com/produktedb/produkte.asp?typ=fulltext&file=000319529

Anmerkung: eine besondere Form der Ton-Therapie ist die „Liminale Frequenztherapie„, mit der unterschiedliche Krankheiten kostengünstig behandelt werden können.

Mr. Spock und die klassischen Frauen

Freitag, November 12th, 2010

Kennen Sie Mr. Spock? Natürlich, er ist der Vulkanier mit den langen Ohren aus der Star Trek-Serie.

Weniger bekannt ist, dass der Schauspieler Leonard Nimoy ein begabter Photograph ist, dessen außergewöhnliche Werke internationale Beachtung finden.

Eins von Leonards Projekten ist das „Full Body Project„.

Leonard Nimoy - The Full Body Project

Leonard Nimoy - The Full Body Project

 

Für dieses Projekt hat Leonard wunderschöne, unbekleidete und übergewichtige Frauen photographiert. Er nennt sie „klassische Frauen“. 
Sie stammen aus allen Schichten der amerikanischen Gesellschaft und möchten die „Fett-Befreiung“.

Multiresistente Tuberkulose geht mit HIV eine fatale Allianz ein

Donnerstag, November 11th, 2010

Multiresistente TB und HIV – eine tickende Zeitbombe

Die Tuberkulose ist hierzulande fast vergessen, doch in Osteuropa und Afrika betrachten Experten die Krankheit als tickende Zeitbombe. Der Grund: Multiresistente Erregerstämme gehen mit HIV eine fatale Allianz ein.
In Osteuropa war die nach wie vor steigende Prävalenz von multiresistenten TB-Erregern stets das Hauptproblem. Durch den Vormarsch von AIDS steigen dort nun aber auch die Raten von TB/HIV-Koinfektionen. In Afrika dagegen war bisher HIV die größte Herausforderung und bahnte der TB-Koinfektion den Weg. Kürzlich berichteten Forscher in Südafrika jedoch zusätzlich von der Ausbreitung total resistenter TB Erreger (TDRs). So nähern sich die Problemlagen in beiden Regionen an und stellen die Experten vor völlig neue Herausforderungen.
Im Oktober 2007 vereinbarten die Gesundheitsminister der WHO-Euroregion in der „Berlin Declaration on Tuberculosis“, einen effizienten Kampf gegen die Krankheit zu führen. Dennoch ist die Lage in Teilen Osteuropas und Afrikas immer noch alarmierend.
Das Koch-Metschnikow-Forum möchte auf aktuelle Probleme und Defizite hinweisen, aber auch politische, finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung für erfolgreiche Initiativen gegen MDR-TB gewinnen.
Ein Symposium am 13. November 2010  erlaubt Einblicke in aktuellste Daten, Entwicklungen und Initiativen.
Hoch kompetente Vertreter betroffener Staaten geben Informationen aus erster Hand zur TB-Bekämpfung in ihren Ländern und stehen für Fragen zur Verfügung.
Das Programm findet sich hier. Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu dürfen.
Quelle: Koch-Metschnikow-Forum
Anmerkung: zellwandfreie Mycobakterien (die Erreger der Tuberkulose) werden seit langem als Cofaktor, wenn nicht sogar als Hauptursache von AIDS diskutiert (siehe auch http://www.pferdemedizin.com/cwd/)

Liminale Frequenztherapie (LFT) nach Dr.Dr. Peter Schneider

Donnerstag, November 4th, 2010

Eine neue Therapiemethode für die Humanmedizin.

Das Hauptanliegen der Naturheilkunde ist eine möglichst sanfte und effiziente Regulation der Patienten zur Selbstheilung.

Wie neuere naturwissenschaftliche Untersuchungen über den Plazeboeffekt gezeigt haben, ist vor allem das Kopfhirn in der Lage, eine Selbstheilung zu initiieren und voranzutreiben.

Die moderne Forschung fand ebenfalls, dass der Mensch ein zusammengesetztes Wesen darstellt, das aus einem irdischen und einem nicht-irdischen Anteil besteht. Menschen existieren gleichzeitig auf fünf Ebenen, die eng miteinander verflochten sind (geistige, mentale, emotionale, vitalenergetische und materielle Existenzebene).

Der menschliche Körper ist gleichsam eine „Antenne“ für die einzelnen Daseinsebenen, d. h. bestimmte Regionen des Körpers sind schwerpunktmäßig bestimmten Daseinsebenen zugeordnet: das obere Drittel des Kopfes der geistigen Ebene (Inspiration), die unteren zwei Drittel der mentalen Ebene (Gedanken), vom Hals bis zum Bauchnabel der emotionalen Ebene (Gefühle), das Becken überwiegend der vitalenergetischen Ebene (Niere, Blase, Geschlechtsorgane) und der unterste Beckenabschnitt (Dickdarm, Rektum) und die Beine der materiellen Ebene.

Der „irdische“ Anteil des Körpers umfasst die materielle und vitalenergetische Ebene, der nicht-irdische, „geistige“ Anteil schließt die mentale und die geistige Ebene ein. Die Gefühlsebene verbindet diese beiden Anteile und besitzt folglich Teile von beiden Abschnitten. Das Herz als Zentrum der menschlichen Existenz auf der Erde stellt die Verbindung der geistigen Ebenen mit den irdischen her.

Beide Anteile werden schwerpunktmäßig von zwei eigenen Gehirnen gesteuert, die eine sehr ähnliche Histologie und Biochemie, aber eine unterschiedliche Funktion besitzen. So koordiniert das Bauchhirn, das in die Darmwand eingebettet ist, vor allem die Energien des irdischen Anteils z. B. durch Steuerung des Immun- und Sexualsystems, während das Kopfhirn vor allem die nicht-irdischen Energien koordiniert. Die emotionale Existenzebene wird von beiden Gehirnen gesteuert.

In Bezug auf die Regulation verhalten sich die beiden Gehirne hierarchisch, wobei das Kopfhirn dem Bauchhirn übergeordnet ist. Das Bauchhirn kann ohne das Kopfhirn überleben, aber nicht das Kopf- ohne das Bauchhirn.
Das Bauchhirn ist weitgehend autonom und kann willentlich nicht direkt beeinflusst werden; es lässt sich allerdings vom Kopfhirn programmieren.

Ein schönes Beispiel hierfür wurde in dem Artikel „Gedanken lassen Muskeln wachsen“ in der britischen Zeitschrift New Scientist Nr. 11, 2001, beschrieben (nach Spiegel-Online; Originalartikel: Ranganathan et al., 2004). Danach haben Forscher der Cleveland Clinic Foundation in Ohio, U.S.A., gezeigt, dass durch Mentaltraining Armmuskeln wachsen können. Hierbei wurden zehn Untersuchungspersonen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren veranlasst, sich im Geiste fünfmal pro Woche die Anspannung eines Bizepsmuskels mit möglichst großer Konzentration vorzustellen. Die Forscher überwachten, dass die Probanden ihre Armmuskeln nicht versehentlich tatsächlich anspannten. Bereits nach 14 Tagen war der Muskel in der Versuchsgruppe um 13,5 % gewachsen; die Kontrollgruppe, die nicht an dem Mentaltraining teilnahm, zeigte diesen Effekt nicht. Der Gewinn an Muskelstärke blieb noch bis zu drei Monate nach dem Mentaltraining bestehen.

Auch das Autofahren ist ein Beispiel der Programmierung des Bauchhirns durch das Kopfhirn.

Zentrale Verarbeitung akustischer Reize

Was liegt näher, als die Fähigkeiten des Kopfhirns gezielt und direkt für eine naturheilkundliche Regulationstherapie zu nutzen?

Notwendig hierfür ist ein Zugang zum Gehirn; dieser kann mit Hilfe von Augen, Nase und Mund erfolgen oder aber über das Gehör. Letzterer Zugang hat den Vorteil, dass er bei genügender Empfindlichkeit einfach zu bewerkstelligen ist.

Da der menschliche Körper ein holografisches Gebilde ist, in dem das Ganze stets im Teil enthalten ist, findet sich die Zuordnung zu den fünf Existenzebenen auch in den Abschnitten des Gehirns wieder.

So gehört das Großhirn zum nicht-irdischen Anteil und Mittelhirn, Rautenhirn, Medulla oblongata und Rückenmark zum irdischen Anteil (wesentliche Teile von Mittel- und Rautenhirn werden dem Stammhirn zugeordnet). Das Zwischenhirn mit Thalamus, Hypothalamus und Hypophyse als emotionales Zentrum des Gehirns verbindet diese beiden Anteile miteinander. Wegen seiner holografischen Beziehungen hat das Zwischenhirn darüber hinaus wichtige Verbindungen zum Herzen und zur Mamma (Schneider, 2008).

Schall ist eine akustische Schwingung; ein Klang ist ein Schall, dem das menschliche Gehör eine Tonhöhe zuordnen kann. Als Töne werden wahrnehmbare Klangereignisse bezeichnet; dies können sowohl Geräusche als auch Klänge von Musikinstrumenten oder die menschliche Stimme sein.

Das Gehör und die wahrnehmbaren Töne gehören aus naturheilkundlicher Sicht der vitalenergetischen Ebene an; so wird das Gehör schwerpunktmäßig vom Gallenblasen- und vom Blasenmeridian energetisch versorgt.

Anatomisch laufen die sensorischen Nervenfasern aus den Spiralganglien in der Cochlea des Gehörs zunächst zum Nucleus cochlearis des Stammhirns. In der nächsten Station, dem oberen Olivenkomplex der Medulla oblongata, werden die Informationen aus beiden Innenohren zusammengeführt und die Laufzeitunterschiede zwischen den Fasern aus beiden Ohren ausgewertet, um die Richtung einer Schallquelle zu orten.
Nach Passage des Mittelhirns erreicht die Hörinformation schließlich den Thalamus (Corpus geniculatum mediale) und dann die Hörrinde und damit das Bewusstsein (Netter, 2005).

Dies bedeutet, dass akustische Informationen zunächst vitalenergetisch aufgeladen werden und dann das Hologramm des Körpers zunächst nach unten und anschließend wieder schleifenförmig von unten nach ganz oben durchlaufen. Ausgehend von der vitalenergetischen Ebene werden akustische Informationen somit durch das Gehirn aufgenommen, auf den irdischen Existenzebenen gefiltert und moduliert und dann schließlich bis zur geistigen Existenzebene energetisch „hoch gepumpt“.

Verarbeitung liminaler akustischer Reize

Physikalische Schallreize werden durch die Intensität (10-12 Größenordnungen) und die Frequenz (20-20.000 Hz) charakterisiert. Durch das Gehör werden physikalische Schallschwingungen in neuronale Information umgewandelt.

Je nach Stärke der Erregung der Nervenzellen wird ein Geräusch lauter oder leiser beurteilt. Akustische Reize können unterhalb der Hörschwelle (subliminale Reize), oberhalb der Hörschwelle (supraliminale Reize) oder in der Nähe der Hörschwelle (liminale Reize) liegen. Die Wahrnehmungsschwelle ist individuell verschieden und u. a. vom Alter abhängig; auch eine unterschiedliche Hörschwelle auf den beiden Ohren eines Individuums ist relativ häufig.

Im Bereich mittlerer und hoher Schalldrücke folgt die Wahrnehmung dem Weber-Fechner-Grundgesetz der Psychophysik, welches besagt, dass sich die subjektive Stärke von Sinneseindrücken logarithmisch zur objektiven Intensität des physikalischen Reizes verhält; ein Reiz muss also gegenüber einem Schwellenreiz logarithmisch wachsen, wenn er stärker wahrgenommen werden soll.

Bei leisen Geräuschen gelten jedoch andere Zusammenhänge.

Die vom Menschen wahrgenommene Lautstärke hängt vom Schalldruckpegel, dem Frequenzspektrum und dem Zeitverhalten des Schalls ab. Als Maß für die wahrgenommene Lautstärke gilt die „Lautheit“. Sie gibt an, wie laut Schall subjektiv empfunden wird, und beschreibt, wie eine Anzahl von Testpersonen die „empfundene“ Lautstärke von Schall überwiegend beurteilt. Die Lautheit verdoppelt sich z. B., wenn der Schall als doppelt so laut empfunden wird. Die Maßeinheit der Lautheit ist das Sone mit der Einheitbezeichnung „sone“.

Ein sone ist definiert als die empfundene Lautstärke eines Schallereignisses von 40 phon, das heißt, ein breitbandiger Schall, der genauso laut wahrgenommen wird wie ein 1.000-Hz-Sinuston mit einem Schalldruckpegel von 40 dB SPL (SPL = Sound Pressure Level).

Bei mittleren und hohen Lautstärken führt eine Erhöhung der Lautstärke um 10 phon zu einer Verdoppelung der Lautheit. Bei niedrigeren Lautstärken führt bereits eine geringere Lautstärkeerhöhung zum Gefühl der Verdoppelung der Lautheit.

Besonders interessant ist die Verarbeitung von liminalen Reizen, also Reizen an der Wahrnehmungsschwelle, durch das Gehirn. Diese Reize sind für das Gehör bisher kaum untersucht; es ist jedoch davon auszugehen, dass sie ähnlich verarbeitet werden wie Reize anderer Sinnesorgane:  Zu einer ohnehin gesteigerten Empfindlichkeit gegenüber schwachen Geräuschen kommt bei Patienten noch eine zusätzliche verstärkte Verarbeitung liminaler Reize hinzu, die zudem verstärkt emotional erfolgt. Diese emotionale Komponente wird während einer Liminalen Frequenztherapie noch einmal dadurch verstärkt, dass die Patienten während einer Therapiesitzung die Lautstärke selbst bis zu ihrer individuellen Wahrnehmungsschwelle reduzieren müssen.

Durchführung einer Liminalen Frequenztherapie (LFT)

Die Therapie mit Hilfe von bestimmten physikalischen Frequenzen ist ein in der Medizin gebräuchliches Verfahren. Ein Beispiel ist die Klang- bzw. Musiktherapie.

Die Liminale Frequenztherapie kombiniert die Frequenztherapie mit der Erkenntnis über die verstärkte (emotionale) Verarbeitung liminaler Reize. Bei diesem einfachen Verfahren, das mit Hilfe einer Audio-CD oder von mp3-Dateien und einem handelsüblichen Player mit Kopfhöreranschluss durchgeführt wird, werden elektronisch erzeugte Töne mit einem bestimmten Frequenzmuster an der Grenze der individuellen Hörschwelle über einen geschlossenen Kopfhörer vermittelt.

Die Therapie wird in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre durchgeführt. Nach Anlegen des Kopfhörers und Wahl eines Hörprogramms auf der CD bzw. der entsprechenden mp3-Datei wird zunächst mit einem Lautstärkeregler die Lautstärke auf beiden Ohren durch den Patienten selbst auf einen gleichen Pegel eingeregelt. Anschließend wird die Lautstärke so weit reduziert, dass der Patient die Töne gerade noch hört.

Der routinemäßige Einsatz der LFT in zahlreichen Arzt- und Heilpraktikerpraxen hat bisher zu sehr guten, z. T. recht heftigen Regulationsergebnissen geführt.

Wie bei anderen naturheilkundlichen Verfahren kann es auch bei Anwendung der LFT zu Erstverschlimmerungsreaktionen kommen. So traten z. B. bei einer Frau mit Fettleibigkeit (Adipositas) nach einer Behandlung starke Essattacken auf, die jedoch nach einer weiteren Behandlung vollständig verschwanden.
Erstverschlimmerungsreaktionen kommen meist dadurch zustande, dass der kranke Organismus eine Ausleitung gegen ein noch vorhandenes Störfeld versucht.

Außer dass sie schnell, einfach und preiswert durchzuführen ist, liegt der große Vorteil der LFT darin, dass die Patienten bis hinauf in ihre höheren Existenzebenen schnell in die Selbstregulation gebracht werden können. Hierdurch werden auch die Therapeuten zeitlich und insbesondere energetisch entlastet; das „energetische Auslaugen“ der Therapeuten durch die Patienten wird somit weitgehend vermieden.

Die Liminale Frequenztherapie kann mit 13 verschiedenen Hörprogrammen durchgeführt werden. Die dazu gehörenden Anwendungsbereiche wurden empirisch durch Testungen an den jeweiligen Patienten gefunden. Außer diesen 13 Programmen wurde bisher kein Bedarf für weitere Programme erkennbar.

Es lässt sich nur vermuten, warum die einzelnen Frequenzmuster gerade bei den entsprechenden Anwendungsgebieten wirksam sein können. Eine Erklärung geben möglicherweise die Studien von Günter Haffelder, Physiker, Psychologe und Leiter des Instituts für Kommunikation und Gehirnforschung in Stuttgart. Die in seinem Institut entwickelte EEG-Spektralanalyse lässt je nach Muster präzise Rückschlüsse auf funktionelle Störungen oder Blockaden des Gehirns sowie auf Fähigkeiten oder besondere Begabungen zu. Aus der EEG-Spektralanalyse können gezielte Aussagen über Ursache und Zusammenhänge cerebraler Schädigungen getroffen und Konzepte zu ihrer Überwindung entwickelt werden. Bei ausgiebigen Untersuchungen mit „Heilern“ fand Haffelder außerdem, dass diese (meistens unbewusst) bestimmte Frequenzen in ihrem Gehirn erzeugen können, die sie in Resonanz mit den Gehirnwellen ihrer Klienten bringen.

So ist davon auszugehen, dass die Frequenzmuster der LFT ebenfalls mit den Gehirnwellen der Patienten in Resonanz treten und zur Konfliktausleitung beitragen.

Die einzelnen Programme der LFT sollten immer individuell für die jeweiligen Patienten z. B. mit Hilfe der Kinesiologie ausgetestet werden.

Nach der Therapie sollten größere Mengen eines guten Wassers getrunken werden; außerdem ist die Gabe von ungesättigten Fettsäuren (z. B. in Form von Nachtkerzen- oder Borretschöl) zur Stabilisierung der Zellmembranen sinnvoll.

Normalerweise wird eine Liminale Frequenztherapie pro Woche oder pro 14 Tage durchgeführt, nach zwei Sitzungen wird einmal das Programm „Basistherapie“ zwischengeschaltet. Eine Therapiesitzung wirkt erfahrungsgemäß einige Tage nach.

Eine Kombination dieses Verfahrens mit anderen naturheilkundlichen Therapien ist möglich, sollte aber wegen der starken und direkten Einwirkung der LFT auf das Gehirn individuell ausgetestet werden.
Wie bei anderen regulationsmedizinischen Anwendungen sollten vor der Durchführung einer LFT die Ausleitungswege geöffnet werden, weil es ansonsten zu starken Erstverschlimmerungsreaktionen kommen kann.
Wegen ihrer Einwirkung auf das Gehirn ist auch darauf zu achten, dass eine Liminale Frequenztherapie nur von Angehörigen der medizinischen Fachkreise durchgeführt wird.

Achtung: Die LFT darf nicht bei Tieren angewandt werden, weil sie ein wesentlich empfindlicheres Gehör haben als Menschen und ihre individuelle Hörschwelle kaum bestimmt werden kann.

Literatur

Bach, Dominik: „Präattentive und bewußte Verarbeitung rektaler Stimuli bei Gesunden und bei Reizdarmpatienten – eine fMRI-Studie“. Dissertation, Medizinische Fakultät der Charité, Berlin, 2005
Netter, Frank H.: Nervensystem I. Thieme-Verlag, 2. Auflage, 2005
Ranganathan, Vinoth K.,Siemionow V., Liu J.Z., Sahgal V. und Yue G.H.: „From mental power to muscle power – gaining strength by using the mind“. Neuropsychologia 42(7), S. 944 – 956, 2004
Schneider, Peter O.: Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie. Verlag Books on Demand, 2. Auflage, 2008

Bezugsquelle: Informationen über den Bezug der Liste der Anwendungsbereiche, der CD und der mp3-Dateien finden Sie  >>hier<<.

Biofilme: Der perfekte Schleim

Dienstag, November 2nd, 2010

Das Erfolgsgeheimnis der meisten Bakterien ist, dass sie mit anderen Mikroorganismen zusammen in einer Schleimhülle leben. Die Mikrobiologen und Wasserforscher Prof. Dr. Hans-Curt Flemming und Dr. Jost Wingender von der Universität Duisburg-Essen (UDE) zeigen auf, was die Natur für eine komplexe und gleichzeitig geniale Matrix geschaffen hat.

Nur die wenigsten Bakterien auf der Welt kommen als winzige Einzelzellen in Wasser vor – die allermeisten führen ein Gemeinschaftsleben mit allen möglichen anderen Mikroorganismen in einer unansehnlichen Schleimhülle. Die aber birgt ihr Erfolgsgeheimnis.

Die Mikrobiologen und Wasserforscher Prof. Dr. Hans-Curt Flemming und Dr. Jost Wingender von der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben in einer jetzt publizierten Arbeit in „Nature Reviews Microbiology“ gezeigt, was die Natur da für eine komplexe und gleichzeitig geniale Matrix geschaffen hat. Sie ist eine der Ursachen dafür, dass so genannte Biofilme entstehen können: die älteste Form des Lebens auf der Erde. Zugleich ist sie die am weitesten verbreitete und die erfolgreichste – es gibt davon Milliarden von Tonnen.

Ihre Bausteine bestehen aus verschiedenen Biopolymeren, wie Proteine, Polysaccharide und Nucleinsäuren. Sie binden viel Wasser und bilden eine Matrix. In ihr können die verschiedenen Biofilm-Bewohner über längere Zeit hinweg in stabilen Anordnungen bleiben, „Mikrokonsortien“ genannt, in denen sie auch komplizierte Verbindungen abbauen können. Sie scheiden Enzyme aus, die in der Matrix hängen bleiben, so dass auch ihre Produkte in der Nähe bleiben und gut verwertet werden – auf diese Weise bilden sie gewissermaßen ein externes Verdauungssystem, das biologisch Verwertbares auf „mundgerechte Größe“ zerkleinert.

Baumfressende Biofilme

Damit können sie alles abbauen, was biologisch abbaubar ist – so können Biofilme sogar Bäume fressen. Flemming: „Sie brauchen zwar lange dafür, aber sie siedeln sich darauf an und zersetzen sie.“ In der Matrix reichern sie nicht nur die gelösten Stoffe an, sondern auch die Partikel aus dem Abwasser. In Müllhalden vollbringen sie so auch die biologische Abfallbeseitigung.

Sie sind die globale Putzkolonne, Träger der Selbstreinigungskräfte im Boden, in Gewässern und technisch in allen Biofiltern genutzt. Gleichzeitig ist die Matrix ein perfektes Recycling-System, das auch abgestorbene Zellen nahezu vollständig wiederverwertet. Wenn Biofilme trockenfallen, hält die Matrix das Wasser zurück, das ihre Bewohner zum Leben brauchen. Bei Bedarf können sie diese Matrix auch umbauen und letzten Endes sogar als Nährstoff verwenden.

Allerdings gibt es keinen Bakterienstamm, der sämtliche Matrix-Bestandteile abbauen kann – so etwas wäre eine Naturkatastrophe, von der die gesamte Selbstreinigung des Planeten betroffen wäre. Aber das ist nicht zu befürchten. Im Laufe der Evolution haben sich so viele verschiedene Varianten dieser Bestandteile entwickelt, dass Enzyme nur Löcher in den Biofilm fressen, ihn aber nicht vollständig beseitigen.

Die Matrix ist sozusagen das „Haus für Biofilm-Bewohner“, ihre unmittelbare Umgebung. Sie gibt ihnen Halt, hilft ihnen bei der Ernährung und erlaubt ihnen, auch unter ungünstigsten Bedingungen am Leben zu bleiben. Flemming: „Es ist schon faszinierend, welche perfekte Funktion hinter so einem unansehnlichen Stück Natur steckt.“

Quelle: Universität Duisburg-Essen

Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag „Bakterielle Biofilme im lebenden Organismus – Entstehung, Bedeutung und naturheilkundliche Regulation