Archive for Februar, 2011

Mikroorganismen schützen Landkinder vor Asthma und Allergien

Donnerstag, Februar 24th, 2011

Bauernkinder leiden seltener an Asthma und Allergien, so viel ist bekannt. Und auch die Gründe scheinen für den „Normalbürger“ auf der Hand zu liegen: Die weniger sterile Umgebung schützt Mädchen und Jungen vor Überempfindlichkeiten. „Tatsächlich handelt es sich bei Asthma und Allergien um ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen“, erklärt Dr. Jon Genuneit vom Institut für Epidemiologie an der Universität Ulm.

Gemeinsam mit den Ulmer Forschern Dr. Gisela Büchele und Nikolaos Sitaridis hat Genuneit jetzt neue Ergebnisse der sogenannten GABRIEL-Studie im New England Journal of Medicine publiziert. Offenbar schützen Mikroorganismen vor Asthma und Allergien. Die GABRIEL-Studie untersucht Ursachen und den Verlauf von Asthma im ländlichen Umfeld.

Die Geschichte der Erhebung, die von Forschergruppen in Baden-Württemberg und Bayern sowie den deutschsprachigen Regionen Österreichs, der Schweiz und in Polen durchgeführt wird, beginnt vor rund fünf Jahren. Die Wissenschaftler haben 10 000 Bauernkindern sowie Mädchen und Jungen aus der ländlichen Referenzgruppe Blutproben entnommen, außerdem sind die Kinder gemessen und gewogen worden. Von den Eltern ausgefüllte Fragebögen gaben Aufschluss über Aktivitäten der Mädchen und Jungen wie Kühe melken oder misten. Mit den so gewonnenen Daten konnten die Wissenschaftler zunächst bestätigen, dass ein bäuerliches Umfeld vor Asthma und Allergien schützt. Kontakte mit beispielsweise Rindern, Heu und Stroh scheinen diesen Effekt zu begünstigen. Allerdings müssen diese Einflüsse bereits während der Schwangerschaft der Bäuerin und in der frühkindlichen Phase bestehen.

Bei Hausbesuchen wurden auch Staubproben aus den Kinderzimmern genommen. Dieser Umweltteil der GABRIEL-Studie steht im Zentrum der neuesten Publikation. „Auf diese Weise suchen wir eine Antwort auf die Frage, ob bestimmte Expositionen auf dem Bauernhof, also Bakterien und Pilze, erklären, dass Bauernkinder weniger Allergien und Asthma entwickeln als ihre Klassenkameraden“, so Genuneit. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Bauernkinder offenbar einer größeren Vielfalt von Mikroorganismen ausgesetzt sind. Nun stellt sich die Frage, welche Mikroorganismen einen besonders positiven Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems haben. „Bisher haben wir dafür Anhaltspunkte, bewegen uns aber noch auf der Ebene von Gruppen“, erklärt Jon Genuneit. Um eigene Ergebnisse zu erhärten, beziehen sich die Forscher auch auf die so genannte PARSIFAL-Studie (Prevention of allergy risk factors for sensitisation in children related to farming and anthroposophic lifestyle), in der Wissenschaftler mit ähnlichem Forschungsinteresse Staubproben aus Matratzen untersucht haben.

In einem nächsten Schritt wollen die Epidemiologen Teilnehmer der GABRIEL-Studie jährlich befragen. Auftakt war im vergangenen Sommer. Die Forschungsfragen lauten unter anderem: Wie entwickeln sich Asthma und Allergien in der Pubertät? Hält der Schutz des bäuerlichen Umfelds an? Und welchen Einfluss hat das Rauchen auf die Entwicklung von Asthma bei Bauernkindern und der übrigen Landbevölkerung?
„Bei den mehr als 2000 kontaktierten Familien war die Bereitschaft, weiterhin an der Erhebung teilzunehmen, erfreulich hoch. Nur so können belastbare Forschungsergebnisse entstehen, die uns im Kampf gegen Asthma und Allergien weiterbringen“, erklärt Genuneit. Wurde die ursprüngliche GABRIEL-Studie noch mit EU-Geldern finanziert, erhält Jon Genuneit für die nächsten zwei Jahre Nachwuchsförderung von der Universität Ulm.

Literatur:
Markus J. Ege, M.D., Melanie Mayer, Ph.D., Anne-Cécile Normand, Ph.D., Jon Genuneit, M.D., William O.C.M. Cookson, M.D., D.Phil., Charlotte Braun-Fahrländer, M.D., Dick Heederik, Ph.D., Renaud Piarroux, M.D., Ph.D., and Erika von Mutius, M.D. for the GABRIELA Transregio 22 Study Group. N Engl J Med 2011; 364:701-709.

Anmerkung: siehe hierzu auch den Artikel „Allergien – Entstehung und Behandlung aus naturheilkundlicher Sicht

Demenz-Report – „Landkarten der Demenz“ für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Dienstag, Februar 22nd, 2011

Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung untersucht, wie sich die Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Alterung der Gesellschaft vorbereiten können.

Nach dem 65. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken. Die Alterung der Gesellschaft bringt es deshalb mit sich, dass der Anteil der Menschen mit Demenz an der Gesamtbevölkerung steigt. In Deutschland liegt er heute bei etwas über 1.600 je 100.000 Einwohner. Er dürfte sich binnen der nächsten dreißig Jahre verdoppeln. Österreich und die Schweiz haben dank anhaltender Zuwanderung noch etwas jüngere Bevölkerungen. Doch auch in diesen beiden Ländern schreitet die Alterung voran, nimmt also auch die Zahl der Menschen mit Demenz zu. Gleichzeitig wachsen immer weniger Junge nach. Es gibt also künftig weniger Menschen, die sich um die steigende Zahl demenziell Erkrankter kümmern können, ob als Kinder, Schwiegerkinder oder als professionell Pflegende.

Allerdings fällt diese Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus. Im „Demenz-Report“ legt das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung jetzt „Landkarten der Demenz“ für Deutschland, Österreich und die Schweiz vor. Daraus lassen sich für jede einzelne Region der heutige Stand (auf Grundlage der Daten von 2008) und die Prognose für 2025 ablesen.

So liegt die von Abwanderung geprägte östlichste Ecke Deutschlands, nahe der Grenze zur Tschechischen Republik, derzeit mit geschätzten 2.190 demenziell Erkrankten je 100.000 Einwohner weit über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Hier, wie auch in weiten Teilen Ostdeutschlands, dürfte sich diese Zahl nach den Berechnungen des Berlin-Instituts bereits im Jahr 2025 verdoppelt haben. Die niedersächsischen Kreise Cloppenburg und Vechta hingegen bleiben infolge überdurchschnittlich hoher Geburtenzahlen deutlich unter dem Durchschnitt. Dies gilt auch für den erweiterten Speckgürtel um München, wo das Angebot an Arbeitsplätzen junge Menschen und Familien anzieht.

Warum regionale Demenz-Szenarien? Entscheidungsträger in Kommunen, Kreisen, Kantonen oder Bezirken benötigen diese kleinräumigen Daten, um planen und Vorkehrungen treffen zu können. Denn Demenz stellt Gesellschaft und Politik vor neue Herausforderungen. Diese sind gerade dort am größten, wo die Jungen abwandern und die zurückbleibenden Älteren zum Teil von Armut bedroht sind. In solchen dünn besiedelten Landstrichen ist es schwierig, eine angemessene medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Und wo die Kommunen heute schon Haushaltsprobleme haben, werden sie in Zukunft deutlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung haben, um etwa Heimplätze und Pflegepersonal bereitzustellen. Dies trifft vor allem auf den Osten Deutschlands zu. Es gilt aber, wenn auch noch in geringerem Ausmaß, ebenfalls für die Gebiete Österreichs, die entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges gelegen sind. Auch manche ländlichen Regionen am Alpenrand, deren Bewohner es in die großen Agglomerationen zieht, haben schon mit einer veränderten Bevölkerungszusammensetzung zu kämpfen.

Wie können die Regionen der Herausforderung begegnen? Modelle dafür gibt es bereits – etwa in der nordrhein-westfälischen Stadt Arnsberg. Dort besteht inzwischen ein ganzes Netzwerk privater und öffentlicher Angebote für Menschen mit Demenz. Der „Demenz-Report“ gibt einen Überblick über Modelle und Initiativen, die zeigen, wie sich die Kommunen auf die Alterung der Gesellschaft einstellen können. >>  Downloadlink der Studie

Quelle: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Chlamydien – Problemkeim und kaum Strategien

Donnerstag, Februar 17th, 2011

Chlamydieninfektionen sind mit etwa 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung in Deutschland. Schätzungsweise 100.000 Frauen in Deutschland sind wegen einer unentdeckten Infektion mit diesen Keimen unfruchtbar. Maßnahmen zur Früherkennung sind vom Gesetzgeber längst vorgesehen, bis heute aber nicht praktikabel umgesetzt.

Etwa 100.000 Frauen in Deutschland sind unfruchtbar, weil sie beim Geschlechtsverkehr mit Chlamydien angesteckt wurden. Denn die Infektion mit Chlamydien verursacht meist keine spürbaren Symptome, kann aber bei der Frau dazu führen, dass die Eileiter sich entzünden und vernarben. Das Ergebnis ist Unfruchtbarkeit und ein hohes Risiko für Eileiter-Schwangerschaften. Ein Früherkennungs-Programm, das eine rechtzeitige Behandlung ermöglicht und die weitere Ausbreitung der Infektionen verhindern könnte, ist vom Gesetzgeber längst vorgesehen. Aber es ist bis heute kein praktikabler Weg gefunden worden, dieses Screening flächendeckend umzusetzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt, dass die Hindernisse auf dem Weg zu einem wirkungsvollen Chlamydien-Screening möglichst schnell beseitigt werden. Dazu gehören folgende Punkte:

• Angebot des Screenings für alle Frauen bis 34 Jahre. Bisher lag die Altersgrenze bei 25 Jahren. Dadurch werden viele Infektionen bei Frauen, die später noch schwanger werden wollen, übersehen.
• Angebot des Screenings auch für Männer, so wie es den Niederlanden und in Großbritannien üblich ist, denn Männer sind ebenso wie Frauen Träger unentdeckter Infektionen.
• Untersuchung des Zell-Abstriches aus dem Gebärmutterhals. Derzeit wird im Labor nur der Urin untersucht, was dazu führt, dass Infektionen der Vagina häufig übersehen werden.
• Wiedereinführung der Meldepflicht, die seit 2001 ausgesetzt wurde. Damit könnte überprüft werden, ob sich die Infektion, an der derzeit schätzungsweise 300.000 Frauen und Männer pro Jahr neu erkranken, weiter ausbreitet, oder ob sie durch Aufklärung, durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beim Geschlechtsverkehr und durch ärztliche Früherkennung und Behandlung eingedämmt werden kann.

______________________________________________________________

Eine ausführliche Stellungnahme ist auf der Homepage der DGGG publiziert.
______________________________________________________________

ANHANG – FAKTEN

KEIM UND ÜBERTRAGUNG

Die Infektion mit Chlamydien (hier gemeint ist immer die Spezies Chlamydia trachomatis) ist die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung in Deutschland. Chlamydien werden durch Geschlechtsverkehr übertragen oder bei der Geburt von infizierten Müttern auf ihre neugeborenen Kinder. Bei Frauen ist zunächst der Gebärmutterhals infiziert; der Keim steigt dann durch die Gebärmutter bis in die Eileiter und in Einzelfällen sogar bis in den Bauchraum und bis zur Leber auf. Beim Mann können Harnröhre, Prostata und Nebenhoden infiziert werden. Häufig ruft die Infektion keine spürbaren Krankheitszeichen hervor. Deshalb sind viele Frauen und Männer Überträgerinnen und Überträger der Krankheit, ohne es zu wissen. Bei Neugeborenen ruft der Krankheitserreger Augen- und Lungenentzündungen hervor. In einer nicht repräsentativen Erhebung war etwa jede zehnte junge Frau mit dem Keim infiziert. Für die Infektionshäufigkeit bei Männern gibt es keine Zahlen.

SCREENING

Der Gesetzgeber hat vor vier Jahren beschlossen, dass die jährliche Untersuchung aller jungen Frauen zwischen 17 und 25 Jahren in den Katalog der so genannten „Regelleistungen“ der Krankenkassen aufgenommen wird. Vorgesehen war, dass einmal jährlich eine entsprechende Beratung und Untersuchung beim Frauenarzt-Besuch durchgeführt und dass ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals genommen wird. Allerdings sind diese Maßnahmen aus verschiedenen Gründen nicht in die Praxis umgesetzt worden. Das derzeit vorgeschriebene Laborverfahren – die Untersuchung von Urinproben – ist zudem für die Diagnostik nicht optimal.

BEHANDLUNG

Die Behandlung der Chlamydieninfektion ist einfach. Die/derjenige, bei der/dem die Infektion festgestellt wurde, und alle ihre/seine Sexualpartner werden über kurze Zeit mit Antibiotika behandelt. Damit lässt sich die Infektion heilen und eine erneute Ansteckung verhindern, solange die Partnerschaft stabil ist. Bei Partnerwechsel lässt sich eine erneute Chlamydieninfektion durch die Verwendung von Kondomen mit großer Sicherheit verhindern.

Anmerkung: aus naturheilkundlicher Sicht gehören Infektionen mit Chlamydien zu den sog. „tuberkulinischen Krankheiten„.  Diese Infektionen lassen sich homöopathisch recht gut regulieren.

Selbstversuch: Akupunkturanästhesie wirkt bei Leistenoperation

Sonntag, Februar 6th, 2011

Berlin – Akupunktur wirkt auch bei Operationen als Anästhetikum. Der Berliner Allgemeinmediziner Dr. Friedrich Molsberger prüfte im Selbstversuch die Wirkung von Akupunkturanästhesie bei einer Leistenbruchoperation. Dabei gewährleistete die Akupunktur mit Elektrostimulation die Anästhesie für einen Hautschnitt von sechs Zentimetern Länge und bis zu einer Tiefe von 15 Millimetern. Für die vollständige Anästhesie der gesamten Operation war die Akupunktur allerdings nicht ausreichend. Es mussten zusätzlich Medikamente zur Lokalanästhesie verabreicht werden, berichtet die Fachzeitschrift Forschende Komplementärmedizin in ihrer aktuellen Ausgabe (Nr. 1, 2011).

Der erfahrene Akupunkteur und Dozent der Forschungsgruppe Akupunktur Friedrich Molsberger setzte sich selbst vor der Operation sechs Nadeln in beide Unterschenkel an jeweils drei Akupunkturpunkte. Die Nadeln wurden mit Kabeln verbunden und über eine Stunde lang elektrisch stimuliert. Das Verfahren geht auf den japanischen Chirurg Yamamoto zurück, der bereits chinesische Akupunktur mit Elektrostimulation zur alleinigen Betäubung bei Kaiserschnitten oder Blinddarmoperationen eingesetzt hatte. Doch handelt es sich bis heute um ein medizinisches Gebiet, das noch wenig erforscht ist. Der langjährige Dozent der Forschungsgruppe Akupunktur tolerierte den Schnitt des Skalpells in einer Länge von sechs Zentimetern und das Präparieren in die Tiefe von bis zu 15 Millimetern problemlos und ohne jede weitere Betäubung. Allerdings traten beim weiteren Schneiden in die Tiefe starke Schmerzen auf: „Es war nicht auszuhalten! Ich zuckte vor Schmerz, der Chirurg konnte nicht weiter arbeiten und musste Lokalanästhetikum nachspritzen“, berichtete Molsberger. Auf das Experiment hatte sich der bekannte Berliner Sportchirurg Dr. Jens Krüger eingelassen.

„Mit Akupunktur lassen sich viele Erkrankungen sehr gut behandeln“, erklärte Molsberger. „Der Selbstversuch hat gezeigt, dass man mit Akupunktur auch Hautschnitte ohne Gabe von Medikamenten durchführen kann. Aber eine alleinige Anästhesie bei Operationen kann die Akupunktur nicht leisten. Da müssen wir die Kirche im Dorf lassen und der Schulmedizin für ihre modernen Möglichkeiten dankbar sein.“ Weitere Untersuchungen seien jetzt notwendig, um die Betäubungswirkung von Akupunktur bei Operationen besser zu erforschen und – zum Beispiel durch andere Punktauswahl und Stimulationsverfahren – zu optimieren.

Quelle: Forschungsgruppe Akupunktur

Innovation mit „Risiken und Nebenwirkungen“ – Jeder vierte Manager ist vital erschöpft

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

Innovation gilt als Lebenselixier für Unternehmen. Doch welche Auswirkungen haben Innovationen auf die Menschen, die sich für neue Produkte und Prozesse in den Unternehmen engagieren? Eine Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) Bochum e.V. an der Ruhr-Uni-Bochum in Kooperation mit den Kliniken Essen-Mitte belegt: 24% der befragten Führungskräfte zeigen Symptome von „Vitaler Erschöpfung“. Die Folgen für die Unternehmen können gravierend sein.

Innovationen werden von Menschen gemacht. Was permanenter Druck zur Veränderung und Innovation mit den Menschen „macht“, steht jedoch selten im Mittelpunkt. Risiken und Nebenwirkungen von Innovationen wurden jetzt von Innovationsforschern des IAI und Gesundheitsexperten der Kliniken Essen-Mitte untersucht. 229 Führungskräfte aus der Wirtschaft wurden dazu im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „PRÄGO“ (www.praego.net) schriftlich befragt.

Jeder vierte Manager, der in Innovationsprozesse eingebunden ist, klagt über Müdigkeit, Energiemangel und Entmutigung. Diese Führungskräfte sind Risikokandidaten für einen Burn-out. Ihre „Vitale Erschöpfung“ geht zudem mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte einher. Nur 28% der Führungskräfte liegen im „grünen Bereich“. 48% der Führungskräfte zeigen eine „mittlere Erschöpfung“. Besonders ausgeprägt sind die Konsequenzen von Innovationsarbeit bei denen, die mit permanenten organisatorischen Veränderungen umgehen müssen.

Welches sind die Ursachen für diese „Nebenwirkungen“? Innovationen werden in den Unternehmen als Projekte zusätzlich zum Tagesgeschäft organisiert. Bei der Umsetzung von Innovationen sind Abstimmungsschwierigkeiten und extensive Arbeitszeiten zu erwarten. Innovationen sind unsichere Prozesse – und genau diese Unsicherheiten zeigen sich in der Analyse des IAI Bochum als stärkste Belastungsfaktoren. Dieser „Innovationsstress“ wird durch Arbeitsverdichtung und eine immer dünner werdende Personaldecke verschärft. Die hohen Anforderungen von Innovationen sind auf zu wenige Schultern und Köpfe verteilt.

Die Studie zeigt: Innovationen bringen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken und Nebenwirkungen. Diese zu ignorieren, gefährdet die Gesundheit der „Innovations- Arbeiter“ – und damit auch die Zukunft der Unternehmen. Problematisch ist, dass sich Führungskräfte lange selbst als fit und belastbar sehen – und häufig sind sie es auch. Jedoch liegt hier auch ein Risiko: Denn „Adrenalinsurfer“ sind für präventives Verhalten meist nur schwierig zu gewinnen – das nächste Projekt erscheint viel reizvoller als Phasen der Entspannung. Doch der Entgrenzung sind Grenzen zu setzen, denn Unternehmen brauchen Fach- und Führungskräfte, die sich auch „übermorgen“ noch für Innovationen engagieren.
Die Studie „Innovation durch Prävention“ ist über das IAI in Bochum zum Preis von EURO 49,00 erhältlich.

Anmerkung: siehe hierzu auch das Online-Seminar „Naturheilkundliche Vorbeuge und Behandlung des Burn-Out-Syndroms