Archive for Juli, 2011

Neuer Laser korrigiert Weit- und Alterssichtigkeit

Donnerstag, Juli 28th, 2011

Die Universitäts-Augenklinik Heidelberg bietet eine noch präzisere Behandlung an.

Die Universitäts-Augenklinik in Heidelberg rüstet auf: Professor Dr. Gerd Auffarth und seinem Team stehen nun insgesamt vier Lasergeräte zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten zur Verfügung. Bei der jüngsten Anschaffung handelt es sich um einen sogenannten Excimer-Laser mit automatischer Iriserkennung: Das Gerät registriert von selbst, welcher Patient behandelt werden soll, und kann spontane Bewegungen des Auges sofort ausgleichen. Es kommt vor allem bei stärkerer Weitsichtigkeit in Kombination mit Alterssichtigkeit zum Einsatz, wie sie ab dem 40. Lebensjahr zunehmend auftritt, eignet sich aber auch zur Korrektur von Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung.

„Der Excimer-Laser ist eine hervorragende Ergänzung für die Femtosekunden-Laser, die wir bereits seit drei Jahren an unserer Klinik erfolgreich zur Korrektur von Alterssichtigkeit einsetzen“, erläutert Professor Dr. Mike Holzer, Oberarzt und Leiter des Bereiches Refraktive Chirurgie der Augenklinik. „Für die Patienten, die mit dieser Methode nicht behandelt werden können, bietet der Excimer-Laser eine sehr gute Alternative.“ „Deutschlandweit verfügen außer dem Universitätsklinikum Heidelberg derzeit nur noch zwei weitere Standorte über ein Gerät mit dieser Behandlungsoption“, freut sich der Ärztliche Direktor Professor Auffarth.

Zum Inventar der Universitäts-Augenklinik Universität Heidelberg – eine der bundesweit modernsten Kliniken – gehören nun insgesamt zwei Excimer-Laser sowie zwei Femtosekunden-Laser. Die Geräte beruhen allesamt auf dem Prinzip, mit einem Laserstrahl die Augenhornhaut und ihre Krümmung zu verändern, um wieder Normalsichtigkeit zu erreichen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden diese ambulanten Eingriffe derzeit nicht übernommen.

Quelle: UniversitätsKlinikum Heidelberg

Schlechte Führung in Unternehmen wird toleriert, wenn die Zahlen stimmen

Freitag, Juli 22nd, 2011

Aktuelle Studie zum Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen.

In vielen Unternehmen gleicht das Thema Führung noch zu häufig einem bloßen Lippenbekenntnis. Nicht selten wird schlechtes Führungsverhalten der oberen Führungskräfte sogar wissentlich von der Geschäftsleitung geduldet, sofern das operative Ergebnis stimmt. Zu diesem Resultat kommt eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück zum Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen.

Können sich Vorstände und Geschäftsführer deutscher Unternehmen vor dem Hintergrund dieser Zahlen, des demografischen Wandels sowie des bereits aktuell spürbaren Fachkräftemangels schlechte Führung überhaupt noch leisten? Haben sie die Zeichen der Zeit bereits erkannt und messen sie dem Thema Führung bereits erhöhte Bedeutung bei?
Antworten auf diese Fragen zu gewinnen, war das Ziel der Untersuchung zum aktuellen Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen. Im Rahmen der explorativen Studie wurden zwischen Oktober und November 2010 insgesamt 118 zufällig ausgewählte Unternehmen mit einer Mindestmitarbeiteranzahl von mehr als 400 Personen befragt. Dabei zeigt sich, dass bei über 85 Prozent der befragten Unternehmen das Führungsverhalten expliziter Bestandteil von Personalbeurteilungen ist. Zudem ist die Toleranz gegenüber Schwächen im Führungsverhalten bei mehr als zwei Dritteln aller Befragten recht hoch ausgeprägt, sofern das von den Führungskräften zu verantwortende operative Ergebnis stimmt. Zielvereinbarungen werden in 95 Prozent aller befragten Organisationen getroffen.
Differenziert nach einzelnen Komponenten zeigt sich, dass dem operativen Ergebnis im Durchschnitt mehr als 90 Prozent einen „sehr hohen“ oder „bedeutenden“ Stellenwert beimessen; beim Führungsverhalten sind dies lediglich 45 Prozent. Einen noch geringeren Stellenwert als Komponente in Zielvereinbarungen hat die „Fluktuationsrate“ mit 17 Prozent.
Die „Förderung von Mitarbeitern“ hat mit 57 Prozent noch einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Auf die Frage nach den Hauptgründen für Trennungen von Führungskräften gaben 82 Prozent der hierzu befragten Unternehmen an, dass schlechtes Führungsverhalten für sie kein Anlass für eine Trennung ist. Die Hauptgründe für Trennungen werden von fast 50 Prozent in „persönlichen Gründen“ oder in einem „schlechten operativen Ergebnis“ gesehen. Letzteres ist für 42 Prozent Anlass für eine Trennung.

Im Ergebnis verdeutlicht die Untersuchung zwei Dinge: Schlechtes Führungsverhalten wird in der Regel nicht sanktioniert, sofern und solange das operative Ergebnis stimmt. Gutes Führungsverhalten wird nicht belohnt, was sich daran zeigt, dass das Thema „Führung“ als Komponente von Zielvereinbarungen eine eher untergeordnete Rolle spielt und meist nur partiell berücksichtigt wird. Eine notwendige Führungskultur kann so nicht entstehen.

Autoren der Studie:
Dr. Carsten Steinert ist Professor für allgemeine BWL, insbes. Personalmanagement an der Fachhochschule Osnabrück. Nach Studium und Promotion war er mehrere Jahre als Personalmanager in der Finanzdienstleistungsbranche tätig. Prof. Dr. Steinert ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu aktuellen Personalthemen.

Dr. Dominik Halstrup ist Professor für BWL, insbes. Strategisches Management an der Hochschule Osnabrück. Nach Studium und Promotion war er mehrere Jahre in einem international operierenden Energiekonzern tätig, zuletzt als Abteilungsleiter für Strategische Analysen und Konzepte. Prof. Dr. Halstrup hat zahlreiche Artikel zu aktuellen Fragen des Strategischen Marketing und Managements veröffentlicht.

Quelle: Hochschule Osnabrück

Buch „Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie“ jetzt auch als eBook verfügbar

Mittwoch, Juli 20th, 2011

Der Leitfaden ist im Apple iBookstore, im Amazon Kindle-Shop und in vielen anderen Shops erhältlich (ISBN: 9783842388260, Preis: Euro 9,99).

Epigenetik: Gewalt an Schwangeren verändert Genetik der Kinder

Dienstag, Juli 19th, 2011

Konstanzer Wissenschaftler weisen einen epigenetischen Einfluss von häuslicher Gewalt gegenüber Schwangeren auf die Erbanlagen der Kinder nach.

Wenn Mütter in der Schwangerschaft häusliche Gewalt erfahren und somit fortgesetzt einem starken Stress-Erleben ausgesetzt sind, verändert dies die genetische Veranlagung des Kindes und lässt es in seinem späteren Leben anfälliger für Stress und psychische Erkrankungen werden. Was von Wissenschaftlern bereits aus Studien mit Mäusen vermutet wurde, konnte eine Zusammenarbeit von Psychologen und Biologen der Universität Konstanz erstmalig auf molekularer Basis beim Menschen nachweisen. Die Arbeitsgruppen des Psychologen Prof. Dr. Thomas Elbert und des Evolutionsbiologen Prof. Axel Meyer, Ph.D., zeigten auf, dass eine andauernde Bedrohungssituation bei einer Schwangeren eine epigenetische Veränderung im Glucocorticoid Rezeptor-Gen des Kindes bewirkt – einer Erbanlage, die mit Verhaltensauffälligkeiten und der Anfälligkeit für seelische Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird. Die Forschungsergebnisse wurden aktuell im Wissenschaftsjournal „Translational Psychology“ der „Nature“-Verlagsgruppe veröffentlicht.

Nachgewiesen werden konnten Veränderungen in den sogenannten Methylisierungsmustern der DNA, was Folgen auf die Entwicklung des Kindes haben kann: „Die genetische Ausprägung im Kind verändert sich, es entwickelt eine anfälligere Stressachse“, erklärt Thomas Elbert die Auswirkungen auf das Kind: „Der Körper der Mutter signalisiert diesen Kindern, dass sie in einer bedrohlichen Umgebung aufwachsen werden. Die Kinder verhalten sich dadurch in ihrem späteren Leben ängstlicher und weniger neugierig.“

„Das Glucocorticoid Rezeptor-Gen ist ein Rezeptor des Stresshormons Cortisol und dient als eine Art Schaltstelle im Hormonsystem“, führt Axel Meyer aus: „Es ist eine Schnittstelle für die Auswirkungen von Hormonen auf Hirnfunktionen – wie zum Beispiel die Reaktion auf Stressoren – und beeinflusst damit die Stressempfindlichkeit eines Menschen wie auch seine Anfälligkeit für psychische Störungen.“ Die Konstanzer Forscher konnten einschlägige Veränderungen in dem Gen bei zehn- bis neunzehnjährigen Kindern vorfinden, deren Mütter in der Schwangerschaft häuslicher Gewalt ausgesetzt waren. Dr. Helen Gunter und Karl Radtke aus der Arbeitsgruppe von Axel Meyer analysierten die Strukturen des Rezeptor-Gens bei 25 Müttern und deren Kindern. Dr. Martina Ruf, Dr. Katalin Dohrmann und Dr. Maggie Schauer aus der Arbeitsgruppe von Thomas Elbert ermittelten den psychologischen Effekt der häuslichen Gewalt, welcher die Mütter vor, während und nach ihrer Schwangerschaft ausgesetzt gewesen waren, auf die Mütter und deren Kinder.

Die Wissenschaftler charakterisierten die epigenetischen Effekte von mütterlichem Stress auf die Erbanlagen ihrer Nachkommen, die möglicherweise eine Veranlagung zu späterer Psychopathologie verursachen können. „Wir wussten zuvor schon aus unseren vorausgehenden Studien, dass Stresshormone massive Veränderungen im Immunsystem nach sich ziehen können. Wir hätten aber nicht erwartet, dass sich auch diese Bedrohungseinflüsse so deutlich im menschlichen Genom nachweisen lassen“, erläutert Elbert.

Die Forscher weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Studie zwar deutlich korrelierende Befunde aufzeigt, dies jedoch kein letztgültiger Beweis eines kausalen Zusammenhangs zwischen mütterlicher Gewalterfahrungen und DNA-Veränderungen bei ihren Nachkommen ist. Im nächsten Schritt ihrer Forschung wollen die Konstanzer Wissenschaftler ihre Untersuchung der stressverursachten epigenetischen Veränderungen auf das gesamte menschliche Genom ausweiten und die biologischen Mechanismen detailliert analysieren.

Ermöglicht wurde das interdisziplinäre Forschungsprojekt durch das Genomics Center der Universität Konstanz (GeCKo), das im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wird. Ein entscheidender Beitrag im Projekt kam von einem Mitglied des Zukunftskollegs der Universität Konstanz, Dr. Helen Gunter.

Quelle: Universität Konstanz

Charité etabliert NanoTherm-Therapie bei Rückfällen von Gehirntumoren

Donnerstag, Juli 7th, 2011

Neue Behandlungsform durch Universitätsklinikum entwickelt.

Die Charité-Universitätsmedizin Berlin hat ein neues Therapieverfahren an der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Campus Virchow etabliert, welches ausgewählten Patientinnen und Patienten die Behandlung von rezidivierenden Gehirntumoren durch einen neuen nanomedizinischen Ansatz ermöglicht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité entwickelten das wissenschaftliche Fundament für die auf Nanotechnologie basierende Krebstherapie. Die klinische Studie, die die EU-Zulassung der Therapie ermöglichte, wurde ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit der Charité durchgeführt. Die Therapie selbst wird nun von der MagForce Nanotechnologies AG, einer Ausgliederung der Charité, angeboten.

Die Grundlage des Therapieverfahrens bilden eisenoxidhaltige Nanopartikel, die zu Therapiebeginn in einem Biopsie-ähnlichen Verfahren direkt in den Tumor eingebracht werden. Die Behandlung findet dann in einem Magnetfeldapplikator (Nano-Activator™) statt, welcher ein für den Menschen ungefährliches Magnetwechselfeld erzeugt. Durch dieses hochfrequente Magnetfeld werden die Nanopartikel in Schwingung versetzt, wodurch Wärme direkt im Tumorgewebe entsteht. Abhängig von der erreichten Temperatur und der Behandlungsdauer wird der Tumor so direkt zerstört oder für eine begleitende Strahlen- oder Chemotherapie sensibilisiert. Diese neuartige Therapie verheißt verlängerte rückfallfreie Überlebenszeiten für Patienten mit Glioblastome-Rezidiv, einer besonders tückischen Hirntumorerkrankung.

„Ich freue mich sehr, dass wir nach jahrelanger Beteiligung an der Forschung und Entwicklung der NanoTherm® Therapie nun an dem Punkt sind, ausgewählten und mit anderen Methoden nicht mehr erfolgversprechend behandelbaren Patienten diesen neuartigen therapeutischen Ansatz für rezidivierende Glioblastome bieten zu können“ sagte Prof. Volker Budach, Leiter der Klinik für Radioonkologie.
„Dies ist ein weiteres positives Beispiel dafür, wie die von uns unterstützte Forschung Therapien von morgen hervorbringt“, hob Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, hervor.  „Die Charité war Teil aller Entwicklungsphasen dieser neuartigen medizinischen Technologie. Wir haben unsere Forscherinnen und Forscher stets unterstützt, das Potential ihrer Ideen voll auszuschöpfen, speziell in diesem vielversprechenden Gebiet der Nanomedizin.“
Derzeit haben sich die gesetzlichen Krankenkassen noch nicht generell bereit erklärt, diese neue Therapieoption für Patienten zu bezahlen, so dass die Therapiekosten bei den gesetzlichen Krankenkassen im Einzelfall zu beantragen sind.

Quelle: Charité