Archive for Februar, 2012

Schlaganfallsymptome früh behandeln vermeidet Behinderungen

Mittwoch, Februar 8th, 2012

Bessere Therapieergebnisse durch speziell geschultes Personal.

Die Chance, einen Schlaganfall ohne anschließende Behinderungen zu überleben, ist deutlich höher, wenn an der Klinik bestimmte Behandlungsstandards gelten. Sie steigt, wenn Ärzte Begleitsymptome wie hoher Blutzucker, Fieber und Schluckstörungen bereits früh behandeln. Die konsequente Behandlung dieser drei Symptome ist neben der Thrombolyse von entscheidender Bedeutung für den anschließenden Grad der Behinderung, erklären die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich einer neuen Studie aus Australien.

Im Zentrum der akuten Schlaganfallbehandlung steht die Thrombolyse: Dabei lösen die behandelnden Ärzte mit einem Medikament das Blutgerinnsel im Gehirn auf, das den  Schlaganfall verursacht hat. „Je früher diese Therapie verabreicht wird, desto höher ist der Nutzen“, erläutert Professor Dr. med. Matthias Endres, 1. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. „Bei vielen Schlaganfallpatienten kann dadurch das Ausmaß der Behinderungen nachweislich verringert werden“, so der Direktor der Klinik für Neurologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Therapie auf den Stroke Units darf sich aber nicht allein auf die Thrombolyse beschränken. Ebenso wichtig ist die Behandlung von Komplikationen des Schlaganfalls. Dazu gehören laut Professor Endres u.a. ein Anstieg der Körpertemperatur, hohe Blutzuckerwerte und Schluckstörungen.

Eine Studie von Schlaganfallexperten in Australien hat jetzt gezeigt, dass die konsequente Behandlung dieser drei Symptome die Behandlungsergebnisse deutlich verbessert. Die Forscher verglichen zwei Gruppen von Stroke Units. In einer Gruppe erhielt das Behandlungsteam eine spezielle Schulung. Dabei wurde angewiesen, bei allen Schlaganfallpatienten alle vier Stunden die Körpertemperatur zu messen und Fieber konsequent mit Paracetamol zu behandeln und den Blutzucker zu senken. Das Pflegepersonal lernte außerdem, Schluckstörungen bei ihren Patienten frühzeitig zu erkennen. Das Behandlungsteam in der Vergleichsgruppe blieb ungeschult. Dort kam es bei 58 Prozent der Schlaganfallpatienten zu schweren Behinderungen oder zum Tod. In den Kliniken, in denen die Behandlungsstandards eingehalten worden waren, sank diese Rate auf 42 Prozent.

Bei den Überlebenden verbesserte sich die Lebensqualität deutlich. „Neben dem Effekt, dass die Sterberate etwas gesenkt werden konnte, zeigt diese Arbeit die große Bedeutung der Symptombehandlung und ihrer Standardisierung“, sagt Professor Dr. med. Wolfgang H. Oertel, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

In der australischen Studie wurde im Mittel jeder sechste Patient durch das Behandlungsmanagement von Fieber, hohem Blutzucker und Schluckstörungen vor Tod oder schweren Behinderungen bewahrt. Bei der Thrombolyse liegt diese „Number Needed to Treat“ bei 8 bis 14 Patienten. „Die Studie verdeutlicht, wie wichtig die Umsetzung aller Standards ist, die auch in Deutschland  in den Leitlinien gefordert werden“, sagt DSG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Martin Grond, Chefarzt der Neurologie am Kreisklinikum Siegen. „Die Behandlung von Schlaganfall-Patienten darf sich nicht auf eine Thrombolyse beschränken. Ärzte und Pflegepersonal müssen schon sehr früh auch begleitende Symptome der Patienten beachten.“ Die Schulung des Personals ist aus Sicht der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie eine sinnvolle Investition, mit der die Kliniken ihre Behandlungsergebnisse verbessern können. Auf den zertifizierten Stroke Units in Deutschland ist dies bereits gängige Praxis.

Literatur:
S Middleton et al. (2011) QASC Trialists Group. Implementation of evidence-based treatment protocols to manage fever, hyperglycaemia, and swallowing dysfunction in acute stroke (QASC): a cluster randomised controlled trial.Lancet 378: 1699-706, URL: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2811%2961485-2/abstract Im Internet: Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft: http://www.dsg-info.de/

Hintergrund zur Studie:
http://www.acu.edu.au/about_acu/research/about_us/research_centres_-and-institutes/national_centre_for_clinical_outcomes_research/our_research/quality_in_acute_stroke_care/

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)

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Schwerer Vitamin-D-Mangel – Senioren brauchen mehr Sonne

Dienstag, Februar 7th, 2012

Erster Nachweis: Im Alter verschwindet Jahreszeiten-Fluktuation.

Trier (pte020) – Der überwiegende Teil der ältesten Menschen unserer Gesellschaft leidet an akutem Vitamin-D-Mangel. Es macht bei ihnen für die Konzentration des „Sonnenvitamins“ kaum Unterschied, ob gerade Sommer oder Winter ist.

Das berichten Gerontologen aus Trier im Deutschen Ärzteblatt International. „Alte Menschen kommen in unseren Breiten mit dem Vitamin D aus Nahrung und Sonnenexposition so gut wie nie aus. Eine orale Verabreichung von Vitamin D ist bei ihnen ganz besonders zu empfehlen“, so Studienautor Stefan Schilling im pressetext-Interview.

Deutliche Unterversorgung

Schilling erhob die Vitamin-D-Konzentration von 1.578 Patienten, die in seiner geriatrischen Reha-Klink seit 2009 in Behandlung waren, jeweils am Folgetag ihrer stationären Aufnahme. Das Durchschnittsalter der Probanden war 82 Jahre. Bei 89 Prozent von ihnen lag die Vitamin-D-Konzentration unter den derzeit empfohlenen 20 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), 67 Prozent sogar unter zehn ng/ml, was unstrittig als Schwellenwert für schweren Vitamin-D-Mangel gilt. „Nimmt man die Empfehlung mancher Experten von 30 ng/ml als Richtwert, lagen sogar 96 Prozent darunter“, berichtet Schilling.

Wenngleich die grundsätzliche Vitamin-D-Unterversorgung der Bevölkerung bekannt ist, hatten die Experten nicht mit einer derartigen Verschärfung bei Senioren gerechnet. Zudem war die bei jüngeren Menschen übliche Fluktuation im Vitaminspiegel zwischen Sommer und Winter nicht festzustellen. Für Schilling ein Ergebnis gleich mehrerer Faktoren. „Hochbetagte Menschen sind weniger mobil und gehen seltener in die Sonne als Jüngere, bedecken meist die Haut und besuchen kaum das Freibad. Zudem sinkt die Fähigkeit ihrer Haut, aus dem Sonnenlicht das Vitamin D zu bilden“, so der Forscher.

Orale Gabe lässt schneller gehen

Doch gerade für Senioren ist die ausreichende Vitamin-D-Versorgung immens wichtig. „Vitamin D spielt neben vielen anderen Funktionen auch für den Kalzium- und Knochenstoffwechsel sowie für den Muskelaufbau eine entscheidende Rolle. Sein Mangel macht Stürze und Brüche wahrscheinlicher.“ Umgekehrt zeigen Studien, dass eine Vitamin-D-Verabreichung bereits nach kurzer Zeit die Sturzhäufigkeit um 20 Prozent reduziert und auch die Schrittgeschwindigkeit messbar erhöht.

Quelle: pressetext.com

Buch: „Gedanken altern nicht“, 3. erw. Auflage 2010,
ISBN: 978-3-8334-5446-2

Gehirn limitiert Datenboom im Internet

Freitag, Februar 3rd, 2012

Grenzen der Verarbeitung zwingen zum Vergessen und Vereinfachen.

Frankfurt (pte022) – Nicht die Speicherkosten, sondern das Gehirn ist die Bremse für den globalen Datenboom im Internet. Das zeigen Forscher der Uni Frankfurt http://www.uni-frankfurt.de im „European Physical Journal“. „Die gesamte Menge an öffentlich verfügbaren Informationen kann nicht schneller wachsen als unsere Fähigkeit, sie zu verarbeiten oder mit ihr umzugehen“, erklärt Studienautor Claudius Gros im pressetext-Interview.

Speicherkosten irrelevant

Die Forscher analysierten 600 Mio. vom Menschen produzierte, über die Suchmaschine Findfiles http://findfiles.net auffindbare Onlinedaten, untersuchten deren Speichergröße und prüften die Gesetzmäßigkeiten. „Man würde erwarten, das die Zunahme der Daten mit den Kosten des Speicherplatzes abfallen, was jedoch nicht der Fall ist. Eine deutlich wichtigere Rolle dürfte die beschränkte Fähigkeit des Gehirns sein, Informationen wahrzunehmen und zu verarbeiten“, so der Physiker.

Hohe Auflösung irritiert

Um das Gehirn als limitierenden Faktor zu verstehen, hilft ein Blick auf seine Arbeitsweise. Unser Denkorgan kann nur einen kleinen Teil der unzähligen Sinneseindrücke und Daten abspeichern, mit denen es täglich bombardiert wird. Dazu führt es ein logarithmisches Herunterskalieren durch. Dieses folgt dem sogenannten „Weber-Fechner-Gesetz„: „Sieht man etwa einen Zehn-Minuten-Film, so speichert das Gehirn dabei nicht zehnmal mehr Informationen als bei einem Ein-Minuten-Film, sondern etwa doppelt so viel“, erklärt Gros.

Was für den Aspekt der Zeit zutrifft, gilt auch für die Auflösung, zeigt der Forscher am Video-Beispiel. „Je detailreicher und je länger ein Video ist, desto mehr muss das Gehirn reduzieren. Kurze, schlechtauflösende Videos werden somit prozentual gleich doppelt so gut wahrgenommen wie lange mit Hochauflösung.“ Bei weiterer technischer Steigerung der Kameraauflösung sei somit ein Trend zu einfachen Videos zu erwarten – wovon auch der Zeichentrick profitiert. In der Werbebranche habe man diese Erkenntnis bereits perfektioniert, so Gros.

Auslagerung statt Verdummung

Während die gesamte Datenmenge im Web weiterhin rasant anwächst – vor allem durch maschinell erzeugte Daten – stagniert die menschliche Verarbeitungskapazität. „Die Folge ist, dass wir immer mehr Daten auslagern. Was früher in Büchern geschah, passiert heute im Internet, wo man Informationen abspeichert oder sucht, statt sie sich zu merken.“ Eine Entwicklung, die Kritiker als Verdummung sehen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20111020022). Für Gros ist es eine „verbesserte Fähigkeit des Offline-Abspeicherns“.

Quelle: pressetext.com

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