Manager: Psychische Belastung steigt weiter

Schlechte Work-Life-Balance trotz erhöhtem Problembewusstsein.

Wien (pte024/14.12.2011/13:25) – Obwohl das Bewusstsein für das ausgewogene Verhältnis von Arbeit und Privatleben unter Führungskräften steigt, sind psychische Probleme in dieser Gruppe auf dem Vormarsch. Darauf deutet eine Umfrage unter 200 österreichischen Führungskräften der ersten und zweiten Ebene. Die Ergebnisse hat das Wirtschaftsforum der Führungskräfte WdF http://wdf.at gemeinsam mit der Vienna Insurance Group http://wienerstaedtische.atam heutigen Mittwoch in Wien präsentiert.

Jeder Siebte ist Burnout-Kandidat

„Die Führungskräfte machen sich mehr Gedanken über den Ausgleich von Beruf und Arbeit als noch 2009“, berichtet Felix Josef vom Marktforscher Triconsult http://triconsult.at . Ausgewogen fühlen sich jedoch nur zwölf Prozent der ersten und 18 Prozent der zweiten Führungsebene: Bei der überwiegenden Mehrheit gehen Berufsanforderungen vor persönlichen Wünschen. Dabei trägt die Arbeit nur zu einem knappen Drittel zum Wohlbefinden bei: Andere als wichtig bezeichnete Elemente wie Beziehung und Familie, Gesundheit, Sport und Sozialkontakte kommen bei vielen zu kurz.

Jeder vierte Manager bezeichnet sich aktuell als krank – etwas weniger als 2009, wobei Probleme im Bewegungsapparat, im Herz-Kreislaufsystem und im Stoffwechsel weiterhin dominieren. Vier Prozent aller Befragten – doppelt so viele wie zuvor – haben psychische Probleme. Burnout kennen immer mehr aus eigener Erfahrung: Ein Prozent der Führungskräfte sind akut und massiv betroffen, sechs Prozent fühlen sich knapp davor und weitere sieben Prozent litten früher daran. „Die Erschöpfungsdiagnose betrifft damit bereits jeden siebten Manager“, warnt WdF-Bundesvorsitzender Viktor Wagner.

Tabu besteht weiterhin

Die Beschleunigung und Technologisierung des täglichen Arbeitslebens sind wesentliche Hintergründe dieser Entwicklung, schätzt Wagner auf pressetext-Anfrage. „Als mit der Krise vor drei Jahren die ökonomischen Belastungen in vielen Branchen stiegen, wurde dies für viele zum Verhängnis. Zwar haben wir 2010 wieder einen Aufschwung erlebt, doch die Sorge sitzt in den meisten noch tief, wie es weitergehen soll“, beobachtet der Experte. Darauf weist auch der Umstand, dass Drogen und Aufputschmittel in Führungsebenen immer häufiger werden.

Als positiven Nebeneffekt der Krise und des häufigen Redens über Burnout sieht Wagner die höhere Bereitschaft, berufliche Überforderungen zuzugeben. „Das frühere Tabu ist aufgeweicht.“ Laut Judit Havasi, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung, hat diese Entwicklung allerdings erst begonnen. Darauf deute der bisherige Verlauf der Awareness-Kampagne „Ganz normal“ http://ganznormal.at . „Über körperliche Beschwerden wie etwa Herzinfarkt redet man schnell, bei seelischen Erkrankungen ist die Verschlossenheit jedoch weiterhin enorm“, berichtet Havasi gegenüber pressetext.

Radfahren wird Chefsache

Positiv vermerken die Experten, dass bloß jeder fünfte Manager selten oder nie Sport betreibt, 36 Prozent mehrmals wöchentlich und acht Prozent sogar täglich. Dabei sind typische Sportarten Wandern, Skifahren, Radfahren und Schwimmen und viele gehen ins Fitnessstudio, während Golf und Tennis die Ausnahme darstellen. Rauchen wird immer verpönter und 55 Prozent der Befragten waren 2011 bei der Gesundenuntersuchung. Rückstände aufholen sollten die Betriebe bei Angeboten zur gesunden Ernährung, zur finanziellen Unterstützung von Fitness-Sport sowie bei Gesundheitstagen.

Quelle: pressetext.redaktion

♥ Online-Kurs „Burn-Out-Syndrom“ ♥

Gaiator – Premium Shopping

Comments are closed.