Geldgeschäfte per Handy: BRIC-Staaten vor Boom

M-Payment-Studie von Arthur D. Little: Nutzer-Zahl wird sich fast verzehnfachen

Wien (pts/26.08.2010/10:00) – Nur wenige Menschen haben Bankverbindungen, aber viele haben Mobiltelefone: Diese Konstellation in vielen Entwicklungsländern ist für die Experten der international tätigen Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little eine gewaltige Chance für M-Payment, also das Bezahlen und Abwickeln von Bankgeschäften über das Handy. In einer neuen Studie von Arthur D. Little wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Nutzer mobiler Zahlungssysteme in aufstrebenden Ländern wie Mexiko, Brasilien, Russland, Indien und China (M-BRIC) in den kommenden fünf Jahren von derzeit 32 Millionen auf rund 290 Millionen Menschen steigen wird.

„Wir erwarten für 2015 in diesen Ländern zusammen rund 20 Milliarden Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 60 Milliarden US-Dollar“, sagt Studienleiter Dr. Karim Taga, Geschäftsführer von Arthur D. Little Austria und Telekomexperte des Beratungsunternehmens. Weltweit wird in der Studie ein Transaktionsvolumen von 280 Milliarden US-Dollar prognostiziert, das dann über Mobiltelefone abgewickelt wird.

Idealer Zeitpunkt für den Markteintritt
Für Taga und Kollegen ist derzeit ein idealer Zeitpunkt für den Markteintritt in den M-BRIC-Staaten, da sich der Markt für mobile Finanzdienstleistungen dort besonders rasant entwickelt und in einigen Ländern gerade die gesetzlichen Rahmenbedingungen neu gestaltet werden. So sind in Mexiko vor wenigen Wochen neue Bestimmungen in Kraft getreten, die die Aufnahme der Geschäftstätigkeit für Unternehmen erleichtern, die keine Banken sind. Dies steigert die Chancen von Mobilfunknetzbetreibern und anderen Anbietern in dem ansonsten von Banken sehr stark dominierten Bereich. Mexiko bietet laut Studie daher die besten Möglichkeiten für einen schnellen Markteintritt. Auch in Russland bieten sich gute Chancen für Mobilfunkanbieter, da das dortige Bankensystem sehr ineffizient ist.

Welche Dynamik beim Thema M-Payment derzeit herrscht, zeigt auch das Beispiel China: Weil es dort einen starken Wettbewerb zwischen Banken und Mobilfunkern um die Vorherrschaft beim mobilen Zahlungsverkehr gibt, hat sich Chinas größter Mobilfunkanbieter mit einem strategisch relevanten Anteil an dem Finanzinstitut beteiligt, mit dem der Zahlungsverkehr gemeinsam abgewickelt wird. So ist das Unternehmen zu einem relevanten Player beim M-Payment in China geworden.

Geringe Einkommen, große Entfernungen
„In den M-BRIC-Staaten leben viele Menschen mit geringem Einkommen, die über riesige Gebiete verstreut sind, Mobiltelefone besitzen und Bankdienstleistungen benötigen“, so Karim Taga, „kombiniert man diese Faktoren, können Dienstleister den Bedarf nach einem umfassenden Zahlungsnetz, besonders in ländlichen Regionen, decken.“ Erfolgreiche Modelle gibt es bereits auf den Philippinen. Mehrere Millionen Filippinos leben und arbeiten im Ausland und überweisen regelmäßig größere Geldbeträge via Handy an ihre Familien zuhause. In Afrika ist der Vorreiter dieser Entwicklung der Mobilfunkanbieter Safaricom, der M-Payment in Kenia seit 2007 mit Erfolg anbietet. Dort ist auch ein wesentlicher Aspekt des mobilen Zahlungsverkehrs zu beobachten: Da weniger Menschen mir Bargeld unterwegs sind, ist die Kriminalität spürbar zurückgegangen.

Quelle: pressetext.austria

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