Jeder Zehnte leidet an Sozialer Phobie

Deutsche Forscher untersuchen weit verbreitete Angstkrankheit.

Dresden (02.05.2011) – Jeder Mensch war schon einmal aufgeregt oder ängstlich – beispielsweise vor einer Prüfung oder einem Rendezvous. Diese Soziale Angst, bei der Betroffene befürchten, sich peinlich zu verhalten oder einen negativen Eindruck zu hinterlassen, ist Gegenstand von Untersuchungen an der TU Dresden http://psychologie.tu-dresden.de. „Das Kniffelige an der Sozialen Phobie ist, dass jeder sie kennt“, sagt der Psychologe David Bräuer. Er forscht mit seinen Kollegen an der im Fachjargon „Soziale Phobie“ genannten Angst.

Leidende fürchteten sich davor, dass sich Menschen über sie lustig machen oder etwas Komisches über sie denken. Diese Angstkrankheit ist weit verbreitet. Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter „Sozialer Phobie“, erläutert der Wissenschaftler. „Das kann der Vortrag im Seminar, ein Termin mit dem Chef, aber auch einfach das Gespräch mit Freunden sein“, erklärt Bräuer im Gespräch mit pressetext. Schlimm wird es, wenn Betroffene wegen panischer Ängste gar nicht mehr aus dem Haus gehen.

Entweder kämpfen oder fliehen

Dabei ist Angst selbst eine natürliche und wichtige Reaktion des Menschen. „Ohne Angst werden Menschen nicht alt“, sagt Bräuer. Normale Angst führt dazu, dass sich Menschen Situationen genauer ansehen. Angst bereitet den Körper darauf vor, entweder zu kämpfen oder zu fliehen. „In der Wildnis ist das ein sinnvoller Mechanismus. Diese Angst hat aber keinen Sinn, wenn man vor der Prüfungstür steht“, erklärt Bräuer. Ein Sozialphobiker sei ein Mensch dann, wenn er sich von dieser Angst abhalten lasse, sich auf die Prüfung zu konzentrieren.

Die Dresdner Forscher möchten ermitteln, ob es bei sozialen Phobikern auch körperliche Symptome gibt. „Es gibt eine Vielzahl von Fragen, die wir im Moment noch nicht beantworten können, zum Beispiel ob sich bei Menschen mit Sozialer Angst Veränderungen im Hormonhaushalt oder bei der Herzrate finden“, sagt der Psychologe Stephen Crawcour vom Dresdner Institut. In bestimmten Fällen könne es auch sein, dass es ein Problem mit dem Selbstwertgefühl der Person sei, sagt Bräuer. Dann sei es möglich auf Menschen zu treffen, die souverän wirken, aber vor einem Date panische Ängste bekommen.

Quelle: pressetext.redaktion

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