Steckbriefe seltener und importierter Infektionserreger neu erschienen

Sandfliegenfieber, Diphtherie, Malaria oder Histoplasmose – es gibt eine Vielzahl seltener und importierter Infektionskrankheiten, die Medizinern in Deutschland nicht vertraut sind. Eine griffbereite gebündelte Information zu solchen Infektionskrankheiten ist neben dem Internet, den Lehrbüchern und der wissenschaftlichen Literatur hilfreich.

Die RKI-Veröffentlichung „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten“ ist in der ärztlichen Praxis und im Gesundheitswesen von Nutzen, das haben Nachfrage und Rückmeldungen gezeigt. Jetzt hat das Robert Koch-Institut eine umfassend überarbeitete Neuauflage fertiggestellt. „Die Steckbriefe sind eine wichtige Unterstützung für die Ärzte, damit sie sich auch bei seltenen Infektionskrankheiten rasch informieren und reagieren können“, sagt Reinhard Burger, Präsident des RKI.

Die Veröffentlichung enthält insgesamt 94 Erreger-Steckbriefe, davon sind 13 neu aufgenommen. Dem Profil des RKI entsprechend stehen die epidemiologische und klinische Charakterisierung der Krankheiten, Prophylaxemöglichkeiten, Diagnose (einschließlich Differentialdiagnosen) und die Meldevorschriften im Mittelpunkt. Zur Therapie werden Hinweise gegeben, allerdings sollte bei der Behandlung weitere klinisch-infektiologische Expertise einbezogen werden. Die einzelnen Steckbriefe umfassen meist ein oder zwei Seiten, sie sind nach Erreger-Typen gruppiert – Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze – und über einen umfangreichen Index erschlossen. Die Publikation wurde von dem Berliner Medizinpublizisten und Infektionsmediziner Dr. Wolfgang Kiehl redaktionell betreut.

Im Anhang werden die Ansprechpartner für den Notfall erläutert. So ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten, die sofortige Schutzmaßnahmen vor Ort erforderlich machen, das Gesundheitsamt als erster Ansprechpartner zu konsultieren. Bei Fragen zur Diagnostik ist das Nationale Referenzzentrum für tropische Infektionserreger ein wichtiger Ansprechpartner, es befindet sich am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Auch im RKI gibt es eine spezifische diagnostische Expertise, insbesondere im Rahmen der wissenschaftlichen Koordination des Europäischen Netzwerks für die Diagnose importierter viraler Erkrankungen (ENIVD). Außerdem gibt es im RKI für infektionsepidemiologische Fragestellungen, etwa die Einleitung von Erstmaßnahmen bei Seuchenalarm, eine Rufbereitschaft, die über die Telefonzentrale zu erreichen ist.

Eine reiseassoziierte („importierte“) Infektion kann mit dem richtigen Wissen unter Umständen vermieden werden. Vor einer Auslandsreise sollte daher eine sorgfältige reisemedizinische Beratung erfolgen, bei spezialisierten Ärzten, Tropeninstituten – die ebenfalls im Anhang der Steckbriefe aufgeführt sind – oder bei manchen Gesundheitsämtern. Zu Infektionsrisiken im Ausland bietet das Auswärtige Amt Informationen an (www.auswaertiges-amt.de). Über aktuelle Infektionsrisiken informiert auch das Robert Koch-Institut im Internet oder im wöchentlichen Epidemiologischen Bulletin, eine individuelle Beratung Reisender ist beim Robert Koch-Institut aber nicht möglich.

Die Veröffentlichung „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten“ kostet wie bisher 4 Euro und kann gegen Rechnung schriftlich bestellt werden: Robert Koch-Institut, ZV 5.2, Burgstraße 37, 38855 Wernigerode, Fax: 03943-679207, E-Mail info@rki.de.
Außerdem sind die Steckbriefe als PDF-Datei auf den RKI-Internetseiten abrufbar.

Quelle: RKI

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