Spielen im Grünen lindert ADHS-Symptome

September 17th, 2011

Verbesserung von Konzentration und Impulskontrolle

Urbana-Champaign/Berlin – Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) profitieren davon, wenn sie häufig im Grünen spielen. Ihre Symptome fallen schwächer aus als bei ständigem Aufenthalt in Innenräumen oder im verbauten Umfeld, berichten Wissenschaftler der Universität Illinois http://lhhl.illinois.edu in der Zeitschrift „Applied Psychology: Health and Well-Being“.

Vorteil tritt unmittelbar ein

Bekannt ist bisher, dass der Aufenthalt im Grünen und sogar schon das Betrachten von Naturbildern Menschen verändert. Beziehungen und Gemeinschaftsdenken werden höher bewertet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20091007019 ) und auch die Konzentration und Impulskontrolle steigt bei gesunden Menschen. Genau diese beiden Fähigkeiten sind Hauptprobleme bei an ADHS leidenden Kindern, weshalb die Forscherinnen Andrea Faber Taylor und Frances Ming Kuo etwaige Zusammenhänge überprüfen wollten.

Die Eltern von 400 Kindern mit ADHS wurden nach der Spielumgebung, nach Auftreten, genauer Diagnose und Schweregrad der Störung befragt. Dabei zeigte sich: Gleich unmittelbar nach dem Aufenthalt im Grünen sind die Symptome abgeschwächt. Der Effekt tritt nicht nur in noch unbekannter Umgebung ein, sondern auch in täglich genutzten Spielplätzen, Parks oder Gärten. Speziell bei Hyperaktivität wirkt allerdings eine weitläufige Grünfläche – etwa eine Wiese oder ein Sportplatz – positiver als ein Aufenthalt im Wald.

Diagnose überall gleich häufig

Bei rund sechs Prozent der Kinder wurde bisher ADHS diagnostiziert und bei fast ebenso vielen besteht der Verdacht darauf, zeigt die deutsche Kindergesundheits-Studie http://kiggs.de . „Was die Diagnose ADHS betrifft, gibt es keine Unterschiede zwischen Stadt und Land oder zwischen einzelnen Wohnregionen“, betont Robert Schlack vom Robert Koch-Institut gegenüber pressetext. Ergebnisse aus vertiefenden Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich die Symptome am Land schwächer zeigen. Angaben, die für Schlack aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsweise allerdings „mit Vorsicht zu genießen“ sind.

Quelle: pressetext.com

Steckbriefe seltener und importierter Infektionserreger neu erschienen

September 15th, 2011

Sandfliegenfieber, Diphtherie, Malaria oder Histoplasmose – es gibt eine Vielzahl seltener und importierter Infektionskrankheiten, die Medizinern in Deutschland nicht vertraut sind. Eine griffbereite gebündelte Information zu solchen Infektionskrankheiten ist neben dem Internet, den Lehrbüchern und der wissenschaftlichen Literatur hilfreich.

Die RKI-Veröffentlichung „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten“ ist in der ärztlichen Praxis und im Gesundheitswesen von Nutzen, das haben Nachfrage und Rückmeldungen gezeigt. Jetzt hat das Robert Koch-Institut eine umfassend überarbeitete Neuauflage fertiggestellt. „Die Steckbriefe sind eine wichtige Unterstützung für die Ärzte, damit sie sich auch bei seltenen Infektionskrankheiten rasch informieren und reagieren können“, sagt Reinhard Burger, Präsident des RKI.

Die Veröffentlichung enthält insgesamt 94 Erreger-Steckbriefe, davon sind 13 neu aufgenommen. Dem Profil des RKI entsprechend stehen die epidemiologische und klinische Charakterisierung der Krankheiten, Prophylaxemöglichkeiten, Diagnose (einschließlich Differentialdiagnosen) und die Meldevorschriften im Mittelpunkt. Zur Therapie werden Hinweise gegeben, allerdings sollte bei der Behandlung weitere klinisch-infektiologische Expertise einbezogen werden. Die einzelnen Steckbriefe umfassen meist ein oder zwei Seiten, sie sind nach Erreger-Typen gruppiert – Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze – und über einen umfangreichen Index erschlossen. Die Publikation wurde von dem Berliner Medizinpublizisten und Infektionsmediziner Dr. Wolfgang Kiehl redaktionell betreut.

Im Anhang werden die Ansprechpartner für den Notfall erläutert. So ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten, die sofortige Schutzmaßnahmen vor Ort erforderlich machen, das Gesundheitsamt als erster Ansprechpartner zu konsultieren. Bei Fragen zur Diagnostik ist das Nationale Referenzzentrum für tropische Infektionserreger ein wichtiger Ansprechpartner, es befindet sich am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Auch im RKI gibt es eine spezifische diagnostische Expertise, insbesondere im Rahmen der wissenschaftlichen Koordination des Europäischen Netzwerks für die Diagnose importierter viraler Erkrankungen (ENIVD). Außerdem gibt es im RKI für infektionsepidemiologische Fragestellungen, etwa die Einleitung von Erstmaßnahmen bei Seuchenalarm, eine Rufbereitschaft, die über die Telefonzentrale zu erreichen ist.

Eine reiseassoziierte („importierte“) Infektion kann mit dem richtigen Wissen unter Umständen vermieden werden. Vor einer Auslandsreise sollte daher eine sorgfältige reisemedizinische Beratung erfolgen, bei spezialisierten Ärzten, Tropeninstituten – die ebenfalls im Anhang der Steckbriefe aufgeführt sind – oder bei manchen Gesundheitsämtern. Zu Infektionsrisiken im Ausland bietet das Auswärtige Amt Informationen an (www.auswaertiges-amt.de). Über aktuelle Infektionsrisiken informiert auch das Robert Koch-Institut im Internet oder im wöchentlichen Epidemiologischen Bulletin, eine individuelle Beratung Reisender ist beim Robert Koch-Institut aber nicht möglich.

Die Veröffentlichung „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten“ kostet wie bisher 4 Euro und kann gegen Rechnung schriftlich bestellt werden: Robert Koch-Institut, ZV 5.2, Burgstraße 37, 38855 Wernigerode, Fax: 03943-679207, E-Mail info@rki.de.
Außerdem sind die Steckbriefe als PDF-Datei auf den RKI-Internetseiten abrufbar.

Quelle: RKI

Jakobskreuzkraut: Schön, aber giftig

August 30th, 2011

Zur Zeit wird das Lebersystem von Pferden, Rindern und auch des Menschen vielfach durch die Aufnahme von Jakobskreuzkraut über die Nahrung stark belastet. Die Aufnahme dieser Giftpflanze, die auch als Jakobsgreiskraut bekannt ist, oder ihrer Gifte kann zu chronischen Lebervergiftungen führen. Die Giftwirkung ist kumulativ.

Die in der Pflanze enthaltenen Giftstoffe (Senecio-Alkaloide) werden auch nach Heu- und Silagebereitung nicht abgebaut (siehe hierzu auch den  Beitrag „Schön, aber giftig“ von Udo Pollmer im Deutschlandradio Kultur). Menschen nehmen die Giftstoffe hauptsächlich über Honig auf.

Quelle:  „Energiemeridiane des Pferdes und ihre emotionalen Beziehungen

 

Gesundheitsmarkt wird sich 2020 dramatisch ändern

August 26th, 2011

Finanzierbarkeit wird zur größten aller Herausforderungen.

München – Bis 2020 könnte ein neuer Gesundheitsmarkt entstehen. Das haben Experten der Unternehmensberatung Bain & Company http://bain.comin ihrer Studie „The end of Healthcare… as we know it?“ ermittelt. Der demografische Wandel gepaart mit technischem und medizinischen Fortschritt führt zur Frage der Finanzierung der Gesundheitsversorgung.

Zu teure Gesundheitssysteme

„In den letzten Jahren sind die Gesundheitsausgaben zwar kontinuierlich gestiegen, die Schmerzgrenze war bisher allerdings noch nicht erreicht“, sagt Norbert Hültenschmidt, Leiter der Bain-Healthcare-Praxisgruppe, gegenüber pressetext. „Doch jetzt sind die Haushalte der Industrieländer am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen, weltweit sind die Gesundheitssysteme die größten noch wachsenden Budgetposten.“ In den vergangenen Dekaden waren die Gesundheitssysteme in allen großen Industrienationen sehr resistent gegen drastische Veränderungen.

„Immer fanden sich politische, soziale oder emotionale Argumente, die gegen sinnvolle Neustrukturierungen sprachen“, sagt Hültenschmidt. Die Studie der Unternehmensberatung beleuchtet die Änderungen, die auf Ärzte, Apotheken, Pflegepersonal und die Patienten zukommen. „Die Gesundheitssysteme des Jahres 2020 werden in allen Ländern eine schnelle Evolution der heute bestehenden Strukturen sein“, heißt es in der Studie. Die Richtung, in die sich die Gesundheitssysteme entwickeln, sei weltweit ähnlich.

Patienten zahlen mehr aus eigener Tasche

Die Patienten werden in Zukunft viel mehr aus eigener Tasche zahlen müssen – seien es Praxis- und Medikamentengebühren, Zuzahlungen, Zusatzversicherungen oder privat zu tragende Behandlungskosten. Dadurch wächse die Marktmacht des Patienten, der Arzt verliert als Entscheider an Bedeutung, welche Medikamente, Behandlungsmethoden oder Geräte eingesetzt werden. Die Honorierung der Mediziner bemisst sich zukünftig an Behandlungsqualität und -erfolg sowie den Einsparerfolgen.

Die starken Kosten-Nutzenabwägungen werden Pharma- und Medizintechnikhersteller dazu bringen, zukünftig gesundheitsökonomische Gut-Genug-Produkte zu produzieren. Die Qualität der Standard-Medikamente wird darunter leiden. Daneben wird es weiterhin Spitzenprodukte geben, die jedoch mehr und mehr auf Nischen und spezielle Patientengruppen zugeschnitten sind, so die Bain-Experten.

Quelle: pressetext.com

Wenn Helfer krank werden: „Burnout“ bei Ärzten und Pflegepersonal

August 24th, 2011

Sie wollen helfen: Ärzte, Pfleger, Sozialarbeiter und Therapeuten. Dabei laufen sie häufig Gefahr selbst zu erkranken.

Stressbezogene Gesundheitsstörungen sind unter im Gesundheitswesen Tätigen weit verbreitet. Das Thema „Burnout“ ist mit zahlreichen Veranstaltungen auch Teil des diesjährigen DGPPN-Kongressprogramms.

Ein „Burnout“ kann grundsätzlich jeden Arbeitnehmer treffen. Aber vor allem professionelle Helfer wie Ärzte, Pflegepersonal oder Therapeuten laufen Gefahr zu erkranken. Das Risiko ist bei professionellen Helfern, die im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie tätig sind, besonders hoch. So berichten Psychiater häufiger über „Burnout“, Depression und andere psychische Erkrankungen als andere Ärzte.

Auffällig ist, dass vor allem Berufsanfänger anfällig für stressbedingte Gesundheitsstörungen sind. So zeigen 76 Prozent der Assistenzärzte „Burnout“-Symptome wie emotionale Erschöpfung oder Demotivation. Diese haben oftmals idealisierte Vorstellungen von ihrem Beruf und der Einstieg ins Berufsleben ist daher häufig mit Enttäuschungen verbunden. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) aufmerksam. Den Grund sieht die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft im zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen und Behandlungsfällen pro Helfer. Hinzukomme, dass die therapeutischen Beziehungen im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie emotional belastend sein können.
Nicht haltbar sei die These, dass gerade diejenigen das Berufsfeld Psychiatrie und Psychotherapie wählen, die eine Neigung zu psychischen Erkrankungen haben.

Wichtig ist es, Anzeichen für ein „Burnout“ früh zu erkennen und entgegenzusteuern. Denn zu spät erkannt, können Erschöpfungszustände in einer depressiven Erkrankung münden. Die DGPPN empfiehlt das eigene Zeitmanagement zu verbessern, Delegationsmöglichkeiten für Aufgaben zu nutzen oder auch mal „Nein“ zu sagen sowie exzessive Überstunden zu vermeiden. Hilfreich kann zudem eine kognitive Verhaltenstherapie sein. Darin hinterfragen Betroffene ihre oftmals eingefahrenen Einstellungs- und Verhaltensmuster, die zu dem emotionalen und körperlichen Erschöpfungszustand geführt haben. Sie lernen, wie sie mit Stress besser umgehen und auf ihren Körper hören können.

Das Thema „Burnout“ und „Burnout bei professionellen Helfern in der Psychiatrie und Psychotherapie“ gehört ebenfalls mit zahlreichen Veranstaltungen zum Programm des diesjährigen DGPPN-Kongresses. Dieser findet von Mittwoch, den 23. November, bis Samstag, den 26. November 2011, im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin statt. Der Kongress zählt mit mehr als 10.000 erwarteten Teilnehmern inzwischen zur größten Fachtagung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen. Information und Anmeldung zum Kongress: CPO HANSER SERVICE GmbH, Paulsborner Str. 44, 14193 Berlin Tel. 030/300 6690, Fax: 030/300 66950, Email:dgppn2011@cpo-hanser.de sowie im Internet: http://www.dgppn.de/dgppn-kongress2011.html

Anmerkung: siehe auch den Online-Kurs „Naturheilkundliche Vorbeuge und Behandlung des Burn-Out-Syndroms

Forscher verschränken erstmals Ionen mittels Mikrowellen

August 23rd, 2011

Ein wichtiger Schritt in Richtung Quantencomputer.

Einer Forschergruppe am National Institute of Standards and Technology (NIST) in Boulder, USA, ist es gelungen, Ionen mittels Mikrowellen für den Einsatz in einem Quantencomputer zu verschränken.
Wie das Wissenschaftsmagazin Nature berichtet, haben die Wissenschaftler damit eine wichtige Methode für die mögliche Realisierung eines integrierten Quantencomputers mit Ionen entwickelt (Microwave quantum logic gates for trapped ions, Nature 476, 181-184, 2011, doi:10.1038/nature10290).

Christian Ospelkaus, seit Dezember 2010 Professor im Exzellenzcluster QUEST (Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research) an der Leibniz Universität Hannover und an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, hat das Experiment mit seinen Kollegen am NIST durchgeführt.

Verschränkung ist eine faszinierende Konsequenz der Quantenmechanik. In unserem Alltag gilt es als selbstverständlich, dass zum Beispiel zwei gemeinsam geworfene Münzen unabhängig voneinander jede für sich zufällig „Kopf oder Zahl“ zeigen. In der Welt der Quantenmechanik könnten die beiden Münzen nun so manipuliert werden, dass, wenn eine Münze Zahl oder Kopf zeigt, die andere jeweils genau das gleiche Ergebnis liefert, und umgekehrt! Man spricht dann von einer Verschränkung der beiden Münzen oder – wenn man „Kopf oder Zahl“ wie in einem Computer mit den Werten Null und Eins identifiziert – auch von einem sogenannten verschränkenden Quantenlogikgatter.

Solche verschränkenden Gatteroperationen sind ein wesentlicher Bestandteil eines Quantencomputers, der eines Tages bestimmte Probleme in Physik, Mathematik und Kryptographie (Ver- und Entschlüsselung) wesentlich schneller lösen könnte als der schnellste herkömmliche Supercomputer. Ionen, also einzelne elektrisch geladene Atome, sind eines der experimentell am weitesten fortgeschrittenen Quantensysteme auf dem Weg zu einem realistischen Quantencomputer.

In einer Reihe von grundlegenden Experimenten, die am NIST und in anderen Gruppen weltweit durchgeführt worden sind, konnten Ionen als Quantenbits, abgekürzt Qubits, mit Hilfe von Laserstrahlen bereits erfolgreich verschränkt werden. Die NIST Forschergruppe hat nun gezeigt, dass man solche Operationen nicht nur mit einem komplexen, raumfüllenden Lasersystem realisieren kann, sondern auch mit miniaturisierter Mikrowellenelektronik, wie sie zum Beispiel in Mobiltelefonen Verwendung findet. Um die Verschränkung zu erzeugen, integrieren die Physiker die Mikrowellenquelle in die Elektroden einer so genannten Chipfalle, einer mikroskopischen chipartigen Struktur zur Speicherung und Manipulation der Ionen in einer Vakuumzelle. „Weil Mikrowellenfelder unkomplizierter und in einer einfacher kontrollierbaren Weise erzeugt werden können als Laserstrahlen, könnte diese Methode uns helfen, leistungsfähigere und fehlertolerantere Experimente zu bauen“, erklärt Prof. Christian Ospelkaus.

In ihrem Experiment haben die Forscher die Erfolgsquote bei der Verschränkung charakterisiert und gezeigt, dass die Verschränkung der Ionen mit Mikrowellen in 76 Prozent aller Fälle funktioniert. Die bereits seit mehreren Jahren in der Forschung verwendeten laserbasierten Quantenlogikgatter sind mit einer Quote von 99,3 Prozent derzeit noch besser als die Gatter auf Basis von Mikrowellen.

Das neue Experiment hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil: Es beansprucht nur ungefähr ein Zehntel des Platzes eines Laser-Experiments und ist auf Basis dieses Pionierexperimentes noch deutlich optimierbar. In ihrer Veröffentlichung zeigt die Forschergruppe eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten auf, welche die Erfolgsquote weiter steigern könnte. „Dass wir die Kontrolle der Qubits mit Hilfe der Mikrowellentechnik in die Fallenstruktur integriert haben und dadurch den Aufbau eines riesigen Lasersystems vermieden haben, ist ein wichtiger Schritt. In Zukunft könnten so durch diese Methode mehr und mehr Qubits verarbeiten werden“, so Ospelkaus weiter. Mit seiner neuen Forschungsgruppe im Exzellenzcluster QUEST entwickelt Christian Ospelkaus ein mikroskopisches experimentelles Modellsystem, das zum besseren Verständnis von Quantenvielteilchensystemen beitragen soll. Die Mikrowellen-Quantenlogiktechniken, die er am NIST entwickelt hat, sind dabei ein wichtiger Baustein. Die Gruppe beschäftigt sich auch mit Anwendungen für fundamentale Präzisionsmessungen.

Die Forschungsarbeiten am NIST wurden unterstützt von der United States Intelligence Advanced Research Projects Activity (IARPA), Office of Naval Research (ONR), der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), der National Security Agency (NSA) und Sandia National Laboratories.
Der Exzellenzcluster QUEST (Centre for Quantum Engineering and Space-Time-Research) wird seit November 2007 innerhalb der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert. Die Hauptforschungsbereiche des Clusters sind das Quantenengineering und die Raum-Zeit-Forschung. Beteiligt sind sechs Institute der Leibniz Universität Hannover sowie die folgenden externen Partner: Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) mit dem Gravitationswellendetektor GEO600, das Laser Zentrum Hannover e.V., die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig und das Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen.

Quelle: Leibniz Universität Hannover (siehe auch den Beitrag „Über die Eigenschaften der Quantenhirne (Kopf- und Bauchhirn)„)

Salmonellen können in Geschwülste einwandern und Tumorzellen abtöten

August 15th, 2011

Salmonellen machen uns nicht nur krank – sie haben auch eine Eigenschaft, die sie sehr interessant für die Krebsmedizin machen: Die Keime wandern in Geschwulste ein und töten Tumorzellen ab. Jetzt haben Wissenschaftler des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) herausgefunden, dass sich Salmonellen-Bakterien im Tumor zu Gemeinschaften zusammen finden und so genannte Biofilme bilden, als Reaktion auf Angriffe des Immunsystems.
Einerseits schützen sich die Bakterien dadurch. Gleichzeitig wird ihr therapeutischer Effekt verstärkt, eine sehr nützliche Nebenwirkung. Diese Ergebnisse veröffentlichte jetzt das Wissenschaftsjournal „Cellular Microbiology“ in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Arbeitsgruppe „Molekulare Immunologie“ untersucht seit Jahren am HZI, wie Salmonellen dabei helfen können, Tumore in Mäusen zu bekämpfen. Sie fanden bereits heraus: Wenn Immunzellen Bakterien aufspüren, senden sie einen bestimmten Botenstoff aus, um andere Abwehrzellen anzulocken. Gleichzeitig werden Blutgefäße durchlässig, damit die Immunzellen durch sie zur Infektionsstelle wandern können. Im Tumor führt der Botenstoff dazu, dass die Bakterien in das Krebsgewebe einwandern können und den Tumor besiedeln. Da die Adern im Tumorgewebe jedoch viel durchlässiger sind als im gesunden, sammelt sich Blut im Krebs. Es bildet sich eine so genannte Nekrose, der Tumor stirbt ab.
Als die Forscher einen genaueren Blick darauf warfen, wie die Bakterien im Krebsgewebe überleben und bei der Zerstörung des Tumors helfen, beobachteten sie etwas völlig Neues: Die Mikroorganismen bilden Biofilme im Tumor.

Ein Biofilm ist eine Gemeinschaft von Bakterien, die in einer schützenden Hülle zusammenleben. Sie kommen überall in der Natur auf nahezu allen Oberflächen vor. Manche Biofilme helfen unserem Körper, wie die Bakteriengemeinschaften im Darm oder auf der Haut. Sie schützen uns vor Infektionen, indem sie verhindern, dass krankmachende Bakterien sich niederlassen können. Andere schaden jedoch, zum Beispiel die Karies verursachenden Biofilme auf unseren Zähnen.

Besonders große Probleme machen Biofilme in der Lunge von Patienten mit Mukoviszidose. „Hier können sich die Bakterien im zähen Schleim gut vermehren. In ihrem Biofilm sind sie hervorragend vor dem Angriff von Antibiotika oder dem Immunsystem geschützt“, erklärt Dr. Siegfried Weiß, Leiter der HZI-Arbeitsgruppe. Bisher gebe es nur wenige Möglichkeiten, solche schädlichen Biofilme im Körper zu untersuchen und neue Therapien oder Medikamente zu entwickeln.

Dr. Katja Crull, Forscherin im Team von Dr. Weiß, untersuchte genauer, wie Biofilmbildung und Tumorbekämpfung zusammengehören. Dazu infizierte sie Mäuse mit genetisch veränderten Salmonellen, die keine Biofilme mehr bilden können: ohne die Bakteriengemeinschaft verschlechterten sich die Besiedlung der Tumore und deren Bekämpfung rapide.
Da Biofilme meist einen Schutz gegen das Immunsystem darstellen, infizierte die Wissenschaftlerin tumortragende Mäuse, denen bestimmte Immunzellen fehlten, mit normalen Salmonellen. Auch unter diesen Bedingungen bildeten die Bakterien keinen Biofilm im Krebsgewebe. „Die Salmonellen verstecken sich im Tumor vor bestimmten Abwehrzellen und schützen sich in ihrem Biofilm vor der Immunabwehr“, sagt Dr. Katja Crull. Was eigentlich die Gefährlichkeit der Bakterien erhöht, führt im Krebsgewebe zu einer verbesserten Bekämpfung.

Diese Eigenschaften gezielt auszunützen könnte eines Tages vielleicht eine neuartige Therapie von Krebs ermöglichen. Arbeitsgruppenleiter Dr. Siegfried Weiß hebt besonders hervor, dass sich Tumore nun als völlig neues Modell zur Untersuchung von Biofilmen im Gewebe eignen könnten: „Solche Experimente sind bis heute eine große Herausforderung und es gibt nur wenige Modelle. Studien an Biofilmen in Tumoren könnten hier einen neuen Ansatz bieten, Wirkstoffe und Therapien zu entwickeln.“

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig ist eine von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Niedersachsen gemeinsam finanzierte Forschungseinrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Aufgabe des Zentrums ist es, biomedizinische Forschung auf dem Gebiet der Infektionsbiologie sowie deren klinische Anwendung und praktische Umsetzung zu betreiben.

Veröffentlichung: Biofilm formation by Salmonella enterica serovar Typhimurium colonizing solid tumours. Crull K, Rohde M, Westphal K, Loessner H, Wolf K, Felipe-López A, Hensel M, Weiss S. Cell Microbiol. 2011 Aug; 13(8). doi: 10.1111/j.1462-5822.2011.01612.

Quelle: HZI (siehe hierzu auch den Artikel „Bakterielle Biofilme im lebenden Organismus – Entstehung, Bedeutung und naturheilkundliche Regulation„)

BfR weist auf gesundheitliche Risiken von Tätowierungen und deren Entfernung hin

August 2nd, 2011

Tätowierungen können mit unerwünschten Wirkungen wie Infektionen, Narbenbildung oder allergischen Reaktionen verbunden sein. Zudem sind gesundheitliche Langzeitwirkungen der Tätowiermittel, die unter die Haut eingebracht werden, möglich. Aber auch die Entfernung von Tattoos ist nicht ohne Risiko: Seit einiger Zeit werben Anbieter verstärkt mit Verfahren, in denen flüssige Tattoo-Entferner verwendet werden. Dabei handelt es sich um Lösungen, die in der Regel 40-prozentige L(+)-Milchsäure enthalten, und ebenso wie die Tätowiermittel unter die Haut gespritzt werden.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Fälle gemeldet worden, in denen nach der Anwendung flüssiger Tattoo-Entferner unerwünschte Wirkungen aufgetreten sind. In einigen Fällen kam es zu schweren Entzündungsreaktionen der Haut mit Narbenbildung.

Eine Alternative zur chemischen Tattoo-Entfernung ist der Einsatz von Lasertechnik. Hierbei ist bislang allerdings ungeklärt, welche chemischen Verbindungen bei der Behandlung entstehen und welche unerwünschten Wirkungen von diesen Verbindungen ausgehen können. „Angesichts der gesundheitlichen Risiken sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich sehr gut überlegen, ob sie sich ein Tattoo stechen lassen“, so Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Wer sich für ein Tattoo oder dessen Entfernung entscheidet, sollte sich vorher möglichst umfassend über die eingesetzten Mittel und Verfahren informieren und sich von fachkundigem Personal behandeln lassen.

Rund 10 Prozent der Deutschen sind tätowiert, in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil sogar bei fast 25 Prozent. Tätowiermittel werden ebenso wie Permanent-Make-up-Farben unter die Haut eingebracht. Für Schmucktätowierungen werden meistens Mittel eingesetzt, die organische Pigmente enthalten, für Permanent-Make-Up werden oft Eisenoxide und Ruße verwendet. Unerwünschte Nebenwirkungen einer Tätowierung oder eines Permanent-Make-Ups können Infektionen, Entzündungen, Narbenbildung oder allergische Reaktionen sein. Zudem sind Langzeitwirkungen möglich, über die bislang kaum Erkenntnisse vorliegen. Diskutiert werden die Spaltung von Farbmitteln unter der Haut sowie der Transport von Pigmenten und deren Spaltprodukten in andere Organe. So wurden beispielsweise bei tätowierten Personen Farbpigmente in den Lymphknoten nachgewiesen.

Auch die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-Up ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden: Flüssige Tattoo-Entferner werden ebenso wie die Tätowiermittel unter die Haut gespritzt. Sie können als Wirkstoff 40-prozentige Milchsäure enthalten. Milchsäure ist haut- und schleimhautreizend, die Reizwirkung kann bereits bei einer Konzentration von 20 Prozent in Formulierungen auftreten. Dem BfR sind Fälle gemeldet worden, in denen nach der Anwendung von Milchsäure zur Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up teilweise starke unerwünschte Wirkungen auftraten. In den schlimmsten Fällen kam es zu schweren Entzündungen der Haut und zu Narbenbildungen. Die Entzündungsreaktionen werden auf die Verwendung der Milchsäure zurückgeführt. Zudem ist es möglich, dass bei den Behandlungen nicht unter sterilen Bedingungen gearbeitet wurde und Keime unter die Haut gelangen konnten.

In der Medizin setzt man derzeit auf Verfahren zur Tattoo-Entfernung, die auf der Lasertechnik basieren. Kurz gepulste Laserstrahlung, die in ihrer Wellenlänge dem jeweiligen Farbpigment angepasst ist, spaltet die Pigmente unter der Haut auf. Aber auch bei diesen Verfahren sind Nebenwirkungen möglich. Bislang ist ungeklärt, welche chemischen Verbindungen bei der Laserbehandlung entstehen und welche gesundheitlichen Risiken von ihnen ausgehen.

Angesichts der gesundheitlichen Risiken, die sowohl mit Tätowierungen als auch mit deren Entfernung verbunden sind, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich das Stechen einer Tätowierung sehr gut überlegen. Wer sich für ein Tattoo oder Permanent-Make-Up entscheidet, sollte sich vorher möglichst umfassend über die verwendeten Mittel informieren und darauf achten, dass die Behandlung von fachkundigem Personal durchgeführt wird. So sollte unter anderem die Berücksichtigung von Hygienestandards sichergestellt sein. Das Gleiche gilt für den Fall der Tattoo-Eentfernung: Auch hier sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Eingriff detailliert über die Entfernungsmethode, mögliche Nebenwirkungen und die Expertise des Anbieters informieren.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Quelle: BfR

Neuer Laser korrigiert Weit- und Alterssichtigkeit

Juli 28th, 2011

Die Universitäts-Augenklinik Heidelberg bietet eine noch präzisere Behandlung an.

Die Universitäts-Augenklinik in Heidelberg rüstet auf: Professor Dr. Gerd Auffarth und seinem Team stehen nun insgesamt vier Lasergeräte zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten zur Verfügung. Bei der jüngsten Anschaffung handelt es sich um einen sogenannten Excimer-Laser mit automatischer Iriserkennung: Das Gerät registriert von selbst, welcher Patient behandelt werden soll, und kann spontane Bewegungen des Auges sofort ausgleichen. Es kommt vor allem bei stärkerer Weitsichtigkeit in Kombination mit Alterssichtigkeit zum Einsatz, wie sie ab dem 40. Lebensjahr zunehmend auftritt, eignet sich aber auch zur Korrektur von Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung.

„Der Excimer-Laser ist eine hervorragende Ergänzung für die Femtosekunden-Laser, die wir bereits seit drei Jahren an unserer Klinik erfolgreich zur Korrektur von Alterssichtigkeit einsetzen“, erläutert Professor Dr. Mike Holzer, Oberarzt und Leiter des Bereiches Refraktive Chirurgie der Augenklinik. „Für die Patienten, die mit dieser Methode nicht behandelt werden können, bietet der Excimer-Laser eine sehr gute Alternative.“ „Deutschlandweit verfügen außer dem Universitätsklinikum Heidelberg derzeit nur noch zwei weitere Standorte über ein Gerät mit dieser Behandlungsoption“, freut sich der Ärztliche Direktor Professor Auffarth.

Zum Inventar der Universitäts-Augenklinik Universität Heidelberg – eine der bundesweit modernsten Kliniken – gehören nun insgesamt zwei Excimer-Laser sowie zwei Femtosekunden-Laser. Die Geräte beruhen allesamt auf dem Prinzip, mit einem Laserstrahl die Augenhornhaut und ihre Krümmung zu verändern, um wieder Normalsichtigkeit zu erreichen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden diese ambulanten Eingriffe derzeit nicht übernommen.

Quelle: UniversitätsKlinikum Heidelberg

Schlechte Führung in Unternehmen wird toleriert, wenn die Zahlen stimmen

Juli 22nd, 2011

Aktuelle Studie zum Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen.

In vielen Unternehmen gleicht das Thema Führung noch zu häufig einem bloßen Lippenbekenntnis. Nicht selten wird schlechtes Führungsverhalten der oberen Führungskräfte sogar wissentlich von der Geschäftsleitung geduldet, sofern das operative Ergebnis stimmt. Zu diesem Resultat kommt eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück zum Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen.

Können sich Vorstände und Geschäftsführer deutscher Unternehmen vor dem Hintergrund dieser Zahlen, des demografischen Wandels sowie des bereits aktuell spürbaren Fachkräftemangels schlechte Führung überhaupt noch leisten? Haben sie die Zeichen der Zeit bereits erkannt und messen sie dem Thema Führung bereits erhöhte Bedeutung bei?
Antworten auf diese Fragen zu gewinnen, war das Ziel der Untersuchung zum aktuellen Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen. Im Rahmen der explorativen Studie wurden zwischen Oktober und November 2010 insgesamt 118 zufällig ausgewählte Unternehmen mit einer Mindestmitarbeiteranzahl von mehr als 400 Personen befragt. Dabei zeigt sich, dass bei über 85 Prozent der befragten Unternehmen das Führungsverhalten expliziter Bestandteil von Personalbeurteilungen ist. Zudem ist die Toleranz gegenüber Schwächen im Führungsverhalten bei mehr als zwei Dritteln aller Befragten recht hoch ausgeprägt, sofern das von den Führungskräften zu verantwortende operative Ergebnis stimmt. Zielvereinbarungen werden in 95 Prozent aller befragten Organisationen getroffen.
Differenziert nach einzelnen Komponenten zeigt sich, dass dem operativen Ergebnis im Durchschnitt mehr als 90 Prozent einen „sehr hohen“ oder „bedeutenden“ Stellenwert beimessen; beim Führungsverhalten sind dies lediglich 45 Prozent. Einen noch geringeren Stellenwert als Komponente in Zielvereinbarungen hat die „Fluktuationsrate“ mit 17 Prozent.
Die „Förderung von Mitarbeitern“ hat mit 57 Prozent noch einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Auf die Frage nach den Hauptgründen für Trennungen von Führungskräften gaben 82 Prozent der hierzu befragten Unternehmen an, dass schlechtes Führungsverhalten für sie kein Anlass für eine Trennung ist. Die Hauptgründe für Trennungen werden von fast 50 Prozent in „persönlichen Gründen“ oder in einem „schlechten operativen Ergebnis“ gesehen. Letzteres ist für 42 Prozent Anlass für eine Trennung.

Im Ergebnis verdeutlicht die Untersuchung zwei Dinge: Schlechtes Führungsverhalten wird in der Regel nicht sanktioniert, sofern und solange das operative Ergebnis stimmt. Gutes Führungsverhalten wird nicht belohnt, was sich daran zeigt, dass das Thema „Führung“ als Komponente von Zielvereinbarungen eine eher untergeordnete Rolle spielt und meist nur partiell berücksichtigt wird. Eine notwendige Führungskultur kann so nicht entstehen.

Autoren der Studie:
Dr. Carsten Steinert ist Professor für allgemeine BWL, insbes. Personalmanagement an der Fachhochschule Osnabrück. Nach Studium und Promotion war er mehrere Jahre als Personalmanager in der Finanzdienstleistungsbranche tätig. Prof. Dr. Steinert ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu aktuellen Personalthemen.

Dr. Dominik Halstrup ist Professor für BWL, insbes. Strategisches Management an der Hochschule Osnabrück. Nach Studium und Promotion war er mehrere Jahre in einem international operierenden Energiekonzern tätig, zuletzt als Abteilungsleiter für Strategische Analysen und Konzepte. Prof. Dr. Halstrup hat zahlreiche Artikel zu aktuellen Fragen des Strategischen Marketing und Managements veröffentlicht.

Quelle: Hochschule Osnabrück