Mütter bestimmen maßgeblich die Fettsucht von Kindern

April 19th, 2011

Zu viele Kohlenhydrate führen zu einer Veränderung der DNA.

Southampton (pte/19.04.2011/11:05) – Die Ernährung einer Frau während der Schwangerschaft kann die DNA ihres Kindes verändern und das Risiko einer Fettsucht erhöhen. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie unter der Leitung von Keith Godfrey von der University of Southampton http://www.soton.ac.uk gekommen. Es zeigte sich, dass viele Kohlehydrate Teile der DNA beeinflussten. Kinder mit diesen Veränderungen verfügten in der Folge über ein höheres Körpergewicht.

Es wird angenommen, dass ein sich entwickelndes Kind versucht vorherzusehen, in welche Umwelt es hinein geboren wird. Dafür nutzt es Hinweise seiner Mutter und passt seine DNA entsprechend an. Studien mit Tieren haben ergeben, dass Veränderungen in der Ernährung die Funktion von Genen verändern können. Diese entwicklungsphysiologischen Veränderungen werden immer intensiver erforscht und sollen helfen zu verstehen, wie Umwelt und Gene miteinander interagieren.

Fettsucht als direkte Folge

Für die aktuelle Studie entnahmen die Wissenschaftler Proben von der Nabelschnur und suchten nach epigenetischen Markern. Frauen, die während der Schwangerschaft viele Kohlenhydrate wie Zucker zu sich genommen hatten, hatten in der Folge Kinder, die über diese Marker verfügten. Zwischen diesen Markern und einer Fettsucht der Kinder mit sechs und neun Lebensjahren bestand ein direkter Zusammenhang.

Godfrey erklärte, dass es überraschend ist, dass damit ein Viertel des Unterschieds beim Übergewicht der Kinder sechs bis neun Jahre später erklärt werden kann, berichtet die BBC. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Auswirkungen deutlich größer sind als das Geburtsgewicht. Es spielte dabei keine Rolle wie schlank die Mutter war.

Die Veränderungen zeigten sich in den RXRA-Genen. Sie bilden einen Rezeptor für Vitamin A, der seinerseits eine Rolle dabei spielt, wie die Zellen Fett verarbeiten. Alle Schwangeren erhielten Ernährungsempfehlungen. Sie stünden jedoch nicht immer ganz oben auf der Liste der behandelnden Ärzte. Diese Studienergebnisse legten jedoch nahe, dass diese Empfehlungen befolgt werden sollten, da sie langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes haben können.
Details der Studie wurden in den Fachmagazin Diabetes http://diabetes.diabetesjournals.org veröffentlicht.

Quelle: pressetext.at

Honig besiegt resistente Bakterien

April 14th, 2011

Antimikrobielle Wirkung bei chronischen Wunden bestätigt.

Harrogate/Linz (14.04.2011) – Der Siegeszug von Krankheitserregern, die unempfindlich gegenüber Antibiotika sind, gehört zu den dringendsten Problemen der Medizin. Dass Honig ein geeignetes Mittel gegen Superbakterien und die von ihnen verursachten chronischen Wunden sein könnte, glauben britische Forscher nun belegt zu haben. Rose Cooper vom University of Wales Institute Cardiff http://www3.uwic.ac.uk berichtete am gestrigen Mittwoch beim Treffen der britischen Mikrobiologen http://www.sgm.ac.uk über den möglichen Wirkmechanismus.

Erreger purzeln ab

Erforscht wurde der sogenannte Manuka-Honig, den Bienen aus dem Nektar des in Neuseeland wachsenden Manuka-Baumes gewinnen. Einige Wundmittelprodukte verwenden ihn bereits aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften, obwohl die genaue Wirkung noch unbekannt ist. Die Forscher nahmen nun die Erreger Pseudomonas aeruginosa, A-Streptokokken und den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) unter die Lupe. Manuka kann das Wachstum dieser Bakterien hemmen, zeigte sich, weshalb der Honig eine gute Alternative bei Medikament-resistenten Wundinfektionen sein könne.

„Honig verhindert den Beginn einer akuten Infektion, indem er die Bakterien daran hindert, sich an das Gewebe zu heften. Zudem verhindert er auch, dass Bakterien einen Antibiotika-Schutz in Form eines Biofilms bilden“, erklärt Cooper. Weiters macht Manuka bestehende MRSA-Keime empfindlicher auf Antibiotika wie etwa Oxacillin, wodurch antibiotische Resistenz rückgängig gemacht werden kann. Die Wirkung existierender Antibotika könnte somit in Verbindung mit Manuka erhöht werden, schließen die Forscher.

Situation des Patienten entscheidet

Die Medizin kennt eine Reihe natürlicher antimikrobieller Wirkstoffe, erklärt Petra Apfalter vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin am Linzer Krankenhaus der Elisabethinen http://www.elisabethinen.or.at gegenüber pressetext. „Darunter befinden sich etwa Honig, Schokolade, Kräuterextrakte, Preiselbeersaft, Atemwegssirup oder Blasentee. Doch auch Penicillin ist bloß das Stoffwechselprodukt eines Schimmelpilzes“, so die Expertin. Bei einigen Naturmitteln beschränke sich die Wirkung darauf, den pH-Wert des Körpers zu senken – was in manchen Fällen selbst hochresistenten Bakterien zu schaffen mache.

Ob man ein natürliches Mittel oder ein Medikament verschreibt, hängt eindeutig von der klinischen Situation des Patienten ab, betont die Linzer Medizinerin. „Bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt wird man sicher nicht gleich mit großen Geschützen auffahren. Insgesamt muss man jedoch immer im Auge behalten: Wie krank ist der Patient?“

Quelle: pressetext.at

Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag „Bakterien und Pilze

Kurzer Nachtschlaf erhöht Risiko für Typ 2 Diabetes

April 12th, 2011

Stoffwechselerkrankungen durch Schlafhygiene vorbeugen.

Berlin – Unruhiger oder zu kurzer Schlaf erhöht das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Ergebnisse von Studien deuten zudem darauf hin, dass der Nachtschlaf den Stoffwechsel unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Körpergewicht oder Ernährung beeinflusst. Damit spielen Schlaf und entsprechende Schlafhygiene eine wichtige Rolle in der Prävention des Typ 2 Diabetes. Darauf weist die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich eines kürzlich veröffentlichten Artikels in der Fachzeitschrift Sleep hin.

Übergewicht und Adipositas zählen zu den wichtigsten Angriffspunkten in der Diabetes-Prävention.
Für den Schlaf zeichnet sich derzeit Vergleichbares ab: „Unsere Daten zeigen, dass eine kurze nächtliche Schlafdauer und Schlafstörungen ebenso ein Risiko darstellen“, betont Dr. med. Sebastian M. Schmid von der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Weniger als 4,5 Stunden nächtlichen ungestörten Schlafes machen sich bereits bemerkbar: Schlafmangel erzeugt ein Hungergefühl, mindert das spontane Bewegungsverhalten und die Empfindlichkeit der Zellen für das Blutzucker senkende Hormon Insulin.

Die Auswirkungen auf den Zucker- oder Glukosestoffwechsel sind messbar: Nach kurzem Schlaf sondert die Bauchspeicheldrüse weniger Glukagon ab – der hormonelle Gegenspieler des Insulins. Außerdem nimmt die Insulinresistenz zu – eine Vorstufe des Typ 2 Diabetes: Obwohl genügend Insulin im Körper vorhanden ist, lässt dessen Wirkung auf die Zellen bei den Betroffenen nach.
Auch die Konzentration von bestimmten ungesättigten Fettsäuren (NEFA) im Blut steigt nach zwei Tagen Schlafentzug von acht auf vier Stunden deutlich an. Erhöhte NEFA-Konzentrationen sind Diabetesmarker beziehungsweise Zeichen für eine Insulinresistenz.
Mit seinen Lübecker Kollegen konnte Dr. Schmid außerdem nachweisen, dass die Auswirkungen auf den Glukosestoffwechsel von den Stadien des Schlafes abhängig sind: Nicht nur ein verkürzter, sondern auch ein ausreichend langer, jedoch gestörter Schlaf wirkt sich negativ aus.

Die Gründe für diese Zusammenhänge sind noch nicht vollständig erforscht. Die Ergebnisse stehen jedoch unabhängig von weiteren Risikofaktoren für Typ 2 Diabetes wie hohem Körpergewicht oder Bewegungsmangel. „Schlaf scheint sich demzufolge als ein bedeutender Risikofaktor neben weiteren zu erweisen“, kommentiert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Vizepräsident der DDG, die interessanten Ergebnisse.

Wichtig sind die neuen Erkenntnisse auch für die Verhinderung weiterer Diabetes-Erkrankungen: Es leben bereits mehr als acht Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland. Mehr als 90 Prozent haben Typ 2 Diabetes, warnt die DDG. „Zur Schlafhygiene gehört ein ausreichender aber auch nicht zu langer Nachtschlaf“, sagt Dr. Schmid.
Die Dauer liegt großen epidemiologischen Studien zufolge individuell verschieden zwischen sieben und acht Stunden. „Gefunden haben Sie die optimale Länge, wenn Sie tags darauf erst zur Schlafenszeit wieder müde werden“, ergänzt der Experte.

Quellen:

S.M. Schmid, M. Hallschmid, K. Jauch-Chara et al. (2011): Disturbed glucoregulatory response to food intake after moderate sleep restriction. Sleep. 2011 Mar 1;34(3):371-7.

S.M. Schmid, B. Schultes: Schlechter Schlaf als Risikofaktor für das metabolische Syndrom; Internist 2011;  Springer-Verlag 2011

Anmerkung: siehe hierzu auch das naturheilkundliche online-Seminar „Burn-Out-Syndrom

Große Krisen an den Finanzmärkten und kurzzeitige Trends gehorchen dem gleichen Gesetz

April 6th, 2011

Herdentrieb am Finanzmarkt: Crashs und Krisen sind vorprogrammiert.

Dass es an den Finanzmärkten zu Krisen und selbst zu großen Crashs kommen kann, wie etwa im Jahr 2008, ist kein Zufall und auch keine Überraschung, sondern die zwangsläufige Folge der sich auf- und abbauenden Trends an diesen Märkten. Zu diesem Schluss kommt Dr. Tobias Preis in einer Untersuchung, die er am Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) durchgeführt hat und bei der Methoden und Konzepte aus der Physik zur Analyse von Finanzmarktdaten herangezogen wurden. Preis untersuchte dazu knapp drei Milliarden Transaktionen an den Börsenplätzen in Frankfurt und New York.

Sein Fazit: Trends bauen sich auf allen Zeitebenen nach einer ganz bestimmten Gesetzmäßigkeit auf und ab. Während die ökonomische Herangehensweise meist davon geprägt ist, für Modelle des Finanzmarktes ein System im Gleichgewicht anzunehmen, liefert die Physik Werkzeuge, um derart komplexe Systeme wesentlich besser beschreiben zu können.

„Nach ökonomischer Theoriebildung hätte es gar nicht zur Finanzkrise kommen dürfen. In effizienten Märkten sollten wegen deren Selbstorganisation keine Blasen oder Zusammenbrüche entstehen. In der Realität sind Finanzmärkte allerdings wesentlich komplexer“, erklärt Tobias Preis. Er beobachtet seit Jahren die Finanzmärkte mit den Augen des Physikers und nutzt die physikalischen Methoden zur Untersuchung dieser nicht-stationären, dynamischen Prozesse, wie sie in der Physik, aber eben auch in komplexen sozialen und ökonomischen Systemen auftauchen.

Bei seiner Untersuchung von Aktienkursen, Transaktionsvolumina und Zeitintervallen zwischen einzelnen Handelsabschlüssen an den beiden Börsenplätzen in Frankfurt und New York hat Preis eine Gesetzmäßigkeit gefunden, die das Verhalten von Finanzmärkten im Zeitablauf beschreibt: Wenn sich ein Trend oder eine Blase aufbaut, kommt es kurz vor dem Trendwendepunkt – oder im extremen Fall vor dem Crash – zu einem sehr starken Anstieg des Transaktionsvolumens. Dieses Verhalten, das sich durch ein Potenzgesetz beschreiben lässt, findet sich auch bei den Zeitintervallen zwischen den einzelnen Kauf- oder Verkaufstransaktionen. „Wir können messen, dass die Zeitintervalle zwischen den Transaktionen immer kürzer werden, wenn der Trendwendepunkt näher rückt“, erklärt Preis. Immer mehr Anleger folgen dem Herdentrieb und springen auf den Boom auf.

Das Erstaunliche an den Befunden ist, dass diese Potenzgesetzabhängigkeit auf allen Zeitskalen gleichermaßen auftritt: angefangen von Zeitintervallen im Millisekundenbereich – also dem Hochfrequenzhandel, bei dem Computer Kauf- und Verkaufsorders durch die Datenkabel jagen – bis zu den Schwankungen über Wochen und Monate. „In der Praxis verhalten sich große Blasen wie kleine Trends, sodass wir von den kleinen Trends etwas für die großen Krisen lernen können. Katastrophale Crashs sind keine Ausreißer, sondern einzelne dramatische Ereignisse, die durch das skalenfreie Verhalten der auf- und absteigenden Trends auf ganz großen bis ganz kleinen Zeitskalen entstehen.“ Preis plädiert dafür, die Kenntnisse aus der Physik zu nutzen, um ein besseres Verständnis von Finanzmarktprozessen zu erhalten.

Seit Anfang 2011 ist Tobias Preis an der Professur für Soziologie, insbesondere Modellierung und Simulation an der ETH Zürich tätig. Er wird in den nächsten Monaten seine Erkenntnisse auf mehreren internationalen Konferenzen in Asien, Nordamerika und Europa vorstellen. Darüber hinaus engagiert er sich im zugehörigen Fachverband „Physik sozio-ökonomischer Systeme“, dessen Mitglieder ihn im März 2011 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt haben.

Seinen jüngsten Forschungsresultaten wird eine gesamte Ausgabe des European Physical Journal Special Topics gewidmet, die am 7. April 2011 erscheint.

Veröffentlichungen:
– Tobias Preis: „Econophysics – complex correlations and trend switchings in financial time series“, European Physical Journal Special Topics 194, 5–86 (2011)
– Tobias Preis: „GPU-computing in econophysics and statistical physics “,  European Physical Journal Special Topics 194, 87–119 (2011)

Quelle: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Neues zur wirtschaftlichen Entwicklung von Uruguay

April 5th, 2011

Uruguay ist ein ideales Reise- und Urlaubsland. Es ist das „warme Herz“ Südamerikas. Es ist etwa halb so groß wie Deutschland mit einer Einwohnerzahl wie Berlin. Das Land hat eine hohe Lebensqualität bei einem relativ günstigen Preisniveau. 

Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Das Wetter ist angenehm warm, aber nicht zu heiß. Das angenehme subtropische Klima ähnelt demjenigen von Südspanien oder den Balearen.

Die Amtssprache ist Spanisch, obwohl besonders in den jüngeren Bevölkerungsteilen auch zunehmend Englisch gesprochen wird.

Rechts- und Verkehrssystem entsprechen europäischem Standard. Nach der Economist Intelligence Unit hat Uruguay die einzige „Volldemokratie“ in Südamerika (MercoPress). Landeswährung ist der Peso (UYU), dessen Kurs an den US-Dollar angelehnt ist. US-Dollar, Euro und Schweizer Franken können in Wechselstuben und Banken problemlos in Pesos gewechselt werden (das Verhältnis Peso zu Euro beträgt ca. 26 zu 1; etwas besserer Kurs meist in der Banco Republica = BROU).

Uruguay betreibt auch nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds eine sehr kluge Wirtschaftspolitik. Die Wirtschaft des Landes wurde durch die globale Finanzkrise 2008 kaum beeinträchtigt. Die Staatsverschuldung liegt zur Zeit bei 57,9% des Bruttoinlandsproduktes mit fallender Tendenz (MercoPress). In 2011 wird Uruguay voraussichtlich keine neuen Schulden machen müssen (MercoPress).

In 2012 soll die Mehrwertsteuer von jetzt 23% auf 21% gesenkt und die Basis für die Einkommensteuer angehoben werden (MercoPress).

Zur Schuldentilgung muss Uruguay in diesem Jahr 2,16 Milliarden US-Dollar aufwenden, in 2012 werden es nur noch 1,05 Milliarden USD sein.

Mit Deutschland und der Schweiz gibt es Doppelbesteuerungsabkommen. Von den Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor’s wurde das Rating für Uruguay von „BB“ vor einiger Zeit bestätigt; Moody’s Investors Service hat Uruguay kürzlich jedoch gleich um zwei Stufen auf „Ba1“ hochgestuft. Dieses Rating liegt nur knapp unter dem „Investmentgrade“ (IG). Die Rückkehr zum IG bis zum Jahr 2014 ist eins der Staatsziele (siehe hierzu auch die Analyse von Franco A. Uccelli).

Die Bedingungen für das IG werden jedoch voraussichtlich bereits in 2011 erreicht werden. 

Quelle: Uruguay-Portal.com


Prostata-Screening bringt eigentlich nichts

April 4th, 2011

Untersuchungen beeinflussen Anzahl der Diagnosen nicht

Stockholm (pte/04.04.2011) – Das Screening gegen Prostatakrebs rettet keine Leben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie unter der Leitung des Karolinska Institutet http://ki.se gekommen. Diese Ergebnisse beruhen auf den Daten von 9.026 Männern, die 1987 über 50 oder über 60 Jahre alt waren und in Norrkoping lebten. Fast 1.500 dieser Männer wurden ausgewählt und zwischen 1987 und 1996 alle drei Jahre untersucht.

Für die aktuelle Studie wurden die ersten beiden Tests mittels digitaler Rectumuntersuchung durchgeführt, die weiteren mittels PSA-Test. Das Team um Gabriel Sandblom kommt zu dem Schluss, dass nach einem Beobachtungszeitraum von 20 Jahren keine signifikanten Unterschiede bei den Prostatakrebserkrankungen zwischen den untersuchten Männern und der Kontrollgruppe festgestellt werden konnten.

Die beliebteste Screening-Methode ist der PSA-Test. Rund 15 Prozent der Männer mit normalen PSA-Werten erkranken an Prostatakrebs. Zwei Drittel der Männer mit erhöhten Werten leiden jedoch nicht an Prostatakrebs. Eine ältere Studie legte nahe, dass für das Verhindern eines Todesfalls 1.410 Männer untersucht und 48 behandelt werden müssten.

Eine von vier Krebsdiagnosen betrifft die Prostata

Allein in Großbritannien entfällt laut BBC eine von vier Krebsdiagnosen auf Prostatakrebs. Im vergangenen Jahr sprach sich das UK National Screening Committee http://www.screening.nhs.uk gegen ein Routine-Screening aus. Anne Mackie vom UK National vom Screening Committee betonte, dass derzeit die potenziellen Nachteile größer seien als die Vorteile. In Großbritannien sterben rund 10.000 Patienten jährlich an Prostatakrebs. Ein Screening-Programm gibt es nicht. Männer über 50 Jahren können jedoch einen Test verlangen.

Details der Studie wurden im British Medical Journal http://www.bmj.com/content/342/bmj.d1539 veröffentlicht.

Quelle: pressetext.redaktion

Anmerkung: über die Hintergründe der Problematik von Prostatatumoren siehe auch das Buch „Gedanken altern nicht„, ISBN: 978-3-8334-5446-2.

Selbstorganisation in sozialen Netzwerken – Wer nicht kooperiert, wird ausgegrenzt

April 4th, 2011

Arbeite ich mit meinen Kollegen zusammen oder nutze ich andere aus? Setze ich mich uneigennützig für andere Menschen ein? Welche Bedingungen Kooperation und prosoziales Verhalten fördern, das hat das Team um Juniorprofessor Dr. Dirk Semmann am Courant Forschungszentrum „Evolution des Sozialverhaltens“ der Universität Göttingen untersucht. Er leitet dort die Nachwuchsgruppe „Evolution of cooperation and prosocial behaviour“.

Die Wissenschaftler konnten nun erstmals experimentell nachweisen, dass dynamische soziale Netzwerke kooperatives Verhalten fördern und dass die natürliche Selektion so Kooperation begünstigen kann. Ihre Ergebnisse weichen jedoch teilweise von den Vorhersagen theoretischer Modelle ab. Sie werden heute (Montag, 4. April 2011) in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Ecology Letters“ veröffentlicht. Das Courant Forschungszentrum wird aus Mitteln der Exzellenzinitiative gefördert.

In dem Experiment spielten Studierende am Computer mit verschiedenen Partnern das sogenannte Gefangenendilemma, das ein zentraler Bestandteil der Spieltheorie ist. Dabei treffen zwei sich unbekannte Personen aufeinander, müssen sich für oder gegen eine Zusammenarbeit entscheiden und dabei Geld verdienen. Die Spielpartner müssen dabei abwägen, von welchem Verhalten sie am meisten profitieren, ohne vorab die Entscheidung des anderen zu kennen.

Die Göttinger Evolutionsbiologen simulierten zwei unterschiedliche Szenarien: Zum einen spielten die Probanden in einem statischen Netzwerk mit festgelegten Partnern, die sie nicht austauschen konnten. Dies entspricht der Situation mit Kollegen am Arbeitsplatz. Zum anderen spielten sie in einem dynamischen Netzwerk wie zum Beispiel bei Freundschaften, in dem die Partner ersetzt werden können. Die Probanden erfuhren in den insgesamt 30 Spielrunden nur die Ergebnisse der Entscheidungen mit ihrem jeweiligen Partner; sie erhielten keinen Überblick über das Geschehen im gesamten Netzwerk.

„In dynamischen sozialen Netzwerken wählten die Teilnehmer eine andere Strategie, als dies in theoretischen Modellen vorhergesagt wurde: Sie wählten häufig nicht kooperierende Personen ab und gingen lieber kooperative Langzeitbeziehungen ein“, so Katrin Fehl, Doktorandin in der Nachwuchsgruppe. Bislang war vermutet worden, dass Spieler auch nicht kooperierende Mitspieler behalten und sich auf deren Verhalten einstellen. Denn bei einem neuen, unbekannten Partner besteht die Gefahr, von ihm ausgenutzt zu werden.

Durch konstante Muster der Partnerabwahl veränderten die Teilnehmer ihr soziales Umfeld und beeinflussten die Struktur des dynamischen Netzwerkes: Es bildeten sich stabile Cliquen kooperativer Spieler mit Dreiecksbeziehungen heraus, in denen die eigenen Freunde auch untereinander befreundet waren. „Es besteht also eine enge Wechselwirkung zwischen der sozialen Umgebung und kooperativem Verhalten“, so Prof. Semmann. Im Spielverlauf machten kooperative Teilnehmer in dem dynamischen Netzwerk neue Erfahrungen, die ihre Verhaltenstrategie weiter festigte. Gleichzeitig wurden Spieler mit nicht-kooperativem Verhalten an den Rand des Netzwerks gedrängt. Die Partnerabwahl erzog Teilnehmer dazu, prosoziales Verhalten zu entwickeln.

Originalveröffentlichung:
Katrin Fehl, Daniel J. van der Post, Dirk Semmann (2011). Co-evolution of behaviour and social network structure promotes human cooperation. Ecology Letters. Doi: 10.1111/j.1461-0248.2011.01615.x

Quelle: Universität Göttingen

Leben aus dem Kräutertopf – Kräuterpapst Franz Fink hinterlässt gewaltiges Wissen über die Heilkraft der Natur

März 18th, 2011

Laufen (pts/18.03.2011) – Die Nachricht kam nicht überraschend, das Ende war absehbar. Im hohen Alter von 90 Jahren verstarb Ende Januar der Kräuterpapst Franz Fink aus Anthering bei Salzburg. Seine Hinterlassenschaft ist ein gewaltiges Wissen über die Heilkraft der Kräuter und des Moores.

Seine Gesundheitsfibel „Gesundheit aus dem Kräutertopf“ wurde in den über 20 Jahren ihres Erscheinens in Millionenauflage gedruckt und erlebt jetzt als kostenloses E-Book weitere Verbreitung.

Ein Leben für die Kräuter

Seit über 150 Jahren wird in der Familie Fink das wertvolle Wissen um die gesunden Wirkungen von Kräutern und von Heilmoor von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt. Schon der Urgroßvater von Franz Fink war ein angesehener Naturheiler, der sein Wissen an seine Tochter, die Großmutter von Franz Fink weitergab. Der kleine Franz wuchs bei seiner Großmutter auf und sah zu, wenn sie ihr Wissen anwendete, und lernte. Doch erst nach vielen Jahren als er selbst schwer erkrankte, versuchte er sich selbst an der Herstellung von Tinkturen, Kräutertees und Salben.

Einer seiner größten Erfolge ist das legendäre Gurgelwasser mit Tormentill (Blutwurz), das er zuerst an seiner Frau ausprobierte, die an einer langwierigen schlecht heilenden Angina laborierte. Anna Fink wurde mit dem Gurgelwasser von ihrer Angina befreit. So erforschte der Kräuterheiler in den letzten 40 Jahren seines Wirkens die Kräuter in seiner Salzburger Heimat. Eine der ganz großen Wiederentdeckungen von Franz Fink war das Heilmoor. Mit seinem feinen Gespür fürs Besondere erkannte er sofort, dass in bestimmten Mooren hohes Heilpotential steckt. Und so fand er dann in Salzburg-Leopoldskron das hochwertige Heilmoor für seine Rezepturen. Die Erfolge seiner Kräuter- und Moorprodukte sprachen sich am Lande schnell herum und immer mehr Menschen traten mit der Bitte an ihn heran, seine Kräutermischungen gegen ihre Beschwerden einnehmen zu dürfen.

1972 gründeten Anna und Franz Fink die SonnenMoor Verwertungs- und Vertriebs-GmbH in Anthering. Alle Kräutermischungen von Franz Fink werden noch heute nach seinen Original-Rezepturen hergestellt und unter dem Markennamen SonnenMoor im Gesundheitsfachhandel, Apotheken und Reformhäusern, in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertrieben. Sie zeichnen sich durch die hohe Wirksamkeit und Rohstoffqualität aus. Die Aufarbeitung seines Lebenswerkes und seiner hinterlassenen Rezepturen, an denen er bis zum Schluss gearbeitet und geforscht hat, wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Auf http://www.sonnenmoor.de/sonnenmoor.html kann die Kräuterfibel von Franz Fink gratis heruntergeladen werden.

Quelle: pressetext.at

Anmerkung: siehe hierzu auch „Einige naturheilkundliche Literatur von Dr.Dr. Peter O. Schneider

Wie Gene am Beginn eines neuen Lebens neu programmiert werden

März 15th, 2011

Epigenetische Markierungen auf dem Erbgut des Menschen bestimmen, ob ein Gen aktiviert wird oder stumm bleibt. Diese zusätzlichen Signale helfen, unsere Gene in jeder spezifischen Zelle des Körpers anders zu interpretieren. Die epigenetischen Markierungen werden kurz nach der Entstehung neuen Lebens in der befruchteten Eizelle völlig neu programmiert. Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Jörn Walter, Professor für Epigenetik an der Universität des Saarlandes, hat nun vollkommen neue Einblicke in die Vorgänge erlangt, die die epigenetische Reprogrammierung am Beginn eines neuen Lebens steuern. Die Ergebnisse der Studie erscheinen im Forschungsmagazin „Nature Communication“.

Jede menschliche Zelle des Körpers enthält die komplette einzigartige genetische Information eines Individuums. Die circa 25000 bis 30000 Gene des Genoms sind in jeder Zelle auf eine ganz spezifische Art und Weise „an- oder abgeschaltet“. Ob die Gene in den verschiedenen Zellen aktiv sind oder stumm bleiben, entscheiden zusätzliche epigenetische Veränderungen, beispielsweise Methylgruppen (CH3-Gruppen), die an die DNS-Bausteine angeheftet werden. Das universelle Genom des Menschen ist in jeder Zelle des Körpers von einem charakteristischen Netz dieser epigenetischen Schalter überzogen.

Zum Beginn eines neuen Lebens werden die Epigenome umprogrammiert, um zunächst einmal das neue Genom auf seine vielen Aufgaben vorzubereiten, aber auch, um sicher zu stellen, dass epigenetische Fehler der Eltern nicht an die Folgegeneration weitergegeben werden. Nach dem Verschmelzen von Eizelle und Spermium werden daher die epigenetischen Markierungen der elterlichen Chromosomen auf eine neue epigenetische Programmstufe gesetzt. Diese umfassende Dekodierung wird als epigenetische Reprogrammierung bezeichnet.

Völlig neue Einblicke in die molekularen Mechanismen, die dabei ablaufen, hat nun ein internationales Wissenschaftler-Team unter der Leitung von Jörn Walter gewonnen. Der Professor für Epigenetik an der Universität des Saarlandes erläutert: „Damit sich ein Embryo normal entwickeln kann, ist eine kontrollierte epigenetische Dekodierung des mütterlichen und väterlichen Erbmaterials kurz nach der Entstehung neuen Lebens von zentraler Bedeutung.“ Die Forscher fanden jetzt heraus, dass bei der Reprogrammierung die Methylgruppen auf der DNA chemisch verändert werden. Hierdurch verändern die Chromosomen schlagartig ihre epigenetische Struktur. Die neuen Erkenntnisse über die molekularen Abläufe haben weitreichende Bedeutungen für viele Fragen der Entwicklungsbiologie und liefern vollkommen neue Ansatzmöglichkeiten, um epigenetisch bedingte Erbgutveränderungen im Verlauf des Lebens und daraus resultierende Erkrankungen zu entschlüsseln.

Kurz nach ihrer Befruchtung beginnt die Eizelle, die in Chromosomen geordneten Strukturen des väterlichen Erbmaterials erst zu „entpacken“ und dann epigenetisch zu dekodieren. Das mütterliche Erbmaterial bleibt dagegen weitgehend geschützt. Diese mütterliche „Dominanz“ über die väterlich vererbten Chromosomen wurde vor über zehn Jahren von den Autoren entdeckt. Das Forscherteam fand nun heraus, wie die epigenetische Dekodierung der väterlichen Chromosomen im frühen Embryonenstadium abläuft: Ein erster Schritt ist das zusätzliche Anhängen einer einfachen Hydroxyl-Gruppe (OH-Gruppe) an die bereits bekannte modifizierte Base 5-methyl-Cytosin. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler den an diesem Vorgang beteiligten enzymatischen Prozess entschlüsseln. Sie wiesen nach, dass das Enzym Tet3 als ein zentrales Schaltenzym für den Umwandlungsprozess verantwortlich ist. Auch in der Frage, warum nur die vom Vater stammenden Chromosomen dekodiert werden, während die mütterlichen größtenteils geschützt sind, kamen die Wissenschaftler einen wesentlichen Schritt weiter: Sie konnten zeigen, dass die Eizelle ihr eigenes Erbgut vor dem Vorgang der Reprogrammierung durch ein Protein namens Stella schützt. Die mütterliche Eizelle bestimmt also mit sehr ausgeklügelten epigenetischen Werkzeugen über die Interpretation des väterlichen Genoms. Bereits vor zehn Jahren hatten die Wissenschaftler diesen Kampf der Geschlechter beschrieben – aber erst jetzt sind sie den Mechanismen auf die Spur gekommen. Die genauen biologischen Konsequenzen der massiven, einseitigen Umwandlung väterlicher Chromosomen bleiben zwar ein noch zu lösendes Rätsel, die Erkenntnisse der Forscher eröffnen aber vollkommen neue Perspektiven, diese in Zukunft zu lösen.

„Die schnelle Reprogrammierung der epigenetischen Information des väterlichen Genoms erfüllt vermutlich zwei „Aufgaben“: Zum Einen werden die epigenetischen Fehler des Vaters gelöscht und gleichzeitig wird das Genom für die Vielzahl der neuen Aufgaben vorbereitet, die für eine totipotente, also vollständige Entwicklung wichtig sind“, erläutert Jörn Walter. „Unsere Arbeit trägt dazu bei, die molekularen Signale und Schalter zu verstehen, die für die epigenetische Reprogrammierung entscheidend sind. Da epigenetische Programmfehler in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entstehung komplexer Erkrankungen wie Krebs, Immun- und Stoffwechselerkrankungen oder Neuronalen Erkrankungen zu sehen sind, haben die von uns gefundenen Mechanismen eine vermutlich viel weitreichende Bedeutung als „nur“ für die Steuerung erster Lebensvorgänge“, sagt der Epigenetiker.

Die aktuelle Studie ist unter folgendem Titel in „Nature Communication“ erschienen: „5-Hydroxymethylcytosine in the mammalian zygote is linked with epigenetic reprogramming“.

Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag „ Ursachen und Therapie chronischer Krankheiten aus naturheilkundlicher Sicht

Virotherapie gegen Leberkrebs und Leberfibrose

März 8th, 2011

Forscher des Klinikum rechts der Isar entwickeln einen neuen Therapieansatz.

Forscher der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der TU München (Direktor: Prof. Roland Schmid) haben eine Möglichkeit entdeckt, Leberzellkarzinome und Leberfibrosen gleichzeitig zu behandeln: Dr. Oliver Ebert und Dr. Jennifer Altomonte entwickelten die transarterielle VSV-Onkolyse, bei der ein für den Menschen unschädliches Virus verwendet wird, um Tumorzellen aufzulösen und gleichzeitig die chronisch geschädigte Leber zu behandeln. Die Bayerische Patentallianz stellt die Erfindung am 23. und 24. März 2011 zusammen mit anderen Patenten vor, für die Pharmaunternehmen Lizenzen erwerben können.

Leberzellkarzinome stellen weltweit die fünfthäufigste Krebsart dar und sind in den meisten Fällen die Folge einer chronischen Schädigung der Leberzellen, auch als Leberfibrose bekannt. Die Ursachen können Alkoholmissbrauch, eine Hepatitis, ein Medikamentenschaden oder eine Verfettung der Leber sein.

Die beiden Wissenschaftler der II. Medizinischen Klinik konnten in einer präklinischen Studie zeigen, dass eine Virotherapie mit VSV, dem so genannten Vesikulären Stomatitis Virus, eine sichere und wirksame Bekämpfung von Leberzellkarzinom und Leberfibrose ermöglicht. Der für den Menschen unschädliche Erreger wird gespritzt, vermehrt sich in den Tumorzellen und löst diese schließlich auf. Darüber hinaus führen die antifibrogenen Eigenschaften des Virus zu einer deutlichen Verbesserung der Fibrose, bei der sich das Gewebe der Leber krankhaft vermehrt, anschließend vernarbt und die Leberfunktion beeinträchtigt.

„Aufgrund unserer Ergebnisse können nun Medikamente entwickelt werden, die nach der klinischen Überprüfung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Sie bekämpfen die Fibrose als Ursache des Leberzellkarzinoms und gleichzeitig den Tumor“, erläutert Dr. Ebert.
Neuen Medikamenten auf Basis des VS-Virus wird ein großes Marktpotenzial vorhergesagt, da es bislang keine vergleichbaren Therapieansätze gibt.

Anmerkung: siehe hierzu auch den Beitrag „Die bakterielle Endosymbiose der Zellen