Rohmaterial entscheidet über Qualität von Öko-Nahrung

26. Juli 2010

Ökologische Nahrungsmittel haben einen guten Ruf. Doch die Qualität ökologischer Fertignahrung kann noch weiter verbessert werden.

Kassel/Witzenhausen. Ökologische Nahrungsmittel haben einen guten Ruf. Doch die Qualität ökologischer Fertignahrung kann noch weiter verbessert werden. Kritische Punkte in der Erzeugung solcher Lebensmittel zu identifizieren war Ziel eines europäischen Forschungsprojekts, an dem unter anderem Wissenschaftler des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel teilnahmen.

„Die Europäische Union regelt den Anbau ökologischer Nahrungsmittel sehr genau, sagt aber fast nichts über die korrekte Verarbeitung“, erklärt Privatdozent Dr. Johannes Kahl vom Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur in Witzenhausen, bei Kassel: „Eine EU-Verordnung verlangt zwar schonende Verfahren bei der Lebensmittelherstellung, definiert aber nicht, was das ist.“

Unterdessen sucht die Lebensmittelindustrie nach Methoden, die Qualität ökologischer Nahrungsmittel zu erhöhen. Im Rahmen des Projekts „Qualitätsanalyse kritischer Kontrollpunkte“ (CORE organic QACCP) haben insgesamt 14 Institutionen aus Forschung und Industrie von Juni 2007 bis Juni 2010 an verbesserten Produktionsprozessen gearbeitet. Dabei wurden Feldversuche und Qualitätsanalysen durchgeführt. In Tiermodellen wurden die Auswirkungen auf die Gesundheit überprüft. Kritisch unter die Lupe nahmen die Wissenschaftler vor allem die Herstellung von Möhrenbrei für Babys.

Nach den Ergebnissen der Forscher gibt es bei der Produktion von ökologischem Möhrenbrei einen besonders kritischen Faktor, welcher die Qualität beeinflusst: das Rohmaterial. „Die Rohware ist entscheidend“, betont Kahl. So ließen sich im fertigen Produkt erhebliche Unterschiede feststellen, je nachdem ob frische oder tiefgekühlte Rohware benutzt wurde. Ein überraschendes Ergebnis für die Wissenschaftler. „Die tiefgekühlte Ware ist für eine Weiterverarbeitung nicht so gut geeignet“, so Kahl. Das Ergebnis im Hinblick auf Geschmack, Geruch und den Anteil wichtiger Vitamine und Antioxidantien sei spürbar schlechter als beim Einsatz frischer Rohware.

Das im Projekt entwickelte und im industriellen Maßstab bei Möhrenbrei auch getestete Verfahren der Qualitätsanalyse kritischer Kontrollpunkte (QACCP) empfiehlt sich laut Kahl nicht nur für den Bereich Babykost, sondern generell für alle ökologischen Lebensmittel.

Quelle:
Universität Kassel
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur

Hautkrebs: Alarmierende Entwicklung

19. Juli 2010

Hautkrebs nimmt in Deutschland immer mehr zu. Mehr als 120.000 Menschen erkranken jährlich an einem Hauttumor. In den allermeisten Fällen ist zu intensive Sonnenbestrahlung die Ursache der Erkrankung.

Durch die Verminderung der Ozonschicht wird der natürliche Strahlenfilter immer dünner und die ultraviolette Strahlung auf die Erde nimmt zu. Eine so starke Strahlung sind hellhäutige Menschen nicht gewöhnt und erkranken deshalb immer häufiger an Hautkrebs. Der beste Schutz vor Hautkrebs besteht darin, die Sonne zu meiden. Muss man trotzdem im Freien arbeiten, sollte als Schutz gegen die Sonne luftige Kleidung getragen werden, die möglichst viel Haut bedeckt. Hut oder Kopftuch sollten dabei auf keinen Fall vergessen werden. Für Hautstellen wie Gesicht, Hände oder Nacken, die nicht bedeckt sind, ist Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 15 – 30) nötig.

Der Flyer “Arbeit im Freien bei Hitze” steht  >>  hier  <<  zum kostenlosen Download bereit.

Quelle: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Der SPIEGEL und die Homöopathie

15. Juli 2010

Stellungnahme des Deutschen Zentralverbandes homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)

Berlin (humannews) – Der SPIEGEL behauptet in einer Titelgeschichte vom 12.7.2010, dass der Nutzen von Homöopathie nicht belegt sei, und dass es sich um eine Scheintherapie handele. Wir stellen dazu fest, dass

  • die ganz überwiegende Zahl von Doppelblindstudien zu diesem Thema eine Wirkung der Homöopathie belegt,
  • die Metaanalyse von Shang et al diesen Befund nicht widerlegt. Dahinter steckt ein grundsätzlicher Denkfehler: Wenn homöopathische Mittel bei Diarrhoen wirksam sind in einer Doppelblindstudie, wird das nicht dadurch widerlegt, dass das Mittel Arnica bei der Behandlung von Muskelkater bei Marathonläufern statistisch nicht signifikant wirksam ist. Metaanalysen sind dann sinnvoll, wenn Studien mit vergleichbarer Indikation und Methodik verglichen werden. Abgesehen davon hat diese Metaanalyse selbst methodische Fehler; konkret wurde ihr unter anderem vorgeworfen, dass die Auswahlkriterien für Studien im Nachhinein festgelegt wurden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen,
  • die Versorgungsforschung zeigt, dass die Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist (Charité-Studie, PEK Schweiz),
  • demnach der Vorwurf einer Placebobehandlung nicht haltbar ist.

Dass homöopathische Mittel in ihrer Wirkung deutlich über Placebo hinausgehen, zeigt sich auch bei der Behandlung schwerer, akuter Erkrankungen; wie z. B. Lungenentzündung und eitrige Mandelentzündungen. Homöopathische Ärzte behandeln diese ebenfalls. Im Vergleich zu konventionellen Kollegen haben sie dabei zwischen 0,1 und 1% der Antibiotikaverschreibungen. Auch homöopathische Ärzte geben Antibiotika, wenn sie kein passendes homöopathisches Mittel finden. Entweder sind also 99% der Antibiotikagaben in der konventionellen Praxis überflüssig – oder wir haben es hier doch mit einem sehr wirksamen „Placebo“ zu tun.

Ihren großen Durchbruch hatte die Homöopathie im 19. Jahrhundert, als sich zeigte, dass die Mortalität bei der Behandlung der Cholera unter konventioneller Behandlung über 50% lag – unter homöopathischer Behandlung um die 5%. (vgl. www.organon2010.de Menüpunkt: Infektionskrankheiten)

Die 1. Vorsitzende des DZVhÄ, Cornelia Bajic, kommentiert die Forderung von Prof. Lauterbach „Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“ als, so Bajic, „netten Versuch, die Homöopathie zu diskreditieren, der aber vollkommen an der Sache vorbei geht“ (s.a. Hintergrundinformationen zu Ausgaben im GKV-Bereich).
Im Gegenteil: „Aufgrund der guten Erfahrungen, die wir im Laufe der letzten fünf Jahre mit den Sonderverträgen zur Homöopathie in der Patientenversorgung gemacht haben – es gibt beispielsweise eine starke Nachfrage und immer längere Wartezeiten für die Patienten – wäre ein Ausbau derselben sinnvoll und wünschenswert.“

Ausgaben für homöopathische Arzneimittel und homöopathische ambulante Versorgung:

  • Ausgaben für Arzneimittel im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) 2009: 28 Milliarden Euro (etwa 17 % der Gesamtausgaben der GKV)
  • Ausgaben für homöopathische Arzneimittel im Bereich GKV 2009: 25 Millionen – also etwa 1 Promille (Quelle BPI Pharma-Daten 2009)
  • Gesamtausgaben für ambulante Versorgung zulasten GKV 2009: 26 Milliarden Euro – (etwa 15 Prozent der Gesamtausgaben der GKV – Quelle KBV)
  • Ausgaben für homöopathische ambulante Versorgung im Bereich GKV: ca. 7 Millionen Euro/Q (Quelle: Zahlen von GKV-Kassen) – also etwa 1 Promille.

Etwa 140.000 Ärzte sind gegenwärtig in vertragsärztlichen Praxen in Deutschland niedergelassen; etwa 7.000 Ärzte haben eine Zusatzbezeichnung Homöopathie – also etwa 5 Prozent.

Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)
Reinhardtstraße 37
10117 Berlin
Telefon: 030 – 325 97 34 11
Homepage: http://www.dzvhae.com

Quelle: www.humannews.de

Anmerkungn:
-  ein Artikel “Homöopathie – eine Erklärung aus naturheilkundlicher und naturwssenschaftlicher Sicht” findet sich hier;
-   zur Thematik “Homöopathie – Wunschdenken oder Wissenschaft” gibt es auch einen Hörbeitrag des Bayerischen Rundfunks vom 29. Juni 2010.

Nahrungsmittel als Hauptquelle für Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP)

13. Juli 2010

Das U.S.-amerikanische National Advisory Committee on Microbiological Criteria for Foods bestätigte die Bedeutung der Nahrung als Expositionsquelle gegenüber Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP).

MAP ist der Erreger der Paratuberkulose, die in erster Linie den Dünndarm aller Wiederkäuer betrifft. Für den Menschen werden MAP als Ursache von Morbus Crohn diskutiert.

Der Ausschuss gelangte zu folgenden Schlussfolgerungen:

- die gegenwärtigen Methoden für den Nachweis von MAP haben erhebliche Einschränkungen, und eine standardisierte Methode für den Nachweis von lebensfähigen MAP ist erforderlich,

- außerhalb von MAP-infizierten Wiederkäuern wird das Bakterium selten gefunden,

- wenn MAP bei Rindern kontrolliert wird, kann die Quelle der MAP bei anderen Tieren, Lebensmitteln und Wasser weitgehend eliminiert werden,

- Milch, insbesondere Rohmilch, kann eine wahrscheinliche Nahrungsquelle für die menschliche Exposition gegenüber MAP sein,

- angesichts der Dominanz von MAP in den Rinderherden der U.S.A. kann Hackfleisch eine potenzielle Quelle von MAP sein,

- obwohl MAP auf zahlreichen Wegen in Menschen gelangen können, wie durch Nahrungsmittel oder die Umwelt, sind weitere Untersuchungen zur Häufigkeit und Intensität der Exposition erorderlich.

Quelle:

NACMCF Executive Secretariat
Assessment of Food as a Source of Exposure to Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP).
J. Food Prot. 73(7): 1357-1397, 2010

Mit gesundem Rücken durch die Schwangerschaft

13. Juli 2010

Wertvolle Tipps helfen gegen Kreuzschmerzen und Verspannungen

München (humannews) – In neun spannenden Monaten steigt die Vorfreude auf das ungeborene Kind. Daneben steht vor allem die körperliche Veränderung bei werdenden Müttern im Vordergrund. Bis zur Geburt nimmt das Körpervolumen im Durchschnitt um etwa 30 Prozent zu und der Schwerpunkt verlagert sich durch den stetig wachsenden Bauch nach vorne. Mehr als ein Drittel der schwangeren Frauen klagen über starke Verspannungen im Nacken sowie über Schmerzen im unteren Rückenbereich. „Einfache Kräftigungsübungen sowie gezielte Dehnungen in den sensiblen Arealen erweisen sich als bestes Mittel, um Beschwerden in der Schwangerschaft vorzubeugen“, erklärt Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

Zeit voller Veränderungen – besonders für den Körper

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper stetig. In den ersten drei Monaten betrifft das vor allem den Hormonhaushalt. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte leiden Frauen dann häufig unter Kreuzbeschwerden. Hauptursache: Gewichtszunahme und eine veränderte Körperhaltung strapazieren Bänder, Muskeln und somit nicht zuletzt die Wirbelsäule. Zudem benötigt das heranwachsende Baby immer mehr Platz im Bauch und schiebt innere Organe beiseite. Folge: Eingeengte Nerven können den gefürchteten Ischiasschmerz auslösen. Kurz vor der Geburt nimmt die Brust noch einmal deutlich an Größe und Gewicht zu. Diese ungewohnte zusätzliche Last kompensieren werdende Mütter, indem sie die Schultern nach hinten ziehen und mit dem Oberkörper weiter ins Hohlkreuz fallen. „Dadurch verspannt sich nicht nur die Muskulatur im Schulterbereich, auch steigt jetzt die Gefahr eines Bandscheibenvorfalles deutlich an“, weiß Dr. Schneiderhan.

Fit für die Schwangerschaft

Durch gezieltes Training und gute Vorbereitung des Körpers auf die kommenden Strapazen lassen sich Beschwerden im Vorfeld minimieren. Hierbei hilft vor allem ein optimaler Wechsel zwischen Aktivität und Entspannung. Wer bisher keinen Sport ausgeübt hat, darf während der Schwangerschaft nur mit schonenden Sportarten beginnen. Schwimmen kräftigt die gesamte Rumpfmuskulatur, schont und entspannt zugleich die Gelenke. Walken, Joggen oder Radfahren eignen sich als Ausdauersportarten. Pilates sorgt für eine bessere Körperhaltung, Yoga und Tanzen fördern zudem die Beweglichkeit. Auch der regelmäßige Gang ins Sportcenter bleibt erlaubt, nur sollten Schwangere Crunches für die geraden Bauchmuskeln nicht länger durchführen, da diese Bewegung die Sauerstoffzufuhr des Kindes herabsetzen kann. Das Training der seitlichen Bauchmuskulatur erweist sich dagegen als risikolos. Generell gilt: jegliche Überanstrengung sowie Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko vermeiden.

Folgende Übungen eignen sich besonders während der Schwangerschaft:

Gegen Verspannung der Nackenmuskulatur
Mit geradem Rücken im Schneidersitz Platz nehmen. Mit einer Hand über den Kopf fassen und ihn vorsichtig in Richtung Schulter dehnen. Langsam wieder lösen.

Dehnen der Schulter- und Brustmuskulatur
Auf einen bequemen Stuhl oder Hocker setzen, der 20 Zentimeter vor einem Türrahmen oder Wandvorsprung steht. Nun einen Arm heben und im 90-Grad-Winkel seitlich einknicken. Unterarm am Türrahmen oder Wandvorsprung anlehnen und durch leichten Druck dehnen. Mit der anderen Körperseite wiederholen.

Aktivierung der seitlichen Bauchmuskeln
In aufrechter Haltung einen Arm heben und über den Kopf zur anderen Körperhälfte dehnen. Dabei den Oberkörper mitnehmen. Überkreuzen der Beine fördert zusätzlich die Körperbalance.

Entspannung der Rückenmuskulatur
Bequem in der Rückenlage liegen und die Beine zur Entlastung auf einem Stuhl oder Hocker im 90-Grad-Winkel ablegen. Bewusst in den Bauch- und Beckenbereich einatmen. Dabei mit der gesamten Wirbelsäule Bodenkontakt halten.

Quelle:

Praxis Dr. med. Schneiderhan und Kollegen
Dr. med. Reinhard Schneiderhan
Eschenstr. 2
82024 München/Taufkirchen
Telefon: 089 / 614510-0
E-Mail: wilding@orthopaede.com
Homepage: http://www.orthopaede.com

Consumer-Digitalkamera weist Krebszellen nach

26. Juni 2010

Einfache Krebs-Routineuntersuchungen werden möglich

Houston (pte/26.06.2010/13:35) – Ein Forscherteam in Texas hat ein System entwickelt, das einen einfachen und kostengünstigen Nachweis von Krebszellen ermöglicht. Die Lösung nutzt eine handelsübliche Digitalkamera, auf deren Display ein Arzt erkennen kann, ob sich im untersuchten Gewebe kanzeröse Zellen finden. Im Prinzip handelt es sich bei der Entwicklung, die im Wissenschaftsmagazin PloS One beschrieben wird, um ein mobiles Fluoreszenzmikroskop.

“Ein derart portables, akkubetriebenes Gerät kann sich als sehr wertvoll für die weltweite Gesundheitsversorgung erweisen”, meint Rebecca Richards-Kortum, Professorin für Biotechnik, Elektrotechnik und technische Informatik an der Rice University http://www.rice.edu. Denn nach Ansicht der Forscher werden damit einfache Routineuntersuchungen auch in Entwicklungsländern möglich.

Olympus-Kamera als Mikroskop

Das System der Wissenschaftler nutzt eine digitale Spiegelreflexkamera vom Typ Olympus E-330. Außerdem umfasst es eine LED-Lichtquelle, eine spezielle Objektivlinse sowie ein optisches Faserbündel. Das zu untersuchende Gewebe wird mit einem gängigen fluoreszierenden Farbstoff behandelt. Wird dann eine Zelle mit der Spitze des Faserbündels beleuchtet, leuchten auch die Zellkerne. Auf dem Kamera-Display sind diese genau zu erkennen und da Krebszellen deutlich verformte Kerne haben, sind diese leicht zu identifizieren.

“Die Techniken, die wir verwendet haben, sind die gleichen, wie sie seit Jahren bei Biopsien zum Einsatz kommen”, sagt Mark Pierce, Biotechniker an der Rice. Allerdings lässt sich das neue System wesentlich leichter nutzen als ein herkömmliches Fluoreszenzmikroskop. Die Forscher haben im Experiment gezeigt, dass dank der kompakten Faseroptik Gewebe direkt im Mund untersucht werden kann. Eine schmerzhafte Biopsie entfällt somit ebenso wie das Warten auf die Ergebnisse.

Routineuntersuchungen

Zusätzlich zur portablen Hardware wäre es nach Ansicht von Richards-Kortum möglich, eine Software zu entwickeln, mit deren Hilfe auch Mediziner ohne pathologische Ausbildung gesunde und kranke Zellen unterscheiden können. Damit wären Krebs-Routineuntersuchungen möglich. Insgesamt setzen die Forscher daher große Hoffnung in ihre Entwicklung.

“Angesichts der Mobilität, der Performance und des Preises kann man davon ausgehen, dass damit die Gesundheitskosten in Industrieländern gesenkt werden können”, meint die Bio- und Elektrotechnikerin. In Entwicklungsregionen wiederum, wo bisherige Diagnosewerkzeuge oft schlichtweg zu teuer sind, wäre es möglich, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern.

Der wissenschaftliche Fachbeitrag ist unter http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0011218 abrufbar.

Quelle: pressetext.austria

Nadeln machen Herzpatienten belastbar

22. Juni 2010

Klinische Studie belegt Wirksamkeit von Akupunktur bei Herzschwäche / Heidelberger Kardiologen veröffentlichen in „Heart“

Akupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten, die an einer chronischen Herzschwäche leiden, deutlich verbessern. Das stellte die Arbeitsgruppe von Dr. Johannes Backs, Arzt und Studienleiter an der Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Pneumologie – Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus) des Universitätsklinikums Heidelberg im Rahmen einer klinischen Studie fest. Die Nadeln steigern zwar nicht die Schlagkraft des Herzens, beeinflussen aber offensichtlich die Skelettmuskelarbeit und verlängern so zum Beispiel die zurücklegbare Wegstrecke. Die Ergebnisse der klinischen Studie, die mit einer plazebo-akupunktierten Vergleichsgruppe mit stumpfen Nadeln durchgeführt wurde, sind in der hochrangigen Fachzeitschrift „Heart“ veröffentlicht.

Akupunktur beeinflusst vegetatives Nervensystem

Die chronische Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Europa. Patienten mit dieser Erkrankung leiden vor allem unter ihrer verminderten Leistungsfähigkeit. Luftnot und leichte Ermüdbarkeit bei körperlichen Belastungen kennzeichnen das Krankheitsbild.

Die Krankheit ist sehr viel komplexer, als zunächst vermutet wurde. Nicht nur die nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels ist für die Symptomatik verantwortlich. Auch das sogenannte vegetative Nervensystem und verschiedene Nerven-Überträgerstoffe geraten aus dem Gleichgewicht, was den Krankheitsverlauf weiter verschlechtert. Genau da greift die Akupunktur an, indem sie diese Prozesse wieder ausbalanciert: Sie beeinflusst das vegetative Sympathikus-System (Erregung), fördert den Parasympathikus (Erholung) und wirkt zudem entzündungshemmend. Ob sie dadurch auch solch lebensbedrohliche Erkrankungen wie die Herzinsuffizienz beeinflussen kann, wurde bisher kaum untersucht.

Nadeln gegen die Erschöpfung

Die Wissenschaftler untersuchten Patienten mit Herzschwäche, die mit den üblichen Medikamenten behandelt wurden und in einem stabilen Zustand waren. Zusätzlich erhielt die Akupunkturgruppe zehn Sitzungen, in denen Akupunkturpunkte genadelt wurden, die sowohl laut Traditionell Chinesischer Medizin allgemein Kraft geben, die gleichzeitig aber auch dafür bekannt sind, den Sympathikus, Parasympathikus und Entzündungsmarker zu beeinflussen. Die Kontrollgruppe wurde mit speziellen Placebonadeln behandelt, die einen Nadelstich zwar simulieren, die Haut aber nicht durchdringen. Die Akupunktur-Patienten legten nach dieser Therapie eine längere Wegstrecke in der vorgegebenen Zeit zurück als die Placebo-Patienten. Sie erholten sich schneller und fühlten sich subjektiv weniger erschöpft. Die messbare Leistungsfähigkeit des Herzens veränderte sich dagegen nicht.

Entzündungsbotenstoffe machen Muskeln müde

Aus anderen Studien ist bereits bekannt, dass die Belastbarkeit der Herzpatienten unabhängig von der Pumpfunktion des Herzens ist. Vielmehr scheint die leichte Ermüdbarkeit primär von den Muskeln auszugehen. Entzündungs-Botenstoffe sind bei der chronischen Herzinsuffizienz im Blut erhöht und machen die Muskeln müde. Sie aktivieren sogenannte Ergorezeptoren im Muskel, die dem Körper signalisieren, dass der Muskel die Belastung nicht weiter aufrecht erhalten kann. „Tatsächlich verringerte sich der Blutspiegel eines bestimmten Botenstoffes Tumor necrosis factor alpha, TNF alpha, drastisch nach der echten Akupunkturbehandlung. Da TNF alpha unter anderem zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft führt, müsste sich das positiv auf die Skelettmuskelarbeit ausgewirkt haben“, erklärt Dr. Arnt Kristen, einer der Autoren der Studie.

Langfristig bessere Prognose durch Akupunktur?

„Die meisten Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur haben methodische Schwächen, da Placebo-Kontrollen fehlen und die Studienteilnehmer nicht „verblindet“ sind. Das heißt, die Patienten wissen, welche Therapie sie erhalten und knüpfen eventuell entsprechende Erwartungen daran“, so Backs. „In unseren Untersuchungen haben aber alle Patienten geglaubt, eine „echte“ Akupunktur erhalten zu haben.“ Eine spannende Frage für die Zukunft wird sein, ob sich durch die relativ kostengünstige Akupunktur auch langfristig die Prognose der Herzpatienten verbessert.

Literatur:
Arnt V. Kristen, Boris Schuhmacher, Kathrin Strych, Dirk Lossnitzer, Hans-Christoph Friederich, Thomas Hilbel, Markus Haass, Hugo A. Katus, Antonius Schneider, Konrad M. Streitberger, Johannes Backs. Acupuncture Improves Exercise Tolerance of Patient with Heart Failure – a Placebo-Controlled Pilot Study. Heart, 15.06.2010

Quelle: Abteilung Kardiologie, Angiologie, Pneumologie der Universität Heidelberg

Tee- und Kafeekonsum können das Risiko für Herzkrankheiten mindern

19. Juni 2010

In einer Studie, die von der Universität Utrecht und dem Niederländischen Institut für Öffentliche Gesundheit und Umwelt, Bilthoven, an 37514 Probanden über 13 Jahre durchgeführt wurde, wurde der Einfluss des Konsums von Tee und Kaffee auf das Risiko der Entstehung einer Koronaren Herzkrankheit (CHD) und eines Schlaganfalls untersucht. Die koronare Herzkrankheit kommt durch eine allgemeine Verengung der Herzkranzgefäße meist infolge von Ablagerungen zustande.
Ein Ergebnis der Studie war, dass ein intensiver Teekonsum (mehr als 6 Tassen pro Tag) mit einem stark verminderten Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu sterben, einherging. Der Konsum von Kaffee führte zu einer leicht verminderten CHD-Sterblichkeit. Eine Beziehung zum Schlaganfallrisiko wurde weder für den Tee- noch für den Kaffeekonsum gefunden.

Quelle: American Heart Association

Deutsche Regierung: Väter oder Mütter verdienen im Schnitt 1.669 Euro im Monat

17. Juni 2010

Berlin: (hib/ELA/AW) Im Jahr 2009 waren durchschnittlich 37.500 arbeitslose Alleinerziehende auf Arbeitslosengeld I angewiesen, 276.600 arbeitslose Alleinerziehende bezogen Hartz IV. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/1838) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17/1658), die nach den Chancen und Benachteiligungen von Familien mit Kindern auf dem Arbeitsmarkt gefragt hatten. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit belief sich bei den alleinerziehenden ALG I-Beziehern auf 33,4 Wochen, bei den entsprechenden Empfängern von Grundsicherung auf 47,4 Wochen, heißt es in der Antwort weiter.

Nach Angaben der Regierung lag das individuelle monatliche Nettoeinkommen von Elternteilen beziehungsweise Bezugspersonen und Partnern in Paarfamilien mit minderjährigen Kindern bei durchschnittlich 1.669 Euro im Monat, von Alleinerziehenden bei 1.370 Euro im Monat und von Personen in sonstigen Haushalten bei 1.359 Euro im Monat. Im Durchschnitt arbeiteten Erwerbstätige aus Paarfamilien im Jahr 2008 nach den Angaben im Mikrozensus 34,5 Stunden in der Woche, erwerbstätige Alleinerziehende 30,2 Stunden und Erwerbstätige aus sonstigen Haushalten 36,3 Stunden, heißt es in der Antwort weiter. Bei den beruflichen Abschlüssen macht die Regierung unter anderem folgende Angaben: 16,4 Prozent aller Personen in Paarfamilien haben keinen beruflichen Abschluss (24 Prozent bei Alleinerziehenden, 23,4 Prozent bei sonstigen Haushalten), 17,2 Prozent aller Personen in Paarfamilien haben einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss oder eine Promotion (11,3 Prozent bei Alleinerziehenden, 13,1 Prozent bei sonstigen Haushalten).

Im Jahr 2009 begannen der Regierung zufolge 44.200 Alleinerziehende eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung, die in 14.700 Fällen von einer Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III) und in 29.600 Fällen von einem Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Rechtskreis SGB II) gefördert wurde. Knapp ein Fünftel der Maßnahmen dauerte vier Wochen bis sechs Monate und knapp vier Fünftel mehr als sechs Monate. Kurze Maßnahmen von weniger als vier Wochen Dauer spielen kaum eine Rolle (etwa 1 Prozent). Die Beteiligung der Alleinerziehenden an beruflicher Weiterbildung entspräche etwa ihrem Anteil an den Arbeitslosen, schreibt die Regierung. So betrage der Anteil der Alleinerziehenden an allen Zugängen in berufliche Weiterbildung knapp 8 Prozent, im Vergleich zu einem Anteil von 9 Prozent am jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenbestand in 2009. Auch die Verteilung hinsichtlich der Maßnahmendauer sei durchschnittlich, heißt es weiter.

Quelle: heute-im-Bundestag

Gehirn kontrolliert Cholesterinmenge im Blut

8. Juni 2010

Hungerhormon Ghrelin spielt entscheidende Rolle

Ohio (pte/07.06.2010/10:00) – Zuviel Cholesterin führt zu gefährlichen fettigen Ablagerungen in den Arterien. Die Menge Cholesterin, die im Blutkreislauf zirkuliert, wird teilweise vom Gehirn reguliert. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Cincinnati http://www.uc.edu mit Mäusen gekommen.

Diese Forschungsergebnisse widersprechen der verbreiteten Annahme, dass die Werte nur durch das kontrolliert werden, was wir essen und durch die Cholesterin-Produktion in der Leber. Es zeigte sich, dass ein Hungerhormon im Gehirn im Körper als “Fernsteuerung” für das Cholesterin fungiert. Details der Studie wurden in Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro veröffentlicht.

Hungerhormon erhöht Cholesterinspiegel

Zuviel Cholesterin führt zu verhärteten Arterien und erhöht das Risiko eines Herzanfalles. Das Team um Matthias Tschöp fand heraus, dass erhöhte Werte des Hungerhormons Ghrelin bei Mäusen dazu führten, dass sich auch höhere Mengen Cholesterin im Blut befanden. Die Werte im Blut steigen, da Signale des Gehirns die Leber dazu veranlassen, weniger Cholesterin zu speichern.

Es ist bekannt, dass Ghrelin einen Rezeptor im Gehirn blockiert, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Nahrungsaufnahme und der Nutzung der Energie spielt. Bei einem zusätzlichen Experiment, zeigte sich, dass die Blockierung dieses Rezeptors bei den Versuchstieren auch zu erhöhten Cholesterinwerten führte.

Bisherige These in Frage gestellt

Die Wissenschaftler argumentieren, dass diese Forschungsergebnisse selbstverständlich beim Menschen bestätigt werden müssen, sie eröffneten jedoch potenziell eine neue Möglichkeit zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten.

Tschöp erklärte, dass man lange davon ausgegangen sei, dass das Cholesterin ausschließlich durch die Nahrungsaufnahme oder die Synthese und Sekretion in der Leber reguliert wird. Die aktuelle Studie weise erstmals nach, dass das Cholesterin sich unter der direkten “Fernsteuerung” durch spezifische Vorgänge im zentralen Nervensystem befinde.

Quelle: pressetext.austria